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Der multiethnische, kanadische Föderalismus - Kompromissmodell oder Modell für kulturelle Vielfalt in einer Nation der Nationen?

Struktur, Reformbemühungen, Akteure und Ergebnisse

Título: Der multiethnische, kanadische Föderalismus - Kompromissmodell oder Modell für kulturelle Vielfalt in einer Nation der Nationen?

Trabajo , 2006 , 30 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Matthias Schollmeyer (Autor)

Política - Sistemas políticos en general y en comparación
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Wenngleich heute sicherlich feststeht, dass es keine eindeutige Definition des Begriffes Föderalismus gibt, da bestehende bundesstaatliche Ordnungen stets in Abhängigkeit von einer bestimmten Epoche/Zeitspanne und individuellen gesellschaftspolitischen Umständen zu unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten geführt haben, herrscht dennoch Übereinstimmung darüber, was den Kern und die gemeinsamen Werte von Bundesstaatlichkeit ausmacht. So erschließt sich direkt aus dem Begriff Bundesstaat der duale Charakter eines solchen staatlichen System, der neben dem Bund auch die Gliedstaaten einschließt und keinen Bundesstaat ohne dieselben zulässt, sowie die geteilte Souveränität, die beiden Ebenen einen bestimmten Anteil an den Staatsfunktionen garantiert und unabhängig voneinander Hoheitsrechte überträgt und konstitutiv für bundesstaatliche Systeme ist. Diese bewusste Kompetenzverteilung bedingt allerdings, dass das Verhältnis zwischen Bund und Gliedstaaten als gleichberechtigte Ebenen auf Vermittlung und Konsensfindung hin angelegt ist, damit keine Kompetenz-Kompetenz bestehen kann, aufgrund derer eine Ebene über die andere ohne deren Zustimmung verfügen könnte. Trotz oder gerade wegen der sich hieraus ergebenden Konflikte verpflichten den Föderalstaat seine Strukturen zu Veränderung und Kontinuität, so dass er, falls das Prinzip der Gleichberechtigung gewahrt bleibt, synonym ist mit Integration , durch die in einem Prozess der Föderalisierung eine politische Gemeinschaft entsteht. In diesem Sinne kommt dem Bundesstaatsprinzip auch eine integrative Rolle bei der Berücksichtigung verschiedener Interessen zu. Dazu gehört insbesondere, die bestehende Vielfalt zu wahren, gleichzeitig aber eine gewisse Einheitlichkeit - wenn auch nicht Gleichheit - zu schaffen.
Mit Blick in die Geschichte des Föderalismus hat sich so gezeigt, dass für sein Gelingen die Gleichberechtigung der föderierten Teile Grundvoraussetzung war. Dies gilt im Zusammenhang mit der Thematik dieser Hausarbeit vor allem für die politische Struktur Kanadas, deren föderaler Aufbau nicht aus einem historischen Prozess hervorgegangen ist, sondern vielmehr das Ergebnis von politischen Kompromissen darstellt, eine multiethnische Nation in einem Staat zu erschaffen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Föderation oder Konföderation - Kanadas Entwicklung zu einer föderalen Ordnung

2.2 Organisationsstruktur und Kompetenzen in der Pendelbewegung - zentrifugaler und zentripetaler Föderalismus in Kanada

2.3 Problemstellungen des kanadischen Föderalstaates - die Suche nach Identität in einem vereinten Kanada

2.4 Quebec zwischen Integration und Sezession

2.5 Konstitutionelle Reformen des Föderalstaates

3. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit analysiert die Entwicklungsgeschichte, Struktur und Kompetenzverteilung des kanadischen Föderalismus, um die grundlegenden Problemstellungen des Staates im Umgang mit seiner multiethnischen und heterogenen Identität zu beleuchten und den Einfluss konstitutioneller Reformen auf die Spannungsfelder zwischen Integration und Sezessionswünschen (insbesondere in Quebec) aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung der kanadischen föderalen Ordnung
  • Organisationsstruktur und Kompetenzverteilung zwischen Föderalebene und Provinzen
  • Herausforderungen einer multiethnischen Nation und Identitätssuche
  • Analyse der Rolle Quebecs zwischen Integration und Autonomiebestrebungen
  • Bewertung konstitutioneller Reformversuche und deren Auswirkungen

Auszug aus dem Buch

2.1 Föderation oder Konföderation - Kanadas Entwicklung zu einer föderalen Ordnung

Die Entwicklung des kanadischen Föderalismus ist keineswegs geradlinig verlaufen und hat erst durch zwei so genannte Dezentralisierungswellen seinen heutigen politisch-institutionellen, sowie gesellschaftlichen Charakter erlangt. In der Entwicklungsphase noch durch den British North America 1867 als Dominion of Canada gegründet, vollzog sich die Föderalisierung - und mit ihr die Etablierung einer parlamentarischen Regierung, einer föderal-provinzialen Macht(ver)teilung und Garantien zur Wahrung von Sprachrechten - sicherlich als geeignetes Mittel, um potenzielle multiethnische Konflikte auf demokratische Art und Weise zu entschärfen und zu regeln und Spannungen zwischen den dominierenden Volksgruppen zu vermeiden. Dass die heutige Ausprägungsform des Föderalstaates dabei nicht explizit von den verschiedenen Kulturen und Bevölkerungsgruppen gewollt war, ist daher sicherlich dem Pragmatismus der handelnden Politiker der Anfangszeit zuzuordnen, die Kanada schnellstmöglich zu einem politisch handlungsfähigen Staat fernab von noch zu lösenden kulturellen Konfliktfeldern zu machen.

Damit wohnen dem Föderalismus in Kanada ähnliche strukturelle, ideelle und funktionale Ordnungsprinzipien inne wie anderen Föderation auch (Belgien, Deutschland), die ihrerseits auch stärker einen Kompromiss hin zu einer evolutionären, politischen Struktur darstellen. So mündeten durch den französisch-britischen Dualismus gewachsenen Identitäten mit ihren spezifisch ethnischen, religiösen und sozialen Anschauungen und Interessen im föderalistischen Ordnungsprinzip als Ausgleich und Konfliktlösungsmechanismus. Das heißt allerdings nicht, dass durch das föderale System der englisch-französisch Gegensatz endgültig beigelegt werden konnte. Zwar markiert die Niederlage der französischen Armee gegen die britische Armee 1759 strategisch und symbolisch die britische Eroberung von „Neu Frankreich“, die schließlich endgültig 1763 mit der Beendigung des Siebenjährigen Krieges im Vertrag von Paris besiegelt wurde, doch überlebten die Franzosen in Quebec als politische und kulturelle Nation.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in das föderale Prinzip ein und verortet die kanadische Besonderheit einer multiethnischen Gesellschaft, die auf politischen Kompromissen basiert.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die historische Genese, die institutionelle Struktur, die Identitätskonflikte, die Sonderrolle Quebecs und die verschiedenen konstitutionellen Reformversuche Kanadas.

2.1 Föderation oder Konföderation - Kanadas Entwicklung zu einer föderalen Ordnung: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des kanadischen Staates als pragmatische Antwort auf ethnische Spannungen und den Wunsch nach einem handlungsfähigen Staat.

2.2 Organisationsstruktur und Kompetenzen in der Pendelbewegung - zentrifugaler und zentripetaler Föderalismus in Kanada: Das Kapitel beschreibt den Aufbau von Legislative, Exekutive und Judikative sowie das sensible Gleichgewicht der Macht zwischen Föderalebene und Provinzen.

2.3 Problemstellungen des kanadischen Föderalstaates - die Suche nach Identität in einem vereinten Kanada: Hier werden die Identitätsprobleme aufgrund von sprachlichen, kulturellen und regionalen Heterogenitäten sowie die politische Regionalisierung der Parteienlandschaft untersucht.

2.4 Quebec zwischen Integration und Sezession: Dieser Abschnitt widmet sich der historischen und kulturellen Sonderstellung Quebecs sowie den Spannungen zwischen frankophoner Identität und dem kanadischen Gesamtstaat.

2.5 Konstitutionelle Reformen des Föderalstaates: Das Kapitel analysiert das Scheitern wichtiger Reformabkommen wie dem Meech Lake oder Charlottetown Accord und die Auswirkungen der Charter of Rights and Freedoms.

3. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass Kanada trotz anhaltender Delegitimationskrisen seiner Institutionen durch den Föderalismus eine föderale Gesellschaftsform gefunden hat, die jedoch ständige Reformanstrengungen erfordert.

Schlüsselwörter

Föderalismus, Kanada, Quebec, Verfassungsreform, Multiethnizität, Dezentralisierung, Identität, Parlamentarismus, Kompetenzverteilung, Sezession, Integration, British North America Act, Charter of Rights and Freedoms.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das kanadische politische System mit Fokus auf den Föderalismus als Mechanismus zum Umgang mit multiethnischen und kulturellen Spannungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung, die institutionelle Machtteilung, die Rolle Quebecs und die konstitutionellen Reformen seit 1867.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Kanada zwischen stärkerer Integration und dem Wunsch nach regionaler Autonomie pendelt und welchen Einfluss Reformen auf dieses Gleichgewicht haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung historischer Quellen, verfassungsrechtlicher Texte und politikwissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Genese des Staates, die Organisationsstruktur, die Identitätssuche, die Sonderrolle Quebecs und eine detaillierte Auswertung gescheiterter oder erfolgreicher Reformbemühungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Föderalismus, Kanada, Quebec, Verfassungsreform, Sezession, Integration und Kompetenzverteilung.

Warum spielt Quebec eine so zentrale Rolle im kanadischen Föderalismus?

Quebec fungiert aufgrund seiner historischen Wurzeln, der frankophonen Mehrheit und des wiederkehrenden Wunsches nach mehr Autonomie oder Sezession als ständiger Impulsgeber für die kanadische Verfassungspolitik.

Welchen Einfluss hatte die „Charter of Rights and Freedoms“ auf das föderale System?

Die Charter zielte auf die Stärkung individueller Rechte ab, schwächte jedoch teilweise die Kompetenzen der Provinzen und erzeugte neue Spannungen, da sie als Eindringen des Bundes in regionale Zuständigkeiten wahrgenommen wurde.

Warum sind die kanadischen politischen Parteien ein Sonderfall?

Im Gegensatz zu vielen anderen Föderationen sind die Parteien auf Bundes- und Provinzebene faktisch getrennt und oft autonom, was die intergouvernementale Zusammenarbeit und die Integration erschwert.

Final del extracto de 30 páginas  - subir

Detalles

Título
Der multiethnische, kanadische Föderalismus - Kompromissmodell oder Modell für kulturelle Vielfalt in einer Nation der Nationen?
Subtítulo
Struktur, Reformbemühungen, Akteure und Ergebnisse
Universidad
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften - Institut für Politikwissenschaft)
Curso
Politisches System der BRD - Föderalismus in vergleichender Perspektive
Calificación
1,7
Autor
Matthias Schollmeyer (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
30
No. de catálogo
V116785
ISBN (Ebook)
9783640191000
ISBN (Libro)
9783640191055
Idioma
Alemán
Etiqueta
Föderalismus Kompromissmodell Modell Vielfalt Nation Nationen Politisches System Föderalismus Perspektive
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Matthias Schollmeyer (Autor), 2006, Der multiethnische, kanadische Föderalismus - Kompromissmodell oder Modell für kulturelle Vielfalt in einer Nation der Nationen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116785
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