Japanische Sprachenpolitik ist sehr einseitig, weil die Ausrichtung Japans im Moment zu sehr auf Amerika und zu wenig in Richtung Deutschland bzw. Europa ausgelegt ist. Die frühere Position, die Deutschland in Japan inne hatte, ist von Amerika eingenommen worden.
Die Internationalisierung betrifft in erster Linie die Wirtschaft. Nach dem zweiten Weltkrieg ist wegen der politischen Übermacht Amerikas die wissenschaftliche Position Deutschlands, zumindest im Vergleich zur Zeit vor dem Krieg, in vielen Bereichen nicht mehr so bedeutend. Dennoch ist das erste Tor, Sprache, als ein wichtiges Mittel andere Länder kennenzulernen, verschlossen. Obwohl es noch vieles gäbe, was man von Deutschland lernen könnte, ist der Unterricht der deutschen Sprache in Japan quantitativ zwar enorm breit, qualitativ jedoch sehr seicht. Die Zahl der Studenten, die Deutsch als zweite Fremdsprache lernen, um die Sprache Deutsch und auch die deutsche Kultur - als zweites Tor - kennenzulernen, wird immer kleiner. Die Stellen für Deutschlehrer werden auch abgebaut.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Stellung des Deutschunterrichts und dessen Fehlstruktur an den japanischen Hochschulen. Ziel in dieser Arbeit ist es, Benachteiligungen der deutschen Sprache in Japan vorzustellen. Diese Arbeit beginnt mit der Entwicklung der deutschen Sprache in Japan über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren, um danach die Situation der Gegenwart und die Auswirkungen gegenüberzustellen. Anschließend wird ein allgemeiner Überblick über die deutsche Sprache und die gegenwärtige Situation des Deutschunterrichts nach der Hochschulreform 1991 vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kurzer Abriss der Bedeutung deutscher Sprache in Japan
3. Deutsch als Fremdsprache in der Gegenwart
3.1. Die Einstellung der Japaner zur Fremdsprache
3.2. Deutsche Sprache in der gegenwärtigen Situation
3.3. Probleme des Deutschunterrichts in japanischen Hochschulen
3.4. Deutsch als Fremdsprache und Germanistik in Japan: Ist die Ausbildung der Hochschullehrkräfte Nebensache?
3.5. Berufschancen
4. Fazit
5. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation und strukturelle Problematiken des Deutschunterrichts an japanischen Hochschulen. Ziel ist es, die Benachteiligungen der deutschen Sprache im japanischen Bildungssystem aufzuzeigen, den historischen Wandel ihrer Bedeutung zu analysieren und die Auswirkungen bildungspolitischer Reformen auf das abnehmende Interesse an Deutsch als Fremdsprache zu beleuchten.
- Historische Entwicklung der deutschen Sprache in Japan
- Einfluss der Hochschulreform von 1991 auf den Sprachunterricht
- Problematik traditioneller Grammatik-Übersetzungs-Methoden
- Mangel an methodisch-didaktischer Ausbildung von Germanistikdozenten
- Geringe Berufschancen für Deutschstudierende
Auszug aus dem Buch
3.3. Probleme des Deutschunterrichts in japanischen Hochschulen
Auf die Problematiken und Benachteiligungen im Deutschunterricht an den japanischen Hochschulen wurde von den in Japan tätigen sowohl deutschen als auch japanischen Lektoren hingewiesen. Hierzu zählen enorme Klassengrößen der Anfängerkurse, mangelnde Motivation der Studierenden, die durch passives Lernverhalten (Schweigen und Apathie der Studierenden) auffallen, die auf das benutzte Lehrbuch bzw. die eingesetzte Lehrmethode, zum Teil aber auch auf frühere Lerngewohnheiten zurückzuführen sind. Es wird darauf hingewiesen, dass eben diese Faktoren mit der Durchführung des kommunikativen Unterrichts im Widerspruch stehen.
Überwiegend beharrt der japanische Fremdsprachen- bzw. Deutschunterricht an den Hochschulen auf die Methode der wortwörtlichen Übersetzung schriftlicher Texte und die Anwendung grammatischer Regelsysteme. Unterrichtssprache ist Japanisch. Die Lernmethodik zur Entwicklung der verbalen Kommunikationen ist unterentwickelt. Die Entwicklung der Fähigkeit zur Diskussion mit der Fremdsprache ist im Unterricht fast kaum zu erwarten, welche als Voraussetzung des japanischen Deutschunterrichts in Überlegungen miteinbezogen werden sollte, wenn man effektive Lernmethoden einsetzen will. Veraltete Methoden der Grammatik und auch unauthentische Lektüren können bei den Studierenden, die nicht viel von Deutschland kennen, kaum Interesse an Deutschland wecken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die einseitige japanische Sprachenpolitik und die Krise des Deutschunterrichts an japanischen Hochschulen, wobei die zunehmende Dominanz des Englischen und die abnehmende Qualität des DaF-Unterrichts im Fokus stehen.
2. Kurzer Abriss der Bedeutung deutscher Sprache in Japan: Dieser Abschnitt beschreibt den historischen Import von Wissen aus Deutschland seit dem 19. Jahrhundert und den Aufstieg des Deutschen als wichtige Wissenschaftssprache bis 1945.
3. Deutsch als Fremdsprache in der Gegenwart: Hier werden die aktuelle Einstellung der Japaner zum Fremdsprachenlernen, die Auswirkungen der Hochschulreform von 1991, methodische Defizite im Unterricht, die fehlende didaktische Ausbildung von Lehrkräften sowie die prekären Berufschancen für Absolventen analysiert.
4. Fazit: Das Kapitel resümiert, dass die Sprachpolitik in Japan gegen den Strom der Globalisierung schwimmt und betont die Notwendigkeit, das Interesse an der deutschen Sprache durch innovative Ansätze und eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit zu beleben.
5. Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Internetbelege.
Schlüsselwörter
Deutsch als Fremdsprache, DaF, Japan, Hochschulreform 1991, Fremdsprachenpolitik, Germanistik, Grammatik-Übersetzungs-Methode, kommunikative Kompetenz, Bildungsdefizite, Berufsqualifikation, interkulturelles Lernen, Sprachlehrer, Globalisierung, Motivation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Status quo und die strukturellen Krisenerscheinungen des Deutschunterrichts an japanischen Hochschulen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die historische Rolle des Deutschen, die Auswirkungen der Hochschulreform von 1991, die Unterrichtsmethodik und der Mangel an beruflichen Perspektiven für Deutschlernende.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel besteht darin, die Gründe für die Benachteiligung der deutschen Sprache in Japan aufzudecken und Wege aufzuzeigen, wie das Interesse an der Sprache und Kultur nachhaltig gestärkt werden könnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Bildungsberichten und Expertenmeinungen, um die Problematik des Deutschunterrichts fundiert darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Einstellung der Japaner zu Fremdsprachen, der historischen Entwicklung, den methodischen Mängeln im Unterricht sowie der unzureichenden didaktischen Ausbildung von Germanistikdozenten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie DaF, Hochschulreform, Sprachlehrforschung, Grammatik-Übersetzungs-Methode und interkulturelle Kommunikation geprägt.
Welchen Einfluss hatte die japanische Hochschulreform von 1991 auf das Fach Deutsch?
Die Reform entband die Universitäten von der Pflicht, klassische zweite Fremdsprachen wie Deutsch im Grundstudium anzubieten, was zu einem deutlichen Rückgang der Studierendenzahlen führte.
Warum ist die Ausbildung der Hochschullehrkräfte nach Ansicht der Autorin problematisch?
Viele Deutschlehrer sind Germanisten ohne spezifische methodisch-didaktische Ausbildung, wodurch sie oft veraltete Lehrmethoden aus ihrem eigenen Studium reproduzieren.
- Citation du texte
- Yumi Oshima (Auteur), 2007, Steckt Deutsch in Japan in der Krise?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116425