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„Wirtschaftliche Betätigung des Idealvereins“ - Zugleich Besprechung des Urteils des OLG Dresden vom 09.08.2005 – 2 U 897/04

Title: „Wirtschaftliche Betätigung des Idealvereins“ - Zugleich Besprechung des Urteils des OLG Dresden vom 09.08.2005 – 2 U 897/04

Examination Thesis , 2006 , 70 Pages , Grade: 14

Autor:in: F. Sebastian Hack (Author)

Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law
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Die nachstehende Arbeit wurde im Rahmen des Schwerpunktexamensseminars im Frühjahr 2006 im Schwerpunktsbereich Unternehmensrecht als Teil der Schwerpunktsbereichsprüfung i.S.d. §§ 8 Abs. 1 S. 1, 11 Abs. 3 S. 2, Abs. 4 und 6 a) der Studien- und Prüfungsordnung der Rechtswissenschaftlichen Fakultät für den Studiengang Rechtswissenschaft der Universität zu Köln (Stand 29.9.2005) i.V.m. § 28 Abs. 3 S. 3 Juristenausbildungsgesetz NRW (Stand: 11.3.2003) verfasst und beschäftigt sich mit Fragestellungen im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Betätigung des Idealvereins aus dem Urteil des OLG Dresden vom 09.08.2005 . Für weiter gehende Anmerkungen bezüglich der insolvenzrechtlichen Fragestellungen aus dem Urteil wird aufgrund der thematischen Beschränkung auf die Ausführungen von Tobias Böckmann verwiesen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 - Einleitung

A. Aufgabenstellung

B. Problemaufriss

C. Gang der Untersuchung

Kapitel 2 - Das Urteil vom 09.08.2005

A. Leitsatz

B. Tatbestand

I. Kernsachverhalt

II. KBS e.V. - Organisation und wirtschaftliche Tätigkeit

III. Das Leasinggeschäft

IV. Die vorinstanzlichen Entscheidungsgründe

C. Entscheidungsgründe

I. Haftung wegen Rechtsformmissbrauch

1. Wirtschaftliche Betätigung

2. Dogmatische Grundlage für die Mitgliederhaftung

II. Keine Haftung wegen existenzvernichtenden Eingriffs

Kapitel 3 - Zurechenbarkeit wirtschaftlicher Betätigung von abhängigen Gesellschaften

A. Zulässigkeit der wirtschaftlichen Betätigung im Idealverein

I. Grundlagen und Vereinsklassenabgrenzung

1. Abgrenzung nach der gemischt subjektiv-objektiven Theorie

2. Die teleologisch-typologische Vereinsklassenabgrenzung

II. Wirtschaftliche Betätigung im Rahmen des Nebentätigkeitsprivilegs

1. Nebentätigkeitsprivileg in Literatur und Rechtsprechung

2. Nebentätigkeitsprivileg im Gesetzesänderungsentwurf

3. Nebentätigkeitsprivileg nach dem OLG Dresden

III. Zurechnungsfähigkeit wirtschaftlicher Betätigungen von Beteiligungsgesellschaften eines Idealvereins

1. Überblick über den Meinungsstand

a) Keine Zurechnung im ADAC-Urteil

b) Keine Zurechnung nach dem Gesetzesänderungsentwurf

c) Zurechenbarkeit nach der Literatur

aa) Keine Zurechnung wegen Organhaftung

bb) Zurechnung bei bloßer Abhängigkeit

cc) Zurechnung wegen Mediatisierung der Mitgliederkontrolle

dd) Zurechnung im faktischen Konzern

ee) Zurechnung im qualifiziert faktischen Konzern

d) Zusammenfassung

2. Geänderte Zurechnungsvoraussetzung nach „Bremer Vulkan“?

a) Grundsatz des existenzvernichtenden Eingriffs

b) Übertragbarkeit der Zurechnungsgrundsätze

B. Stellungnahme

C. Zurechung nach dem OLG Dresden - Rechtliche Würdigung

D. Zwischenergebnis

Kapitel 4 - Haftungsrechtliche Folgen der wirtschaftlichen Betätigung eines Idealvereins

A. Gesetzlich angeordnete Rechtsfolgen

I. Entziehung gem. § 43 Abs. 2 BGB

II. Entziehung gem. §§ 159, 142 FGG

III. Entziehung der Rechtsfähigkeit des KBS e.V.

B. Persönliche Haftung der Vereinmitglieder

I. Grundlagen der Durchgriffshaftung

1. Durchgriffstheorien im Schrifttum

a) Missbrauchslehre

b) Normzwecklehre

c) Bürgerlich-rechtlicher Ansatz

d) Absage an den Durchgriff

2. Der Durchgriff in der Rechtsprechung

a) Reichsgericht

b) Bundesgerichtshof

II. Fallgruppen der Durchgriffshaftung

1. Sphären- und Vermögensvermischung

2. Unterkapitalisierung

3. Existenzvernichtender Eingriff

4. Institutsmissbrauch

III. Die Durchgriffshaftung im Vereinsrecht

C. Durchgriffshaftung nach dem OLG Dresden - Rechtliche Würdigung

I. Durchgriffshaftung wegen Rechtsformmissbrauchs

1. Tatbestandsvoraussetzungen nach dem OLG Dresden

2. Einordnung in bekannte Durchgriffsfallgruppen

3. Treupflichtverletzung als Außenhaftungstatbestand

II. Stellungnahme

Kapitel 5 - Ergebnisse und Ausblick

A. Zusammenfassung der Ergebnisse

B. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die haftungsrechtlichen Implikationen einer wirtschaftlichen Betätigung von Idealvereinen, insbesondere im Kontext des Urteils des OLG Dresden vom 09.08.2005. Ziel ist es, die Zurechenbarkeit wirtschaftlicher Aktivitäten abhängiger Tochtergesellschaften zum Verein zu klären und die Voraussetzungen für eine persönliche Haftung der Vereinsmitglieder (Durchgriffshaftung) unter Berücksichtigung neuerer Rechtsprechung zum "existenzvernichtenden Eingriff" zu untersuchen.

  • Zulässigkeit wirtschaftlicher Betätigung im Idealverein
  • Zurechenbarkeit von Tochtergesellschaften zum Holdingverein
  • Durchgriffshaftung wegen Rechtsformmissbrauchs
  • Übertragbarkeit von Konzernhaftungsgrundsätzen auf das Vereinsrecht
  • Vereinsrechtliche Treupflichten und Haftung der Mitglieder

Auszug aus dem Buch

Kapitel 3 - Zurechenbarkeit wirtschaftlicher Betätigung von abhängigen Gesellschaften

Einer gesonderten Betrachtung bedarf die Frage, ob das wirtschaftliche Tätigwerden eines Vereins mittels einer vom ihm abhängigen Tochtergesellschaft diesem als eigener wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb zugerechnet werden kann. Auszugehen ist in solchen Fällen von der grundsätzlichen Trennung des Geschäftsbetriebs des Vereins von dem der abhängigen Gesellschaft. Wegen der Selbstständigkeit der einzelnen Vermögenssphären bedarf es für eine Zurechung eines besonderen Grundes, der es rechtfertigt diese Trennung zu durchbrechen.

Diese Fragestellung hat schon eine lange Geschichte und verliert nicht an Aktualität, gewinnt letzten Endes aber auch nicht an Klarheit. Dabei stehen gerade Großvereine, wie etwa TÜV, DEKRA, DRK oder der Caritasverband, sowie mittlerweile auch die in professionellen Ligen spielenden Sportvereine wie bspw. Bayern München, Borussia Dortmund oder Herta BSC im besonderen Fokus.

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel 1 - Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Aufgabenstellung der Arbeit vor dem Hintergrund des OLG Dresden Urteils und skizziert die Problemfelder der Zurechenbarkeit sowie der persönlichen Haftung.

Kapitel 2 - Das Urteil vom 09.08.2005: Das Kapitel liefert eine detaillierte Darstellung des Sachverhalts, der Organisation des betroffenen KBS e.V. sowie der Entscheidungsgründe des OLG Dresden, welches eine Haftung der Mitglieder wegen Rechtsformmissbrauchs annahm.

Kapitel 3 - Zurechenbarkeit wirtschaftlicher Betätigung von abhängigen Gesellschaften: Hier werden die dogmatischen Grundlagen der Vereinsklassenabgrenzung sowie das Nebentätigkeitsprivileg und die Zurechnungsfragen bei abhängigen Gesellschaften kritisch erörtert.

Kapitel 4 - Haftungsrechtliche Folgen der wirtschaftlichen Betätigung eines Idealvereins: Dieses Kapitel behandelt die registerrechtlichen Konsequenzen (Entziehung der Rechtsfähigkeit) und die Voraussetzungen einer persönlichen Haftung der Vereinsmitglieder durch Durchgriffshaftung.

Kapitel 5 - Ergebnisse und Ausblick: Die zentralen Ergebnisse werden zusammengefasst und ein kritischer Ausblick auf die Notwendigkeit einer Vereinsrechtsreform gegeben.

Schlüsselwörter

Idealverein, wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb, Nebentätigkeitsprivileg, Rechtsformmissbrauch, Durchgriffshaftung, Konzernrecht, existenzvernichtender Eingriff, Mitgliederhaftung, Vereinsrecht, Gläubigerschutz, Holdingverein, Zurechenbarkeit, Treupflicht, Vereinsregister, Rechtsfähigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, inwieweit ein als Idealverein eingetragener Verein für wirtschaftliche Aktivitäten haftbar gemacht werden kann, die er über abhängige Tochtergesellschaften ausübt, und welche Konsequenzen dies für die persönliche Haftung der Vereinsmitglieder hat.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Abgrenzung zwischen Ideal- und Wirtschaftsverein, das Nebentätigkeitsprivileg, die Durchgriffshaftung im Vereinsrecht sowie die Übertragbarkeit aktienrechtlicher Konzernhaftungsgrundsätze auf das Vereinsrecht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen nachvollziehbaren Rahmen für die Zulässigkeit wirtschaftlicher Betätigungen in Tochtergesellschaften zu definieren und zu analysieren, unter welchen Bedingungen die Haftungsbeschränkung eines Vereins für dessen Mitglieder bei Rechtsformmissbrauch durchbrochen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit folgt einer rechtswissenschaftlichen Methodik, die auf der Analyse von Rechtsprechung (insb. des OLG Dresden und des BGH) sowie der Auswertung einschlägiger juristischer Literatur und Gesetzesentwürfe basiert.

Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Zurechenbarkeit wirtschaftlicher Betätigungen durch abhängige Gesellschaften und die anschließende Prüfung der haftungsrechtlichen Folgen, insbesondere im Hinblick auf die Durchgriffshaftung und die Treupflichten der Vereinsmitglieder.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere das Nebentätigkeitsprivileg, der existenzvernichtende Eingriff, der Rechtsformmissbrauch und die Struktur des Idealvereins als juristische Person.

Wie bewertet der Autor die Entscheidung des OLG Dresden?

Der Autor stimmt dem Ergebnis des OLG Dresden zu, kritisiert jedoch die Begründungsweise des Gerichts, da dieses versäumt habe, die Zurechnungsfragen im GmbH-Verbund präziser und im Einklang mit neuerer höchstrichterlicher Rechtsprechung dogmatisch fundiert zu begründen.

Warum ist die Arbeit in der heutigen Zeit relevant?

Angesichts wachsender wirtschaftlicher Aktivitäten von Vereinen, die oft über Tochtergesellschaften organisiert sind, zeigt die Arbeit die Dringlichkeit einer Reform des Vereinsrechts auf, um bestehende Kontrolldefizite und Risiken für den Rechtsverkehr zu minimieren.

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Details

Title
„Wirtschaftliche Betätigung des Idealvereins“ - Zugleich Besprechung des Urteils des OLG Dresden vom 09.08.2005 – 2 U 897/04
College
University of Cologne  (Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht und Europäische Privatrechtsentwicklung )
Course
Examensseminar Unternehmensrecht
Grade
14
Author
F. Sebastian Hack (Author)
Publication Year
2006
Pages
70
Catalog Number
V116312
ISBN (eBook)
9783640183067
ISBN (Book)
9783640183302
Language
German
Tags
Betätigung Idealvereins“ Zugleich Besprechung Urteils Dresden Examensseminar Unternehmensrecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
F. Sebastian Hack (Author), 2006, „Wirtschaftliche Betätigung des Idealvereins“ - Zugleich Besprechung des Urteils des OLG Dresden vom 09.08.2005 – 2 U 897/04, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116312
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