Unterrichtsstunde: Abenteuer Sprache

Asterix quatscht säggssch


Unterrichtsentwurf, 2008
25 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Organisatorische und technische Rahmenbedingungen

2 Bemerkungen zur Lerngruppe

3 Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit

4 Begründung des Themas
4.1 Sachanalyse
4.2 Didaktische Analyse

5 Zielstellung

6 Methodisch – didaktische Überlegungen
6.1 Motivationsphase
6.2 Erarbeitungsphase
6.3 Präsentationsund Ergebnissicherungsphase

7 Verlaufsplanung

Literaturverzeichnis

Anhang

1 Organisatorische und technische Rahmenbedingungen

Die … Mittelschule in … wird von 300 Schülern der Klassen 5-10 besucht. Davon sind 40 Schüler, ab der Klasse 7, im Hauptschulbildungsgang. Die Schüler kommen neben den Ortsteilen … und … aus den umliegenden Orten wie …, … oder …. Diese Schüler nutzen den Schulbzw. den Stadtbus, um zur Schule zu kommen.

An der Schule unterrichten 35 Lehrer. Neben dem Lehrerpersonal hat die Schule das Glück, dass zwei Sozialpädagogen an der Schule tätig sind. Diese arbeiten vor allem im Bereich der Integration (Begleitung von Integrationsschülern in den Pausen und im Unterricht) und der Schulsozialarbeit. Außerdem bieten sie eine Frühund Nachmittagsbetreuung für alle interessierten Schüler an.

Seit letztem Schuljahr gibt es außerdem verschiedene Ganztagsangebote, die von Lehrern, den Sozialpädagogen bzw. außerschulischen Partnern angeboten werden.

Ein Schwerpunkt der schulischen Arbeit ist das Projekt „Lernen lernen“. So findet in den Klassen 5 bis 6 wöchentlich eine Kontaktstunde statt, bei der die Schüler in kleinen Schritten Arbeitsund Motivationstechniken erlernen sowie Entspannungsund Konzentrationsübungen ausprobieren. Daneben gibt es für die Klassen 5-10 wöchentlich eine Begegnungsstunde. Diese Stunde steht dem Klassenlehrer zur Verfügung, um verschiedene Dinge zu thematisieren. Dies können z.B. Belehrungen, spezielle Klassenprobleme oder das Üben von verschiedenen Lerntechniken sein. Für diese Stunde wurde für die einzelnen Klassenstufen an pädagogischen Tagen entsprechendes Material zusammengestellt.

Außer in der Jahrgangsstufe 5 haben die Schüler keine Klassenzimmer, sondern wechseln jede Stunde die Zimmer. Dies hat zur Folge, dass die kurzen Pausen vor allem durch den Zimmerwechsel bestimmt sind. Der Unterricht muss immer pünktlich schließen, damit der „Wechselverkehr“ reibungslos ablaufen kann. Für den Deutschunterricht in der Klasse 9 kommt hinzu, dass der Unterricht in drei verschiedenen Zimmern stattfindet, sodass der Raum nicht einbezogen werden kann. So ist eine Arbeit mit Plakaten, die aufgehängt werden und auf die zurückgegriffen werden kann, eher ungünstig. Auch das Ausstellen von Schülerarbeiten ist ungünstig, da es sich hauptsächlich um andere Fachräume handelt. Des Weiteren kann bei verschiedenen Formen der Freiarbeit, dem Arbeiten mit Klassensätzen u.ä. das Material nicht im Zimmer aufgehoben werden, sondern muss vor Stundenbeginn immer geholt werden. Zur Unterstützung des Unterrichts können verschiedene technische Hilfsmittel herangezogen werden. So befindet sich in jedem Zimmer ein Polylux. Allerdings sind die Projektionsflächen ziemlich ungünstig gestaltet, da sie sich rechts oder links bzw. über der Tafel befinden und so ein gleichzeitiges Arbeiten an der Tafel behindern. Ich habe auch bemerkt, dass einige Schüler der hinteren Bänke des großen Klassenraumes Probleme haben, Folien zu erkennen. Neben dem Polylux können Fernsehgeräte und ein Laptop mit Beamer eingesetzt werden, wenn diese zuvor organisiert wurden. Bei entsprechender Planung kann man mit der Klasse auch eines der Computerkabinette nutzen.

Während des Unterrichts sitzen die Schüler im Plenum. Für Gruppenarbeiten können die Tische jedoch sehr schnell zusammengestellt werden, damit ein optimales Arbeiten möglich ist. Ausnahmefall ist, wenn der Unterricht im Biologiezimmer stattfindet, da hier die Tische fest installiert sind und nicht umgestellt werden können. Hier bieten sich auch keine Arbeitsformen an, bei denen Bewegungsfreiheit benötigt wird, da die Gänge sehr klein sind, und z.B. Marie mit ihrem Rollstuhl nicht überall hin kann.

Als Lehrbücher wurde den Schülern der Klasse 9 „Unser Lesebuch“ (2003) und „Unsere Muttersprache“ (2003) aus dem Cornelsen-Verlag zur Verfügung gestellt. Außerdem gibt es verschiedene Lesestoffe als Klassensätze und eine Bibliothek, in der die Schüler sich Unterrichtsmaterial ausleihen können.

2 Bemerkungen zur Lerngruppe

Den Realschulgang der Klasse 9a unterrichte ich, seit Beginn meines Referendariats und in diesem Schuljahr nun selbstständig. Die Zusammensetzung der Lerngruppe hat sich seit dem letzten Schuljahr nicht geändert. Die Lerngruppe setzt sich aus zehn Mädchen und neun Jungen zusammen, sodass es sich insgesamt um 19 Schüler handelt. Zur Klasse 9a gehört der gesamte Hauptschulbildungsgang der Klassenstufe 9. Diese Klasse begleite ich als stellvertretende Klassenlehrerin.

Das Verhältnis zu den Hauptschülern der Klasse ist zur Zeit „durchwachsen“. Vor allem bei den Mädchen bestehen Freundschaften zwischen Realund Hauptschülerinnen. Bei den Jungs gibt es hauptsächlich Spannungen, die sich in kleineren Machtkämpfen äußern. Außerdem ist auffällig, dass sich die Hauptschüler in Hinsicht auf die baldige Prüfung viel mehr engagieren, als die Realschüler.

Die Lerngruppe ist sehr heterogen, was sich aus den teilweise sehr unterschiedlichen Biografien der Schüler ableiten lässt. Vier Schüler der Realschulgruppe haben einen Migrationshintergrund. Außerdem besucht eine Integrationsschülerin den Unterricht. Da M im Rollstuhl sitzt, ist sie in ihren Bewegungen eingeschränkt. Aus diesem Grund nimmt teilweise die Integrationsassistentin Frau B am Unterricht teil, um ihr zu helfen. Zu beachten ist, dass M sich nicht sehr gut melden kann und somit vor allem im Unterrichtsgespräch Schwierigkeiten hat auf sich aufmerksam zu machen.

An sich ist das Arbeitsklima gut einzuschätzen. Es können verschiedene Sozialformen wie Stillarbeit, Partnerund Gruppenarbeit ohne Probleme durchgeführt werden. Auch Methoden wie Szenisches Darstellen und Interpretieren, Rollenspiele und Kommunikationsübungen können in der Klasse gut eingesetzt werden. Zur Zeit fehlt jedoch die gewohnte Motivation der Schüler. Bei Gesprächen mit anderen Fachlehrern habe ich festgestellt, dass dies nicht nur bei mir im Deutschunterricht der Fall ist. Hausaufgaben werden nur noch von einzelnen Schü- lern erledigt, deshalb habe ich eine Nacharbeitsstunde eingeführt, in der die Schüler ihre Hausaufgaben nacharbeiten müssen. Auch die Mitarbeit ist schlechter geworden, so arbeiten nur noch wenige aktiv im Unterricht mit. Schriftliche Aufgaben im Unterricht werden teilweise nur noch unter dem Druck, dass es bewertet werden könnte, ordnungsgemäß erledigt. Einige Schüler lassen sich sehr leicht von anderen Dingen ablenken. Auf diese Schüler versuche ich im Unterricht besonders zu achten, da die mitarbeitenden Schüler einen verleiten nur mit ihnen zu arbeiten. Sie arbeiten gut mit und fassen den Lernstoff schnell auf, melden sich häufig, sodass man leicht dazu neigt, einfach vorauszusetzen, die anderen Schüler wären auch so weit. Bei den Schülern, die sich leicht ablenken lassen, bemühe ich mich während des Unterrichts besonders acht zu geben, um sie immer wieder ins Unterrichtsgeschehen zurückholen und an ihre Aufgaben zu erinnern. Dies trifft auch auf Gruppenbzw. Partnerarbeiten zu. So habe ich festgestellt, dass bei der „freiwilligen“ Partnersuche teilweise Gruppen entstehen, die nicht nur am Unterrichtsstoff arbeiten. Aus diesem Grund versuche ich die Gruppen meist durch Zufallspraktiken wie Abzählen oder Ziehen von Zahlen einzuteilen, um gemischte Gruppen zusammenzustellen, die produktiv arbeiten.

Weiterhin hat das Sozialverhalten der Klasse sich eher zum Negativen entwickelt. So gibt es zur Zeit zwei Fälle von Mobbing. Einer der beiden Schüler reagiert auf beleidigende Kommentare der Mitschüler teilweise mit Wutausbrüchen im Unterricht, die die Schüler „witzig“ finden. In diesen Situationen kommt man an diesen Schüler nicht heran und kann ihm nur die Möglichkeit geben eine kleine Auszeit vor dem Klassenzimmer zu nehmen. Die zweite betroffene Schülerin reagiert ganz anders. Bei ihr hat sich bereits eine Schulangst entwickelt, die auch physische Auswirkungen hat. Aus diesem Grund war sie seit den Herbstferien nicht sehr oft anwesend.

Für diese Stunde ist anzumerken, dass der Unterricht für die Schüler nach den Osterferien erst gestern wieder begonnen, da sie in der letzten Woche an einer Sprachreise nach England teilgenommen haben. Vor den Ferien habe ich außerdem den Schülern die Aufgabe gestellt in Hausarbeit eine Facharbeit zu erstellen. Dafür sollen die Schüler am Freitag ihre verbindlichen Themen angeben. Aus diesem Grund ist es möglich, dass einige Schüler noch Fragen zu möglichen Themen bzw. Vorgehen haben.

3 Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit

Die Unterrichtseinheit: „Abenteuer Sprache“ umfasst insgesamt neun Stunden mit folgenden Inhalten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4 Begründung des Themas

4.1 Sachanalyse

Asterix1 ist die Hauptfigur einer Comicserie, die erstmalig 1959 in der französischen Jugendzeitschrift „pilote“ erschien. Die Zeichnungen stammen von Albert Uderzo (geb. 1927) und die Texte von Rene Goscinny (1926-1977).

Die Hauptfiguren des Comics sind der klein gewachsene Asterix und sein bester Freund, der dicke Obelix. Beide sind Bewohner des letzten gallischen Dorfes. Dieses kämpft 50 v.Chr. als letztes gegen die Eroberung Galliens durch die Römer. Die Dorfbewohner verfügen aufgrund eines Zaubertrankes über unglaubliche Kräfte und schlagen so die römischen Angriffe zurück. Der Zaubertrank kann nur von dem Druiden Miraculix zubereitet werden. Die Dorfbewohner müssen den Trank bei Angriffen immer wieder trinken, da die Wirkung nachlässt. Obelix hingegen ist als Kind in den Zauberkessel mit dem Trank gefallen und die Wirkung hält seitdem bei ihm an.

Der erste Asterix-Comic heißt „Asterix der Gallier“ (1959), der 1968 auch in Deutschland erschien und hier sehr erfolgreich wurde. Von weltweit 200 Millionen Exemplaren des Albums, wurden allein in Deutschland 67 Millionen verkauft. Inhaltlich geht es darum, dass die Römer hinter das Geheimnis der übermenschlichen Kräfte der Gallier kommen wollen. Aus diesem Grund entführen sie den Druiden Miraculix. Doch dieser und der zur Hilfe geeilte Asterix führen die Römer mit Hilfe eines Haarwuchsmittels an der Nase herum.

Mittlerweile gibt es mehr als 30 Comicalben. Asterix und Obelix werden in ihren Abenteuern in zahlreiche Länder der antiken Welt verschlagen und treffen dabei viele historische und zeitgenössische Persönlichkeiten. Die Comics zeichnen sich durch Sprachwitz, Ironie, rasanten Erzählstil und historischen Detailkenntnisse aus.

Die Bücher wurden in über 80 Sprachen und zahlreichen Dialekte übersetzt. Vor allem in Deutschland war die Dialekt-Reihe sehr erfolgreich. Es erschienen z.B. Comics in alemannisch, bayrisch, fränkisch, ostfriesisch, schwäbisch und sächsisch. Die Übersetzungen in die jeweiligen Dialekte werden von lokalen Experten vorgenommen. In der Reihe „Asterix off säggssch“ ist z.B. der Titel „Asterix dr Gallchor“ erschienen, der von Jürgen Hart übersetzt wurde.

Der sächsische Dialekt2 (sprachwissenschaftliche Bezeichnung „Obersächsisch“) gehört zu den regionalen Varietäten des Deutschen.

[...]


1 Im Folgenden beziehe ich mich auf Baecker, Microsoft Encarta.

2 Im Folgenden beziehe ich mich auf Niebaum, S. 220-223.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstunde: Abenteuer Sprache
Untertitel
Asterix quatscht säggssch
Hochschule
Staatliches Seminar für das Lehramt an Mittelschulen Leipzig
Veranstaltung
Deutschdidaktik
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
25
Katalognummer
V116474
ISBN (eBook)
9783640190355
ISBN (Buch)
9783640190591
Dateigröße
567 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Meine Lehrprobe im Fach Deutsch. Entwurf wurde bei der Auswertung besonders gelobt.Meine Lehrprobe im Fach Deutsch. Entwurf wurde bei der Auswertung besonders gelobt.
Schlagworte
Unterrichtsstunde, Abenteuer, Sprache, Staatliches, Mittelschulseminar, Deutschdidaktik, Sächsisch, Dialekt, Asterix
Arbeit zitieren
Doreen Oelmann (Autor), 2008, Unterrichtsstunde: Abenteuer Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116474

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