Diese Dokumentation gibt die Inhalte, Abläufe, Schwierigkeiten, Diskussionsgegens-tände und Ergebnisse unserer achtwöchigen Gruppenarbeit wieder. Sie beruht auf der im Rahmen des Moduls „Didaktik in und für sozial-ökonomische Handlungsfel-der“ von Prof. Dr. H. - Hugo Kremer und Dipl. - Hdl. Arne Burda gestellten Aufgabe, am Verbesserungsprozess des zweiten Schulhalbjahres 05/06 am BK Mirandus mit-zuwirken. Dabei wird der Ansatz eines Spiralcurriculums verfolgt und eine curriculare Präzisierung, die für beide Bildungsgänge geeignet ist, erarbeitet. Die dazu getroffe-nen Maßnahmen sind mit der Qualitätssicherung im BK Mirandus verbunden. Die Lehrkräfte der Bildungsgänge „Staatlich geprüfte Kaufmännische Assistentin / Staatlich geprüfter Kaufmännischer Assistent und Fachhochschulreife – Fachrichtung Betriebswirtschaftslehre“ und „Zweijährige Berufsfachschule – Fachrichtung Wirt-schaft und Verwaltung“ des BK Mirandus haben sich auf einen gemeinsamen Ent-wicklungsprozess für das Lerngebiet Informationswirtschaft verständigt.
Wir in der Rolle des Lehrerteams der genannten Bildungsgänge haben uns darauf geeinigt, eine Neuordnung dieser Bildungsgänge vorzunehmen und sie nach dem Lernfeldkonzept zu organisieren. Aus dem von uns exemplarisch entwickelten Lern-feld „Beschaffungsprozesse planen, durchführen und kontrollieren“ für das Arbeits-feld „Beschaffungsprozesse“ haben wir fünf Lernsituationen entworfen. Innerhalb dieser haben wir uns entschieden, die Lernsituation 2 „Wie ermittle ich einen geeig-neten Lieferanten?“ exemplarisch aufzubereiten und eine konkrete Unterrichtsstunde zum Thema „Der quantitative Angebotsvergleich“ zu entwickeln. Bei der Erarbeitung der Lernsituationen und der Unterrichtsstunde erfolgte eine Orientierung an dem Lehrbuch „Prozessorientierte Wirtschaftslehre“.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Vorüberlegungen
1.2 Begründung der Neuordnung nach dem Lernfeldkonzept
1.3 Begründung des Lehrbucheinsatzes „Prozessorientierte Wirtschaftslehre“
2 Entwicklungsprozess vom Handlungsfeld zum komplexen Lehr-Lernarrangement
2.1 Handlungsfeld
2.2 Lernfelderstellung
2.3 Entwicklung und Wahl der Lernsituationen
2.4 Darstellung einer exemplarischen Unterrichtsstunde
2.4.1 Methodenwahl
2.4.2 Ablaufplan
2.4.3 Lernziel und Kompetenzen
2.4.4 Fachwissenschaftliche Hinweise
2.4.5 Fachdidaktische Hinweise
3 Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dokumentiert den acht-wöchigen Entwicklungsprozess einer Gruppe von angehenden Lehrkräften, mit dem Ziel, den Unterricht am BK Mirandus durch die Implementierung eines Lernfeldkonzepts curricular zu präzisieren und exemplarisch als komplexe Unterrichtseinheit für die Bildungsgänge zum "Kaufmännischen Assistenten" und zur "Zweijährigen Berufsfachschule" aufzubereiten.
- Umstellung der Lehrpläne von Fächersystematik auf das Lernfeldkonzept.
- Entwicklung exemplarischer Lernsituationen für das Handlungsfeld „Beschaffungsprozesse“.
- Didaktische Aufbereitung einer konkreten Unterrichtsstunde zum „quantitativen Angebotsvergleich“.
- Förderung von Handlungskompetenz und Vermeidung von trägem Wissen durch prozessorientierte Unterrichtsgestaltung.
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Methodenwahl
Über die Ausgangssituation (M 1) treten wir in unsere Lernsituation 2 mit der komplexen Methode der Fallstudie ein. „Die Grundstruktur der Fallstudie beruht darauf, dass die Schüler mit einem aus der Praxis bzw. Lebensumwelt gewonnenen Fall konfrontiert werden, den Fall diskutieren, für eine Fallsituation nach alternativen Lösungsmöglichkeiten suchen, sich für eine Alternative entscheiden, diese begründen und mit der in der Realität getroffenen Entscheidung vergleichen.“ Die Methode der Fallstudie wurde von uns gewählt, da sie „die Lernenden zur Entscheidungsfähigkeit erzieht“ und sie hierbei lernen, den Lernprozess als Entscheidungs- und Problemlösungsprozess zu organisieren.
In der Fallstudie sollen über die Handlungsorientierung sowohl kognitive als auch affektiv- emotionale und pragmatische Lernziele miteinander verbunden werden. Die späteren beruflichen Handlungsfelder sollen durch situationsbezogene Aufgabenstellungen über eine selbstständige Lernerfahrung näher gebracht werden.
Des Weiteren schien es uns sinnvoll, die komplexen Beschaffungsprozesse in einer entsprechenden Lernumgebung, dem Lernbüro, darzustellen. Das Lernbüro soll hier gesehen werden „als ein dynamisches Modell eines Wirtschaftsunternehmens, in dem für den berufspraktischen Qualifizierungsprozess im kaufmännisch- verwaltenden Bereich Arbeitshandlungen didaktisch so organisiert werden, dass ein Höchstmaß an Lernwirksamkeit durch die Arbeit erwartet werden kann.“ Das Lernbüro soll den Bildungsgängen nicht nur begrenzt zur Verfügung stehen, sondern als dauerhafte Einrichtung genutzt werden. Ziel des Aufbaus ist einerseits, die räumliche Ausstattung kennen zu lernen und den Umgang mit Medien (Hard- und Software) zu üben. Andererseits führt eine realitätsnahe Simulation eines Büros dazu, den Bezug zum späteren Handlungsfeld kennen zu lernen und kaufmännische Verrichtungsprozesse nachvollziehen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel beschreibt den Kontext der achtwöchigen Gruppenarbeit und begründet die Einführung des Lernfeldkonzepts sowie den Einsatz des spezifischen Lehrbuchs am BK Mirandus.
2 Entwicklungsprozess vom Handlungsfeld zum komplexen Lehr-Lernarrangement: Hier wird der Prozess der curricular-didaktischen Neugestaltung erläutert, angefangen bei der Analyse des Handlungsfelds über die Lernfelderstellung bis hin zur konkreten, methodisch strukturierten Unterrichtsplanung.
3 Reflexion: Dieses Kapitel reflektiert den gesamten Gruppenprozess, die gewonnene Lehrerfahrung und diskutiert kritisch bildungspolitische Aspekte der Schulentwicklung.
Schlüsselwörter
Lernfeldkonzept, Beschaffungsprozesse, Handlungskompetenz, Berufsfachschule, Kaufmännischer Assistent, Unterrichtsentwicklung, Fallstudie, Lernbüro, prozedurales Wissen, Angebotsvergleich, Fachdidaktik, Transferfähigkeit, Prozessorientierung, BK Mirandus, Curriculum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die curriculare Neugestaltung und exemplarische Entwicklung von Unterrichtseinheiten für das BK Mirandus auf Basis des Lernfeldkonzepts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die Beschaffungsprozesse, die didaktische Umstellung auf handlungsorientierten Unterricht sowie die Arbeit mit einem Modellunternehmen im Lernbüro.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, den Unterricht praxisnäher zu gestalten und durch ein Lernfeldcurriculum berufliche Handlungskompetenz bei den Schülern zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Unterrichtsstunde verwendet?
Es wurde die komplexe Methode der Fallstudie gewählt, um die Schüler zur Entscheidungsfähigkeit in realistischen Arbeitssituationen zu erziehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil beschreibt den Prozess von der Handlungsfeldanalyse über die Erstellung der Lernsituationen bis hin zur detaillierten Planung einer Unterrichtsstunde zum quantitativen Angebotsvergleich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Lernfeldkonzept, Beschaffungsprozesse, Handlungskompetenz, Lernbüro und Fallstudie.
Wie unterscheidet sich die Lernsituation 2 von anderen?
Lernsituation 2 fokussiert auf die Auswahl eines geeigneten Lieferanten und dient als konkretes Beispiel für den quantitativen Angebotsvergleich.
Welche Bedeutung hat das Lernbüro für die Zielgruppe?
Das Lernbüro fungiert als dynamisches Modell eines Wirtschaftsunternehmens, das eine realitätsnahe Simulation kaufmännischer Verrichtungsprozesse ermöglicht.
- Quote paper
- I. Staatsexamen Katharina Korff (Author), Marco Cirrincione (Author), Ina Meinschäfer (Author), Sandrina Schülke (Author), kerstin Schulze-Bockholt (Author), 2006, Dokumentation der curricularen Präzisierung und exemplarischen Entwicklung einer Unterrichtseinheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116541