In dieser Arbeit werden die möglichen Auswirkungen der elterlichen Alkoholbelastung auf die kindliche Entwicklung aus entwicklungspsychologischer Perspektive aufgezeigt und erläutert. Dies erfolgt anhand der Darstellung einiger zentraler Auffälligkeiten, welche Kinder alkoholkranker Eltern in Bereichen der sozial-emotionalen, der kognitiven und der körperlichen Entwicklung aufweisen. Zusätzlich wird die möglicherweise erhöhte Anfälligkeit für die Entwicklung eines gestörten Alkohol- und Substanzkonsums sowie einer psychischen Störung untersucht. Angestrebt wird, die Konsequenzen von elterlichem Alkoholismus darzulegen und auf die Dringlichkeit der Thematik hinzuweisen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Alkoholerkrankung
2.1 Definition und Diagnose
2.2 Mögliche Folgen
3. Mögliche Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung
3.1 Sozial-emotionale Entwicklung
3.1.1 Bindungen und Sozialverhalten
3.1.2 Bildung von Rollenmustern
3.2 Kognitive Entwicklung
3.3.1 Kognitive Auswirkungen des Fetalen Alkohol-Syndroms
3.2.2 Schulische Leistungen
3.3 Körperliche Auswirkungen des Fetalen Alkohol-Syndroms
4. Anfälligkeit für eine Alkohol- oder psychische Erkrankung
5. Schlussfolgerung
6. Quellenverzeichnis
V1: Literatur
V2: Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen einer elterlichen Alkoholbelastung auf die kindliche Entwicklung unter entwicklungspsychologischer Perspektive, um die spezifischen Risiken und Belastungen für betroffene Kinder aufzuzeigen und die Dringlichkeit therapeutischer Interventionen zu verdeutlichen.
- Sozial-emotionale Entwicklung und Bindungsstörungen
- Entwicklung spezifischer Rollenmuster bei Kindern
- Kognitive Beeinträchtigungen durch das Fetale Alkohol-Syndrom (FAS)
- Einfluss auf die schulische Leistungsfähigkeit
- Erhöhte Anfälligkeit für spätere eigene Suchterkrankungen
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Bildung von Rollenmustern
Da in alkoholbelasteten Familien der Fokus der elterlichen Aufmerksamkeit auf dem Suchtmittel liegt, entwickeln betroffene Kinder oftmals angepasste Rollenmuster, um sich in der Familiensituation zurechtzufinden. Durch erlernte Verhaltensweisen wird versucht, sich selbst zu schützen und die unsicheren Verhältnissen zu bewältigen.
Angelehnt an die Arbeit von S. Wegscheider-Cruse lassen sich vier Rollenmuster aufzeigen, die Kinder alkoholkranker Eltern verstärkt annehmen (Mielke, 2019).
Der Held oder die Heldin beschreibt ein übermäßig erfolgsorientiertes und verantwortungsvolles Kind, welches sich zwanghaft nach elterlicher Anerkennung und Bestätigung sehnt. Innerlich fühlt sich das Kind bedeutungslos und ungenügend. Im Erwachsenenalter lassen sich häufig ein Kontroll- und Manipulationszwang und ein inkompetenter Umgang mit Misserfolgen beobachten.
Das schwarze Schaf weist ein defensives, feindseliges Verhalten auf. Um von seinen Eltern beachtet zu werden, sorgt es für negative Aufmerksamkeit. Es wird von niedrigem Selbstwert und Gefühlen der Bedeutungslosigkeit begleitet. Im Erwachsenenalter besteht eine hohe Anfälligkeit für Suchterkrankungen sowie für kriminelles Handeln. Häufig treten Anpassungsschwierigkeiten in allen Lebensbereichen auf.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der elterlichen Alkoholabhängigkeit und Darstellung der Relevanz aufgrund der hohen Anzahl betroffener Kinder in Deutschland.
2. Alkoholerkrankung: Erläuterung der medizinischen Definitionen von Alkoholabhängigkeit und Alkoholmissbrauch gemäß ICD-10 sowie deren gesundheitliche und soziale Folgen.
3. Mögliche Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung: Analyse der Belastungen für Kinder in den Bereichen Sozial-emotionale Entwicklung, Kognition und körperliche Gesundheit unter Berücksichtigung des Fetalen Alkohol-Syndroms.
4. Anfälligkeit für eine Alkohol- oder psychische Erkrankung: Untersuchung des statistisch erhöhten Risikos von Kindern alkoholkranker Eltern, selbst Suchterkrankungen oder psychische Störungen zu entwickeln.
5. Schlussfolgerung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Appell an Gesellschaft und Therapeuten, betroffene Kinder frühzeitig zu unterstützen und in Therapiemaßnahmen einzubinden.
Schlüsselwörter
Alkoholkranke Eltern, Kindliche Entwicklung, Entwicklungspsychologie, Suchterkrankung, Fetales Alkohol-Syndrom, FAS, Bindung, Sozialverhalten, Rollenmuster, Leistungsversagen, Suchtanfälligkeit, Psychische Störung, Prävention, Vernachlässigung, Familiensystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die entwicklungspsychologischen Auswirkungen, denen Kinder ausgesetzt sind, wenn ihre Eltern unter einer Alkoholkrankheit leiden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der sozial-emotionalen Entwicklung, der kognitiven Leistungsfähigkeit, möglichen Rollenmustern der Kinder sowie der transgenerationalen Weitergabe von Suchterkrankungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die weitreichenden Konsequenzen für die kindliche Entwicklung darzulegen und auf die Dringlichkeit von Aufklärung und Unterstützung für diese Risikogruppe hinzuweisen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Studien und Fachliteratur zur Suchtmedizin und Entwicklungspsychologie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert, wie sich elterlicher Alkoholkonsum auf die Bindungsfähigkeit, die schulische Leistung und die körperliche Gesundheit, insbesondere in Bezug auf das Fetale Alkohol-Syndrom, auswirkt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Werk?
Die wichtigsten Begriffe sind Alkoholkranke Eltern, kindliche Entwicklung, Suchtanfälligkeit, Bindungsstörungen und präventive Unterstützung.
Was genau beschreibt das Rollenmuster "Das Maskottchen"?
Dieses Muster beschreibt Kinder, die durch übertriebene Fröhlichkeit und Komik versuchen, die Aufmerksamkeit der Eltern zu gewinnen, um die eigene Einsamkeit und Nutzlosigkeit zu kaschieren.
Warum haben Kinder alkoholkranker Eltern oft schlechtere schulische Leistungen?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass dies meist nicht an einer geringeren Intelligenz liegt, sondern an der elterlichen Vernachlässigung und mangelnder Unterstützung im familiären Umfeld.
Inwieweit erhöht elterlicher Alkoholismus das Risiko für die Kinder selbst?
Studien zeigen eine deutlich höhere Anfälligkeit für die eigene Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit sowie ein etwa doppelt so hohes Risiko für die Erkrankung an einer unipolaren Depression.
- Arbeit zitieren
- Rafaela Stranz (Autor:in), 2019, Alkoholkranke Eltern. Mögliche Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1167724