Zunehmend verdrängt durch die wachsende Bedeutung des Onlinehandels, dem städtischen Strukturwandel und der Veränderung des Konsumverhaltens, wird es immer schwieriger für die noch übrig gebliebenen Warenhäuser Kunden anzulocken und Umsätze zu generieren. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Frage zu beantworten, wie die Warenhäuser in Deutschland den eben genannten Herausforderungen zukünftig begegnen können.
Außerdem sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, die zu einer Wiederbelebung dieses Sektors und damit zu einer Umsatzsteigerung führen können. Für einen besseren Praxisbezug wird in dieser Thesis das Warenhaus Galeria Karstadt-Kaufhof, insbesondere die Karstadt-Filialen, der näheren Betrachtung unterzogen. Die Beantwortung der zentralen Frage erfolgt durch eine Auswahl konkreter Ansatz-Möglichkeiten, die teilweise in anderen nationalen und internationalen Warenhäusern bereits erfolgreich etabliert wurden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Warenhaus
2.1 Definition
2.2 Historische Entwicklung des Warenhauskonzepts
2.3 Funktion des Warenhauses
2.4 Praxisbeispiel: Das Unternehmen Karstadt seit 1881
3 Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen
3.1 Zunehmende Bedeutung des E-Commerce
3.2 Städtischer Strukturwandel
3.3 Veränderung des Konsumverhaltens
4 Möglichkeiten zur Wiederbelebung von Warenhäusern
4.1 Der Erlebnisfaktor
4.1.1 Persönliche Beratung und Service als Qualitätsmerkmal
4.1.2 Interaktives Einkaufserlebnis
4.1.3 Gestaltung der Verkaufsflächen
4.2 Kooperation mit Onlinehändlern
4.3 Ausbau des eigenen Onlineangebots
4.4 Digitale Anwendungen
4.4.1 Innovative Zahlungskonzepte
4.4.2 Personalisierte Angebote über das Smartphone
4.4.3 Ausbau des Social-Media-Marketings
4.5 Strategische Abstimmung des Sortiments
5 Auswertung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Ursachen für den wirtschaftlichen Niedergang des stationären Warenhaussektors in Deutschland und identifiziert strategische Möglichkeiten zur Belebung dieses traditionellen Einzelhandelsformats unter Berücksichtigung moderner Konsumentenbedürfnisse.
- Analyse der historischen Entwicklung und der veränderten Funktion von Warenhäusern.
- Untersuchung der Auswirkungen von E-Commerce und städtischem Strukturwandel.
- Herausarbeitung von Erlebniskonzepten und Serviceoptimierungen zur Kundenbindung.
- Bewertung digitaler Transformationsstrategien wie Multi-Channel-Marketing und innovativer Zahlungssysteme.
- Reflektion der notwendigen strategischen Neuausrichtung des Sortiments.
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Persönliche Beratung und Service als Qualitätsmerkmal
Ein Warenhaus ist insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass es anders als zum Beispiel ein Discounter oder ein SB-Warenhaus, eine umfassende Serviceleistung anbietet. Diese hat von der persönlichen Beratung durch einen geschulten Verkäufer hin zu einer Änderungsschneiderei unterschiedliche Ausprägungen und einen großen Einfluss auf ein positives Einkaufserlebnis. Dreiviertel aller Kunden wünschen sich einen persönlichen, aufmerksamen, aber auch ehrlichen Verkaufsberater. Die Tatsache, dass die Mehrheit der Konsumenten bei ihrem letzten Einkauf den Verkäufer selbst ansprechen musste, zeigt deutlich das Verbesserungspotential. Ob ein Verkäufer und damit verbunden das Einkaufserlebnis als positiv wahrgenommen wird, hängt zum Beispiel davon ab, ob er aktiv auf den Kunden zugeht, Informationen zu dem gewünschten Produkt geben kann, freundlich und aufmerksam ist und bei Bedarf Alternativen und weitere Empfehlungen aufzeigen kann. Der Verkäufer stellt ein großes Differenzierungspotential gegenüber anderen Einzelhandelsformen und dem Onlinehandel dar. Ein positives Einkaufserlebnis könnte also wie folgt aussehen: Ein Kunde betritt eine Galeria Karstadt-Kaufhof Filiale. Mehrere Verkäufer sind präsent und haben aufmerksam das Eintreten des Kunden beobachtet. Ein Verkäufer spricht den Kunden an und fragt ihn nach seinen Wünschen und Bedürfnissen. Anschließend präsentiert er ihm das persönlich auf ihn abgestimmte Produkt und dessen Eigenschaften. Natürlich könnten die Informationen zu einem Produkt auch online beschafft werden, allerdings stellt die Beratung durch den Verkäufer einen zeitlichen Vorteil für den Kunden dar, da dieser sofort ein für ihn passendes Produkt vorgestellt bekommt und nicht selbst danach suchen muss. Der Verkäufer nutzt den Zeitpunkt nach dem eigentlichen Verkauf für das Cross-Selling, also dem Verkaufen von zusätzlichen Produkten als optimale Ergänzung. Bei Bedarf wird der Kunde sofort in die im Warenhaus integrierte Änderungsschneiderei verwiesen, wo sein erworbenes Kleidungsstück entsprechend seinen individuellen Bedürfnissen angepasst wird. Besonders der Generation der Millennials ist der persönliche Kontakt zu einem Verkäufer sehr wichtig. Die Bedeutung zeigt sich auch dadurch, dass sie vor allem in den Produktkategorien Elektronik, Sport, sowie Kleidung und Schuhe bereit wären für die Beratungsleistung zu zahlen. Aber auch den älteren Generationen kann ihr
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Das Kapitel stellt die aktuelle Krise der deutschen Warenhäuser dar und definiert das Ziel der Arbeit, Wege zur Wiederbelebung aufzuzeigen.
2 Das Warenhaus: Hier erfolgt eine Begriffsdefinition, die historische Einordnung sowie die Analyse der ursprünglichen Funktion von Warenhäusern.
3 Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen: Dieses Kapitel beleuchtet den negativen Einfluss des E-Commerce, städtische Strukturveränderungen und die Wandlung der Konsumentenbedürfnisse.
4 Möglichkeiten zur Wiederbelebung von Warenhäusern: Im Hauptteil werden Strategien wie die Steigerung des Erlebnisfaktors, Kooperationen mit Onlinehändlern, der Ausbau digitaler Dienste und eine strategische Sortimentsanpassung erörtert.
5 Auswertung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und der Feststellung, dass Warenhäuser durch konsequente Modernisierung weiterhin eine wirtschaftliche Existenzberechtigung haben.
Schlüsselwörter
Warenhaus, Einzelhandel, E-Commerce, Konsumentenverhalten, Einkaufserlebnis, Digitalisierung, Multi-Channel, Kundenbindung, Sortimentsstrategie, Servicequalität, Karstadt, Galeria Karstadt-Kaufhof, Millennials, städtischer Strukturwandel, stationärer Handel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der kritischen wirtschaftlichen Situation der Warenhäuser in Deutschland und erarbeitet Strategien, wie diese traditionsreichen Unternehmen im Wettbewerb gegen Onlinehändler und andere Einzelhandelsformate bestehen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Wandel des Konsumverhaltens, der Einfluss der Digitalisierung auf das Einkaufserlebnis, die Bedeutung von Multi-Channel-Strategien sowie die notwendige Anpassung von Sortiment und Service im stationären Handel.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie Warenhäuser durch die Nutzung neuer Chancen und innovativer Konzepte ihre Marktposition stabilisieren oder ausbauen und ihr veraltetes Image verbessern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung aktueller Marktdaten (Statistiken/Studien) sowie einer praxisorientierten Betrachtung der Unternehmensstrategien am Beispiel von Galeria Karstadt-Kaufhof.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der aktuellen Marktherausforderungen und eine detaillierte Ausarbeitung von Lösungsansätzen, die von Erlebnismarketing über digitale Zahlungsdienste bis hin zur strategischen Differenzierung der Sortimente reichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Warenhaus, E-Commerce, Einkaufserlebnis, Digitalisierung, Multi-Channel-Retailing, Konsumentenbindung und strategische Sortimentsabstimmung charakterisieren.
Welche Rolle spielen die "Millennials" im Kontext der Warenhaus-Krise?
Millennials stellen eine neue, technikaffine Generation dar, deren Ansprüche an ein Einkaufserlebnis – wie Schnelligkeit, digitale Integration und persönliche Beratung – das Warenhaus zwingen, sich technologisch und kulturell neu auszurichten.
Warum ist das Praxisbeispiel Karstadt für die Untersuchung wichtig?
Karstadt dient als konkretes Fallbeispiel, um die theoretischen Lösungsansätze an einem realen, traditionsreichen Unternehmen zu spiegeln, insbesondere im Kontext der Fusion zu Galeria Karstadt-Kaufhof und der Herausforderungen bei der Umsetzung mobiler App-Strategien.
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- Monika Kellner (Author), 2019, Der Niedergang der Warenhäuser, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1165923