Dokumentation der curricularen Präzisierung und exemplarischen Entwicklung einer Unterrichtseinheit

zu den Bildungsgängen „Staatlich geprüfte/r Kaufmännische/r Assistent/in und Fachhochschulreife – Fachrichtung Betriebswirtschaftslehre“ und „Zweijährige Berufsfachschule – Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung“


Seminararbeit, 2006

32 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Vorüberlegungen
1.2 Begründung der Neuordnung nach dem Lernfeldkonzept
1.3 Begründung des Lehrbucheinsatzes „Prozessorientierte Wirtschaftslehre“

2 Entwicklungsprozess vom Handlungsfeld zum komplexen Lehr-Lernarrangement
2.1 Handlungsfeld
2.2 Lernfelderstellung
2.3 Entwicklung und Wahl der Lernsituationen
2.4 Darstellung einer exemplarischen Unterrichtsstunde
2.4.1 Methodenwahl
2.4.2 Ablaufplan
2.4.3 Lernziel und Kompetenzen
2.4.4 Fachwissenschaftliche Hinweise
2.4.5 Fachdidaktische Hinweise

3 Reflexion

Literaturverzeichnis

Anhang
A. Lernsituationen
B. Materialien zur exemplarischen Unterrichtsstunde
(1) Ausgangssituation zur Lernsituation 2 „Wie ermittle ich einen geeigneten Lieferanten“ (M 1a)
(2) Anfrage (M 1b)
(3) Angebot der Süd- Möbel AG (M 2)
(4) Angebot der AG AS Möbel (M 4)
(5) Kalkulationsvorlage (M4)
(6) Ausgefüllte Kalkulation mit entsprechend hinterlegten Formeln (M 5)
C. Präsentation vom 8. Juni 2006
(1) Folien
(2) Informationsblatt zur Neuordnung der Bildungsgänge

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Vom Handlungsfeld zur Lernsituation (Kremer / Sloane (2001), S. 16)

Abbildung 2: Struktur unserer Lernsituationen (eigene Darstellung in Anlehnung an Buschfeld (2003), S. 3)

Abbildung 3: Vom Lernfeld zur Lernsituation (eigene Darstellung)

1 Einleitung

Diese Dokumentation gibt die Inhalte, Abläufe, Schwierigkeiten, Diskussionsgegenstände und Ergebnisse unserer achtwöchigen Gruppenarbeit wieder. Sie beruht auf der im Rahmen des Moduls „Didaktik in und für sozial-ökonomische Handlungsfelder“ von Prof. Dr. H. - Hugo Kremer und Dipl. - Hdl. Arne Burda gestellten Aufgabe, am Verbesserungsprozess des zweiten Schulhalbjahres 05/06 am BK Mirandus mitzuwirken. Dabei wird der Ansatz eines Spiralcurriculums verfolgt und eine curriculare Präzisierung, die für beide Bildungsgänge geeignet ist, erarbeitet. Die dazu getroffenen Maßnahmen sind mit der Qualitätssicherung im BK Mirandus verbunden.

1.1 Vorüberlegungen

Die Lehrkräfte der Bildungsgänge „Staatlich geprüfte Kaufmännische Assistentin / Staatlich geprüfter Kaufmännischer Assistent und Fachhochschulreife – Fachrichtung Betriebswirtschaftslehre“ und „Zweijährige Berufsfachschule – Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung“ des BK Mirandus haben sich auf einen gemeinsamen Entwicklungsprozess für das Lerngebiet Informationswirtschaft verständigt.

Wir in der Rolle des Lehrerteams der genannten Bildungsgänge haben uns darauf geeinigt, eine Neuordnung dieser Bildungsgänge vorzunehmen und sie nach dem Lernfeldkonzept zu organisieren. Aus dem von uns exemplarisch entwickelten Lernfeld „Beschaffungsprozesse planen, durchführen und kontrollieren“ für das Arbeitsfeld „Beschaffungsprozesse“ haben wir fünf Lernsituationen[1] entworfen. Innerhalb dieser haben wir uns entschieden, die Lernsituation 2 „Wie ermittle ich einen geeigneten Lieferanten?“ exemplarisch aufzubereiten und eine konkrete Unterrichtsstunde zum Thema „Der quantitative Angebotsvergleich“ zu entwickeln. Bei der Erarbeitung der Lernsituationen und der Unterrichtsstunde erfolgte eine Orientierung an dem Lehrbuch „Prozessorientierte Wirtschaftslehre“.

1.2 Begründung der Neuordnung nach dem Lernfeldkonzept

Das Profil des BK Mirandus, sowohl den Bildungsgang „Staatlich geprüfter Kaufmännischer Assistent“ als auch die „Zweijährige Berufsfachschule“ betreffend, besagt, dass eine umfassende, berufliche, gesellschaftliche und personale Handlungskompetenz vermittelt werden soll.[2] Dieses Profil unterstützt unser Vorhaben der Neuordnung nach dem Lernfeldkonzept, da die Vermittlung der beruflichen Handlungskompetenz der zentrale Aspekt des Lernfeldkonzepts ist. Diese setzt sich zusammen aus Fach-, Sozial- und Humankompetenz. Fachkompetenz bezieht sich auf die Fähigkeit und die Bereitschaft, berufliche Aufgaben selbstständig, sachlich richtig und systematisch bearbeiten und beurteilen zu können. Humankompetenz zeigt sich in der Fähigkeit und Bereitschaft, Entwicklungschancen, Anforderungen und Einschränkungen zu fassen und fortzuentwickeln. Sie äußert sich in Vertrauen, Lernfähigkeit, Wertvorstellungen, usw. Sozialkompetenz bezieht sich auf die Fähigkeit und Bereitschaft, soziale Beziehungen zu gestalten und zu leben, wie zum Beispiel das Gestalten kommunikativer Situationen in Form von Dialogfähigkeit, Kooperationsbereitschaft oder Solidaritätsfähigkeit.[3] Diese berufliche Handlungskompetenz möchten wir durch einen handlungsorientierten Unterricht vermitteln.

Nach Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) von 1996 werden alle neu geordneten Rahmenlehrpläne nach dem Lernfeldkonzept organisiert.[4] Durch die Einführung des Lernfeldkonzepts versuchen wir, Schwachstellen wie zum Beispiel die einseitige Vermittlung von Faktenwissen zu beheben, indem wir die schulischen Curricula mit konkreten beruflichen Handlungsfeldern verknüpfen. Dadurch treten die traditionellen Fächer in den Hintergrund und fächerübergreifende Curricula bilden die Basis des Unterrichts.[5]

Handlungsfelder sind zusammenhängende Aufgabenkomplexe mit beruflichen, lebens- und gesellschaftsbedeutsamen Handlungssituationen. Sie verknüpfen berufliche, gesellschaftliche und individuelle Anforderungen und dienen als neue organisatorische Grundlage des Lehrplans.[6] Unser Ziel, das wir mit dieser Handlungsorientierung verfolgen, ist der Transfer von erarbeitetem Wissen der Lernenden in die jeweilige Lebenssituation. Damit möchten wir verhindern, dass ein Teil des erlernten Wissens passiv bleibt. Es soll nicht nur in bekannten Situationen angewendet werden, sondern auch auf unbekannte Situationen übertragbar sein, um träges Wissen zu vermeiden.[7] Dieses so genannte prozedurale Wissen (Handlungswissen) entspricht der Art und Weise, wie ein Problem gelöst wird. Dies geschieht unbewusst und ohne weiteres Nachdenken. Das ursprünglich angeeignete Wissen soll durch wiederholtes Üben und Anwenden gefestigt und zu einem späteren Zeitpunkt unbewusst genutzt werden.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Vom Handlungsfeld zur Lernsituation (Kremer / Sloane (2001), S. 16)

Aus den realen beruflichen Handlungsfeldern entwickeln wir für die curriculare Vorgabe Lernfelder. Lernfelder sind didaktisch aufbereitete Handlungsfelder, die komplexe Aufgabenstellungen zusammenfassen. Die Lernfelder enthalten Ziel- und Inhaltsbeschreibungen des jeweiligen Berufes und bilden eine thematische Einheit. Sie sind verschiedenen Jahrgangstufen zugeordnet und mit einem Zeitrichtwert versehen.[9]

Aus diesen Lernfeldern präzisieren wir dann Lernsituationen für die Unterrichtsarbeit. Lernsituationen enthalten Zielformulierungen und Inhalte aus den Lernfeldern, die für die unterrichtliche Umsetzung didaktisch und methodisch aufbereitet werden.[10] Dadurch können die Schüler ihr erworbenes Wissen auf konkrete Handlungsfelder anwenden, wodurch der Lerntransfer ermöglicht wird und somit das prozedurale Wissen gefördert wird.[11] Wir beschreiben die von uns entwickelten Lernsituationen in Anlehnung an Buschfeld folgendermaßen: Lernsituationen bestehen aus einem Handlungsrahmen (Vorstellung der Problemstellung, Personen und Informationen), einem Handlungsprozess (Aktivitäten des Unterrichts mit Berücksichtigung von Aktualisierung und Rückmeldungen) und aus einem daraus folgenden Handlungsergebnis (Kontrolle in Form von Dokumentation und/oder Präsentation).[12] Neben diesen Beschreibungskomponenten geben wir zusätzlich Empfehlungen zu den Kompetenzen an, die bei der Durchführung der Lernsituationen vermittelt werden sollen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Struktur unserer Lernsituationen (eigene Darstellung in Anlehnung an Buschfeld (2003), S. 3)

1.3 Begründung des Lehrbucheinsatzes „Prozessorientierte Wirtschaftslehre“

Wie bereits im Titel des Lehrbuchs zu vernehmen ist, handelt es sich um ein an den realen betrieblichen Beschaffungsprozess angelehntes Lehrbuch. Im ersten Schritt haben wir festgestellt, dass das Lehrbuch einem aktuell angemessenen Stand entspricht und somit in den Bildungsgängen eingesetzt werden kann. Daraufhin prüften wir, ob die zu Beginn des Lehrbuchs eingeführte Modellunternehmung für die Ausarbeitung unseres Lernfeldes geeignet ist. Die Strukturierung des Lehrbuches weist eine ähnliche Inhaltsabfolge zu unserem Lernfeld bzw. den daraus entwickelten Lernsituationen auf und auch das vorgestellte Modellunternehmen entspricht unseren Anforderungen.

Das Lehrbuch „Prozessorientierte Wirtschaftslehre“ unterstützt durch seinen Aufbau und Inhalt zukunfts-, handlungs- und problemorientierten Wirtschaftsunterricht und ist somit auf den Aufbau von Handlungs- und Orientierungsfähigkeit gerichtet. Da das Lehrbuch auf die Prozesse einer Modellunternehmung aufbaut, können Schüler ihr erworbenes Wissen auf praxisbezogene Fälle anwenden und Unternehmensabläufe kennen lernen. Dadurch wird prozessorientiertes Lernen gefördert, welches in unseren Bildungsgängen im Vordergrund steht. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb wir das Lehrbuch als Grundlage für die Erarbeitung unserer Lernfelder für geeignet halten. Der Lernende ist gefordert, sein Vorwissen zu aktivieren und auf einen konkreten Fall aus der betriebswirtschaftlichen Praxis anzuwenden. Dadurch unterstützt das Lehrbuch nicht nur die vollständige Lernhandlung, nämlich die Planung, Ausführung und Kontrolle, sondern regt auch den selbstorganisierten Lernprozess an. Anstatt dem Schüler Problemlösungen vorzugeben, muss sich dieser selbstständig einen Lösungsweg erarbeiten.[13]

Wir halten das Lehrbuch für die Schüler der oben genannten Bildungsgänge als eine gut verständliche, übersichtliche und handlungsorientierte Basis, da es die gleichen Ziele verfolgt wie die Lernfeldkonzeption.

2 Entwicklungsprozess vom Handlungsfeld zum komplexen Lehr-Lernarrangement

Um im Rahmen des Lernfeldkonzepts eine Lernsequenz resp. ein komplexes Lehr-Lernarragement entwickeln zu können, wird zunächst vom Handlungsfeld ausgegangen, das, didaktisch aufbereitet, in die Schule übertragen wird. Aus den daraus entstandenen Lernfeldern werden schließlich Lernsituationen entwickelt, die als kleinere Einheiten in Form von komplexen Lehr- Lernarragements in den Unterricht übertragen werden.[14] Dieser Prozess wird im Folgenden am Beispiel des Handlungsfeldes „Beschaffungsprozesse“ verdeutlicht.

2.1 Handlungsfeld

Das von uns gewählte Handlungsfeld „Beschaffungsprozesse“ stellt einen komplexen Aufgabenbereich der wirtschaftlichen Berufswelt dar, welcher an den Anfang der unternehmerischen Prozesse gestellt werden kann.

Kann dieses Handlungsfeld jedoch sowohl im späteren beruflichen Umfeld der Schüler der Zweijährigen Berufsfachschule als auch im Bildungsgang Staatlich geprüfter Kaufmännischer Assistent verortet werden und somit die Grundlage dafür bilden, ein gemeinsames Lernfeld für beide Bildungsgänge zu erstellen?

Im Lehrplan der Berufsfachschule wird gefordert, dass der Unterricht sich in allen Fächern an der Berufswelt der Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung orientieren soll.[15] Und auch der Lehrplan für den Bildungsgang Staatlich geprüfter Kaufmännischer Assistent besagt, dass sich die Ausbildung auf alle kaufmännischen Aufgaben und Probleme erstreckt, „die man üblicherweise in den unterschiedlichen Branchen und Wirtschaftszweigen wieder findet“[16].

Es wird deutlich, dass die Berufsfelder beider Bildungsgänge nahezu identisch sind und somit auch die zukünftigen Arbeits- resp. Handlungsfelder der Schüler gleiche Aufgaben und Merkmale aufweisen werden. Im Speziellen ist das Handlungsfeld „Beschaffungsprozesse“ ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung beider Bildungsgänge, da die Schüler in Ihrem zukünftigen Beruf Beschaffungsprozesse planen, durchführen und kontrollieren werden. Um den betrieblichen Lebensraum der Schüler abzubilden und didaktisch aufzubereiten, wird auf Grundlage dieses Handlungsfeldes ein Lernfeld definiert, welches in beiden Bildungsgängen Anwendung finden soll.

2.2 Lernfelderstellung

Unter Berücksichtigung der beschlossenen Umstrukturierung beider Bildungsgänge weg von der Fächersystematik hin zum Lernfeldkonzept ist es erforderlich, auf der Grundlage des ermittelten Handlungsfeldes ein Lernfeld zu erstellen. Lernfelder werden i.d.R. auf der Makroebene entwickelt und den Schulen somit zur Verfügung gestellt. Da das BK Mirandus jedoch schulintern eine Lernfeldorientierung beschlossen hat, ist es erforderlich, diese Arbeit in die Mesoebene zu verlagern. Ziel dieser Maßnahmen ist eine steigende Anerkennung der Bildungsgänge in der Wirtschaft.

„Lernfelder sind durch Zielformulierung, Inhalte und Zeitrichtwerte beschriebene thematische Einheiten, die an beruflichen Aufgabenstellungen und Handlungsabläufen orientiert sind.“[17] Unser exemplarisch entwickeltes Lernfeld „Beschaffungsprozesse planen, durchführen und kontrollieren“ macht sowohl die Handlungs- als auch die Prozessorientierung deutlich, die von der KMK gefordert wird[18] und berücksichtigt zudem alle genannten Strukturierungsmerkmale:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3 Entwicklung und Wahl der Lernsituationen

Die weitere Aufgabe für uns Lehrenden ist nun, aus dem erarbeiteten Lernfeld Lernsituationen zu entwickeln. Ziel dieser Lernsituationen ist die Förderung von transferfähigem Wissen, welches das Handeln der Lernenden in den potentiellen Handlungsfeldern der Praxis verbessert. Aus diesem Grund sind die folgenden Lernsituationen so formuliert, dass sowohl eine Handlungs- als auch eine Prozessorientierung gegeben ist.

Aus dem Lernfeld „Beschaffungsprozesse planen, durchführen und kontrollieren“ wurden fünf Lernsituationen entwickelt, die alle geforderten Inhalte des Lernfelds umfassen. Die Lernsituationen sind durch den Einsatz eines Lernbüros miteinander verknüpft und gewährleisten somit, dass den Lernenden der Zusammenhang und die Prozesshaftigkeit der einzelnen Situationen deutlich wird. So sollen die Lernenden den gesamten Bestellvorgang als Einheit kennen lernen und Abläufe verstehen.

Das Lernbüro, dessen Funktion in 2.4.1 (Methodenwahl) näher erläutert wird, soll in Anlehnung an das verwendete Lehrbuch „Prozessorientierte Wirtschaftslehre“ Situationen aufnehmen und diese weiterführen. Hierfür haben die Lehrenden eine Lern-CD erstellt, in der das Modellunternehmen „BüroComfort“ visualisiert und mit zusätzlichen Aufgaben erweitert und ergänzt wird. Somit ist neben der Erarbeitung des Buches eine realitätsnahe Anwendung möglich, die zudem das von uns betreute Lerngebiet „Informationswirtschaft“ umfasst.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Vom Lernfeld zur Lernsituation (eigene Darstellung)

Die folgenden Lernsituationen wurden entwickelt und nach Buschfeld[19] frageorientiert bezeichnet, um den Schülern die Problemstellung deutlich zu machen:

1. Wie hoch ist der Lagerbestand? Besteht ein Bedarf an Rohstoffen?
2. Wie ermittle ich einen geeigneten Lieferanten?
3. Wie führe ich eine Bestellung durch? Welche Bestellform ist wann einsetzbar?
4. Was ist bei einer Bestellüberwachung zu berücksichtigen? Wie prüfe und bearbeite ich den Wareneingang?
5. Was muss ich beachten, wenn ich eine Eingangsrechnung prüfe, buche und begleiche?

Die Auswahl der Lernsituationen richtet sich nach dem Vorgehen im Buch, jedoch wird die erste Situation „Bedarfsermittlung“ nicht im Buch erwähnt. In unserem Team wurde jedoch deutlich, dass dieser Inhalt im Beschaffungsprozess nicht fehlen sollte, deshalb haben wir ihn zusätzlich aufgenommen und Materialien in Anlehnung an das Buch (Rohstoffe, Abläufe) selbstständig erstellt.

Daneben berücksichtigt das Lehrbuch jedoch das Thema „Kaufvertragsstörungen im Beschaffungsprozess“[20]. Der Schwerpunkt Kaufvertragsstörungen (sowohl im Beschaffungs- als auch im Absatzprozess) soll in einem gesonderten Lernfeld aufgegriffen werden.

Für die weitere exemplarische Ausführung einer Unterrichtseinheit haben wir die Lernsituation 2 „Wie ermittle ich einen geeigneten Lieferanten?“ gewählt. Nachfolgend wird diese durch die Darstellung von Handlungsrahmen mit der Situationsbeschreibung, Handlungsprozess und Handlungsergebnis sowie die zu vermittelnden Kompetenzen näher erläutert.[21] An dieser Stelle nehmen wir zum einen aus Platzgründen, zum anderen aus methodischen Gründen eine Reduktion der Elemente von Buschfeld vor. Der Handlungsrahmen wird den Schülern in der ausdifferenzierten Unterrichtsstunde als Ausgangssituation zur Verfügung gestellt, er begleitet sie die gesamte Lernsituation hindurch. Während wir den Handlungsablauf in dieser Lernsituation ausführlich dargestellt haben, ist er in den im Anhang zu findenden Lernsituationen 1, 3, 4 und 5 nicht gänzlich ausgestaltet. Der Handlungsablauf und auch das Handlungsergebnis werden erst bei der konkreten Ausgestaltung der Unterrichtseinheit deutlich[22] und sind aus diesem Grund sowohl hier als auch im Anhang nur kurz beschrieben. Besonders wichtig erschien es uns außerdem, in die Lernsituation auch die zu vermittelnden Kompetenzen aufzunehmen, da diese von großer Bedeutung für die Orientierung an der Handlungs- und Prozesssystematik sind.

[...]


[1] vgl. Abschnitt 2.2 (Lernfelderstellung).

[2] vgl. http://s1.teamlearn.de/QuickPlace/e-5-bkmirandusss06/Main.nsf/h_Toc/92A956C2 A3137E40C125715500448273/?OpenDocument (Stand: 24.5.06).

[3] vgl. Sloane / Twardy / Buschfeld (2004), S. 162.

[4] vgl. Bader/ Schäfer (1998), S.229.

[5] vgl. Kremer/ Sloane (1999), S. 41.

[6] vgl. Bader (2000), S. 41 f.

[7] vgl. Buschfeld (2003), S. 3 ff.

[8] vgl. Kremer (2003), S. 11.

[9] vgl. Bader (2000), S. 42.

[10] vgl. Bader (2000) S. 42.

[11] vgl. Buschfeld (2003), S. 2 ff.

[12] vgl. Buschfeld (2003), S. 3 ff.

[13] vgl. Tramm (2002b), S. 5 f.

[14] vgl. 1.2 (Begründung der Neuordnung nach dem Lernfeldkonzept).

[15] vgl. Curriculare Skizzen für die Zweijährige Berufsfachschule, S.7.

[16] Lehrplan zur Erprobung „Staatlich geprüfter Kaufmännischer Assistent“, S. 7.

[17] KMK (2000), S. 14 und vgl. 1.2 (Begründung der Neuordnung nach dem Lernfeldkonzept).

[18] vgl. KMK (2000), S.14.

[19] vgl. Buschfeld (2003), S. 5 f.

[20] Tramm et al. (2002), S. 255 ff.

[21] vgl. 1.2 (Begründung der Neuordnung nach dem Lernfeldkonzept).

[22] vgl. 2.4 (Darstellung einer exemplarischen Unterrichtsstunde).

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Dokumentation der curricularen Präzisierung und exemplarischen Entwicklung einer Unterrichtseinheit
Untertitel
zu den Bildungsgängen „Staatlich geprüfte/r Kaufmännische/r Assistent/in und Fachhochschulreife – Fachrichtung Betriebswirtschaftslehre“ und „Zweijährige Berufsfachschule – Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung“
Hochschule
Universität Passau  (Business and Human Resource Education)
Veranstaltung
Modul: Didaktik in und für sozialökonomische Handlungsfelder
Note
1,3
Autoren
Jahr
2006
Seiten
32
Katalognummer
V116541
ISBN (eBook)
9783640182909
Dateigröße
4486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dokumentation, Präzisierung, Entwicklung, Unterrichtseinheit, Modul, Didaktik, Handlungsfelder
Arbeit zitieren
I. Staatsexamen Katharina Korff (Autor)Marco Cirrincione (Autor)Ina Meinschäfer (Autor)Sandrina Schülke (Autor)kerstin Schulze-Bockholt (Autor), 2006, Dokumentation der curricularen Präzisierung und exemplarischen Entwicklung einer Unterrichtseinheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116541

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