Psychometrische Testverfahren

Testbatterie CERAD


Seminararbeit, 2006

19 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Gliederung:

1. Einleitung
1.1. Motivation zum Thema
1.2. Aufbau der Arbeit

2. Testbatterie
2.1. Grundlagen
2.2. Arten von Testbatterien
2.2.1. Homogene Testbatterien
2.2.2. Heterogene Testbatterien

3. Demenz
3.1. Multi-Infarkt-Demenz (MID)
3.2. Demenz vom Alzheimer Typ (DAT)
3.2.1. Grundlagen
3.2.2. Symptomatik und Krankheitsverlauf
3.2.3. Neuropathologische und neurochemische Veränderungen
3.3. Gegenwärtiger Forschungsstand

4. Demenzdiagnostik
4.1. Klassifikationssysteme
4.2. Differentialdiagnose
4.2.1. Therapierbare Grunderkrankungen
4.2.2. Klinisch-psychiatrische Demenzskalen
4.2.3. Klinisch-psychologische Demenzskalen

5. CERAD-Testverfahren
5.1.Grundlagen
5.2. Diagnostische Kriterien
5.3. Voraussetzungen
5.4. Testaufbau
5.5. Untertests
5.6. Praxisbezug

6. Zusammenfassung wichtiger Punkte

1. Einleitung

1.1. Motivation zum Thema

Im Verlauf des Aufbaustudiums bekam ich viele Kenntnisse über die Testbatterie NAI - Nürnberger-Alters-Inventar - vermittelt. So wird es für mich nun umso interessanter, mich mit einer weiteren Testbatterie CERAD - Consortium to Establish a Registry for Alzheimers’ Disease - zu befassen. Die deutsche Bevölkerung neigt aus vielerlei Gründen und durch Fakten, wie Geburtenrückgang, wie bessere medizinische Versorgung usw. sich zu einer Gesellschaft zu entwickeln, in der die Anzahl der Senioren durch Lebensqualität und lange Lebensdauer noch steigen wird und in der Bevölkerungspyramide die Prozentmenge der jungen Menschen sinkt. Seit der Entjüngung der Gesellschaft beschäftigt man sich mit der in höheren Altersstufe stark verbreiteten Demenz. Vor allem ist es wichtig, sich mit der Differenzierung unterschiedlicher Demenzformen auseinander zu setzen. Die Differentialdiagnose spielt in diesem Kontext eine entscheidende Rolle. So will ich bei dieser Hausarbeit das Testverfahren CERAD vorstellen und es nach folgenden Punkten untersuchen: Wie ist das Verhältnis zwischen den theoretischen Hintergrund-Kriterien des Krankheitsverlaufes der DAT - Demenz vom Alzheimer Typ - und der Durchführung der Testbatterie? Welche diagnostischen Kriterien werden in dieser Testbatterie berücksichtigt? Auf was muss man bei der Testdurchführung achten?

1.2. Aufbau der Arbeit

Zunächst werde ich für die Beantwortung der im ersten Absatz aufgeführten Fragen eine Basis für diese Gedanken zur Anwendung psychometrischen Testverfahren aufbauen. Als Grundlage will ich die Testbatterie und die Demenzerkrankungen DAT - Demenz vom Alzheimer Typ - und MID - Multi-Infarkt-Demenz - kurz erläutern. Da sich das Thema mit der Demenzdiagnostik im Zusammenhang mit der CERAD-Testbatterie beschäftigt, werde ich im nächsten Schritt die Differentialdiagnose erklären. Es gibt reversible Formen der Demenz, die von den degenerativen Demenzformen abgegrenzt werden müssen. Die Frühdiagnose einer DAT ist auch notwendig, um beizeiten für die erst leichter Betroffenen Interventionsmaßnahmen zu starten und um ihnen soziale Hilfsangebote zu vermitteln. Für die Demenzdiagnostik sind zwei Klassifikationssysteme zur Orientierung festgelegt. Es gibt zweierlei Demenzskalen: klinisch-psychiatrische und klinisch-psychologische. Diese werden kurz erläutert, bevor ich gezielt auf das CERAD-Testverfahren eingehe. Hier werden nach der Beschreibung von grundlegenden Daten die diagnostischen Kriterien erläutert. Voraussetzungen und Testaufbau werden in der Folge kurz beschrieben. Um die Beziehung zwischen den Untertests und der Praxis herstellen zu können, werden die Testaufgaben einzeln beschrieben. Bei der Testdurchführung wird gleichzeitig auf die entscheidenden Punkte aufmerksam gemacht, die dann Rückschlüsse auf eine DAT vermitteln können. Im Schlussteil will ich noch einmal auf die am Anfang gestellten Fragen eingehen und die dafür wichtigen Punkte zusammenfassen.

2. Testbatterie

Es gibt für die Differentialdiagnose die Testbatterie, die nach den Kriterien der DAT orientiert aufgebaut ist. So will ich vorab als Grundlage für die Hausarbeit die Testbatterie und ihre Formen kurz vorstellen.

2.1. Grundlagen

Bei der Testbatterie werden mehrere Einzeltests miteinander kombiniert. Die einzelnen Aufgaben verlieren bei der Zusammenschmelzung zu einer Testbatterie ihre Eigenständigkeit und werden für ein gemeinsames Ziel eingesetzt. In diesem Zusammenhang der Hausarbeit ist zum Beispiel die Erfassung der Kriterien für die Differentialdiagnose notwendig Merkmalerkennung für eine DAT ist als Ziel definiert. Die einzelnen Tests sollen ein Merkmal aus unterschiedlichen Perspektiven erfassen, wobei es gleichgültig ist, ob dieses herausgefilterte Merkmal genau definiert oder weitläufig umschrieben ist. (Vgl. Lienert & Raatz; 1994)

2.2. Arten von Testbatterien

Testbatterien beinhalten Einzeltests, die ein einziges Merkmal beurteilen. Es gibt eine Unterscheidung zwischen zwei Arten:

2.2.1. Homogene Testbatterien

Diese Art ist dadurch charakterisiert, dass die Einzeltests relativ hoch miteinander korrelieren und ebenso hoch mit dem Validitätskriterium. Ihr Aufbau gleicht einem homogenen Test, der schrittweise in etwa Dasselbe prüft, “wie ein um das mehrfache seiner Aufgabenzahl verlängerter Einzeltest.” (Lienert, Raatz, S. 326) Mit homogenen Testbatterien wird eine präzisere Voraussage des Merkmals bzw. Diagnose ermöglicht. Das Validitätskriterium umfasst einen engene Validitätsbereich.

2.2.2. Heterogene Testbatterien

Die einzelnen Aufgaben ergänzen sich bei der Erfassung des gefragten Merkmals. Jeder einzelne Test berücksichtigt das zu untersuchende Merkmal aus einer anderen Perspektive. So werden die Einzeltests untereinander niedrig korrelieren. Jedoch beim Kriterium wird eine hohe Korrelation zu entdecken sein. Die heterogene Testbatterie ist besonders gut für die Vorhersage komplexer Validitätskriterien mit großem Validitätsbereich geeignet. Heterogene Testbatterien werden häufig für die Eignungsvorhersage eines Merkmals eingesetzt. (Vgl. Lienert u. Raatz, 1994)

3. Demenz

Um die Notwendigkeit der unterschiedlichen psychometrischen Testverfahren nachvollziehen zu können, muss man sich im Zusammenhang dieser Hausarbeit mit den zur gerontologischen Diagnostik zwei häufigsten Formen der Demenz auseinandersetzen.

3.1. Multi-Infarkt-Demenz (MID)

Multiple Gehirninfarkte können im Laufe der Zeit die Multi- Infarkt-Demenz verursachen. Wegen Durchblutungsstörungen, die durch Gefäßverengungen oder Gefäßverstopfungen verursacht werden, entstehen Versorgungsmängel. Die Neuronen der betroffenen Hirnareale werden als Folge hierfür geschädigt oder sogar zerstört. Allerdings setzen die Symptome einer Multi-Infarkt-Demenz eine Hirnschädigung mit großem Ausmaß voraus. Die kognitiven Leistungseinbußen treten häufig plötzlich ein und sind damit ein wichtiges Kriterium zur Abgrenzung von der Demenz vom Alzheimer Typ. Zur weiteren Abgrenzung zu anderen Demenzformen können noch folgende Kriterien hinzugezogen werden: Die bisherige Krankheitsgeschichte des Patienten, die weitgehend durch mehrere Schlaganfälle gekennzeichnet ist, sowie neuropathologische Befunde, die neurologische Herdsymptome durch die Computertomografie nachweisen, sind entscheidend, dienen zur Diagnostik der MID. Der Krankheitsverlauf kann als progredient mit stufenweisen Verschlechterungen beschrieben werden. Auch zwischen den Phasen, in denen die Leistungsdefizite überbrückt werden konnten, können immer Zeitspannen mit besonders schwerer Symptomatik vorkommen. Die Krankheitsdauer beträgt von den Frühsymptomen bis zum Tod durchschnittlich vier bis sechs Jahre. (Vgl. Neher, 1996)

3.2. Demenz vom Alzheimer Typ (DAT)

Es ist nun notwendig die DAT genauer zu beschreiben.

3.2.1. Grundlagen

Im Jahre 1907 hat Alois Alzheimer zum ersten Mal an einer 51-Jährigen Patientin die typischen klinischen und neuropathologischen Veränderungen der später nach ihm genannten Krankheit beschrieben. Da es anfangs keine bei Demenzen eindeutigen Unterscheidungsmerkmale im klinischen, neuropathologischen sowie neurochemischen Bereich gab, wurde in den 70er Jahren diese Unterscheidung wieder aufgehoben. Gegenwärtig wird erneut über eine Unterscheidung zwischen präsenilem Typ, bei dem es sich um den Morbus Alzheimer im engeren Sinne handelt, und der senilen Form der Demenz debattiert. (Vgl. Neher, 1996)

3.2.2. Symptomatik und Krankheitsverlauf

In der Psychopathologischen Literatur (Neher, 1996) werden folgende Symptome beim Krankheitsverlauf beschrieben. Die DAT beginnt sehr schleichend. Die klinischen Auffälligkeiten im Gedächtnis treten in Form von Orientierungsproblemen, Wortfindungsstörungen sowie durch erschwerte geistige Aufnahme von neuen Inhalten auf. Da sich die Patienten im Anfangsstadium ihrer zunehmenden Beeinträchtigungen bewusst sind, zeigen sich depressive Symptome. Diese können dann die Differentialdiagnose zwischen einer Demenzerkrankung und einer Pseudodemenz erschweren. Allerdings schreitet die klinische Symptomatik sehr schnell fort und weitet sich bei diesem Krankheitsbild dementsprechend rasch aus. Es kommen dann Symptome der zeitlichen und örtlichen Desorientierung, Sprachstörungen wie Aphasie, Agnosie und Apraxie hinzu. Es fällt dem Patienten schwer Inhalte aus dem Kurzzeitgedächtnis und bald auch Langzeitgedächtnis abzurufen. Persönlichkeitsveränderungen durch emotionale Störungen, wie Affektlabilität und Affektinkontinenz, können festgestellt werden. In der späteren Phase können zunehmend Störungen in der Motorik beobachtet werden. Schwerwiegende Beeinträchtigungen in allen Lebensbereichen sowie die gänzliche Desintegration kognitiver und motorischer Funktionen sind im Endstadium festzustellen. Rascher körperlicher Verfall verbunden mit starkem Gewichtsverlust sind weitere Begleiterscheinungen im Endstadium. Der Tod tritt meist als Folge einer Infektionskrankheit oder durch andere unspezifische Gründe von Schwäche ein. Die Zeitspanne von der ersten Symptomatik bis zum Todeseintritt dauert 6 - 12 Jahre. (Vgl. Neher, 1996)

Allerdings muss festgehalten werden, dass eine endgültige Diagnose der Demenz vom Alzheimer Typ erst post mortem bei einer Obduktion gestellt werden kann. Der Grund liegt darin, dass die Diagnose nur auf organischer Basis und nur durch die typischen neuropathologischen Veränderungen absolut möglich ist. So werden zunächst die klinischen Kennzeichen dieser Krankheit zur Diagnose verwendet. (Vgl. Neher, 1996)

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Psychometrische Testverfahren
Untertitel
Testbatterie CERAD
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Psychogerontologie)
Veranstaltung
Psychometrie
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V116483
ISBN (eBook)
9783640186471
ISBN (Buch)
9783640188277
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychometrische, Testverfahren, Psychometrie, CERAD, Alter, Demenz, Testbatterien, Neuropathologie, Differentialdiagnose, MID, DAT
Arbeit zitieren
M. A. ; Dipl. (postgrad.) Isolde A. Kretzschmar (Autor), 2006, Psychometrische Testverfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116483

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