Ziel dieser Ausarbeitung ist eine nähere Betrachtung der Verhaltensorientierung im Controlling vor einem theoretischen sowie praktischen Hintergrund. Der Fokus liegt auf der Schaffung eines Bewusstseins und der Sensibilisierung für die negativen Auswirkungen von kognitiven Verzerrungen. Es sollen Maßnahmen aufgezeigt werden, um zukünftig aus diesen Verzerrungen resultierende Fehlentscheidungen zumindest weitgehend zu vermeiden.
Vor diesem Hintergrund wird in diesem Essay folgende Forschungsfrage beleuchtet: Inwiefern beeinflussen kognitive Verzerrungen das Management Reporting im Controlling? Und welche Maßnahmen können zur Verhinderung dieser beitragen?
Um die Forschungsfrage zu untersuchen, wird in dieser Arbeit das Thema "Verhaltensorientiertes Controlling" näher betrachtet. Zu Beginn wird im zweiten Kapitel durch die Definition der Begriffe "Verhaltensorientiertes Controlling" sowie "Management Reporting" als Controllinginstrument eine theoretische Grundlage zu der Thematik gegeben. Anschließend wird im dritten Kapitel basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beleuchtet, welche kognitive Verzerrungen am Praxisbeispiel des Management Reportings im Controlling auftreten können und welche Auswirkungen diese für Unternehmen mit sich bringen. Im darauffolgenden vierten Kapitel werden Empfehlungen für Betriebe im Umgang mit diesen controllingbezogenen kognitiven Verzerrungen sowie geeignete Debiasing-Maßnahmen zur Verminderung von Fehlentscheidungen erläutert. Zum Abschluss dieser Arbeit werden im Rahmen eines Fazits die Ergebnisse dieses Essays zusammengefasst und ein Ausblick für die Zukunft gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Verhaltensorientiertes Controlling
2.2 Management Reporting
3. Kognitive Verzerrungen am Beispiel des Management Reportings
4. Debiasing als Controlleraufgabe
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Verhaltensorientierung im Controlling, mit einem besonderen Fokus auf den Einfluss kognitiver Verzerrungen auf das Management Reporting sowie auf geeignete Maßnahmen zur deren Reduktion.
- Verhaltensorientiertes Controlling als theoretischer Rahmen
- Grundlagen und Funktionen des Management Reportings
- Analyse psychologischer Einflüsse auf Entscheidungsprozesse
- Methoden und Ansätze zum Debiasing in Unternehmen
- Steigerung der Entscheidungsqualität durch psychologische Sensibilisierung
Auszug aus dem Buch
3. Kognitive Verzerrungen am Beispiel des Management Reportings
In diesem Kapitel werden einige wesentliche kognitive Verzerrungen, die im Rahmen der des Management Reportings im Controlling auftauchen können, vorgestellt. Es ist dabei anzumerken, dass diese nicht den vollen Umfang abbilden, denn dies würde den Rahmen dieses Essays überschreiten.
Die Verhaltensorientierung spielte lange Zeit eine untergeordnete Rolle im Reporting (ICV, 2013). Das menschliche Denken wird jedoch beeinflusst durch zahlreiche psychologische Einflüsse (ICV, 2013). Es ist daher empfehlenswert, dass ein Controller diese bei seiner Berichterstellung, -gestaltung sowie -übergabe berücksichtigt (ICV, 2013).
Zur Veranschaulichung werden in Abbildung 1 die, in den einzelnen Phasen das Management Reportings, möglich auftretenden kognitiven Verzerrungen grafisch dargestellt sowie nachfolgend ausführlicher erläutert. So kann es beispielsweise zu einer Informationsüberflutung kommen, sofern zu viele Informationen bereitgestellt werden (ICV, 2013). Dies erhöht das Risiko, dass eine Differenzierung von steuerungsrelevanten und nicht steuerungsrelevanten Informationen erschwert ist, sodass Manager und Controller sich gegebenenfalls auf weniger entscheidungsrelevante Informationen konzentrieren (ICV, 2013). Zudem bringt eine erneute Selektion der Informationen einen weiteren Zeitaufwand mit sich (ICV, 2013).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Verhaltensorientierung im Controlling ein und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich des Einflusses kognitiver Verzerrungen auf das Management Reporting.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert die zentralen Konzepte des verhaltensorientierten Controllings und des Management Reportings als Basis für die weitere Analyse.
3. Kognitive Verzerrungen am Beispiel des Management Reportings: Hier werden spezifische psychologische Verzerrungen erläutert, die bei der Berichterstellung und -verwendung in Unternehmen auftreten können.
4. Debiasing als Controlleraufgabe: Das Kapitel stellt verschiedene Debiasing-Maßnahmen vor, die Controller einsetzen können, um die Qualität von Entscheidungen systematisch zu verbessern.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine Sensibilisierung für psychologische Faktoren essenziell für die zukünftige Effizienz im Controlling ist.
Schlüsselwörter
Controlling, Management Reporting, Verhaltensorientiertes Controlling, Kognitive Verzerrungen, Biases, Debiasing, Entscheidungsqualität, Heuristiken, begrenzte Rationalität, System 1, System 2, Informationsüberflutung, Framing, Bestätigungs-Fehler, Anker-Effekt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Psychologie im Controlling und untersucht, wie kognitive Verzerrungen die Entscheidungsfindung in Unternehmen beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind das Management Reporting, die Theorie der begrenzten Rationalität sowie praktische Debiasing-Methoden zur Fehlervermeidung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Bewusstsein für die negativen Auswirkungen kognitiver Verzerrungen zu schaffen und Strategien aufzuzeigen, um diese im Controlling-Alltag zu reduzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Forschungsliteratur sowie eine praxisorientierte Analyse von Controlling-Prozessen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen gelegt, bevor spezifische Verzerrungen im Reporting analysiert und anschließend konkrete Gegenmaßnahmen (Debiasing) diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Verhaltensorientiertes Controlling, Management Reporting, Kognitive Verzerrungen und Debiasing-Maßnahmen.
Was ist der Unterschied zwischen System 1 und System 2 Denken?
System 1 arbeitet automatisch, schnell und intuitiv, während System 2 für kontrollierte, langsame und bewusste komplexe Denkprozesse steht.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur beim Debiasing?
Eine offene Kultur, die Transparenz und konstruktive Kritik fördert, ist eine Grundvoraussetzung, damit Debiasing-Techniken erfolgreich implementiert werden können.
Warum wird der "Devil's Advocate" als Methode genannt?
Der "Devil's Advocate" dient dazu, gezielt Gegenargumente zu einer Entscheidung aufzubauen, um einseitige Sichtweisen (Confirmation Bias) aufzubrechen.
Was kann ein Controller tun, um den Anker-Effekt zu minimieren?
Controller sollten Reporting-Prozesse strukturieren, Alternativen aktiv aufzeigen und sich der psychologischen Einflüsse bei der Datenaggregation bewusst sein.
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- Katja Meyer (Author), 2021, Verhaltensorientiertes Controlling. Kognitive Verzerrungen von Controllinginstrumenten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1165080