Diese Arbeit vergleicht die beiden Kommunikationsmodelle von Friedemann Schulz von Thun und Paul Watzlawick im Schulalltag.
Kommunikation begegnet uns im Alltag ständig. Wir kommunizieren mit Kollegen, Freunden oder Familie und halten dabei ganz unbewusst bestimmte Regeln und Techniken ein.
Doch was ist Kommunikation eigentlich genauer betrachtet? Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist die Anwesenheit von zwei oder mehreren Personen. Die Informationen werden über Mitteilungen weitergegeben, die verbal und/oder nonverbal stattfinden können. Darauf gehen auch die beiden Kommunikationsmodelle von Schulz von Thun und Watzlawick genauer ein. Unter Informationsaustausch wird nicht nur der Austausch von Wissen, sondern auch die Übermittlung von Erkenntnissen, Erfahrungen, Vorstellungen, Gefühlen oder Meinungen verstanden.
Damit Kommunikation stattfinden kann, müssen noch andere Voraussetzungen gegeben sein, wie beispielsweise das Vorhandensein eines gemeinsamen Zeichenvorrats. Die Kommunikationspartner sollten sich der gleichen Sprache bedienen können. Wenn dies nicht der Fall ist, reichen teilweise auch nichtsprachliche Zeichen, wie zum Beispiel Mimik und Gestik. Außerdem sollten die Kommunikationspartner die Bedeutung der Worte und Wortfolgen teilen.
Diese Voraussetzungen reichen noch nicht aus, damit Kommunikation störfrei ablaufen kann. Schulz von Thun und Watzlawick beschreiben noch weitere Aspekte, die zum gelungenen Austausch von Informationen beitragen können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kommunikation
3. Das Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun
3.1 Das Kommunikationsquadrat
3.2 Der Sender
3.3 Der Empfänger
3.4 Fazit
4. Das Kommunikationsmodell von Paul Watzlawick
4.1 Erstes Axiom
4.2 Zweites Axiom
4.3 Drittes Axiom
4.4 Viertes Axiom
4.5 Fünftes Axiom
4.6 Fazit
5. Vergleich der Kommunikationsmodelle von Schulz von Thun und Watzlawick
5.1 Subjektive Wirklichkeit
5.2 Nonverbale Sprache
5.3 Aspekte einer Nachricht
5.4 Metakommunikation
5.5 Störungen
5.6 Schulz von Thun im Zusammenhang mit Watzlawick
6. Bezug zum Seminar „Didaktisch- methodische Grundlage inklusiver Unterrichtsformate- Schwerpunkt Sprache“
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit verfolgt das Ziel, die Kommunikationsmodelle von Friedemann Schulz von Thun und Paul Watzlawick theoretisch darzustellen, sie anhand von Beispielen aus dem Schulalltag zu veranschaulichen und ihre Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in einer vergleichenden Analyse herauszuarbeiten.
- Grundlagen der zwischenmenschlichen Kommunikation nach Schulz von Thun und Watzlawick
- Strukturelle Analyse der Modelle (Kommunikationsquadrat vs. fünf Axiome)
- Vergleichende Untersuchung der Aspekte subjektive Wirklichkeit, Metakommunikation und Störungen
- Relevanz der Kommunikationstheorien für den schulischen Alltag und inklusive Lehrkonzepte
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Kommunikationsquadrat
Schulz von Thun beschreibt die Vielseitigkeit einer Nachricht mit Hilfe eines Kommunikationsquadrats. Die vier Seiten des Quadrats stehen stellvertretend für vier verschiedene Aspekte einer Nachricht. Diese Aspekte oder Botschaften sind der Sachaspekt, der Selbstoffenbarungsaspekt, der Beziehungsaspekt und der Appellaspekt. Da alle Seiten des Quadrats gleichlang sind, werden die vier Botschaften auch gleichrangig betrachtet, wobei in verschiedenen Situationen einige Aspekte in den Vordergrund treten können.6
Um das Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz von Thun verstehen zu können, werden die Aspekte anhand eines Beispiels aus dem Schulalltag verdeutlicht: Die Situation spielt in einem Klassenzimmer in einer Unterrichtsstunde. Ein Schüler, hier Sven genannt, sagt zur Lehrperson, hier Frau Maier, während der Stunde: „Das Thema ist langweilig.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Themenwahl und den Bezug zum Seminar zur Gesprächsführung sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Kommunikation: Es erfolgt eine allgemeine Definition von Kommunikation als Informationsaustausch sowie eine Erläuterung grundlegender Voraussetzungen für das Gelingen von Mitteilungen.
3. Das Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun: Dieses Kapitel führt das Kommunikationsquadrat mit seinen vier Ebenen (Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung, Appell) aus Sicht von Sender und Empfänger ein.
4. Das Kommunikationsmodell von Paul Watzlawick: Hier werden die fünf Axiome der Kommunikation erläutert, die als Basis für einen reibungslosen Kommunikationsablauf dienen sollen.
5. Vergleich der Kommunikationsmodelle von Schulz von Thun und Watzlawick: Es erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der Theorien hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei zentralen Konzepten wie Wirklichkeitskonstruktion und Störungsursachen.
6. Bezug zum Seminar „Didaktisch- methodische Grundlage inklusiver Unterrichtsformate- Schwerpunkt Sprache“: Die Autorin verknüpft die Erkenntnisse der Kommunikationsmodelle mit Aspekten der Sprachförderung und Inklusion im Bildungsbereich.
7. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Bedeutung einer bewussten Wahrnehmung von Kommunikationsprozessen für Lehrkräfte hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Kommunikation, Schulz von Thun, Watzlawick, Kommunikationsquadrat, Axiome, Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehungsaspekt, Appell, Metakommunikation, Kommunikationsstörungen, Inklusion, Lehrkraft, Schullalltag, Sprachförderung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen dieser Hausarbeit?
Die Arbeit vergleicht die Kommunikationsmodelle von Schulz von Thun und Watzlawick, um deren Anwendungsmöglichkeiten und Relevanz für den schulischen Alltag sowie für Lehrpersonen aufzuzeigen.
Welche Kommunikationsmodelle stehen im Fokus?
Es werden das Kommunikationsquadrat (Nachrichtenquadrat) von Friedemann Schulz von Thun und die fünf Kommunikationsaxiome von Paul Watzlawick behandelt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, durch die getrennte Darstellung und anschließende vergleichende Analyse der Modelle ein tieferes Verständnis für zwischenmenschliche Kommunikationsprozesse und deren Störungsquellen zu erlangen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die durch die Verknüpfung mit praktischen Fallbeispielen aus dem Schulalltag ergänzt wird.
Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Modelle, deren Vergleich hinsichtlich Metakommunikation, Wirklichkeitskonstruktion und Störungsursachen sowie die Anwendung auf den Bereich der inklusiven Unterrichtsformate.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Zu den Schlüsselbegriffen gehören Kommunikationsquadrat, Axiome, Beziehungsebene, Metakommunikation und die schulische Lehr-Lern-Interaktion.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von „Störungen“ in beiden Modellen?
Schulz von Thun fokussiert primär auf Dekodierungsfehler des Empfängers und die Inkongruenz von Botschaften, während Watzlawick Störungen stärker in der Beziehungsdynamik und Interpunktion von Kommunikationsabläufen verortet.
Welchen Bezug stellt die Autorin zum Seminar „Didaktisch-methodische Grundlage“ her?
Die Autorin argumentiert, dass sprachliche Kompetenzen und die bewusste Steuerung der eigenen Kommunikation für Lehrkräfte essenziell sind, um inklusive Lernumgebungen zu schaffen und Beziehungen zu Schülern wertschätzend aufzubauen.
Was bedeutet das erste Axiom von Watzlawick konkret für Lehrkräfte?
Es verdeutlicht, dass Lehrkräfte auch durch ihr Schweigen oder ihre Körpersprache ständig kommunizieren, weshalb nonverbales Verhalten stets Teil der pädagogischen Interaktion ist.
Warum ist das „Selbstoffenbarungsohr“ für Lehrpersonen laut Schulz von Thun so wichtig?
Ein ausgeprägtes Selbstoffenbarungsohr ermöglicht es einer Lehrperson, aktiv zuzuhören und die Hintergründe von Schülerverhalten besser zu deuten, anstatt nur oberflächlich auf Sachinformationen zu reagieren.
- Arbeit zitieren
- Janina Bucher (Autor:in), 2015, Die Kommunikationsmodelle von Schulz von Thun und Watzlawick im Schulalltag. Ein Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1167144