Im Folgenden wird zuerst der Begriff "Gerechtigkeit" definiert und anschließend auf die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls eingegangen. Es soll gezeigt werden, inwiefern Gerechtigkeit gelten kann, welche Standards dafür nötig sind und welche Rolle die Politik hierbei spielt.
Inhaltsverzeichnis
Da das vorliegende Dokument kein explizites Inhaltsverzeichnis enthält, wurde zur Strukturierung die logische Gliederung der Arbeit angewandt:
1. Einleitung und Definition des Gerechtigkeitsbegriffs
2. Die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls
3. Anwendung der Theorie auf aktuelle steuerpolitische Maßnahmen
4. Fazit und politischer Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht das Konzept der sozialen Gerechtigkeit aus einer soziologisch-philosophischen Perspektive, wobei insbesondere die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls auf moderne steuerpolitische Debatten angewendet wird, um Möglichkeiten zur Reduzierung materieller Ungleichheiten zu identifizieren.
- Grundlagen und Definitionen des Gerechtigkeitsbegriffs
- Analyse der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls und des "Schleiers des Nichtwissens"
- Diskussion über die Wiedereinführung der Vermögenssteuer
- Argumentation zur Sinnhaftigkeit der Erbschaftssteuer
- Verhältnis zwischen politischer Entscheidungsfindung und sozialer Umverteilung
Auszug aus dem Buch
Die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls
Nach John Rawls „Theory of Justice“ (1971) ergibt sich ein gerechter Zustand dann, wenn die Entscheidungen der Individuen unter einem Schleier des Nichtwissens getroffen werden. Der Schleier des Nichtwissens ist ein Gedankenexperiment.
Der Einzelne ist in einem Urzustand und „niemand [kennt] seine persönlichen ökonomischen Verhältnisse, seine soziale Position, seine Anlagen und besonderen Bedürfnisse[...]“ (Koller 1987: 19). Unabhängig von der gesellschaftlichen Stellung, Klasse oder Status werden die Entscheidungen der Individuen getroffen, ob Umverteilung befürwortet oder abgelehnt wird. Die Menschen haben nur Kenntnis von den allgeminen gesellschaftlichen Tatsachen.
Demnach beziehen sie ihre Präferenzen auf diejenigen sozialen Güter, die im allgemeinen für die Befriedigung menschlicher Zwecke gelten. Dadurch sollen Grundsätze gewählt werden, deren Folgerungen sie hinzunehmen bereit sind. Mit sozialen Gütern meint er bürgerliche Freiheiten, Lebenschancen, Macht, Status, Einkommen etc. Die Realität sieht hingegen anders aus. Denn hier bestimmt sehr wohl das Sein das Bewusstsein.
Da jedes Individuum eigene Interessen hat und verfolgt, gibt es innerhalb einer Gesellschaft unterschiedliche Interessen. Daher ist die Umsetzung von Rawls Gedankenexperiment schwierig. Auch David Miller war der Meinung, dass eine Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis weiterhin bestehen bleibt (vgl. Miller 1992: 556).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Definition des Gerechtigkeitsbegriffs: Das Kapitel führt in die Problematik globaler Armut ein und definiert soziale Gerechtigkeit als moralisch begründetes System von Verteilungsregeln.
2. Die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls: Dieser Abschnitt erläutert Rawls Gedankenexperiment des "Schleiers des Nichtwissens" und die zwei Grundsätze, die als Fundament einer gerechten Gesellschaft dienen sollen.
3. Anwendung der Theorie auf aktuelle steuerpolitische Maßnahmen: Hier wird geprüft, inwiefern Instrumente wie die Vermögens- und Erbschaftssteuer mit den Gerechtigkeitsforderungen von Rawls in Einklang gebracht werden können.
4. Fazit und politischer Ausblick: Der abschließende Teil plädiert für eine höhere steuerliche Beteiligung priviligierter Schichten, um soziale Ungleichheiten abzumildern und gesellschaftliche Leistungen wie Bildung zu finanzieren.
Schlüsselwörter
Soziale Gerechtigkeit, John Rawls, Schleier des Nichtwissens, Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, Umverteilung, soziale Ungleichheit, Existenzminimum, Verteilungsgerechtigkeit, Maximin-Regel, politische Entscheidung, gesellschaftliche Grundstruktur, materielle Ungleichheit, Steuerpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen sozialer Gerechtigkeit und deren Anwendung auf aktuelle steuerpolitische Instrumente zur Bekämpfung von Armut und Ungleichheit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Gerechtigkeitstheorien nach John Rawls, das Prinzip der fairen Umverteilung sowie die gesellschaftspolitische Debatte um Vermögens- und Erbschaftssteuern.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie soziale Gerechtigkeit im Sinne von Rawls in der Realität durch steuerliche Maßnahmen erreicht werden kann und welche Rolle der Staat dabei spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Analyse angewandt, bei der philosophische Gerechtigkeitskonzepte (insbesondere von John Rawls) auf gegenwärtige sozialökonomische Daten und politische Reformansätze angewendet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Gedankenexperiment des "Schleiers des Nichtwissens" analysiert, die Problematik unterschiedlicher Interessen in der Gesellschaft diskutiert und die Sinnhaftigkeit spezifischer Steuerreformen erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Soziale Gerechtigkeit, John Rawls, Umverteilung, Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer und soziale Ungleichheit.
Was besagt die Maximin-Regel von Rawls im Kontext der Arbeit?
Die Maximin-Regel besagt, dass politische Entscheidungen so getroffen werden sollten, dass sie den Nutzen für die am schlechtesten gestellten Mitglieder einer Gesellschaft maximieren.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Staates?
Die Autorin argumentiert, dass der Staat die Pflicht hat, ein menschenwürdiges Existenzminimum zu sichern und soziale Unterschiede durch Umverteilung, etwa durch Steuern, abzumildern.
- Arbeit zitieren
- Rukiye Tekin (Autor:in), 2016, (Un)gerechte (Un)gleichheiten? Soziale Ungleichheit und Gerechtigkeit aus soziologischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1167649