Diese Hausarbeit analysiert, inwiefern Donald Trump während seiner Amtszeit als US-Präsident Populismus als politischen Stil verwendete.
Mit Donald Trump regiert seit Januar 2017 ein neuer Typus von Politiker den ersten modernen demokratischen Staat der Welt: Die Vereinigten Staaten von Amerika. Er verkörpert und bewirbt einen neuen politischen Stil, greift dabei aber im gleichen Zug auf alte Slogans sowie Inhalte zurück und polarisiert mit seinen Aussagen.
Seine Anhänger sehen in ihm einen Hoffnungsträger, den Retter des amerikanischen Traums und der dazugehörigen nationalen Großartigkeit. Seine Gegner halten ihn für einen notorischen Lügner, Blender und Spalter der amerikanischen Gesellschaft. Nicht selten wird Donald Trump Populismus vorgeworfen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Populismus als politischer Stil
3. Donald Trump
4. Analyse
4.1. Analytische Vorgehensweise
4.2. Analyse nach Ostiguy
4.2.1 Sozio-kulturell
4.2.2 Politisch-kulturell
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Donald Trump den Populismus als spezifischen politischen Stil für seine Kommunikation und Amtsführung verwendet. Basierend auf der Theorie von Pierre Ostiguy wird analysiert, ob und wie Trumps Auftreten in sozio-kulturellen und politisch-kulturellen Dimensionen populistisch eingeordnet werden kann.
- Analyse von Donald Trumps politischem Kommunikationsstil anhand der „high-low-axis“ nach Pierre Ostiguy.
- Untersuchung von Sprachmustern, Rhetorik und der Nutzung von Superlativen.
- Evaluation des Führungsstils und der Entscheidungsfindung im Kontext demokratischer Normen.
- Einordnung des Nativismus und der moralischen Diskursführung in das populistische Raster.
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Sozio-kulturell
Donald Trump ist ein Mann der einfachen Sprache. Er artikuliert sich in kurzen Sätzen, nutzt keine künstlich aufgeblasenen Phrasen oder gar komplexe Satzgefüge. Eine Analyse der Linguistin Elisabeth Wehling ergab, dass sich Trumps Sprachniveau auf dem Level eines Viertklässlers befindet. Seine Sätze sind also sehr leicht zu verstehen und prägen sich folglich schnell ein. Er stellt sich dadurch als ein einfacher Mann dar, der sich auch gar nicht bemüht, die Ausdrucksweise eines etablierten Politikers anzunehmen. Besonders häufig nutzt Trump in seiner Rede das Wort „great“, passend zu seinem letzten Wahlslogan „Make America Great Again“.
Trump nutzt systematisch den Superlativ, um seine Aussagen noch eindringlicher und prägnanter zu formulieren. Allein in dieser Rede nutzt er 12-mal die Steigerungsform von „great“, das Wort an sich fällt sogar 73-mal, teilweise in einer fast schon inflationären Häufung, sodass er es in knapp vier Minuten Rede insgesamt 22-mal erwähnt. Er bewertet in seiner Rede alles als großartig, was irgendwie mit ihm in Verbindung steht: Seine großartige politische Bewegung, die praktizierte und großartige Politik, seine großartige Familie, von der er alle Mitglieder über circa eineinhalb Minuten einzeln aufzählt, die großartigen Patrioten des Landes, die großartige Nation an sich und natürlich auch seinen eigenen großartigen Wahlslogan.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Themas ein und begründet die Analyse von Donald Trumps politischem Stil vor dem Hintergrund seiner Wiederwahlbestrebungen.
2. Populismus als politischer Stil: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Populismus nach Pierre Ostiguy und führt das Konzept der „high-low-axis“ zur Kategorisierung politischen Handelns ein.
3. Donald Trump: Der Abschnitt skizziert den Werdegang Trumps vom Quereinsteiger zum Präsidenten und analysiert erste Anzeichen seines polarisierenden Kommunikationsstils.
4. Analyse: Das Kernstück der Arbeit wendet das Ostiguy-Modell auf Trumps Rede vom Juni 2019 an und untersucht detailliert sozio-kulturelle sowie politisch-kulturelle Merkmale.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Trumps Stil in fast allen untersuchten Kategorien als populistisch eingestuft werden kann.
Schlüsselwörter
Populismus, Donald Trump, Politischer Stil, Pierre Ostiguy, High-low-axis, Rhetorik, Nativismus, Politische Kommunikation, Amerika First, Wahlkampf, Politische Ideologie, Diskursführung, Führungsstil, Establishment, Polarisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob und wie Donald Trump den Populismus als politischen Stil nutzt, um seine Ziele zu erreichen und mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die populistische Rhetorik, die Nutzung von Sprache als Machtinstrument, den Führungsstil im Weißen Haus sowie das Verhältnis zwischen dem Präsidenten und den demokratischen Institutionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Trumps politisches Agieren durch die Brille der Populismustheorie von Pierre Ostiguy zu betrachten und zu verifizieren, ob er ein „low“-Akteur ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Primärquellenanalyse der Wahlkampfrede vom 18. Juni 2019 durchgeführt, ergänzt durch quantitative Auswertungen (z.B. Wortfrequenz) und qualitative politikwissenschaftliche Einordnung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert sozio-kulturelle Aspekte wie Wortwahl und Gestik sowie politisch-kulturelle Aspekte wie den Führungsstil und die Entscheidungsfindung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind insbesondere Populismus, politischer Stil, Ostiguy, Nativismus, Amerika First und Anti-Establishment.
Warum spielt die „high-low-axis“ eine so entscheidende Rolle?
Das Modell von Ostiguy erlaubt es, Politiker unabhängig von ihrer parteipolitischen Ideologie an ihrem Auftreten und ihrer Art der Kommunikation als „populistisch“ oder „etabliert“ zu messen.
Wie bewertet der Autor Trumps Umgang mit den Medien?
Der Autor stellt fest, dass Trump Medien systematisch als „Fake News“ diffamiert, um Stimmung bei seinen Anhängern zu erzeugen und eine klare Abgrenzung zum Establishment zu inszenieren.
Welchen Einfluss hat der Führungsstil auf die Amtsführung?
Der Stil wird als autoritär und emotional beschrieben, was sich in einer hohen Fluktuation von Personal und einer distributiven Entscheidungsfindung widerspiegelt, die meist nur Trump selbst als Gewinner sieht.
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- Anonym (Author), 2019, Populismus als politischer Stil Donald Trumps, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1163340