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Psychische Abwehrmechanismen

Gier, Bequemlichkeit und Lust als pädagogische Herausforderung in der Nachhaltigkeitskrise

Titel: Psychische Abwehrmechanismen

Bachelorarbeit , 2021 , 54 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Benedikt Paulus (Autor:in)

Psychologie - Sozialpsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Arbeit wird der derzeitige Umgang des Menschen mit der Nachhaltigkeitskrise aus einer psychoanalytischen Perspektive betrachtet.

Betrachtet man das Verhalten in der kapitalistischen Gesellschaft, waschen sich die Menschen eher durch einen ‚grünen Konsum‘ rein und verzichten auf Plastiktüten, um dennoch in den Urlaub fliegen zu können. An dieser Stelle setzt die vorliegende Arbeit an und orientiert sich in ihrem ersten Teil an folgender zugrunde liegender Forschungsfrage: Wie lässt sich die Kluft zwischen dem wachsenden Bewusstsein über die Folgen menschlichen Handels und der fehlenden Verhaltensänderung erklären?

Die Psychoanalyse beschäftigt sich vor allem mit unbewussten Prozessen und aufgebauten Widerständen, die dem Menschen dabei helfen, mit belastenden und schmerzhaften Erfahrungen umzugehen, um sein psychisches Gleichgewicht beizubehalten. Hier setzt der zweite Teil dieser Arbeit an, der sich mit dem Bereich der Pädagogik befasst. Der Pädagogik wird in der Bildung und Erziehung der Gesellschaft eine bedeutende Rolle zugeschrieben. Im Laufe der Geschichte der Schulpädagogik lässt sich ein Wandel feststellen, der die ökonomische Bildung immer mehr in den Vordergrund rückt. Dieser Wandel brachte der westlichen Industriegesellschaft in vielerlei Hinsicht bedeutsame ‚Fortschritte‘, die gleichzeitig eine Entsagung humanistischer Werte und einen Verlust der wesentlichen Essenz des menschlichen Daseins bedeutet. Der Mensch fühlt sich der Natur immer mehr überlegen und betrachtet sie als reine Ressource, anstatt sie als Existenzgrundlage zu verstehen. Folglich wird die zweite zugrunde liegende Forschungsfrage sein: Welche pädagogischen Maßnahmen können im Umgang mit der Bewältigung der Nachhaltigkeitskrise ergriffen werden, und welche Chancen ergeben sich daraus?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Psychoanalytische Betrachtung von Abwehrmechanismen

3. Ursprünge und Folgen menschlicher Laster

3.1 Gier

3.2 Bequemlichkeit

3.3 Lust

4. Das verhängnisvolle Zusammenspiel von Abwehrmechanismen und menschlichen Lastern

4.1 Die ‚Mutter-Kind‘ Beziehung

4.2 Abwehrmechanismen im Kontext der Perversion

5. Pädagogik und ihre Bedeutung in der Nachhaltigkeitskrise

5.1 Pädagogik vs. Therapie

5.2 Umgang mit den Herausforderungen in der Praxis

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychischen Abwehrmechanismen des Menschen im Kontext der aktuellen Nachhaltigkeitskrise. Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem vorhandenen Wissen über ökologische Zusammenhänge und dem ausbleibenden Handeln durch eine psychoanalytische und pädagogische Perspektive zu erklären, um daraus konkrete Bildungsmaßnahmen abzuleiten.

  • Analyse psychischer Abwehrmechanismen wie Verleugnung, Projektion und Omnipotenz.
  • Untersuchung menschlicher Laster (Gier, Bequemlichkeit, Lust) als treibende Kräfte.
  • Verbindung von psychoanalytischer Theorie und schulischer Pädagogik.
  • Entwicklung von Bewältigungsstrategien für die Herausforderungen der Nachhaltigkeitskrise.
  • Förderung von Achtsamkeit und Selbstwirksamkeit als pädagogische Ziele.

Auszug aus dem Buch

3.1 Gier

Bereits in der Schöpfungsgeschichte von ‚Adam und Eva‘ wird die Gier des Menschen und deren Folgen thematisiert. Selbst in paradiesischen Zuständen genügt ihnen ihr gegenwärtiger Zustand nicht, sodass sie sich verführen lassen, im Streben nach noch größerer Befriedigung. Auch in Geschichte der griechischen Mythologie über König Midas stehen die Gier und deren fatalen Folgen im Mittelpunkt. König Midas, der durch einen freien Wunsch bei Dionysos die Fähigkeit erlangt, alles, was er anfasst in Gold zu verwandeln. Jedoch ist er dadurch unfähig, lebensnotwendige Dinge, wie Essen zu sich zu nehmen, da sich diese vor ihrer eigentlichen Verwendung immer zu Gold verwandeln (Vogel, 2018, S. 46; Hartung, 2009, S. 9). Nun stellt sich die Frage, warum die Charaktere dieser Geschichten trotz paradiesischer Zustände dazu veranlasst sind, gierig zu sein. Die Beantwortung dieser Frage könnte Aufschluss über den Ursprung der Gier des Menschen sein.

In Bezug auf König Midas führt Hartung (2009) die Gier auf die brüchige Introjektion der „mütterlichen Brust und [den] väterlichen Phallus“ (Hartung, 2009, S. 10) zurück. Um diesen Mangel an mütterlichen Emotionen und väterlichen geistigen Fähigkeiten zu kompensieren, strebt Midas infolgedessen nach materiellem Reichtum (Hartung, 2009, S. 10f).

Vor der psychoanalytischen Betrachtung der Gier ist aber bereits die phänomenologische Perspektive sehr aufschlussreich. Das Wort Gier hat seinen Ursprung in dem althochdeutschen Wort „giri“ (Hartung, 2009, S. 11), welches mit dem Wort „Begierde“ (Hartung, 2009, S. 11) übersetzt werden kann. In diesem Wort sind wiederum „zwei indogermanische Quellen“ vorhanden (Hartung, 2009, S. 11). Einmal der Begriff „g(h)er“ (Hartung, 2009, S. 11), was mit „Verlangen“ (Hartung, 2009, S. 11) übersetzt werden kann, zum anderen der Begriff „g(h)ei [, was mit] gähnen [oder] klaffen“ (Hartung, 2009, S. 11) übersetzt werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Gefahr der Klimakrise und die Diskrepanz zwischen dem Wissen über die Folgen menschlichen Handelns und der ausbleibenden Verhaltensänderung.

2. Psychoanalytische Betrachtung von Abwehrmechanismen: Dieses Kapitel erläutert die psychische Struktur nach Freud und wie Abwehrmechanismen dazu dienen, das psychische Gleichgewicht gegenüber belastenden Erfahrungen zu bewahren.

3. Ursprünge und Folgen menschlicher Laster: Hier werden die Wesenszüge Gier, Bequemlichkeit und Lust analysiert, die maßgeblich durch ökonomische und gesellschaftliche Strukturen geprägt sind.

4. Das verhängnisvolle Zusammenspiel von Abwehrmechanismen und menschlichen Lastern: Es wird untersucht, wie die Mutter-Kind-Beziehung und Mechanismen der Perversion das Verhalten des Menschen in der Nachhaltigkeitskrise beeinflussen.

5. Pädagogik und ihre Bedeutung in der Nachhaltigkeitskrise: Dieses Kapitel verknüpft die psychoanalytischen Erkenntnisse mit pädagogischen Ansätzen, um Schülern durch Achtsamkeit und Selbstwirksamkeit Handlungsoptionen aufzuzeigen.

6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird die Notwendigkeit eines humanistischen Bildungswandels betont, der den Menschen wieder in Verbundenheit mit der Natur treten lässt.

Schlüsselwörter

Nachhaltigkeitskrise, Psychoanalyse, Abwehrmechanismen, Gier, Bequemlichkeit, Lust, Pädagogik, Entfremdung, Achtsamkeitspraxis, Selbstwirksamkeit, Klimawandel, Menschliches Handeln, Verleugnung, Projektion, Umweltbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die psychologischen Hintergründe, warum Menschen trotz des Wissens um die verheerenden Folgen der Klimakrise ihr Verhalten nicht nachhaltig ändern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Psychoanalyse von Abwehrmechanismen, der Untersuchung menschlicher Laster wie Gier und Bequemlichkeit sowie der Ableitung pädagogischer Interventionsmöglichkeiten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, wie sich die Kluft zwischen dem wachsenden Bewusstsein über die Folgen menschlichen Handels und der ausbleibenden Verhaltensänderung erklären und pädagogisch überbrücken lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse auf Basis psychoanalytischer Konzepte, die in einen schul- und bildungspädagogischen Kontext übertragen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine psychoanalytische Untersuchung von Trieben und Abwehrmechanismen sowie deren Einfluss auf das heutige Konsumverhalten und die pädagogische Ableitung von Bewältigungsstrategien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Fachbegriffe sind unter anderem Nachhaltigkeitskrise, Entfremdung, psychische Abwehrmechanismen, radikaler Hedonismus, Achtsamkeit und Selbstwirksamkeit.

Wie beeinflusst die "Mutter-Kind-Beziehung" laut Autor das Verständnis der Nachhaltigkeitskrise?

Sie dient als Modell für die Beziehung zur "Mutter-Erde", bei der unbewusste Erwartungen an unerschöpfliche Ressourcen und die Abwehr von Ängsten vor Ressourcenknappheit eine entscheidende Rolle spielen.

Warum wird der Begriff "Perversion" in diesem Zusammenhang verwendet?

Der Begriff beschreibt das psychoanalytische Phänomen, bei dem der Mensch die Realität der Klimakrise teilweise verleugnet oder abspaltet, um unangenehme Gefühle wie Ohnmacht zu vermeiden und sein psychisches Gleichgewicht zu halten.

Welche Rolle spielt die Achtsamkeitspraxis in der pädagogischen Umsetzung?

Die Achtsamkeitspraxis soll Schülern helfen, ihre Emotionen besser zu regulieren, sich ihrer eigenen Bedürfnisse bewusst zu werden und dadurch aus automatisierten, umweltzerstörenden Verhaltensmustern auszubrechen.

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Details

Titel
Psychische Abwehrmechanismen
Untertitel
Gier, Bequemlichkeit und Lust als pädagogische Herausforderung in der Nachhaltigkeitskrise
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Note
1.0
Autor
Benedikt Paulus (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
54
Katalognummer
V1165432
ISBN (PDF)
9783346573308
ISBN (Buch)
9783346573315
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeitskrise Klimakrise Kapitalismus Gier Lust Bequemlichkeit Konsum Abwehrmechanismen Psychoanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Benedikt Paulus (Autor:in), 2021, Psychische Abwehrmechanismen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1165432
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Leseprobe aus  54  Seiten
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