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Der Umgang mit Verschwörungstheorien in Literatur und Deutschrap. Vermittlung von Kenntnissen und Kompetenzen im Deutschunterricht

Titel: Der Umgang mit Verschwörungstheorien in Literatur und Deutschrap. Vermittlung von Kenntnissen und Kompetenzen im Deutschunterricht

Masterarbeit , 2020 , 94 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Tomke Gummels (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Literatur, Werke
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit Kenntnissen und Konzepten für den Umgang mit Verschwörungstheorien in Literatur und Deutschrap im Deutschunterricht. Die zentrale Fragestellung, die beantwortet werden soll, lautet: „Welche Kenntnisse und Kompetenzen benötigen Schüler*innen, um im Deutschunterricht für Verschwörungstheorien in Deutschrap und Literatur sensibilisiert und für den Umgang mit konspirativen Inhalten befähigt zu werden?“

Verschiedene Disziplinen versuchen, dem Gegenstand der Verschwörungstheorien unter ihrem eigenen Forschungsschwerpunkt gerecht zu werden. So setzt sich auch die Medien- und Literaturwissenschaft vermehrt mit der Thematik auseinander, denn viele der gängigen Definitionen und Forschungsansätze beschreiben Verschwörungstheorien als Erzählung und postulieren, dass Texte Referenzgegenstand von Verschwörungstheorien seien.

Nicht nur aus diesem Grund ist eine Auseinandersetzung mit konspirativen Inhalten im Deutschunterricht empfehlenswert, sondern auch deshalb, weil Verschwörungstheorien auch dort auftauchen, wo wir sie nicht erwarten oder in Formen auftreten, in denen sie nicht direkt als solche erkannt werden. Besonders für Jugendliche, die keine Erfahrungen mit verschwörungstheoretischen Texten haben, kann es somit zu einer unreflektierten Übernahme konspirativer Inhalte kommen. Ein musikalisches Genre, das sich immer wieder verschwörerischer Inhalte bedient, ist Deutschrap. Hier entsteht eine besondere Schwierigkeit, denn während sich Rap schon immer provozierender sprachlicher Mittel bedient hat, geht es bei der Einbettung konspirativer Ideen nicht nur um ein rhetorisches Mittel, sondern um ein Gesamtthema, das im schlimmsten Fall Feindbilder und Antisemitismus verstärken kann.

Deutschrap ist also schon längst kein Genre für eine Randgruppe mehr. Das macht es umso relevanter, sich mit der Thematik zu beschäftigen, denn Musik wird von Jugendlichen häufig unreflektiert konsumiert. Außerdem fehlt ihnen oft das Wissen, um konspirative Inhalte zu entdecken und Quellen kritisch zu hinterfragen, weil dies im Schulunterricht kein Thema ist. Den Lernenden muss an dieser Stelle also das nötige Wissen über konspirative Ideen vermittelt werden. Gleichzeitig müssen sie befähigt werden, Quellen kritisch zu hinterfragen und sich, darauf basierend, eine eigene Meinung zu bilden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Didaktische Begründung für die Behandlung von Verschwörungstheorien im Deutschunterricht

3. Verschwörungstheorien

3.1 Definitionsansatz

3.2 Unterscheidung von „gemäßigten“ und „totalen“ Verschwörungstheorien

3.3 Verschwörungstheorien als Textsorte

3.4 Arbeitsdefinition

4. Grenzen von Fakt und Fiktion

4.1 Fiktionale vs. Faktuale Texte

4.2 Fake

4.3 Faketionales Erzählen

5. Lesekompetenzmodelle

6. Medienkompetenz

7. Kenntnisse und Kompetenzen für den Umgang mit konspirativen Inhalten im Deutschrap

8. Analyse

8.1 Shah Reza – „Letzte Wa(h)rnung“ (14.04.2014)

8.1.1 Semantisches Textverständnis

8.1.2 Ästhetische Aufmerksamkeit

8.1.3 Ideolektales Textverständnis

8.1.4 Emotionale Rezeptionssteuerung

8.1.5 Faktuales Fachwissen

8.1.6 Medienkompetenz und Intertextualität

8.1.6.1 „Protokolle der Weisen von Zion“

8.1.6.2 Springmeier (1965) - „Bloodlines of the Illuminati“

8.2 Casper – „Morgellon“ (01.09.2017)

8.2.1 Semantisches Textverständnis

8.2.2 Ästhetische Aufmerksamkeit

8.2.3 Ideolektales Textverständnis

8.2.4 Emotionale Rezeptionssteuerung

8.2.5 Faktuales Fachwissen

8.2.6 Medienkompetenz und Intertextualität

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, welche Kenntnisse und Kompetenzen Schüler*innen benötigen, um im Deutschunterricht konspirative Inhalte in Raptexten kritisch zu analysieren und zu durchschauen, anstatt diese unreflektiert zu übernehmen.

  • Didaktische Legitimation der Thematisierung von Verschwörungstheorien im Deutschunterricht.
  • Entwicklung einer Arbeitsdefinition für Verschwörungstheorien und deren Einordnung als Textsorte.
  • Analyse der Schnittstellen zwischen faktualen und fiktionalen Erzählweisen in konspirativen Texten.
  • Untersuchung von Medienkompetenz und Lesekompetenzmodellen im Kontext digitaler Informationsverbreitung.
  • Exemplarische Analyse konkreter Rap-Tracks hinsichtlich ihrer konspirativen Narrative und sprachlichen Gestaltung.

Auszug aus dem Buch

8.1.1 Semantisches Textverständnis

Der zentrale Inhalt von Shah Rezas „Letzte Wa(h)rnung“ ist die Präsentation aktueller gesellschaftspolitisch relevanter Ereignisse und deren Erklärung durch vermeintliche Verschwörungen. So appelliert der Erzähler, der sich selbst als „Shah Reza“ präsentiert, an die Menschheit, endlich aufzuwachen und zu erkennen, dass diejenigen, die in den Medien als Auslöser gesellschaftlich relevanter Ereignisse, wie dem Arabischen Frühling, benannt werden, nicht die tatsächlichen Drahtzieher sind. Stattdessen werden beispielsweise die USA, die Illuminati und hier speziell die Juden als Schuldige des Elends auf der Welt benannt. So hält Shah Reza etwa fest, dass in der Wallstreet „die großen Gangster“ sitzen und verweist auf die „Rothschilds“ und die „Rockefellers“ als Stellvertreter für das Judentum. Der Protagonist äußert sich zudem kritisch zu anderen deutschen Rappern wie Haftbefehl oder Kollegah, die seiner Meinung nach die Jugend auf den falschen Weg bringen und ihren Kampf gegen angebliche Verschwörungen nur heucheln würden. Außerdem problematisiert er den Nah-Ost-Konflikt und die Rolle Israels und positioniert sich hiermit deutlich auf der anti-israelischen Seite.

Dabei wird den angeblichen Verschwörern ein klarer Intentionalismus vorgeworfen, der in den Lyrics versprachlicht wird. So wird einer Gruppe, die zunächst nur mit „so viele“ beschrieben wird, vorgeworfen, die Menschen zu „manipulieren“ und somit eine bewusste, zielgerichtete Beeinflussung vorzunehmen, um die Menschheit zu täuschen. Dabei handele es sich um „Lügen“, also bewusste Falschaussagen, die es der besagten Gruppe ermöglichen, die Bevölkerung mit falschen Informationen zu versorgen. Eine konkrete Täterbenennung sind hier beispielsweise die „USA“, denen der Protagonist vorwirft, die Situation der arabischen Länder Irak, Afghanistan, Syrien, Ägypten, Jemen und Libyen „ausgenutzt“ und sich aus der politisch schwierigen Situation der Länder im Rahmen des Arabischen Frühlings zu Beginn der 2010er-Jahre bewusst einen Vorteil verschafft zu haben. Er wirft ihnen vor, dass damals stattfindenden Revolutionen alle „geplant“ gewesen seien und die „Taktik“ dahinter gewesen sei, die genannten Staaten zu desensibilisieren, um in ihnen die Kontrolle übernehmen zu können. Die Machenschaften der Systeme benennt er als „luziferische[n] Pläne[n]“, womit gleichzeitig der Intentionalismus unterstrichen und durch die Assoziation mit dem Teufel eine negative Wertung vorgenommen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Zunahme konspirativer Inhalte und begründet die Notwendigkeit, diese im Deutschunterricht kritisch zu behandeln.

2. Didaktische Begründung für die Behandlung von Verschwörungstheorien im Deutschunterricht: Dieses Kapitel erläutert, warum die Auseinandersetzung mit Verschwörungstheorien für die Demokratiebildung und Medienkompetenz in der Schule essentiell ist.

3. Verschwörungstheorien: Hier werden Definitionen sowie Formen von Verschwörungstheorien theoretisch erarbeitet und als Textsorte kontextualisiert.

4. Grenzen von Fakt und Fiktion: Es wird untersucht, wie konspirative Texte die Grenze zwischen faktualen und fiktionalen Erzählweisen verwischen.

5. Lesekompetenzmodelle: Dieses Kapitel analysiert, inwiefern bestehende Lesekompetenzmodelle den Anforderungen an die Analyse konspirativer Texte gerecht werden.

6. Medienkompetenz: Es wird die Bedeutung von Medienkompetenz für den Umgang mit digital verbreiteten, teils manipulativen Informationen herausgearbeitet.

7. Kenntnisse und Kompetenzen für den Umgang mit konspirativen Inhalten im Deutschrap: Hier wird die Relevanz des Deutschrap als Motivationsinstrument für den Unterricht diskutiert.

8. Analyse: In diesem Kapitel werden zwei exemplarische Rap-Tracks anhand der zuvor erarbeiteten Kriterien linguistisch und inhaltlich analysiert.

9. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht das Potenzial von Raptexten für die präventive Bildungsarbeit im Deutschunterricht.

Schlüsselwörter

Verschwörungstheorien, Deutschunterricht, Medienkompetenz, Deutschrap, Lesekompetenz, Fake News, Intentionalismus, Fiktion, Fakt, Narration, Antisemitismus, Intertextualität, Medienkritik, politische Bildung, Textanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Verschwörungstheorien im Deutschunterricht, insbesondere mit deren Auftreten in Raptexten und wie Schüler*innen im Umgang damit gefördert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt Didaktik, Medientheorie, Narratologie, die Analyse von Raptexten und die Vermittlung kritischer Medienkompetenz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, welche Kompetenzen Schüler*innen benötigen, um konspirative Narrative in Rap-Texten zu identifizieren und kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Auseinandersetzung mit Begriffsdefinitionen und Kompetenzmodellen geführt, gefolgt von einer exemplarischen Analyse konkreter Rap-Tracks.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Verschwörungstheorien, Medien- und Lesekompetenz sowie die detaillierte Analyse der Songs von Shah Reza und Casper.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Verschwörungstheorien, Medienkompetenz, Deutschunterricht, Raptext-Analyse und kritische Lesekompetenz.

Wie unterscheidet der Autor zwischen "gemäßigten" und "totalen" Verschwörungstheorien?

Diese Unterscheidung wird genutzt, um Verschwörungstheorien hinsichtlich ihres Anspruchs und ihrer strukturellen Komplexität einzuordnen, wobei "totale" Theorien oft eine umfassende Welterklärung anstreben.

Warum wird der Fokus auf "Deutschrap" gelegt?

Da Deutschrap ein Genre ist, das von Jugendlichen häufig konsumiert wird und in dem konspirative Narrative inhaltlich verankert sind, bietet er eine motivierende Möglichkeit für den schulischen Kontext.

Welche Rolle spielt der "Intentionalismus" bei der Analyse der Raptexte?

Der Intentionalismus ist ein zentrales Merkmal der untersuchten Texte, da den Verschwörern bewusste, manipulative Absichten zur Täuschung der Menschheit unterstellt werden.

Inwiefern beeinflussen die untersuchten Raptexte das Weltbild der Rezipienten?

Die Texte nutzen Suggestion und eine klare Gut-Böse-Dichotomie, um Ängste zu schüren und Feindbilder zu etablieren, weshalb ein kritischer Zugang durch die Lernenden unerlässlich ist.

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Details

Titel
Der Umgang mit Verschwörungstheorien in Literatur und Deutschrap. Vermittlung von Kenntnissen und Kompetenzen im Deutschunterricht
Note
1,0
Autor
Tomke Gummels (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
94
Katalognummer
V1166635
ISBN (PDF)
9783346580450
ISBN (Buch)
9783346580467
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verschwörungstheorien Deutschrap Rap Deutschdidaktik Lesekompetenz Lesekompetenzmodelle Deutschunterricht Deutsch Fake News Verschwörung Antisemitismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tomke Gummels (Autor:in), 2020, Der Umgang mit Verschwörungstheorien in Literatur und Deutschrap. Vermittlung von Kenntnissen und Kompetenzen im Deutschunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1166635
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