Ziel des vorliegenden Portfolios ist die Planung einer Unterrichtseinheit für eine dritte Klassenstufe der Grundschule, die sich mit dem ausgewählten Kunstwerk von Wolfgang Mattheuer, dem "Reichenbacher Herbstfenster", beschäftigt. Dabei werden Rezeptionsmethoden fokussiert die im Unterricht Anwendung finden können. Zunächst soll auf die Analyse des Werkes eingegangen werden. Später folgt eine Einschätzung über die Eignung im Grundschulunterricht. Anschließend werden Ideen für die Umsetzung und Unterrichtsgestaltung aufgegriffen. Abgerundet wird das Portfolio durch fünf Studien der persönlichen Auseinandersetzung mit dem Gegenstand.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Werkauswahl
2.1. Biografie Wolfgang Mattheuer (vgl. Haunhorst & Zündorf, 2016)
2.2. Eigene Werkbetrachtung
2.2.1. Emotionsprotokoll
2.2.2. Befragungen
2.3. Eignung für den Kunstunterricht in der Grundschule
3. Unterrichtsgestaltung
3.1. Klassenstufe und Lehrplanbezug
3.2. Rezeptionsmethodik (vgl. Seumel, 2001)
3.2.1. Rezeptionsprozess (vgl. Seumel, 2002)
3.2.2. Rezeptionskompetenzen (vgl. Seumel, 2006)
3.3. Unterrichtsschritte
3.4. Fragen und Aufgabenstellungen
3.5. Ideen und skizzenhafte Entwürfe für Unterrichtsmaterial
4. Eigene Bildkünstlerische Vorbereitung
4.1. Kopie des Originals (Bildanalyse)
4.2. Farbanalyse I - Komplementärkontrast
4.3. Farbanalyse II - Licht und Schatten
4.4. Form-Collage-Studie
4.5. Mein Fensterblick
Zielsetzung & Themen
Das vorliegende Portfolio hat zum Ziel, eine fundierte Unterrichtseinheit für die dritte Klassenstufe der Grundschule zu planen, die sich mit dem Werk "Reichenbacher Herbstfenster" von Wolfgang Mattheuer befasst. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Anwendung rezeptionsästhetischer Methoden im Kunstunterricht, um das Werk für Kinder zugänglich zu machen und deren individuelle sowie kreative Auseinandersetzung mit Kunst zu fördern.
- Rezeption des Werkes "Reichenbacher Herbstfenster" durch die Lehrkraft.
- Entwicklung didaktischer Methoden zur Vermittlung zeitgenössischer Kunst in der Grundschule.
- Integration von assoziativen Verfahren zur Förderung der künstlerischen Wahrnehmung.
- Kombination von Bildbetrachtung, Reflexion und praktischer eigener Gestaltung.
- Erarbeitung von Unterrichtsschritten, Aufgabenstellungen und Materialien für die dritte Klasse.
Auszug aus dem Buch
2.2. Eigene Werkbetrachtung
Ich verspüre einen Sog in das Bild, durch das Fenster hinaus in die Natur. Die verwendeten Kontrastfarben im Werk lassen es sehr lebendig anmuten. Das Blau im Vordergrund lässt den Raum dreidimensional wirken. Die orangenen Blätter sowie die Gardinenstange kontrastieren und heben sich dadurch ab. Die Farbwahl lässt eine Temperaturempfindung im Werk vermuten. Interessanterweise habe ich jedes Mal etwas Anderes empfunden als ich mich dem Werk gewidmet habe. Im Anschluss möchte ich im Emotionsprotokoll einen Überblick über meine eigenen Rezeptionsphasen geben. Durch die unterschiedlichen Zonen der Helligkeit und Farbigkeit begünstigt es die Formabgrenzungen zu den Umgangsobjekten und steigert die Form und Farbempfindungen der einzelnen Elemente in wechselseitiger Abhängigkeit zum jeweiligen Umfeld. Ich fühle mich irritiert durch ein Objekt im Bild. Das Bild wirkt auf mich harmonisch, es löst in mir ein Geborgenheitsgefühl aus. Je intensiver ich das Werk anschaue, desto mehr Details fallen mir auf. Ich stelle mir die Fragen wie: Warum ist die Tischdecke so unordentlich zur Seite geschoben? Warum bin ich so irritiert durch das Objekt im Vordergrund? Die verwendete Perspektive macht mich neugierig, da der Raum nur erahnt werden kann. Das Fenster wirkt auf mich wie eine Verschmelzung, da keine Streben oder Spiegelungen oder Dreck am Fenster zu erkennen ist. Es scheint fast so, als würde es keine Glasscheibe zwischen Raum und Natur geben. Die Vorhänge wirken auf mich, als würden sie leicht im Wind wehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Planung einer Unterrichtseinheit zum Kunstwerk "Reichenbacher Herbstfenster" und den Aufbau des Portfolios mit Fokus auf Rezeptionsmethoden.
2. Werkauswahl: Dieses Kapitel liefert eine biografische Einordnung von Wolfgang Mattheuer und eine tiefgehende subjektive Werkbetrachtung, inklusive einer Analyse der Eignung für den Grundschulunterricht.
3. Unterrichtsgestaltung: Hier werden die didaktischen Grundlagen, Rezeptionsmethoden sowie konkrete Unterrichtsschritte, Aufgabenstellungen und Materialentwürfe für die Umsetzung in der dritten Grundschulklasse entwickelt.
4. Eigene Bildkünstlerische Vorbereitung: Das Kapitel dokumentiert die eigene künstlerische Auseinandersetzung der Autorin mit dem Werk durch verschiedene praktische Studien wie Farbanalysen, Collage und eine eigene Fensterblick-Interpretation.
Schlüsselwörter
Wolfgang Mattheuer, Reichenbacher Herbstfenster, Grundschule, Kunstunterricht, Kunstrezension, Rezeptionsmethodik, Bildbetrachtung, Unterrichtsplanung, Assoziation, Farbkontrast, Didaktik, Bildanalyse, Kreativität, Wahrnehmung, Ästhetik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Planung einer Unterrichtseinheit für die dritte Klassenstufe der Grundschule, basierend auf dem Gemälde "Reichenbacher Herbstfenster" des Künstlers Wolfgang Mattheuer.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die biografische Einordnung des Künstlers, die eigene subjektive Bildbetrachtung, didaktische Überlegungen zur Kunstvermittlung und die praktische Umsetzung in Unterrichtsreihen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, rezeptionsorientierte Zugänge zu entwickeln, die es Grundschulkindern ermöglichen, sich mit dem ausgewählten Werk auseinanderzusetzen und eigene künstlerische sowie emotionale Bezüge aufzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden Ansätze der Kunstrezension sowie rezeptionsästhetische Methoden (nach u.a. Seumel) verwendet, die Assoziationsfähigkeit und subjektive Wahrnehmung in den Mittelpunkt stellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Werkwahl, die methodische Aufbereitung für den Unterricht sowie die Dokumentation eigener künstlerischer Vorbereitungsstudien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kunstunterricht, Rezeptionsmethodik, Bildbetrachtung, Assoziation, Didaktik und künstlerische Auseinandersetzung charakterisiert.
Warum wurde gerade dieses Werk von Mattheuer gewählt?
Das Werk eignet sich aufgrund seiner gegenständlichen, lebensweltnahen Darstellung besonders gut, um bei Kindern Assoziationsfähigkeit, Fantasie und ein Bewusstsein für Farb- und Raumwirkungen anzuregen.
Welchen Stellenwert nimmt die eigene künstlerische Arbeit der Autorin ein?
Die eigene künstlerische Arbeit dient als Vorbereitung und vertieft das Verständnis der Autorin für die kompositorischen und inhaltlichen Aspekte des Werkes, was wiederum als Grundlage für die didaktische Planung dient.
- Arbeit zitieren
- Sophie Vogel (Autor:in), 2021, Unterrichtskonzept im Fach Kunst zu einem ausgewählten Werk. "Reichenbacher Herbstfenster" von Wolfgang Mattheuer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1168435