In einer immer schnelllebigeren Welt nimmt der Druck auf dem Menschen immer weiter zu. Mehr und mehr Menschen leiden unter dem sogenannten Burnout-Syndrom. Von Jahr zu Jahr nimmt die Anzahl der Betroffenen zu. Der Druck auf den Menschen hat sich enorm erhört und es ist somit nicht verwunderlich, dass eine Vielzahl unserer Bevölkerung an psychischen Erkrankungen leidet. Dies bestätigt auch der Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse. Demnach wurde im Jahr 2006 bei 22,1 % aller versicherten Erwerbspersonen mindestens eine psychische Störung diagnostiziert. Tendenz steigend. In unsere Gesellschaft ist der Begriff Burnout keine unbekannte mehr und weit verbreitet. Aber was passiert, wenn genau das Gegenteil auftritt? Was ist, wenn es Arbeitnehmern am Arbeitsplatz zu langweilig wird?
Genau darum soll es in der Hausarbeit gehen. Denn der jüngere Bruder von Burnout, der sogenannte "Boreout" verbreitet sich immer mehr und ist dabei aber noch im Anfangsstadium seiner Bekanntheit und Entwicklung. Es geht also nicht um Stress, sondern um das Gegenteil davon.
Intention dieser Hausarbeit soll es sein, einen Überblick über das Thema Boreout zu geben. Das Verhältnis zum Burnout und die Unterschiede der beiden Phänomene wird kurz beschrieben. Des Weiteren wird auf die Entwicklung und die 3 wesentlichen Elemente des Boreout eingegangen. Hierbei handelt es sich um Unterforderung, Desinteresse und Langeweile.
Im Zweiten Teil der Hausarbeit werden die einzelnen Boreout-Strategien sowie das Boreout-Paradox beschrieben. Ursachen und Symptome für Boreout werden erläutert, bevor auf die Stadien und fünf Typologien eingegangen wird. In der abschließenden Betrachtung dieser Hausarbeit folgt eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse. In dieser wird zudem nochmal der Bezug zur Fragestellung hergestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Boreout-Syndrom
2.1 Begriff und Defintion (Burnout - Boreout)
2.2 Elemente und Ursachen des Boreout
2.2.1 Element 1: Die Langeweile
2.2.2 Element 2: Die Unterforderung
2.2.3 Element 3: Das Desinteresse
2.3 Entwicklung von Boreout
3 Boreout-Strategien und Boreout Paradox
4 Ursachen des Boreout
5 Die Symptome des Boreout
5.1 Äußerliche/erkennbare Symptome
5.2 Innerliche Symptome
6 Innnere Kündigung
7 Stadien des Boreout
8 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen „Boreout“ und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob Unterforderung im beruflichen Kontext krankmachen kann, wobei das Syndrom als Gegenstück zum bekannten Burnout-Phänomen beleuchtet wird.
- Definition und Abgrenzung des Boreout-Syndroms zum Burnout
- Analyse der zentralen Elemente: Langeweile, Unterforderung und Desinteresse
- Untersuchung von Bewältigungsstrategien (Boreout-Strategien) und deren Folgen
- Betrachtung von Ursachen, Symptomen und dem Boreout-Paradoxon
- Diskussion der Stadien und individuellen Typologien von Betroffenen
Auszug aus dem Buch
3 Boreout-Strategien und Boreout-Paradoxon
Ein weiterer, wesentlicher Bestandteil des Boreout sind die Boreout-Strategien. Sobald es zu einer Unterforderung kommt und die drei vorhergehend beschriebenen Elemente ihre volle Wirkung entfalten, treten sogenannte Boreout-Strategien in den Vordergrund. Diese Verhaltensstrategien werden dann angewandt, wenn der Betroffenen bei der Arbeit ausgelastet wirken oder sich die langweilige, uninteressante Arbeit vom Leib halten möchte (Findeisen & Hockling, 2008).
Die Boreout-Strategien verfolgen genau zwei Ziele:
1. Zusätzliche Arbeit soll, wenn immer möglich vermieden werden
2. Sich freie Zeit am Arbeitsplatz schaffen, um diese für persönliche Interessen nutzen zu können (Rothlin & Werder, 2007).
Die Folgenden Strategien zählen zu den bekanntesten aber auch überaus wirksamen Verhaltensweisen. Hierbei handelt es sich um die Dokumenten-Strategie sowie die Pseudo-Commitment-Strategie.
Bei der Dokumenten-Strategie geht es dem Angestellten darum, möglichst ausgelastet und konzentriert zu erscheinen, während er beispielsweise im Internet surft oder sich seinen privaten Interessen widmet (Findeisen & Hockling, 2008). Sollte es nun zu einer überraschenden Kontrolle kommen, kann auf zwei Möglichkeiten zurückgegriffen werden um den Anschein einer Beschäftigung zu bewahren. Entweder liegen ausgedruckte Dokumente griffbereit auf dem Schreibtisch oder es kann innerhalb kürzester Zeit, durch einen Tastenbefehl oder einem Klick auf der Maus, die Bildschirmansicht, von eben noch Privaten Tätigkeiten zu den arbeitsrelevanten Bereichen, geändert werden. Dies suggeriert eine intensive Arbeit (Rothlin & Werder, 2007).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Boreout ein und stellt die Fragestellung nach der krankmachenden Wirkung von Unterforderung im Job auf.
2 Das Boreout-Syndrom: Hier werden der Begriff Boreout definiert und seine drei Kernbestandteile – Langeweile, Unterforderung und Desinteresse – sowie das Verhältnis zum Burnout erläutert.
3 Boreout-Strategien und Boreout Paradox: Dieses Kapitel beschreibt Verhaltensweisen, mit denen Betroffene versuchen, Arbeit zu vermeiden, und erklärt den psychologischen Teufelskreis des Boreout-Paradoxons.
4 Ursachen des Boreout: Das Kapitel identifiziert die falsche Berufswahl und den falschen Arbeitsort als wesentliche Faktoren, die zur Entstehung eines Boreout beitragen können.
5 Die Symptome des Boreout: Hier wird zwischen äußerlich erkennbarem Verhalten und inneren psychischen Symptomen wie Müdigkeit oder Gereiztheit unterschieden.
6 Innnere Kündigung: Das Kapitel setzt das Boreout-Syndrom in Beziehung zur inneren Kündigung und zeigt Parallelen in Ursachen und Folgen auf.
7 Stadien des Boreout: Es werden verschiedene Typologien und Entwicklungsstadien von Mitarbeitern vorgestellt, die von gefährdeten bis hin zu stark betroffenen Personen reichen.
8 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Beantwortung der Fragestellung und einem Appell für mehr Sensibilisierung bezüglich des Themas in der Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Boreout, Burnout, Unterforderung, Langeweile, Desinteresse, Arbeitswelt, Boreout-Strategien, Boreout-Paradoxon, Innere Kündigung, Psychische Gesundheit, Arbeitsplatz, Stress, Überforderung, Arbeitsmotivation, Berufsleben.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem psychologischen Phänomen des "Boreout", einer Form der krankhaften Unterforderung am Arbeitsplatz, die als Gegenstück zum Burnout verstanden wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition und Abgrenzung von Boreout, die Identifikation von Symptomen und Ursachen sowie die Analyse von Vermeidungsstrategien und Stadien des Syndroms.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob eine chronische Unterforderung im Berufsleben zu ernsthaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse, insbesondere basierend auf den wegweisenden Werken von Rothlin und Werder.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Komponenten des Boreout, spezifische Verhaltensstrategien, Ursachen, Symptomatiken sowie eine Typologie der Betroffenen detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Boreout, Burnout, Unterforderung, Boreout-Strategien, Boreout-Paradoxon, Langeweile, Desinteresse und Arbeitsplatzqualität.
Was unterscheidet das Boreout vom Burnout-Syndrom?
Während Burnout auf Überforderung, Stress und Aufopferung basiert, ist Boreout durch Unterforderung, Langeweile, Desinteresse und eine mangelnde Auslastung gekennzeichnet.
Warum wenden Betroffene Boreout-Strategien an, wenn sie das Problem vergrößern?
Die Strategien dienen dazu, den Anschein von Beschäftigung zu wahren und freie Zeit für persönliche Belange zu gewinnen, was jedoch zu einem paradoxen Teufelskreis der Unzufriedenheit führt.
Was macht das "Chamäleon" zu einem speziellen Typus in der Typologie?
Das Chamäleon beherrscht die Boreout-Strategien meisterhaft, um nach außen hin produktiv zu wirken, während es innerlich intensiv unter dem Boreout leidet.
Welche Rolle spielt die "Innere Kündigung" im Kontext des Boreout?
Die innere Kündigung weist starke Ähnlichkeiten zum Boreout in Bezug auf Ursachen und Folgen auf, insbesondere bei fehlender Anerkennung und enttäuschten Erwartungen.
- Citation du texte
- Christoph Mikat (Auteur), 2017, Boreout. Kann Unterforderung im Job krank machen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1163784