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Religionskritik mit "Memes" auf Instagram

Titel: Religionskritik mit "Memes" auf Instagram

Bachelorarbeit , 2018 , 41 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Christoph Niemann (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Themengebiet der Religionskritik ist im Internet und insbesondere auf der Social Media-Plattform Instagram bisher noch weitestgehend unerforscht. Diese Bachelorarbeit möchte einen Beitrag zur Erschließung dieses Forschungsgebietes leisten und dazu anregen, sich mit der Thematik näher zu beschäftigen. Der äußere Rahmen des Themengebiets ist die digitale Popkultur, sodass diverse Publikationen zu diesem Komplex das Fundament der Untersuchung bilden. An dieser Stelle sind vor allem der Band New Media Culture: Mediale Phänomene der Netzkultur von Stiegler, Breitenbach und Zorbach sowie das Handbuch Popkultur von Hecken und Kleiner zu nennen, die im deutschsprachigen Raum als Meilensteine gelten.

Die Arbeit stützt sich aufgrund des internetbasierten Themas dennoch vorrangig auf Internetquellen und will die Beispiele für sich sprechen lassen. Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, beschränkt sie sich auf eine Social Media-Plattform, einen Zeitraum, eine Religion und eine Form von Memes, soll aber als Basis für weiterführende Forschung fungieren. Ebenso wird auf die Behandlung der Kirchenpräsenz in Social Media trotz der thematischen Nähe verzichtet, um die Untersuchung weiter einzugrenzen und im redaktionellen Rahmen zu bleiben. Ob beim Öffnen der Social Media-Apps, auf Blogs oder in den Nachrichten: Jeder Internetnutzer ist schon einmal einem Meme begegnet. Sie sind das humorvolle Sprachrohr der „Generation Online“.

Im Zeitalter der Kommunikation und Vernetzung tauchen sie auf allen Social Media-Kanälen auf und bahnen sich ihren Weg in den Lebensalltag junger Menschen. Doch was genau ist eigentlich ein Meme? Wo findet man sie und was sagen sie aus? Ist in dieser neuen Welt Platz für einen Gott und wenn ja, wie wird er dargestellt und kritisiert? Die vorliegende Arbeit widmet sich den Fragen rund um Memes, Gott und Social Media und will den Themenkomplex Religion im Netz näher beleuchten, um zu erfahren, wie moderne Religionskritik im Internet aussehen kann. Sie soll Einblicke in die Social Media-Plattform Instagram gewähren und anhand ihrer Nutzer und deren Beiträge die Glaubenskommunikation evaluieren. Danach soll durch eine theologische Untersuchung der vermittelten Kritik die Intention und Relevanz von Memes sichergestellt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Phänomen „Meme“

2.1 Etymologie

2.2 Aufbau

2.3 Webseiten und Apps zur Herstellung von Memes

2.4 Popularität

2.5 User

3 Die Plattform Instagram

4 Instagram-Memes im religiösen Kontext

4.1 Jesus, Gott und die Kirche

5 Glaubenskommunikation

6 Fallstudie: Gottes-Memes auf Instagram im Zeitraum 01.03.2017 - 01.09.2018

6.1 Fallbeispiel 1: Theodizee-Frage

6.2 Fallbeispiel 2: Naturwissenschaft und Religion

6.3 Fallbeispiel 3: Schöpfung

6.4 Ergebnis der Fallstudie

7 Intention und Relevanz von Gott-Memes

8 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern die Social-Media-Plattform Instagram als neuer Schauplatz für Religions- und Gotteskritik durch das Medium „Meme“ fungiert. Ziel ist es, die Funktionsweise und Popularität dieser Memes zu analysieren und zu bewerten, ob sie zur Glaubenskommunikation zwischen Christen und Nicht-Christen beitragen können.

  • Phänomenologie und Entstehung des „Meme“-Mediums
  • Nutzungsverhalten und Dynamiken auf der Plattform Instagram
  • Darstellung religiöser Grundpfeiler wie Gott und Jesus in Internet-Memes
  • Analyse der Glaubenskommunikation in Kommentarspalten
  • Qualitative Fallstudie zu Gottesbildern im Spannungsfeld von Theodizee, Naturwissenschaft und Schöpfung

Auszug aus dem Buch

6.1 Fallbeispiel 1: Theodizee-Frage

Die Abbildung ist ein Beitrag des Instagram Users bullit_666. Sie zeigt mittig ein Gemälde eines Mannes auf einer Wolke mit ausgestreckten Händen und rot-grünem Gewand. Der Kopf des dargestellten Mannes hebt sich vom Rest des Gemäldes ab. Er ist überproportional groß und stellt einen alten, lachenden Mann mit weißem Haar und langem Bart dar. An den horizontalen Bildrändern der Abbildung befinden sich zwei Sätze in weißer Schriftart in Großbuchstaben auf schwarzem Hintergrund. Stilistisch lässt sich das Gemälde in die Kunstepoche der Renaissance einordnen. Der Kopf wurde nachträglich eingefügt und entspricht dem Cartoon-Stil. Das Bild zeigt Gott nach christlicher Tradition als Vaterfigur. Die Sätze beziehen sich syntaktisch aufeinander und prangern die fehlende Nachvollziehbarkeit göttlichen Handelns auf der Erde an. Konkret kritisiert der Verfasser die sexuelle Gewalt, Folter und den Mord an Kindern, also das Leiden unschuldiger Geschöpfe Gottes. Er bezweifelt die Omnipräsenz Gottes in Anbetracht seiner Allmacht, dieses Leid verhindern zu können. Damit ist der Beitrag inhaltlich in der theologischen Theodizeeproblematik zu verorten. Der Plan Gottes und seine unergründlichen Wege scheinen für ihn keine hinreichende Erklärung zu liefern, sodass er seinen Frust über diese Tatsache durch dieses Meme in sarkastisch, passiv-aggressiver Weise äußert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Relevanz von Memes als humorvolles Sprachrohr der Online-Generation und Hinführung zur Fragestellung der Religionskritik im Internet.

2 Das Phänomen „Meme“: Umfassende Definition des Begriffs sowie Erläuterung des Aufbaus, der Entstehung und der Popularität von Internet-Memes.

3 Die Plattform Instagram: Vorstellung der technischen Funktionsweise und soziologischen Dynamiken der Plattform im Hinblick auf deren Eignung zur Verbreitung medialer Inhalte.

4 Instagram-Memes im religiösen Kontext: Untersuchung, wie zentrale christliche Themen und Figuren durch Memes auf Instagram dargestellt und kritisch kommentiert werden.

5 Glaubenskommunikation: Analyse der Interaktionsprozesse in Kommentarspalten, um zu prüfen, ob sich eine diskursive Glaubenskommunikation zwischen verschiedenen Nutzergruppen entwickelt.

6 Fallstudie: Gottes-Memes auf Instagram im Zeitraum 01.03.2017 - 01.09.2018: Detaillierte qualitative Untersuchung dreier Beispiele zu den Themen Theodizee, Naturwissenschaft und Religion sowie Schöpfung.

7 Intention und Relevanz von Gott-Memes: Reflexion über die Rolle von Memes als Instrument der Religionskritik in der heutigen säkularisierten Gesellschaft.

8 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit von Memes als Werkzeug der Religions- und Gotteskritik.

Schlüsselwörter

Meme, Instagram, Religionskritik, Glaubenskommunikation, Theodizee, Digitale Popkultur, Image Macro, Säkularisierung, Internetphänomen, Gottesbild, Digital Natives, Social Media, Schöpfung, Naturwissenschaft, Online-Diskurs

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Nutzung und Funktion von Memes auf der Social-Media-Plattform Instagram als Ausdruck moderner Religions- und Gotteskritik.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Kernbereichen gehören das Medium „Meme“ an sich, die Plattform Instagram, die Rolle der christlichen Grundpfeiler (Gott, Jesus, Kirche) in sozialen Medien sowie die Analyse von Glaubenskommunikation und Säkularisierung.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Es soll beantwortet werden, ob es auf Instagram zu einer lebhaften Religions- und Gotteskritik durch Memes kommen kann und welchen Stellenwert diese für die heutige Glaubenskommunikation besitzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen qualitativen Ansatz, insbesondere die qualitative Bildanalyse nach Jörg Astheimer, um Deutungsmuster und Kritik in den gewählten Memes zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Memes und Instagram, die Untersuchung der religiösen Thematisierung auf der Plattform sowie eine detaillierte Fallstudie zu spezifischen Memes.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Religionskritik, Glaubenskommunikation, Säkularisierung, Image Macro, Internetphänomen und Digitale Popkultur.

Wie unterscheidet sich die Religionskritik durch Memes von klassischer Karikatur?

Memes unterscheiden sich durch ihre spezifische Ästhetik, ihren viralen Charakter und ihre humorvolle, oft passiv-aggressive Art, komplexe theologische Themen auf kurze, prägnante Botschaften zu reduzieren.

Welche Rolle spielt die Anonymität auf Instagram für die Religionskritik?

Die Anonymität ermöglicht es Verfassern, provokante Inhalte ohne unmittelbare Konsequenzen zu verbreiten, was zur Instrumentalisierung religiöser Themen beitragen kann.

Was hat die Fallstudie über die Gottesdarstellung ergeben?

Die Studie zeigt, dass Gott in Memes überwiegend als traditionelle, aber negativ konnotierte Vaterfigur dargestellt wird, die oft als machtloser „Lückenbüßer“ für das Leid in der Welt herhalten muss.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Religionskritik mit "Memes" auf Instagram
Hochschule
Universität Münster  (Katholisch-Theologische Fakultät)
Note
1,7
Autor
Christoph Niemann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
41
Katalognummer
V1168759
ISBN (eBook)
9783346592620
ISBN (Buch)
9783346592637
Sprache
Deutsch
Schlagworte
religionskritik memes instagram
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Niemann (Autor:in), 2018, Religionskritik mit "Memes" auf Instagram, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1168759
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  41  Seiten
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