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Gibt es eine Sexualmoral? - Eine kritische Auseinandersetzung mit John Harris´ „Der Wert des Lebens“

Título: Gibt es eine Sexualmoral? - Eine kritische Auseinandersetzung mit John Harris´ „Der Wert des Lebens“

Trabajo de Seminario , 2005 , 12 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Jonas Zech (Autor)

Ética
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John Harris’ erklärtes Ziel im neunten Kapitel seines Buches „Der Wert des Lebens“ ist es, zu „...zeigen, daß es so etwas wie Sexualmoral nicht gibt...“ . Er versucht, diese These mit Argumenten zu belegen, deren Schlüssigkeit in der vorliegenden Arbeit geprüft werden soll. Ziel dieser Arbeit wird sein, nachzuweisen, dass seine These nicht haltbar ist und dass es sehr wohl, und durchaus zu recht, eine Sexualmoral gibt.
Ein Problem beim Umgang mit dem Text ergibt sich aus seinem Alter, denn gerade in der Ethik und im gesellschaftlichen Umgang mit Sexualität hat sich in den zwanzig Jahren seit seinem Erscheinen in englischer Fassung sehr viel verändert. Viele der Missstände, die Harris zurecht kritisiert, sind heute längst behoben, und bei der Recherche fällt es schwer, seine Anprangerung etwa der damaligen englischen Gesetzgebung nachzuvollziehen; zumal bei den Quellenangaben teilweise Fehler auftraten und er sich auf Bücher bezieht, die schon beim Erscheinen seines Textes veraltet waren. Wo es mir nicht gelang, zu meinem Standpunkt passende Literatur zu finden, habe ich seine Argumente selbst untersucht und - logisch wie semantisch – analysiert.
Ein weiterer schwer nachvollziehbarer Aspekt in Harris´ Umgang mit dem Thema ist seine Undifferenziertheit. Er unterscheidet in seiner Untersuchung sexueller Praktiken auf ihren moralischen Gehalt kaum zwischen solchen, die tatsächlich auch moralisch bedenklich sein können und denen, die nur unter die Kategorie `gesellschaftlich missbilligt´ fallen. Dabei gab es auch schon zum Zeitpunkt seiner Arbeit etwa in soziologischer, psychologischer und juristischer Praxis längst eine solche Trennung.
Da sich Harris´ Textaufbau anbietet, um schlussfolgernd zu einer Bejahung oder Verneinung von Sexualmoral zu gelangen, und da er Kapitel auf Kapitel aufbaut, bin ich weitgehend dieser Struktur gefolgt. Kritische Punkte in seiner Argumentation habe ich jeweils direkt herausgestellt. Die wichtigsten von mir verwendete Arbeiten sind Schmidts „Das Verschwinden der Sexualmoral“, Fiedlers „Sexuelle Orientierung und Abweichung“ und Runkels „Sexualität in der Gesellschaft“.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Harris´ Konzept zum Beweis der Nichtexistenz einer Sexualmoral

2. Moralisch fragwürdige sexuelle Handlungen

3. Obszönität und Ekel

4. Perversion und das Unnatürliche

III. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Thesen von John Harris aus dessen Werk „Der Wert des Lebens“ kritisch zu hinterfragen und den Nachweis zu erbringen, dass seine Behauptung, es gäbe keine Sexualmoral, nicht haltbar ist und eine fundierte Sexualmoral existiert.

  • Kritische Analyse der Argumentation von John Harris zur Existenz von Sexualmoral.
  • Untersuchung von Begriffen wie Obszönität, Perversion und Unnatürlichkeit im moralischen Kontext.
  • Auseinandersetzung mit moralisch fragwürdigen sexuellen Handlungen und Gewaltkomponenten.
  • Plädoyer für eine liberale, auf Konsens basierende Sexualmoral.

Auszug aus dem Buch

2. Moralisch fragwürdige sexuelle Handlungen

Harris nennt als Beispiel die Vergewaltigung, die seiner Ansicht nach nicht wegen des sexuellen Aspekts unmoralisch ist, sondern allein wegen der Gewaltkomponente. Diese Trennung ergibt jedoch keinen Sinn, im Gegenteil: Gerade die Vergewaltigung ist ein gutes Beispiel um aufzuzeigen, dass es im Bereich der Sexualität moralisch richtige und moralisch falsche Handlungen gibt. Harris ist der Ansicht, dass die Eigenschaften, die eine Vergewaltigung unmoralisch werden lassen, auch alle vergleichbaren Handlungen ohne sexuelle Elemente unmoralisch machen würden. Dabei ist bei der Vergewaltigung das sexuelle Element eben gerade ausschlaggebend für die Verwerflichkeit! Überfall, Nötigung und körperliche Gewalt sind für sich genommen natürlich auch schon unmoralisch, dennoch verdient die Vergewaltigung erst durch die sexuelle Erniedrigung und Gewalt ihren Namen und ihre gesellschaftliche Missbilligung. Nicht von ungefähr ist heute das öffentliche Interesse größer und auch das Strafmaß bemisst sich nach anderen Kriterien als bei `gewöhnlichen´ physischen Attacken.

Harris will nun untersuchen, ob auch manche sexuelle Praktiken allein wegen der sexuellen Beschaffenheit als unmoralisch gelten können, und stellt dabei in einem Atemzug vier völlig verschiedene Sachverhalte zur Diskussion: Analverkehr, Fetischismus, Sodomie und Nekrophilie (Warum er gerade diese vier auswählt, und nicht etwa Sado-Masochismus, Exhibitionismus oder Pederasmus, bleibt unklar). Harris wählt die Sodomie als Einstieg und behauptet, „... daß die Tiere dabei entweder Vergnügen haben oder Sexualität nicht als abstoßender empfinden als irgendeine andere Form des Kontakts mit Menschen...“. In Zeiten, in denen Biologen und Bioethiker zum Beispiel für die Grundrechte von Menschenaffen kämpfen, in denen das Rechtssystem immerhin Strafen für Gewalt gegen Wirbeltiere vorsieht, in denen klar ist, dass der Mensch – biologisch betrachtet – nur das intelligenteste Tier ist, erscheint eine derartige Ansicht schlicht abstrus, und in keinem Fall haltbar, wenn man dem geschändeten Tier auch nur den geringsten Hauch von Recht und Würde zuspricht.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Arbeit führt in die Argumentation von John Harris ein, stellt dessen Ziel der Verneinung einer Sexualmoral dar und definiert das eigene Vorhaben, die Unhaltbarkeit dieser These aufzuzeigen.

II. Hauptteil: Dieser Teil setzt sich kritisch mit Harris' logischer Argumentationskette, seiner Einordnung moralisch fragwürdiger Handlungen, den Begriffen Obszönität und Ekel sowie den Definitionen von Perversion und dem Unnatürlichen auseinander.

III. Fazit: Das Fazit resümiert die Unzulänglichkeit von Harris' Thesen und fordert eine liberale, auf Konsens und Interaktion basierende Sexualmoral, die aktuellen ethischen Anforderungen gerecht wird.

Schlüsselwörter

Sexualmoral, John Harris, Der Wert des Lebens, Medizinethik, Moral, Vergewaltigung, Perversion, Unnatürlichkeit, Obszönität, Ekel, Fetischismus, Sodomie, Nekrophilie, Konsensmoral, Interaktionsmoral.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer kritischen ethischen Auseinandersetzung mit der Position von John Harris, der in seinem Buch „Der Wert des Lebens“ die Existenz einer Sexualmoral verneint.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die logische Prüfung der Argumentation von Harris, die Bewertung von moralisch fragwürdigen Praktiken sowie die Analyse von Begriffen wie Perversion, Unnatürlichkeit und moralischer Relevanz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, nachzuweisen, dass die These von Harris, es gäbe keine Sexualmoral, falsch ist und eine Sexualmoral als normativer Rahmen berechtigt und notwendig bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die logische und semantische Analyse der Argumente von Harris und gleicht diese mit soziologischer, psychologischer und juristischer Fachliteratur ab.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Harris' Beweisführung, eine Analyse fragwürdiger sexueller Praktiken (wie Sodomie und Nekrophilie), die Auseinandersetzung mit Begriffen wie Obszönität sowie die Diskussion über Perversionsbegriffe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte umfassen Sexualmoral, ethische Konsensfindung, Perversion, moralische Relevanz und die kritische Reflektion von John Harris.

Warum hält der Autor Harris' Ansichten zu Sodomie und Tieren für nicht haltbar?

Der Autor argumentiert, dass Harris' Ansicht den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen über den Menschen als intelligentestes Tier und dem wachsenden Tierschutzbewusstsein widerspricht und die Rechte des Tieres ignoriert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der „Konsensmoral“?

Der Autor stützt sich auf Gunter Schmidt und plädiert für eine „Interaktions-“ oder „Konsensmoral“, die nicht das sexuelle Verhalten an sich bewertet, sondern die Art und Weise des Zustandekommens durch gegenseitige Vereinbarung.

Final del extracto de 12 páginas  - subir

Detalles

Título
Gibt es eine Sexualmoral? - Eine kritische Auseinandersetzung mit John Harris´ „Der Wert des Lebens“
Universidad
University of Mannheim  (Philosophie II)
Curso
PS Medizin und Ethik
Calificación
1,7
Autor
Jonas Zech (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
12
No. de catálogo
V116521
ISBN (Ebook)
9783640181902
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gibt Sexualmoral Eine Auseinandersetzung John Harris´ Wert Lebens“ Medizin Ethik Sex moralische Position
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jonas Zech (Autor), 2005, Gibt es eine Sexualmoral? - Eine kritische Auseinandersetzung mit John Harris´ „Der Wert des Lebens“ , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116521
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