Diese Arbeit untersuch die Frage, welche Maßnahmen sollten ergriffen werden können, um während der Schwangerschaft Unterstützung für werdende Mütter in Notsituationen zu bieten. Ist hier eine anonyme Beratung ausreichend? Angebote anonymer Kindesabgabe gibt es einige, aber ist damit genug für Schwangere in Notsituationen getan oder kann man gemacht werden? Besteht weiterer Handlungsbedarf oder ist mit der Einrichtung solcher Institutionen politisch-gesetzlich genug getan worden?
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Anonyme Kindesabgabe
2.1 Begriffsbestimmung
2.1.1 Babyklappe
2.1.2 Anonyme Übergabe
2.1.3 Anonyme Geburt
2.1.4 Vertrauliche bzw. Geheime Geburt
2.1.5 Inkognito-Adoption
2.2 Geschichte
2.3 Verfahren
2.4.Ziele der anonymen Angabe
2.5 Finanzierung
2.6 Nutzer/innen
2.7 Rechtliche Aspekte
2.7.1 Schwangerschaftskonfliktgesetz
2.7.2 Familienrecht
2.7.3 Personenstandsrecht
2.7.4 Strafrecht
2.7.5 Sozialdatenschutz
2.7.6 Vormundschaftsrecht
2.7.7 Adoptionsrecht
2.8 Politische Aspekte
2.9 Folgen der anonymen Kindesabgabe
2.10 Alternativen
2.10.1 Inkognito-Adoption
2.10.2 Adoption
2.10.3 Hilfetelefon
2.10.4 Schwangerschaftskonfliktberatung
3. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Notsituation von Schwangeren und der ethischen sowie rechtlichen Problematik der anonymen Kindesabgabe, um den bestehenden Handlungsbedarf kritisch zu hinterfragen.
- Historische Entwicklung und Definition der verschiedenen Formen der anonymen Kindesabgabe.
- Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und der daraus resultierenden Konflikte.
- Untersuchung des Motivationsspektrums abgebender Frauen.
- Diskussion politischer Ansätze und der Folgen für Mutter und Kind.
- Gegenüberstellung von Alternativen wie der vertraulichen Geburt und Beratungsangeboten.
Auszug aus dem Buch
1. Einführung
Zum Ende der Schwangerschaft plagten die werdende Mutter immer wieder Selbstzweifel, ob sie der neuen Aufgabe gewachsen ist. Paula1 (19) ist trotz Pille schwanger geworden. Für eine Abtreibung war es schon zu spät, denn sie bemerkte die Schwangerschaft erst im sechsten Monat. Auch der Rest der Schwangerschaft ging sie nicht zum Arzt. Stattdessen verheimlichte und verdrängte sie ihren Umstand. Für Paula war es wie Theaterspielen, dass sie zu ihrem Schutz und um ihre Mutter nicht zu enttäuschen, spielte.
Um den Geburtstermin hatte Paula immer wieder starke Rückenschmerzen, die sie mit heißen Duschen versuchte zu lindern. Eines Abends stieg sie aus der Dusche, trocknete sich ab und bemerkte eine Wasserlache auf dem Boden. Da wusste sie es ist so weit. Ihre Mutter bekam mit, dass es ihrer Tochter nicht gut ging und fragte, ob sie etwas Falsches gegessen habe. Um ihre Mutter zu beruhigen und die Fassade aufrecht zu erhalten wurde die Frage bejaht. Nachdem ihre Eltern schlafen gegangen sind rief Paula selbst den Krankenwagen, vor der Tür wartete sie mit regelmäßigen Wehen. Der gesamte Weg der Schwangerschaft ist sie allein gegangen, was nicht einfach war, deshalb hat Paula sich vorgenommen nichts mit dem Kind zu tun haben zu wollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Anhand einer fiktiven Fallgeschichte wird die Problematik der anonymen Kindesabgabe und der Wunsch der Schwangeren nach einer Lösung in einer Notsituation eingeleitet.
2. Anonyme Kindesabgabe: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Begrifflichkeiten, die historische Entwicklung sowie die rechtlichen und politischen Hintergründe der anonymen Abgabe, einschließlich der verfügbaren Alternativen.
3. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass trotz bestehender Angebote ein langfristiger Handlungsbedarf besteht, solange keine konsensuale gesetzliche Regelung die Problematik löst.
Schlüsselwörter
Anonyme Kindesabgabe, Babyklappe, Vertrauliche Geburt, Notsituation, Schwangerschaftskonfliktgesetz, Personenstandsrecht, Adoptionsrecht, Kindeswohl, Hilfetelefon, Ethik, Kindstötung, Aussetzung, soziale Arbeit, Beratung, Familienrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der anonymen Kindesabgabe und analysiert, inwiefern dieses Angebot eine angemessene Antwort auf Notsituationen Schwangerer darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Begriffsbestimmung verschiedener Abgabeformen, die rechtliche Kollision mit geltendem Recht, die politische Debatte sowie die Folgen für die betroffenen Mütter und Kinder.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den politischen und rechtlichen Handlungsbedarf zu identifizieren, der sich aus der Duldung anonymer Kindesabgaben ergibt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Stellungnahmen sowie Gesetzesentwürfe zum Thema.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsdefinition, historische Herleitung, die Darstellung rechtlicher Aspekte, die Aufarbeitung der politischen Debatte und eine Betrachtung von Alternativen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie anonyme Kindesabgabe, Babyklappe, Rechtssicherheit, Kindeswohl und Schwangerschaftskonfliktberatung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die "vertrauliche Geburt" von der "Babyklappe"?
Bei der Babyklappe erfolgt die Abgabe des Kindes gänzlich anonym, während die vertrauliche Geburt eine medizinische Begleitung unter Wahrung der Anonymität gegenüber der Öffentlichkeit, aber unter Dokumentation der Personalien an einer Beratungsstelle ermöglicht.
Welche Rolle spielen Väter bei der anonymen Kindesabgabe?
Die Arbeit stellt fest, dass Väter in den Prozessen der anonymen Kindesabgabe oft keine Beachtung finden und durch die Mütter faktisch von ihrer Verantwortungsübernahme entbunden werden.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich des Handlungsbedarfs?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass langfristiger Handlungsbedarf besteht, da die derzeitige staatliche Duldung der Babyklappen unzureichend ist und gesetzliche Regelungen erforderlich sind.
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- Anke Dohemann (Author), 2018, Anonyme Kindesabgabe. Analyse eines fiktiven Fallbeispiels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1167713