Die Arbeit besteht aus einer Bilanzanalyse des operativen Teils des Jahresabschlusses der Daimler AG und befasst sich mit Besteuerungsunterschieden von Kapital- und Personengesellschaften.
Die Bilanzanalyse, die Teil der übergeordneten Unternehmensanalyse ist, folgt keiner gesetzlichen Festlegung und damit keiner einheitlichen Vorgehensweisen, ebenso haben anwendbare Kennzahlen keine allgemeingültigen Definitionen. Des Weiteren können nicht alle Berufsgruppen miteinander verglichen werden, so wie zum Beispiel ein Versicherungs- mit einem produzierenden Unternehmen.
Grundsätzlich muss jeder buchführungspflichtige Unternehmer und derjenige, der freiwillig Bücher führt, eine Bilanzanalyse durchführen (lassen). Sollte das Unternehmen diesem selbst nachkommen, handelt es sich um eine interne Bilanzanalyse. Im anderen Fall wird von einer externen Bilanzanalyse gesprochen.
Die Bilanzanalyse bezieht sich nicht nur auf einen bestimmten Zeitpunkt, sondern auch darüber hinaus. Außerdem braucht es für ihre korrekte Deutbarkeit Kenntnisse über die Bilanzierungsregeln sowie den Vergleich mit anderen Unternehmen derselben Branche und den rückblickenden Vergleich mit den Vorjahren. Daher sollte sie auch Auskunft über diese Aspekte geben können.
Neben der Tatsache, dass die aus der Bilanzanalyse erzielten Informationen als Grundlage für zukünftige Entscheidungen dienen, kommt sie auch dem Informationswunsch unterschiedlicher Interessenten nach, die in erster Linie – anders als das Unternehmen, welches primär an einer positiven Darstellung Interesse hat – daran interessiert sind, ob die verlautbarten Ertragsziele einer Berichtsperiode erfüllt wurden. Hierzu zählen beispielsweise Fremd- und Eigenkapitalgeber, Arbeitnehmer, Lieferanten und Rating-Agenturen (externe) sowie das Finanzamt, das Kontrollorgan und die Unternehmensleitung (interne Anspruchsgruppen). Eine weitere Differenzierung gibt es durch die qualitative Bilanzanalyse, die die Bilanz und deren Komponenten in verbaler Form auswertet und ihrem quantitativen Pendant, welche sich auf Kennzahlen stützt. Dagegen haben alle Bilanzanalysen den Jahresabschluss und den Lagebericht als Basis.
Inhaltsverzeichnis
1 Bilanzanalyse
1.1 Theorie der Bilanzanalyse
1.1.1 Jahresabschluss
1.1.2 Schritte einer Bilanzanalyse
1.2 Kennzahlenanalyse
1.2.1 Kennzahlen zur Vermögenslage
1.2.2 Kennzahlen zur Finanzlage
2 Besteuerungsunterschiede zwischen Kapital- und Personengesellschaften
2.1 Ertragssteuerliche Besteuerung von Kapital und Personengesellschaften
2.1.1 Ertragssteuerliche Besteuerung von Personengesellschaften
2.1.2 Ertragssteuerliche Besteuerung von Kapitalgesellschaften
2.1.3 Zusammenfassung beider ertragssteuerlichen Besteuerungen
2.2 Steuerliche Empfehlung des Beispiels
2.2.1 GmbH
2.2.2 OHG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert zum einen den Jahresabschluss der Daimler AG mittels ausgewählter Kennzahlen, um die Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens zu beurteilen. Zum anderen wird ein steuerlicher Rechtsformvergleich zwischen einer GmbH und einer OHG anhand eines Beispielunternehmens durchgeführt, um eine Entscheidungshilfe für die optimale Besteuerung zu erarbeiten.
- Methodische Bilanzanalyse auf Basis des Geschäftsberichts 2019
- Untersuchung von Vermögens- und Finanzkennzahlen
- Grundlagen der ertragssteuerlichen Besteuerung
- Vergleichende Steuerbelastungsanalyse von Kapital- und Personengesellschaften
- Entscheidungsfindung für eine Unternehmensrechtsform
Auszug aus dem Buch
1.1.2 Schritte einer Bilanzanalyse
Neben den Kennzahlen, gibt es 7 Schritte, die den Umgang mit einer Bilanzanalyse erleichtern. So beginnt die Bilanzanalyse mit einem Analyseziel, sodass ein konkretes Ziel für die Bilanzanalyse festgelegt wird. Danach erfolgt die allgemeine Datensammlung, bei der makroökonomische und wettbewerbsbezogene Daten sowie Firmenspezifika (z. B. Kundenstruktur) zusammengetragen werden. Im Anschluss daran werden Angaben des Jahresabschlusses in ein standardisiertes Raster übertragen, damit vergleichbare Kennzahlen resultieren können. Ebenso finden eine Kennzahlenbildung sowie eine Auswahl und Interpretation ebendieser statt. Zu guter Letzt erfolgt ein Gesamturteil, welches rein quantitativ (mittels Punktewert aus der Aggregation von Einzelkriterien) oder aus einer Kombination aus quanti- und qualitativen Informationen erfolgen kann. Dadurch sind außerdem Rückschlüsse auf die gesammelten Daten möglich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Bilanzanalyse: Einführung in die theoretischen Grundlagen der Bilanzanalyse sowie Durchführung einer quantitativen Analyse operativer Kennzahlen der Daimler AG.
2 Besteuerungsunterschiede zwischen Kapital- und Personengesellschaften: Gegenüberstellung der ertragssteuerlichen Behandlung von Personen- und Kapitalgesellschaften und Durchführung eines konkreten Steuerbelastungsvergleichs für ein Beispielunternehmen.
Schlüsselwörter
Bilanzanalyse, Jahresabschluss, Kennzahlenanalyse, Vermögenslage, Finanzlage, Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft, Ertragssteuer, Gewerbesteuer, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Rechtsformwahl, Steuerbelastung, Gewinnermittlung, Bilanzpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Durchführung einer betriebswirtschaftlichen Bilanzanalyse und einen steuerrechtlichen Vergleich verschiedener Rechtsformen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Unternehmenskennzahlen anhand eines Geschäftsberichts sowie der steuerlichen Differenzierung zwischen Kapital- und Personengesellschaften.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Bilanzanalyse der Daimler AG sowie die steuerliche Empfehlung der Rechtsformwahl für ein fiktives Handelsunternehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden bilanzanalytische Kennzahlenmethoden sowie steuerliche Belastungsrechnungen angewendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst theoretische Aspekte der Bilanzanalyse, die Berechnung von Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzstruktur sowie eine detaillierte steuerliche Vergleichsrechnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bilanzanalyse, Rechtsformwahl, Steuerbelastung und Kennzahlen charakterisiert.
Was ist das Ergebnis des Steuervergleichs für das Beispielunternehmen?
Das Beispiel zeigt, dass die OHG in diesem speziellen Szenario eine geringere Steuerbelastung aufweist als die GmbH.
Wie unterscheidet sich die Besteuerung bei Personengesellschaften?
Bei Personengesellschaften gilt das Transparenzprinzip; die Besteuerung erfolgt auf Ebene der Gesellschafter mittels Einkommensteuer, ergänzt durch die Gewerbesteuer auf Gesellschaftsebene.
Welchen Stellenwert hat der Geschäftsbericht in dieser Analyse?
Der Geschäftsbericht 2019 der Daimler AG dient als Datengrundlage für die praktische Anwendung der Bilanzkennzahlen.
Warum ist das Ergebnis des dynamischen Verschuldungsgrads relevant?
Er gibt Auskunft über die Anzahl der Jahre, die ein Unternehmen theoretisch benötigt, um seine Schulden aus eigener Kraft zu begleichen, was als Indikator für die Finanzlage dient.
- Quote paper
- Moritz Kleforn (Author), 2021, Bilanzanalyse. Besteuerungsunterschiede von Kapital- und Personengesellschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1163953