Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit behandelt das Handlungsfeld der Heimerziehung, welches einen Teilbereich der Kinder- und Jugendhilfe darstellt. Hierbei wird insbesondere die Bedeutung von Elternarbeit fokussiert. Das Ziel dieser Hausarbeit ist die Ausarbeitung und Beantwortung der zentralen Fragestellungen, wie die Elternarbeit mit sorgeberechtigten Eltern von Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren in der Heimerziehung die Rückführung in die Herkunftsfamilie beeinflusst. Dieser Fragestellung wird in Rahmen einer qualitativen Sozialforschung nachgegangen. Dafür wurden wissenschaftliche Theorien, Erkenntnisse und Studien zum Thema im Theorieteil gesammelt und niedergeschrieben. Außerdem wurde ein leitfadengestütztes Experteninterview mit einem Sozialarbeiter durchgeführt, der seit viereinhalb Jahren in einer Wohngruppe tätig ist und Fortbildungen im Bereich Elterntraining absolviert hat. Die Ergebnisse der Erhebung werden mit der referierten Literatur abgeglichen, dargestellt und ausgewertet.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Begriffserläuterungen
1.1 Elternschaft, Elterliche Sorge und Elternverantwortung
1.2 Heimerziehung und stationäre Einrichtungen nach § 34 SGB VIII
1.3 Partizipation / Elternarbeit
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Professionsbezogene Einordnung Sozialer Arbeit in der Heimerziehung
2.2 Notwendigkeit der Elternarbeit
2.3 Aktuelle Studien zur Elternarbeit in der Heimerziehung
3. Methodisches Vorgehen
3.1 Feldzugang und Sample
3.2 Erhebungsmethode
3.3 Transkription und Auswertungsmethode
4. Auswertung und Darstellung der Ergebnisse
4.1 Voraussetzungen für Elternarbeit
4.2 Gestaltung von Elternarbeit
4.3 Wirkung von Elternarbeit
Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, welchen Einfluss eine zielgerichtete Elternarbeit mit sorgeberechtigten Eltern von Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren in stationären Wohngruppen auf die Rückführung in die Herkunftsfamilie hat. Dabei wird analysiert, wie pädagogische Fachkräfte durch systemische Ansätze und Partizipationsförderung die Zusammenarbeit mit Eltern gestalten können, um den Erfolg der Heimerziehung zu optimieren.
- Bedeutung der Elternarbeit für den Hilfeverlauf in der Heimerziehung
- Systemische Methoden und Ansätze in der Arbeit mit Herkunftsfamilien
- Einfluss der Eltern-Kind-Bindung auf die Rückkehrperspektive
- Herausforderungen und Voraussetzungen für eine gelingende Elternarbeit
- Empirische Erkenntnisse aus qualitativen Experteninterviews
Auszug aus dem Buch
2.1 Professionsbezogene Einordnung Sozialer Arbeit in der Heimerziehung
Die stationäre Jugendhilfe hat sich aus den ursprünglich seit dem 16. Jahrhundert in Deutschland bestehenden Waisenhausanstalten entwickelt (vgl. Winkelmann 2014: 73). Diese orientierten sich meistens an einer christlichen Anstaltserziehung, die sich durch unmenschliche Lebensbedingungen sowie eine mangelnde Vorbereitung der Kinder und Jugendlichen auf ein selbstständiges Leben kennzeichnen lässt (vgl. Winkelmann 2014: 73). Zu dem mussten die Kinder und Jugendlichen bis zu den Heimreform in den 1970er und 1980er Jahren ihren Lebensunterhalt, beispielsweise durch Torf stechen, selbst verdienen (vgl. Winkelmann 2014: 73). Die Reform wurde durch eine Studierendenbewegung initiiert, die mit Hilfe von Medien gegen die Anstaltserziehung postulierten (vgl. Winkelmann 2014: 73).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Handlungsfeld der Heimerziehung und Darlegung der Forschungsfrage zur Bedeutung der Elternarbeit für die Rückführung in die Herkunftsfamilie.
1. Begriffserläuterungen: Definition zentraler Begrifflichkeiten wie Elternschaft, stationäre Einrichtungen nach § 34 SGB VIII sowie Partizipation und Elternarbeit.
2. Theoretischer Hintergrund: Darstellung der historischen Entwicklung, der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Notwendigkeit von Elternarbeit unter Einbezug systemischer und bindungstheoretischer Ansätze.
3. Methodisches Vorgehen: Beschreibung des qualitativen Forschungsdesigns, der Datenerhebung mittels Experteninterview sowie der Auswertungsmethodik nach Mayring.
4. Auswertung und Darstellung der Ergebnisse: Analyse und Diskussion der gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich der Voraussetzungen, Gestaltung und Wirkungen von Elternarbeit in der Praxis.
Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Beantwortung der zentralen Forschungsfrage.
Schlüsselwörter
Heimerziehung, Elternarbeit, Partizipation, Rückführung, Sozialpädagogik, SGB VIII, systemische Arbeit, Bindungstheorie, Eltern-Kind-Beziehung, Jugendhilfe, Ressourcenorientierung, Erziehungsfähigkeit, Hilfeplan, Wohngruppe, Experteninterview.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Ausgestaltung der Elternarbeit im Kontext der stationären Heimerziehung für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Themen sind unter anderem die rechtlichen und historischen Grundlagen der Heimerziehung, die theoretische Fundierung von Elternarbeit sowie deren praktische Umsetzung und Wirkung auf den Hilfeverlauf.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu ergründen, wie gezielte Elternarbeit die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Rückführung des Kindes in die Herkunftsfamilie beeinflussen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf einer Einzelfallstudie und einem leitfadengestützten Experteninterview mit einem Sozialarbeiter basiert.
Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert die Voraussetzungen für gelingende Elternarbeit, differenziert verschiedene Formen der praktischen Umsetzung und diskutiert die beobachtbaren Effekte auf Kinder, Eltern und Fachkräfte.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Heimerziehung, Elternarbeit, Partizipation, Rückkehrperspektive, SGB VIII und systemisches Arbeiten.
Welche Rolle spielt das Sorgerecht laut dem Interviewpartner?
Das entzogene Sorgerecht kann bei Eltern zu einem Gefühl der Ohnmacht führen, was die Kooperationsbereitschaft erschweren kann, auch wenn eine Zusammenarbeit fachlich weiterhin möglich bleibt.
Wie bewertet der Experte die Bedeutung von Fortbildungen?
Fortbildungen werden als entscheidender Baustein angesehen, um Professionalität zu steigern, Methoden wie Elterntraining anzuwenden und die Qualität der Elternarbeit nachhaltig zu sichern.
- Citation du texte
- Ivo Hintze (Auteur), 2021, Die Bedeutung von Elternarbeit in der Heimerziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1167589