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Oblatio: Eine gute Möglichkeit ein unerwünschtes Kind abzuschieben oder eine Chance zum besseren Leben?

Título: Oblatio: Eine gute Möglichkeit ein unerwünschtes Kind abzuschieben oder eine Chance zum besseren Leben?

Trabajo , 2007 , 22 Páginas

Autor:in: Julia Alert (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Eltern `opferten` ihre Kinder den Klöstern. Was bewegte sie dazu? War oblatio eine gute Möglichkeit ein unerwünschtes Kind abzuschieben oder gab sie ihm eine Chance zum besseren Leben und versprach eine gute Kariere? Es ist ein komplexes Thema, das sich nicht in schwarz / weiß teilen lässt. Trotzdem möchte ich in dieser Arbeit herausfinden, ob diese Frage eindeutig zu beantworten ist oder mindestens feststellen, welchem der beiden Pole die Wirklichkeit näher liegt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Grundlegende Information zu oblatio

2. Gute Möglichkeit unerwünschtes Kind abzuschieben

a) Oblaten aus armen Familien

b) Illegitime Nachkommenschaft

c) Große Zahl der Erben

d) Schwäche des Kindes

3. Oblatio als Karrieresprungbrett

4. Tiefer Glaube

a) Opferung des Kindes – ein wichtiger Glaubensinhalt

b) Oblatio infolge einer Prophezeiung

c) Perspektive des Kindes

III. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Oblatio (Kinderdarbringung) im Mittelalter. Ziel ist es, die vielschichtigen Motive der Eltern zu hinterfragen und zu analysieren, ob es sich dabei primär um eine pragmatische Form der Kinderentsorgung, eine Sorge um die Zukunft des Nachwuchses oder einen tief religiösen Akt handelte.

  • Die pragmatische Dimension der Oblatio zur Versorgung von Kindern aus prekären Verhältnissen.
  • Die Rolle der Kinderdarbringung zur Sicherung von Erbansprüchen und politischen Interessen.
  • Die religiöse Motivation als Rechtfertigungsgrundlage und Ausdruck von Frömmigkeit.
  • Der Kontrast zwischen dem Schicksal des Kindes und den Intentionen der Eltern.
  • Die Interpretation historischer Quellen im Kontext der mittelalterlichen Kindheitsforschung.

Auszug aus dem Buch

3. Oblatio als Karrieresprungbrett

„Die gemeinschafts- und die verfassungsbildende Kraft verwandtschaftlicher Beziehungen ist eine epochenübergreifende soziale Tatsache.“ So ist es nicht verwunderlich, dass viele Familien sowohl in den weltlichen als auch in den kirchlichen Ämtern gleich mächtig waren. Wie die Aristokratie danach strebte eigene Vertreter innerhalb der Kirche zu haben, weil es zu einem ihren sozialen Rang ehrenhaft kennzeichnete, zu anderem gewisse Rückendeckung versprach, so nahm auch die Kirche gerne die Angehörige der Adelsfamilien auf, da es „anscheinend die beste Gewähr für die ordnungsgemäße Ausübung eines geistlichen Amtes“ bot und auf das Unterhalt des Klosters „von der Familie durch Stiftungen“ zählen ließ. Mit dem Hinblick auf höhere Weihegraden `opferten` Eltern ihre Kinder den Klöstern.

Die Lebensbeschreibung des heiligen Thomas von Aquino ist die beste Illustration der Familienbestrebungen. „Um 1230 bringt Landulf seinen jüngsten Sohn Thomas als Oblaten in die in der Nachbarschaft liegende Abtei Monte Cassino. Es ist nicht nur die Frömmigkeit, was die Eltern hierzu veranlasst. Sie hoffen, ihn einst als Abt zu sehen und erwarten so eine Stärkung ihrer eigenen Stellung in Süditalien.“ Es war nichts Neues an sich, eher eine Gesetzmäßigkeit in den Adelskreisen des Mittelalters, wie Klaus Schreiner es dargestellt hat: „Zwischen geistlicher und weltlicher Aristokratie herrschte Einvernehmen, dass verwandtschaftliche Beziehungen für den Bestand und das Wirken von Kirchen und Klöstern notwendig und nützlich seien.“ Erstaunlich ist die Verbissenheit, mit der die Familie des zukünftigen Heiligen darauf bestand, dass Thomas bei den Benediktinern bleibt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsdebatte zur mittelalterlichen Kindheit ein und verortet die Oblatio als ein oft als Stiefkind der historischen Forschung betrachtetes Phänomen.

II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in vier inhaltliche Schwerpunkte, die von grundlegenden Informationen über pragmatische Motive (Not, Erbschaft, Karriere) bis hin zu tiefgreifenden religiösen Beweggründen für die Kinderdarbringung reichen.

III. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass die Oblatio eine komplexe Abmachung darstellte, bei der das Kindeswohl oft hinter familiären, wirtschaftlichen oder religiösen Bestrebungen zurücktreten musste.

Schlüsselwörter

Oblatio, Kinderdarbringung, Mittelalter, Kindheit, Kloster, Benediktsregel, Erziehung, Glaubensinhalt, Adelsfamilien, Thomas von Aquino, soziale Absicherung, Frömmigkeit, Heiligenviten, Elternschaft, Kirchengeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das mittelalterliche Phänomen der Oblatio, bei dem Eltern ihre Kinder als Oblaten in Klöster gaben, und untersucht, ob dies als bloßes Abschieben oder als Chance für das Kind zu verstehen ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die soziale Not, die illegitime Nachkommenschaft, strategische Karriereplanung innerhalb der Kirche und die religiöse Motivation zur Opferung des eigenen Nachwuchses.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob die Frage nach dem „Abschieben“ oder der „Chance“ eindeutig beantwortbar ist oder welche Pole die Realität des damaligen Handelns eher prägten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse von Fachliteratur, zeitgenössischen Lebensbeschreibungen (Heiligenviten) und monastischen Regelwerken, insbesondere der Regula Benedicti.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil differenziert zwischen pragmatischen Gründen wie Armut, illegitimer Herkunft, Erbschaftssicherung und religiös-ideellen Gründen wie der Prophezeiung oder der spirituellen Hingabe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Oblatio, Kindheit, Klosterleben, Elternliebe, soziale Distinktion und religiöse Identität im Mittelalter.

Wie wurde die Darbringung eines Kindes laut Benediktsregel formal vollzogen?

Die Eltern setzten eine Bittschrift auf und hüllten diese gemeinsam mit der Hand des Kindes und der Opfergabe in das Altartuch, um das Kind symbolisch dem Kloster zu übergeben.

Welche Rolle spielte die Karriereplanung des Adels bei der Oblatio?

Klöster dienten dem Adel oft als strategische Orte, um Familienmitglieder in geistliche Ämter zu bringen, was zur Stärkung der familiären Machtstellung und zum Erhalt von Erbe beitrug.

Final del extracto de 22 páginas  - subir

Detalles

Título
Oblatio: Eine gute Möglichkeit ein unerwünschtes Kind abzuschieben oder eine Chance zum besseren Leben?
Universidad
University of Cologne
Autor
Julia Alert (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
22
No. de catálogo
V116651
ISBN (Ebook)
9783640186921
ISBN (Libro)
9783640195923
Idioma
Alemán
Etiqueta
Oblatio Eine Möglichkeit Kind Chance Leben
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Julia Alert (Autor), 2007, Oblatio: Eine gute Möglichkeit ein unerwünschtes Kind abzuschieben oder eine Chance zum besseren Leben?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116651
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