Das fortlaufende Wachstum von Wettbewerben verlangt von Unternehmen eine stetige Reaktion auf die sich ändernden Rahmenbedingungen. Individuelle Kundenwünsche oder auch eine steigende Marktdynamik erfordern gut bedachte Reaktionen, verbunden mit einer Anpassungsfähigkeit. Dies sollte stets bei hoher Produktqualität und möglichst niedrigen Preisen geschehen. In vielen Bereichen gibt es immer wieder die Möglichkeit Geld einzusparen oder diese zu fördern, um mehr Gewinn zu erwirtschaften. Bei der Erreichung von Unternehmenszielen spielt das Controlling, welches
ein Teilbereich des betrieblichen Rechnungswesens darstellt, eine bedeutsame Rolle. Daten aus Analysen schaffen einen Überblick über den Gewinn, die Rentabilität und über den Wert von Unternehmen.
Die Überlegung bei der Vorgehensweise von Engpässen stellt einen relevanten Themenkomplex in der Produktionslogistik dar. Es wird verlangt, dass Fertigungsstörungen so minimal wie möglich gehalten werden. Folglich
ist es bei diesem Themengebiet primär von Bedeutung, eine logische Identifikation von Engpässen vorzunehmen. Unterstützt, durch das Controlling, werden in einem laufenden Prozess Maßnahmen vorgeschlagen, um sichtbare Probleme zu beheben und einen positiven Trend zu verstärken.
Doch wie kommt es überhaupt zu sogenannten Engpässen und was ist bei einer solchen Sachlage besonders zu beachten? Damit setzt sich der Rahmen des Praxisteils auseinander, verbunden mit einer Analyse der Engpasssituation an einem freigewählten Beispiel: der Pizzaproduktion. Resultierend wird der Sachverhalt durch eine Lösungsskizze untermauert, um in dem weiteren Verlauf dieser Problematik Handlungsvorschläge zu treffen. Die Untersuchung des Fallbeispiels dient schlussfolgernd der Festlegung von Produktionsstrategien bei einem gewinnoptimalen Produktionsprogramm bei Vorhandensein eines Engpasses.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kurzfristige, gewinnoptimale Produktionsplanung
2.1. Grundlagen
2.2. Vorhandensein eines Engpasses
3.Übertragung auf das Fallbeispiel
3.1. Handlungsvorschläge
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Vorgehensweise bei einer kurzfristigen, gewinnoptimalen Produktionsplanung unter Berücksichtigung von Kapazitätsengpässen zu analysieren und anhand eines praktischen Fallbeispiels aus der Pizzaproduktion zu veranschaulichen, um daraus fundierte Handlungsempfehlungen abzuleiten.
- Theoretische Grundlagen der kurzfristigen Produktionsprogrammplanung
- Identifikation und Analyse von Engpasssituationen in der Produktion
- Anwendung der engpassbezogenen Deckungsbeitragsrechnung
- Kritische Würdigung der Voll- und Teilkostenrechnung bei Mehrproduktunternehmen
- Strategische Aspekte von Make-or-Buy-Entscheidungen
Auszug aus dem Buch
2.2. Vorliegen eines Engpasses
Liegt ein Engpass vor, so müssen Abstriche in der Produktion, bezogen auf hergestellte Produkte, gemacht werden. Doch zuerst sollte man sich die Frage stellen, wie es überhaupt zu einem Engpass kommt. Kapazitätsengpässe treten zum Beispiel in Produktionen auf, wenn alle hergestellten Produkte eine bestimmte Maschine durchlaufen. Diese bestehen darin, dass die Maschine - selbst bei maximaler Nutzung - es nicht schafft alle gewünschten Mengen zu erzeugen. Doch nicht nur bei Waren, sondern auch bei Dienstleistungen kann es zu einem Engpass kommen. Dies könnte bei Messebesuchen der Fall sein, wenn diese die Kapazität der verfügbaren Mitarbeiter gänzlich sprengt. Des Weiteren kann es passieren, dass Produktionswerke verlagert oder gar geschlossen werden und somit ein erheblicher Engpass vorliegt. Ein weiterer Grund kann ebenfalls eine Rohstoffknappheit sein. Werden Baumwollpullover produziert und es gibt ein Mangel an Baumwolle, so kann die maximale Kapazität unter normalen Bedingungen gleichermaßen nicht ausgeschöpft werden. Diese Rohstoffknappheit könnte vor allem in der momentanen Coronapandemie zu erheblichen Engpässen durch: Kurzarbeit, Verringerung des Personals und Transportverspätungen führen. Insbesondere tritt dies auch bei einer ländlichen Trennung von Produktionsstätten auf. Doch auch Änderungen von gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie beispielsweise durch den Brexit verursacht, können mögliche Ursachen sein. Zuletzt sind technische Probleme in Produktionsanlagen keine Seltenheit und können durch deren Ausfall oder eine Ausweichung auf ältere, nicht so leistungsfähige Anlagen, auch ein Auslöser sein.
Liegen solche Engpässe vor, so ist der Stückdeckungsbeitrag einzelner Leistungsarten kein ausreichendes Entscheidungskriterium für eine gewinnoptimale Produktionsplanung. Ausschlaggebend zur Gewinnmaximierung ist hierbei der “(…) [engpassbezogene] Stückdeckungsbeitrag (…)“ Dieser wird ermittelt, indem man den Deckungsbeitrag der jeweiligen Produktart durch die Leistungsinanspruchnahme des Produktes, bezogen auf die Kapazität, dividiert. Dieser dient zur Ermittlung der Rangfolge bei Vorhandensein einer Kapazitätsbeschränkung für jedes einzelne Produkt. Diese Ermittlung ermöglicht Aussagen über die „(…) gewinnmaximal[e] Nutzung einer freien Engpasskapazität und der Vorteilhaftigkeit und Aufnahme einer neuen Produktart gegenüber dem Wegfall eines bereits im Programm befindlichen Produkts [zu treffen].“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Unternehmen auf einen wachsenden Wettbewerb reagieren müssen und dass das Controlling eine zentrale Rolle bei der Identifikation und Bewältigung von Engpässen in der Produktion spielt.
2. Kurzfristige, gewinnoptimale Produktionsplanung: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Programmplanung bei Engpässen, wobei besonders auf die Bedeutung des engpassbezogenen Stückdeckungsbeitrags zur Gewinnmaximierung eingegangen wird.
3. Übertragung auf das Fallbeispiel: Hier wird die Theorie anhand der Produktion von drei verschiedenen Pizzasorten praktisch angewendet, um das optimale Produktionsprogramm zu ermitteln und konkrete Handlungsvorschläge aufzuzeigen.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein systematischer Planungsprozess und der korrekte Umgang mit Engpässen essentiell sind, um trotz möglicher Hindernisse ein optimales Betriebsergebnis zu erzielen.
Schlüsselwörter
Produktionsplanung, Engpass, Controlling, Deckungsbeitragsrechnung, Gewinnmaximierung, Kapazitätsauslastung, Stückdeckungsbeitrag, Mehrproduktunternehmen, Teilkostenrechnung, Vollkostenrechnung, Make-or-Buy, Fallbeispiel, Produktionsprogramm, Betriebsergebnis, Ressourcenallokation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kurzfristigen, gewinnoptimalen Produktionsplanung eines Unternehmens, insbesondere unter der Bedingung, dass in der Produktion ein Kapazitätsengpass vorliegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Feldern zählen die theoretischen Grundlagen der Produktionsprogrammplanung, die Identifikation von Engpässen, die engpassbezogene Deckungsbeitragsrechnung sowie strategische Überlegungen zur Eigen- oder Fremdfertigung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein Unternehmen durch eine mathematisch fundierte Rangfolge der Produkte bei Vorliegen eines Engpasses das maximale Betriebsergebnis erzielen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine betriebswirtschaftliche Analyse durchgeführt, die theoretische Konzepte (Deckungsbeitragsrechnung) mit einem praktischen Fallbeispiel (Pizzaproduktion) verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen dargelegt, gefolgt von der praktischen Übertragung auf ein Szenario mit drei Produkten und der Ableitung kritischer Handlungsempfehlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Engpass, Deckungsbeitragsrechnung, Gewinnmaximierung, Kapazitätsplanung und Produktionsprogramm bestimmt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Voll- und Teilkostenrechnung in diesem Kontext wichtig?
Die Autorin betont, dass die Teilkostenrechnung für die Entscheidungsfindung bei Engpässen überlegen ist, da die Vollkostenrechnung durch ungleichmäßige Verteilung der Gemeinkosten zu fehlerhaften Entscheidungen führen kann.
Was passiert, wenn ein Produkt einen negativen Deckungsbeitrag generiert?
Es wird empfohlen, das Sortiment kritisch zu prüfen und gegebenenfalls das Produkt aus der Produktion zu nehmen, sofern keine vertraglichen Lieferverpflichtungen bestehen, um den Gesamtgewinn nicht unnötig zu schmälern.
- Citation du texte
- Talisa Gassmann (Auteur), 2021, Kurzfristige gewinnoptimale Produktionsplanung beim Vorliegen eines Engpasses, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1167307