Die vorliegende Arbeit wird sich mit der Analyse des Funktionalstils am Bespiel
medial vermittelter Kommunikation, nämlich der E-Mails, beschäftigen. Ziel
dieser Arbeit ist es, die Besonderheiten der E-Mail-Kommunikation
herauszustellen und sie gegen „verwandte” Kommunikationsarten deutlich
abzugrenzen.
Obwohl die Nutzung von Internet und E-Mails von einem großen Anteil der
Bevölkerung ein relativ neues Phänomen ist, ist die Literaturlage zum Thema
dieser Arbeit ausgesprochen gut. Bezeichnenderweise kann man Informationen
zur speziellen Themen der neuen Medien in großer Menge in den neuen Medien
selbst auffinden.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Technische Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen von E-Mails
3. Stilmittel in E-Mails
4. Orthographie in E-Mails
4.1 Fehlertoleranz
4.2 Die häufigsten Fehler bei E-Mails
5. E-Mail Etikette
6. Eine kurze Polemik
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Funktionalstil der E-Mail-Kommunikation, um deren sprachliche Besonderheiten herauszuarbeiten und gegenüber verwandten Kommunikationsformen abzugrenzen.
- Analyse des Funktionalstils in der computervermittelten Kommunikation
- Untersuchung technischer Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf den Sprachgebrauch
- Charakterisierung stilistischer Mittel wie Smileys und Abkürzungen
- Diskussion von Orthographie, Fehlertoleranz und E-Mail-Etikette
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Von Buffon, einem französischen Philosophen des 18. Jahrhunderts, stammt der berühmter Satz: „Le style, c’est l’homme - der Mensch ist sein Stil”. So schlicht wie dieser Satz sich präsentiert, so lässt sich jedoch der Stilbegriff nicht ebenso einfach erfassen.
Der Stilbegriff ist schillernd und wird zu den unterschiedlichsten Anlässen verwendet. Es gibt eine Vielzahl von Definitionen. Gemeinsam ist allen Definitionen jedoch, dass Stil etwas Kennzeichnendes sei, das seine Gegenstände von anderen unterscheide (Distinktion) und in allen Gegenständen (oder sogar in Teilen davon) ablesbar sei: für die gesprochene Sprache nennt man diese Erscheinung Redestil, in Texten äußert sich der Literaturstil, als Grundlage für beides dient der (umstrittene) Denkstil. Die Wissenschaft von der Besonderheit eines sprachlichen Ausdrucks im Vergleich zu anderen nennt man Stilistik. Stilistiken können erklärend sein (Stiltheorie), sie können bestimmte Schreib- und Sprechweisen normativ festschreiben (präskriptive Stilistik) oder ohne Wertung beschreiben (deskriptive Stilistik), sie können Analyse des Einzeltexts sein (Stilanalyse) oder Grundfragen des Stils zu klären versuchen (Stilforschung)¹. Die Bespiele mögen genügen, um aufzuzeigen welche Breitweite im Stilbegriff aufgefächert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den vielschichtigen Stilbegriff ein und definiert das Ziel der Arbeit, den Funktionalstil medial vermittelter Kommunikation am Beispiel der E-Mail zu untersuchen.
2. Technische Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen von E-Mails: Es werden die technischen Grundlagen und die spezifischen Merkmale der E-Mail-Kommunikation im Vergleich zu Briefen, Telefonaten und SMS erläutert.
3. Stilmittel in E-Mails: Das Kapitel stellt verschiedene Ausdrucksformen vor, darunter Smileys, Akronyme und die Auswirkungen der konzeptionellen Mündlichkeit auf den Schreibstil.
4. Orthographie in E-Mails: Hier wird die höhere Fehlertoleranz bei privaten E-Mails thematisiert und eine Kategorisierung der häufigsten Fehler vorgenommen.
5. E-Mail Etikette: Dieser Abschnitt bietet Verhaltensregeln für den angemessenen Umgang mit E-Mails, wie etwa die Gestaltung der Betreffzeile oder den korrekten Gebrauch von Zitaten.
6. Eine kurze Polemik: Das Kapitel beleuchtet kritische Debatten zum vermeintlichen Sprachverfall durch neue Medien und setzt diese in Relation zum Sprachwandel.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und stellt die Bedeutung der E-Mail als ergänzendes, nicht verdrängendes Kommunikationsmedium heraus.
Schlüsselwörter
E-Mail, Stilistik, Funktionalstil, Kommunikation, Medien, Computer, Orthographie, Sprache, Etikette, Internet, Smileys, Akronyme, Sprachwandel, Dialogizität, Mündlichkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Stil der E-Mail-Kommunikation und untersucht, wie sich dieses neue Medium sprachlich manifestiert.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Aspekte sind die technischen Rahmenbedingungen, die spezifischen Stilmittel wie Smileys, die Orthographie sowie Fragen der Netiquette.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Besonderheiten der E-Mail-Kommunikation zu identifizieren und sie klar von anderen Kommunikationsformen wie Briefen oder SMS abzugrenzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es wird eine linguistische Analyse des Funktionalstils vorgenommen, ergänzt durch einen Vergleich mit analogen Kommunikationsformen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse technischer Bedingungen, stilistischer Eigenheiten (z.B. Mündlichkeit in der Schrift), Fehlerkultur und Verhaltensnormen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie E-Mail-Kommunikation, Funktionalstil, Netiquette und konzeptionelle Mündlichkeit beschreiben.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen privater und geschäftlicher E-Mail eine wichtige Rolle?
Sie ist entscheidend, da in geschäftlichen Kontexten strengere orthographische und stilistische Normen gelten als im privaten, eher informellen Bereich.
Welche Bedeutung haben Smileys und Akronyme für den Stil?
Sie dienen als Ersatz für nonverbale Signale, die in der schriftlichen Medienkommunikation sonst verloren gehen würden, und fördern die Klarheit der Botschaft.
Wie verhält sich die E-Mail-Kommunikation zur klassischen Briefkultur?
Laut der Arbeit ersetzen E-Mails Briefe nicht vollständig, sondern verdrängen sie in eine Nische, wodurch Briefe heute als persönlicher und „romantisch-altmodischer“ wahrgenommen werden.
Was zeichnet die "konzeptionelle Mündlichkeit" in E-Mails aus?
Es handelt sich um Elemente der gesprochenen Sprache, wie etwa Dialogizität, Ellipsen oder eine spontanere Wortwahl, die innerhalb der schriftlichen Form angewendet werden.
- Citar trabajo
- Kadir Özdemir (Autor), 2003, Zum Funktionalstil medial vermittelter Kommunikation am Beispiel der E-Mail, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116923