In dieser Arbeit werde ich über meine Mitarbeit als Leiterin von Gesprächsgruppen in Religiösen Schulwochen und Besinnungstagen berichten. Zu dieser Tätigkeit kam ich über ein Einführungsseminar, welches im Rahmen des Studiums der kath. Theologie im Januar 2006 angeboten wurde. In diesem Seminar wurde das Arbeitsfeld Religiö-se Schulwoche (RSW) und Besinnungstage näher beleuchtet, und seine Beziehun-gen zu schulischen und außerschulischen Handlungsfeldern näher dargestellt. Des Weiteren ging es um eine Einführung in pädagogische und psychologische Grundla-gen der Schulpastoral, wie z.B. die Kommunikationsstrategie TZI (Themenzentrierte Interaktion), Inhalte und das Leitungshandeln in Schülergesprächsgruppen. Nach-dem über die methodische Hilfestellung der theoretische Teil dieser Arbeit abge-schlossen war, konnte man über eine Hospitation in einer Gruppe den praktischen Teil der Arbeit näher kennen lernen, und gleichzeitig mit der freien Mitarbeit begin-nen.
Ich hatte zunächst sehr gemischte Gefühle, was das Konzept dieser Arbeit betraf, da man hier ganz anders, als in der Schule auf die Schüler trifft, und ohne ausgiebige Vorbereitung in die Gruppen geht. In meiner eigenen Schulzeit habe ich aber selbst an Besinnungstagen teilnehmen können, und habe diese als sehr positiv empfunden, da hierdurch die Stufengemeinschaft verstärkt wurde. Trotzdem war es für mich schwer vorstellbar, dass sich das Konzept der Schulpastoral bei Religiösen Schul-wochen in die alltägliche Welt der Schüler, zwischen den Mathe- und Physikunter-richt, integrieren lässt. In meiner Zeit als freiwillige Mitarbeiterin konnten die Beden-ken widerlegt werden, und ich halte dieses offene Konzept für sehr sinnvoll. Ich habe nun schon an 6 Tagungen teilgenommen, und Besinnungstage sowie RSW in glei-chem Maße betreut. In diesem Bericht soll aber das Augenmerk auf der Mitarbeit bei der RSW liegen.
Dazu möchte ich zunächst die Religiöse Schulwochenarbeit näher erläutern, danach sollen Fragen betrachtet werden, die man sich als Leiter vor jeder Tagung neu stellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Religiöse Schulwoche- Aufgaben und Organisation
3. Angaben zur Gesprächsgruppe
4. Beschreibung einer Gesprächsrunde
5. Reflexion
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dokumentiert die Erfahrungen der Autorin als Leiterin von Gesprächsgruppen im Rahmen von Religiösen Schulwochen und Besinnungstagen. Das primäre Ziel ist die Reflexion des praktischen Leitungshandelns unter Anwendung pädagogischer und psychologischer Grundlagen, insbesondere der Themenzentrierten Interaktion (TZI), um Schülern einen geschützten Raum für Identitätsfindung und Lebensgestaltung zu bieten.
- Grundlagen der Schulpastoral und Arbeitsweise der Religiösen Schulwoche (RSW).
- Einsatz methodischer Ansätze wie TZI zur Gestaltung von Gruppenprozessen.
- Methoden des Gesprächseinstiegs und der Themenfindung mit Jugendlichen.
- Reflexion des Leiterverhaltens im Umgang mit heterogenen Schülergruppen.
- Die Bedeutung der Rolle der Lehrkraft als Begleiterin in außerschulischen Lernfeldern.
Auszug aus dem Buch
4. Beschreibung einer Gesprächsrunde
Zum Einstieg einer jeden Woche stelle ich mich kurz vor, und klopfe die Erwartungshaltung der Schüler ab. Ich möchte noch einmal abklären, was genau Sie sich unter der RSW vorstellen, und erkläre dann von meiner Seite aus den weiteren Ablauf und einige organisatorische Sachen. Weiterhin erkläre ich, dass das Zusammenfinden im Stuhlkreis die Einheit der Gruppe darstellen soll.
Der Gesprächseinstieg in diese RSW erfolgte über Halbsätze. Dazu habe ich den Schülern 5 Satzanfänge genannt, die sie auf einer Karteikarte vervollständigen mussten. Dabei wurden zum einen persönliche Eigenschaften nachgefragt („Wenn ich 100.000 € gewinnen würde, würde ich…“, „Aus meinem brennenden Zimmer würde ich die folgenden drei Dinge retten:…“, „3 Eigenschaften die mich kennzeichnen:…“), aber auch indirekt die Gruppenregeln aufgestellt („Dies wird eine gute Gruppe, wenn…“, „Dies wird eine schlechte Gruppe, wenn…“). Anschließend wurden die Karteikarten eingesammelt und von mir vorgelesen. Die Schüler sollten nun erraten, von wem die Vervollständigung der Sätze stammte. Erst nachdem alle Karten vorgelesen wurden, wurde das Rätsel gelüftet. Jeder Schüler hatte dann die Gelegenheit sich zum dem Geschriebenen zu äußern. Für die Schüler war dies eine neue Erfahrung, so konnten sie sich doch besser kennen lernen, als sie eigentlich dachten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin erläutert ihre Motivation und den persönlichen Zugang zu ihrer Tätigkeit als Leiterin von Schülergesprächsgruppen in der Schulpastoral.
2. Die Religiöse Schulwoche- Aufgaben und Organisation: Dieser Abschnitt beschreibt den organisatorischen Rahmen, die ökumenische Ausrichtung und das pädagogische Konzept der RSW als schulergänzendes Angebot.
3. Angaben zur Gesprächsgruppe: Hier erfolgt eine fallorientierte Beschreibung der Zusammensetzung einer spezifischen Schülergruppe, inklusive der Dynamiken und Herausforderungen im Umgang mit unterschiedlichen Charakteren.
4. Beschreibung einer Gesprächsrunde: Die Autorin stellt konkrete Methoden wie den Einsatz von Halbsätzen oder Eckenkarten vor, um Gruppenprozesse zu initiieren und Themen zu erschließen.
5. Reflexion: In diesem Teil bewertet die Autorin den Erkenntnisgewinn ihrer Tätigkeit für ihr Studium und ihre zukünftige Rolle als Religionslehrerin.
Schlüsselwörter
Religiöse Schulwoche, RSW, Schulpastoral, Themenzentrierte Interaktion, TZI, Gesprächsgruppen, Identitätsfindung, Schulseelsorge, Gruppenleitung, Pädagogik, Humanistische Psychologie, Jugendpastoral, Schulentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Erfahrungen der Autorin als freie Mitarbeiterin in der Schulpastoral, speziell bei der Leitung von Gesprächsgruppen während Religiöser Schulwochen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Organisation von Schulwochen, der methodischen Gestaltung von Gesprächskreisen und der pädagogischen Begleitung von Jugendlichen bei Themen der Lebensgestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Dokumentation und kritische Reflexion des eigenen Leitungshandelns sowie der Einblick in die Wirksamkeit schulpastoraler Konzepte auf die Schülerschaft.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Grundsätze der Themenzentrierten Interaktion (TZI) sowie Erkenntnisse der humanistischen Psychologie und Kommunikationspsychologie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil beschreibt die praktischen Erfahrungen mit einer konkreten Schülergruppe sowie detaillierte methodische Ansätze für die Gesprächsführung und Themenfindung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Religiöse Schulwoche, Schulpastoral, TZI, Gesprächsgruppenleitung und Identitätsfindung bei Jugendlichen.
Wie geht die Autorin mit schwierigen Schülern in der Gruppe um?
Sie nutzt die Erkenntnisse aus der Gruppendynamik, um durch eine gezielte Einbindung in das Gespräch und das Verständnis des Verhaltens als Ausdruck von Intelligenz und Provokation eine konstruktive Mitarbeit zu ermöglichen.
Warum hält die Autorin den Einsatz der "Fotosprache" für sinnvoll?
Diese Methode fördert den Austausch unter den Schülern durch die bildhafte Darstellung von Empfindungen und ermöglicht ein tieferes gegenseitiges Kennenlernen, auch wenn die Teilnehmer sich zuvor als vertraut einschätzten.
- Citation du texte
- I. Staatsexamen Katharina Korff (Auteur), 2007, Außerschulisches Praktikum: Leitung von Gesprächsgruppen in Religiösen Schulwochen und Besinnungstagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116542