In dieser Arbeit setze ich mich gezielt mit dem Thema der Bewegung und Stille in der Grundschule auseinander und beziehe mich dabei unter anderem auf die Förderung der beiden Bereiche. Das Thema entstand aus der Überlegung heraus, das von mir gewählte Schwerpunktfach Sport während meiner universitären Ausbildung in die Arbeit einfließen zu lassen. Da im Sport stets die Bewegung eine Rolle spielt, war für mich die Grundlage meiner Arbeit geschaffen. Um mich über das Thema der Bewegung näher zu informieren und einen Überblick über dies zu bekommen, studierte ich zahlreiche Literaturquellen. Dabei fiel mir ein Zitat von E.-M. BAUER auf, indem es hieß, dass Bewegung still werden lässt, gleichzeitig aber auch Stille bewegen kann (Vgl. Kapitel 7.). Der Zusammenhang dieser beiden Bereiche weckte mein Interesse, und so entschied ich mich, dass auch der Aspekt der Stille Grundlage meiner Arbeit werden sollte. Da meiner Meinung nach sowohl die Stille als auch die Bewegung nur selten in der Grundschule ihre Anwendung finden, war dies Anlass für mich, Möglichkeiten der schulischen Förderung der beiden Bereiche in die Arbeit einzubeziehen. Aus diesen Überlegungen ergab sich der Titel meiner Arbeit: „Förderung von Stille und Bewegung in der Grundschule.“ Nachdem ich zu Beginn einige zentrale Quellen für die vorliegende Arbeit vorgestellt habe, finde ich den Einstieg in die Arbeit über den Wandel kindlicher Lebensbedingungen. Dieses Kapitel meiner Arbeit liegt in der Tatsache begründet, dass in der Grundschule das Abschalten von Lärm und das Vorfinden von ruhigen, in sich gekehrten Kindern unmöglich erscheint. Aufgrund von Bewegungsmangels erscheint es ebenso unmöglich, dass die Kinder keine körperlichen, psychischen, kognitiven, sozialen und weitere Defizite aufweisen. Da die Gründe für diese Missstände besonders in der sich rasch verändernden Kindheit liegen, werde ich diese im 2. Kapitel der Arbeit näher erörtern.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Literaturstudie
1. Quellenlage.
1.1 Vorstellung der zentralen Quellen für die vorliegende Arbeit.
2. Veränderte Kindheit
2.1 Veränderte Familienstrukturen und Erziehungsnormen
2.2 Veränderte räumliche Lebensbedingungen.
2.3 Veränderte zeitliche Lebensbedingungen.
2.4 Verändertes Konsumverhalten
2.5 Mediatisierung
2.6 Weitere Veränderungen.
2.7 Zusammenfassung
3. Folgen für die Grundschule.
4. Aspekte der Bewegung
4.1 Bedeutung von Bewegung
4.2 Erwartete Bewegungsentwicklung bis zum Grundschuleintritt im Vergleich zum realen Bewegungskönnen
4.2.1 Erwartete Bewegungsentwicklung bis zum Grundschuleintritt
4.2.2 Reales Bewegungskönnen bis zum Grundschuleintritt
4.3 Funktionen von Bewegung
4.3.1 Koordination
4.3.1.1 Bedeutung von Koordination
4.3.1.2 Koordinationsschwäche.
4.3.1.3 Ursachen von Koordinationsschwächen
4.3.2 Ausdauer
4.3.2.1 Bedeutung von Ausdauer
4.3.2.2 Ausdauerschwäche
4.3.2.3 Ursachen von Ausdauerschwächen.
4.3.3 Haltung
4.3.3.1 Bedeutung von Haltung.
4.3.3.2 Haltungsschwäche
4.3.3.3 Ursachen von Haltungsschwächen
4.3.4 Wahrnehmung
4.3.4.1 Bedeutung von Wahrnehmung
4.3.4.2 Wahrnehmungsmängel und ihre Ursachen
4.3.5 Soziales Lernen
4.3.6 Gesundheit und Wohlbefinden
4.4 Bewegungsförderung
4.4.1 Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewegungsförderung
4.4.2 Bewegter Unterricht
4.4.3 Bewegte Pause
4.4.4 Bewegtes Schulleben.
4.4.5 Bewegungsspiele.
4.4.5.1 Bewegungsspiele zur Förderung der Koordination.
4.4.5.2 Bewegungsspiele zur Förderung der Ausdauer.
4.4.5.3 Bewegungsspiele zur Förderung der Haltung.
4.4.5.4 Bewegungsspiele zur Förderung der Wahrnehmung
4.4.5.5 Bewegungsspiele zur Förderung des sozialen Miteinanders
4.5 Zusammenfassung.
5. Aspekte der Stille
5.1 Bedeutung von Stille.
5.2 Voraussetzungen für Stilleübungen
5.2.1 Voraussetzungen bei der Lehrperson.
5.2.2 Voraussetzungen beim Schüler.
5.2.3 Räumliche Voraussetzungen
5.3 Die Sinnessysteme.
5.4 Sinnesübungen.
5.4.1 Visuelle Sinnesübungen
5.4.2 Auditive Sinnesübungen
5.4.3 Taktile Sinnesübungen
5.4.4 Olfaktorische Sinnesübungen
5.4.5 Gustatorische Sinnesübungen
5.4.6 Kinästhetische Sinnesübungen.
5.4.7 Vestibuläre Sinnesübungen
5.5 Zusammenfassung.
6. Aspekte der Entspannung.
6.1 Bedeutung von Entspannung
6.2 Entspannung in der Grundschule
6.3 Voraussetzungen für Entspannungsübungen
6.4 Entspannungsformen
6.4.1 Atmung
6.4.1.1 Yoga
6.4.2 Autogenes Training
6.4.2.1 Bedeutung des Autogenen Trainings
6.4.2.2 Durchführung des Autogenen Trainings
6.4.2.3 Ziele des Autogenen Trainings
6.4.2.4 Fantasiereisen
6.4.2.4.1 Bedeutung von Fantasiereisen
6.4.2.4.2 Durchführung von Fantasiereisen
6.4.2.4.3 Ziele von Fantasiereisen
6.4.3 Progressive Muskelrelaxation
6.4.3.1 Bedeutung der progressiven Muskelrelaxation
6.4.3.2 Durchführung der progressiven Muskelrelaxation.
6.4.3.3 Ziele der progressiven Muskelrelaxation
6.4.4 Eutonie.
6.4.4.1 Bedeutung von Eutonie.
6.4.4.2 Durchführung von Eutonie-Übungen
6.4.4.3 Ziele von Eutonie-Übungen
6.4.5 Meditation
6.4.5.1 Bedeutung von Meditation.
6.4.5.2 Meditationsformen
6.4.5.2.1 Bildmeditation
6.4.5.2.2 Objektmeditation
6.4.5.2.3 Musikmeditation
6.4.5.2.4 Textmeditation
6.4.5.2.5 Meditatives Malen
6.4.5.2.6 Meditatives Tanzen
6.4.5.2.7 Mandalas
6.4.5.3 Ziele von Meditation
6.5 Zusammenfassung
7. Zusammenhang von Stille und Bewegung.
7.1 Konzeption der Stille nach Montessori
7.2 Konzeption der Stille nach Kühnberger.
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Notwendigkeit der Integration von Stille- und Bewegungsmomenten im Grundschulunterricht als Gegenmaßnahme zu den veränderten Lebensbedingungen heutiger Kinder. Ziel ist es, ganzheitliche Fördermöglichkeiten aufzuzeigen, die physischen und psychischen Defiziten entgegenwirken und ein ganzheitliches Lernen sichern.
- Veränderte Kindheit und deren Auswirkungen auf die Grundschule
- Die fundamentale Rolle von Bewegung für die kindliche Entwicklung
- Möglichkeiten der Bewegungsförderung im Schulalltag (Bewegte Schule)
- Bedeutung von Stilleübungen und Sinneswahrnehmung
- Techniken der Entspannung (Yoga, Autogenes Training, Meditation)
- Zusammenhang zwischen Stille und Bewegung
Auszug aus dem Buch
Die „bedrohte Kindheit“
Ein positives Merkmal der heutigen Lebenssituation der Kinder besteht darin, dass sie eine „geschützte Kindheit“ darstellt. Eine Vielzahl heutiger Kinder wachsen im materiellen Wohlstand, in sozialer Sicherheit und in einem gut ausgeprägten Gesundheitsnetz auf. All dies ermöglicht ihnen ein Heranwachsen in Sicherheit. Zudem bietet ein gut ausgebautes und strukturiertes Bildungssystem den Kindern die Möglichkeit, ihre Zukunft nach ihren Wünschen und Neigungen zu gestalten.
Die „bedrohte Kindheit“ stellt eine negative Folge der veränderten Kindheit dar. Ein hohes Verkehrsaufkommen birgt für heutige Kinder große Gefahren. Zudem sind aufgrund des regen Verkehrs und vermehrter Industrie erhebliche Umweltbelastungen entstanden, die sich auf die Gesundheit der Kinder auswirken.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Veränderte Kindheit: Das Kapitel analysiert den tiefgreifenden Wandel kindlicher Lebenswelten durch familiäre, räumliche, zeitliche und mediale Einflüsse.
3. Folgen für die Grundschule: Es wird erörtert, wie veränderte Lebensbedingungen die Konzentration, das Verhalten und die Entwicklungsunterschiede innerhalb der Schülerschaft beeinflussen.
4. Aspekte der Bewegung: Dieses Kapitel erläutert die fundamentale Bedeutung von Bewegung für die kindliche Entwicklung und identifiziert Defizite, die durch Bewegungsmangel entstehen.
5. Aspekte der Stille: Der Fokus liegt auf der Bedeutung von Stille als innere Ruhe und der vorbereitenden Rolle von Sinnesübungen für den Unterricht.
6. Aspekte der Entspannung: Hier werden verschiedene Techniken der Entspannung, wie Yoga, Autogenes Training und Meditation, als notwendiger Gegenpol zur Leistungsgesellschaft vorgestellt.
7. Zusammenhang von Stille und Bewegung: Das Kapitel verbindet die beiden Hauptthemen durch die Betrachtung pädagogischer Konzeptionen und verdeutlicht deren komplementäre Wirkung.
Schlüsselwörter
Bewegung, Stille, Grundschule, Kindheit, Bewegungsförderung, Sinneswahrnehmung, Entspannung, Konzentration, Psychomotorik, ganzheitliche Erziehung, Bewegte Schule, Autogenes Training, Meditation, Schulentwicklung, Kindesentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Integration von Momenten der Stille und Bewegung im Unterricht der Grundschule, um den Herausforderungen heutiger Kindheit zu begegnen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder sind die veränderte kindliche Lebenswelt, die psychomotorische Entwicklung, Bewegungsförderung, Stille- und Entspannungspädagogik sowie deren Zusammenhang.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erörterung der Notwendigkeit einer ganzheitlichen Förderung, um den negativen Folgen veränderter Lebensbedingungen wie Bewegungsmangel und Stress entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturstudie, die auf zahlreichen Fachquellen zur Bewegungs-, Stille- und Entspannungspädagogik basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zum Bewegungsmangel, zu motorischen Funktionen, zur Sinneswahrnehmung und zur Implementierung konkreter Entspannungstechniken im Grundschulalltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind Bewegung, Stille, ganzheitliche Erziehung, Psychomotorik, Bewegte Schule und Entspannungstechniken.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von Montessori von der von Kühnberger?
Während Montessori Stille als eine spontane Entwicklung aus einer vorbereiteten Umgebung heraus versteht, begreift Kühnberger Stilleübungen stärker als pädagogisches Mittel zur Disziplinierung der Schüler.
Welche Rolle spielt das "Schildkröten-Fantasie-Verfahren"?
Es dient als konkretes Beispiel für eine Entspannungsübung, die Bewegung und Stille verknüpft, um Kindern im Stress hilfreiche Bewältigungsstrategien zu vermitteln.
- Citation du texte
- Anita Dierichs (Auteur), 2003, Förderung von Stille und Bewegung in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116906