Die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist ein wesentliches Ziel der Pädagogik auch in der Schule. In dieser Arbeit wird Resilienz (seelische Widerstandsfähigkeit) speziell für den Bereich von schulischer Pädagogik behandelt, um Lehrern, Eltern und anderen Bezugspersonen, die auf die Entwicklung der Kinder positiven Einfluss ausüben wollen, für dieses Thema zu sensibilisieren. Eingegrenzt wird das Thema einerseits auf die Darstellung und Untersuchung resilienzfördernder Methoden, die in der Schule Anwendung finden und andererseits auf die Kompetenzen, die der Lehrer braucht, um resilienzfördernden Unterricht zu gestalten.
Vorausgesetzt, dass Resilienz durch pädagogisches Verhalten und Maßnahmen bei Kindern in der Schule gestärkt werden kann, ergeben sich folgende Schlüsselfragen für die Praxis, die in dieser Arbeit beantwortet werden sollen: Welche Methoden zur Förderung der Resilienz gibt es, die schon erfolgreich in der Schule angewendet werden? Welche Kompetenzen des Lehrers sind erforderlich für einen resilienzfördernden Unterricht?
Dies ist eine literaturbasierte Arbeit. Ihr liegt eine systematische Literaturrecherche zugrunde mit dem Ziel die Fragestellungen auf Grundlage des aktuellen Forschungsstands zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Systematische Literaturrecherche
2 Resilienz
2.1 Vorläufer und verwandte Forschungsgebiete
2.1.1 Bindungstheorie
2.1.2 Salutogenese
2.1.3 Coping
2.2 Resilienzforschung
2.2.1 Pioniere der Resilienzforschung
2.2.2 Aktueller Forschungsstand
2.2.3 Resilienzbegriff und Resilienzdebatte
3 Resilienzförderung
3.1 Grundlagen der Resilienzförderung
3.2 Vorschulische Rersilienzförderung
3.2.1 Resilienzförderung in der frühen Kindheit
3.2.2 Resilienzförderung in Kita, Kindergarten und Vorschule
4 Methoden zur Resilienzförderung in der Schule
4.1 Schulischer Bildungsauftrag
4.2 Beispiele resilienzfördernder Methoden in der Schule
4.3 Service-Learning/Lernen-durch-Engagement
4.4 Prävention und Resilienzförderung in Grundschulen – PRiGS
5 Kompetenzen zur Resilienzförderung in der Schule
5.1 Schule als Risiko- oder Schutzfaktor
5.2 Lehrerkompetenzen
5.3 Möglichkeiten des Kompetenzerwerbs
6 Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die Möglichkeiten der Resilienzförderung im schulischen Kontext mit dem Ziel, Lehrkräfte und Bezugspersonen für die seelische Widerstandskraft von Kindern zu sensibilisieren und geeignete Methoden sowie notwendige Lehrerkompetenzen darzustellen, um resilienzfördernden Unterricht zu gestalten.
- Grundlagen der Resilienz und Resilienzforschung
- Präventive Ansätze der Resilienzförderung (vorschulisch und schulisch)
- Analyse erfolgreicher Methoden zur Resilienzförderung in der Schule (u.a. Service-Learning und PRiGS)
- Bedeutung der Lehrerkompetenzen und der Lehrer-Schüler-Interaktion
- Diskussion von Schule als Risiko- oder Schutzfaktor
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Bindungstheorie
Die Bindungstheorie ist für das Thema dieser Arbeit wichtig, weil sie aufzeigt, wie und in welcher Weise eine sichere Eltern-Kind-Bindung entsteht. Eine sichere Eltern-Kind-Bindung gilt als wesentlicher Schutzfaktor für die weitere Entwicklung des Kindes (Fingerle, 2011; Suess, 2007). Für die frühe Kindheit ist eine solche verlässliche Beziehungsstruktur, die von Sicherheit, Unterstützung und der Möglichkeit zur Erkundung der Umwelt geprägt ist, sogar die wesentlichste psychosoziale Ressource für eine positive Entwicklung (Fingerle, 2011).
„Längsschnittuntersuchungen bei [...] Kindern haben gezeigt, dass die frühe sozial-emotionale Bindung des Kindes einen wichtigen Pfeiler für seine soziale und seine Selbstwertentwicklung darstellt“ (Rauh, 2008, S. 181). Sie entsteht durch eine große Anzahl von überwiegend positiven Interaktionen zwischen Eltern und Kind. Die Bindungstheorie zeigt aber auch detailliert die elterlichen Verhaltensweisen, unter denen unsichere Bindungsstrategien vom Kind entwickelt werden. John Bowlby gilt als der Begründer der Bindungstheorie (Bowlby, 1988). In einem von Mary Ainsworth, einer Mitarbeiterin von John Bowlby, entwickelten Test wird unter Laborbedingungen eine klare Abfolge von Trennungs- und Wiedervereinigungs-Sequenzen zwischen Kindern und deren Bindungspersonen (meist der Mütter) inszeniert. Je nach der Qualität der Erfahrungen mit ihrer jeweiligen Bindungsperson entwickeln die Kinder einen von vier Bindungstypen (Bowlby, 2008).
Zusammenfassung der Kapitel
Systematische Literaturrecherche: Beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der Literatursuche mittels verschiedener Datenbanken und Suchportale sowie die angewandten Suchstrategien.
Resilienz: Führt in den Begriff der Resilienz ein, beleuchtet verwandte Forschungsgebiete wie Bindungstheorie und Salutogenese und stellt die Entwicklung der Resilienzforschung in verschiedenen Wellen dar.
Resilienzförderung: Erläutert die Grundlagen der Resilienzförderung und beleuchtet präventive Ansätze sowohl in der vorschulischen Phase als auch in Kita und Kindergarten.
Methoden zur Resilienzförderung in der Schule: Analysiert den schulischen Bildungsauftrag und stellt spezifische Methoden wie Service-Learning und das Programm PRiGS vor.
Kompetenzen zur Resilienzförderung in der Schule: Untersucht die Schule als Schutz- oder Risikofaktor und definiert notwendige Lehrerkompetenzen sowie Wege zu deren Erwerb.
Resümee: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und beantwortet die zentralen Forschungsfragen.
Schlüsselwörter
Resilienz, Resilienzförderung, Schule, Lehrerkompetenzen, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Service-Learning, Prävention, Bindungstheorie, Coping, Salutogenese, Schulkultur, pädagogisches Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Resilienz von Kindern im schulischen Kontext und untersucht, wie pädagogisches Handeln und spezifische Maßnahmen dazu beitragen können, die psychische Widerstandskraft zu stärken.
Welche sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die theoretischen Grundlagen der Resilienzforschung, präventive Programme in Kita und Schule sowie die Rolle von Lehrerkompetenzen für einen resilienzfördernden Unterricht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung zweier Schlüsselfragen: Welche Methoden zur Resilienzförderung sind in der Schule erfolgreich anwendbar und welche Kompetenzen müssen Lehrer besitzen, um einen solchen Unterricht zu gestalten?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit ist eine literaturbasierte Analyse. Sie basiert auf einer systematischen Literaturrecherche, die aktuelle Forschungsergebnisse und Studien aus den Bereichen Pädagogik und Psychologie auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verankerung der Resilienz, die Darstellung verschiedener Interventionsprogramme (wie Service-Learning oder PRiGS) sowie die Analyse der Schule als Lernort und der notwendigen Kompetenzen des Lehrpersonals.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Resilienz, Prävention, schulische Bildungsaufträge, Schutzfaktoren, Lehrerkompetenzen und Service-Learning.
Inwiefern beeinflusst das Schulklima die Resilienz?
Ein positives, wertschätzendes Schulklima und eine resilienzfördernde Schulkultur fungieren als wichtiger Schutzfaktor, da sie das Zugehörigkeitsgefühl stärken und Kindern die Möglichkeit bieten, soziale Unterstützung zu erfahren.
Welche Rolle spielt die Lehrperson beim Erwerb von Resilienz?
Die Lehrperson ist durch ihre Beziehungsqualität zur Schülerschaft sowie durch ihr Vorbildverhalten und ihre Fähigkeit zur Gestaltung entwicklungsfördernder Unterrichtsprozesse maßgeblich für die Stärkung der psychischen Widerstandskraft der Kinder verantwortlich.
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- Raphael Schulz (Author), 2015, Resilienz. Kompetenzen und Methoden zur Förderung der psychischen Widerstandskraft in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1163888