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Darstellung und Legitimation von Reliquienraub- und Handel im Frühmittelalter anhand von Einhards "Die Übertragung und Wunder der Heiligen Marzellinus und Petrus"

Title: Darstellung und Legitimation von Reliquienraub- und Handel im Frühmittelalter anhand von Einhards "Die Übertragung und Wunder der Heiligen Marzellinus und Petrus"

Term Paper , 2019 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: M.Ed. Timmy Paul (Author)

History - Miscellaneous
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Was waren die Gründe für einen Reliquienraub? Wie lief ein solcher und der Handel mit Reliquien ab? Welche Wirkung wollte Einhard mit dem Verfassen seines Translationsberichts erzielen? Was ist an seiner Erzählung typisch oder untypisch für einen Translationsbericht? Welche inhaltlichen und stilistischen Mittel nutzt er, um einen unchristlichen, kriminellen Akt in einen von der Christenheit Legitimierten zu wandeln? Meine Nachforschungen führten mich zu der These, dass sich das Rauben von Reliquien im Frühmittelalter, zu einem anerkannten Prozedere unter Geistlichen und Adeligen im Frankenreich entwickelte und durch das Niederschreiben der angeblichen Wunder der Heiligen legitimiert und infolgedessen von der Gesellschaft akzeptiert wurde.

Um meine These zu untermauern und die aufgeworfenen Fragen zu beantworten, werde ich in der folgenden Hausarbeit zunächst den Raub, den Handel und die Translation von Reliquien im Frühmittelalter näher beleuchten. Hiernach werde ich Einhards Translationsbericht und seinen Quellenwert in Bezug zu meiner Fragestellung erörtern. Nachfolgend werde ich das Phänomen Reliquienraub im Frühmittelalter anhand von Einhards Darstellung mit besonderem Fokus auf den Ablauf und die Akteure analysieren. Zudem wird sich diese Hausarbeit mit der Legitimation des Reliquienraubs und der Rolle der Heiligen in Einhards Werk befassen. Für diese Arbeit werden mir die Monographien „Furta Sacra“ des amerikanischen Historikers Patrick Geary, „Reliquientranslationen nach Sachsen im 9. Jahrhundert“ von Hedwig Röckelein und „Ich und Karl der Große“ von Steffen Patzold und der Aufsatz „Einhards Römische Reliquien“ von Prof. Dr. Hans Reinhard Seeliger als primäre Lektüre dienen. Der Textteil der Hausarbeit wird schließlich mit einem Fazit und einem Ausblick bezüglich zukünftiger Forschungsfragen und -möglichkeiten abgeschlossen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Reliquienraub, -handel und -translation im Frühmittelalter

3. Einhards Translatio und seine Intention

3.1 Ablauf und Akteure des Reliquienraubs bei Einhard

3.2 Einhards Intentionen

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Legitimation von Reliquienraub und -handel im Frühmittelalter am Beispiel von Einhards Werk „Die Übertragung und Wunder der Heiligen Marzellinus und Petrus“. Dabei wird analysiert, wie Einhard den Raub von Reliquien durch hagiographische Narrative und die angebliche Einwirkung der Heiligen selbst in einen legitimierten, göttlich gewollten Akt umdeutet.

  • Frühmittelalterliche Reliquienpraxis und deren sozio-ökonomische Hintergründe
  • Die Funktion von Translatio-Berichten als Legitimationsinstrument
  • Analyse des Ablaufs und der Akteure in Einhards „Translatio et miracula ss. Marcellini et Petri“
  • Die Rolle der Heiligen als handelnde Instanzen innerhalb der Erzählung
  • Rivalitäten zwischen kirchlichen Institutionen und deren Einfluss auf den Reliquienkult

Auszug aus dem Buch

3.1 Ablauf und Akteure des Reliquienraubs bei Einhard

Der Translationsbericht „Translatio et miracula ss. Marcellini et Petri“ wurde im Jahre 830 von Einhard, einem politischen Berater des Kaisers Karl dem Großen und dessen Nachfolgers Ludwigs des Frommen verfasst. Der in Form eines Berichts geschriebene Text gehört aufgrund der Reliquientranslation und der Wunder, die in ihm beschrieben werden, zur hagiographischen Quellengattung der Translationsberichte.

Im Zuge des Baus einer Basilika in Steinbach nahe Michelstadt bemühte sich Einhard um die Reliquien der Heiligen Marzellinus und Petrus, zweier frühchristlicher Märtyrer, von deren Reliquientranslation und Wunder er in seinem Werk berichtet. Sehr detailliert beschreibt er die Reise seines Geheimschreibers Ratleik und dessen Begleiter nach Rom und deren Bemühungen, die Gebeine der beiden Märtyrer in ihrer Gruft zu bergen. Zeitgleich beschreibt er die zahlreichen Wunder, die während der Reise und im weiteren Verlauf der Handlung angeblich von den Heiligen gewirkt wurden. So hätte beispielsweise, Reginbald, ein Knecht Ratleiks, während eines Fiebertraums eine Vision der Heiligen gehabt, die ihnen letztendlich den Weg zu ihrer Gruft gezeigt hätten. Später gaben die Heiligen angeblich durch unterschiedliche Wunder zu erkennen, dass sie nicht in Steinbach, nahe Michelstadt bleiben, sondern nach Obermulinheim, welches daraufhin zu Seligenstadt umbenannt wurde, gebracht werden wollten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk von Einhard ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Gründe für den Reliquienraub und dessen Legitimation durch literarische Mittel.

2. Reliquienraub, -handel und -translation im Frühmittelalter: Dieses Kapitel erörtert die historische Praxis der Reliquienbeschaffung und beleuchtet die sozio-ökonomischen Faktoren, wie den Mangel an Reliquien und die Rivalität zwischen kirchlichen Institutionen.

3. Einhards Translatio und seine Intention: Das Hauptkapitel analysiert Einhards Werk, unterteilt in den konkreten Ablauf des Raubvorgangs sowie die zugrundeliegenden rhetorischen und politischen Absichten des Autors.

3.1 Ablauf und Akteure des Reliquienraubs bei Einhard: Hier wird der Prozess der Reliquienbeschaffung nach Einhards Darstellung detailliert nachgezeichnet und die Rolle von Ratleik sowie die Visionen als erzählerisches Mittel untersucht.

3.2 Einhards Intentionen: Dieses Unterkapitel widmet sich den strategischen Zielen Einhards, insbesondere der Aufwertung des eigenen Standorts und der Abgrenzung gegenüber konkurrierenden Klöstern.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die Translatio ein gezieltes Instrument zur Legitimation war und Einhard erfolgreich religiöse Narrative nutzte, um weltliche Interessen zu stützen.

Schlüsselwörter

Einhard, Reliquienraub, Reliquienhandel, Translatio, Frühmittelalter, Furta Sacra, Hagiographie, Legitimation, Heiligenkult, Märtyrer, Reliquien, Karolingerzeit, Translation, Mirakel, Kirchenpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung und Legitimation von Reliquienraub und -handel im Frühmittelalter, basierend auf dem Werk „Die Übertragung und Wunder der Heiligen Marzellinus und Petrus“ von Einhard.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung adressiert?

Zu den Schwerpunkten zählen die historischen Hintergründe der Reliquienbeschaffung, die Bedeutung von Translationsberichten (Translatio) und die sozio-religiöse Praxis des Reliquienraubs.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, wie Einhard den Diebstahl von Reliquien durch eine hagiographische Erzählweise in einen göttlich legitimierten Akt umwandelt und welche Funktionen dieser Bericht für den Autor erfüllte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literatur- und quellenkritische Analyse, die Einhards Werk auf Basis zeitgenössischer und moderner historischer Monographien und Aufsätze (u.a. von Patrick Geary und Hedwig Röckelein) untersucht.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des allgemeinen Kontexts des Reliquienraubs im Frühmittelalter sowie eine detaillierte Analyse der Akteure, Handlungen und Intentionen in Einhards konkretem Bericht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Einhard, Furta Sacra, Reliquienraub, Translatio, Frühmittelalter, Legitimation und Heiligenkult.

Warum galt ein Reliquienraub laut Einhard als „Furta Sacra“?

Durch die Darstellung, dass die Heiligen selbst in Visionen den Raub wünschten und den Tätern den Weg wiesen, wurde das kriminelle Handeln in ein religiös legitimiertes Ereignis („Furta Sacra“ – heiliger Raub) umgedeutet.

Welche Rolle spielt die Rivalität zwischen Klöstern in Einhards Werk?

Einhard nutzte den Bericht, um den eigenen Standort als Wallfahrtsort aufzuwerten und die Qualität seiner „erbeuteten“ Reliquien gegenüber den Konkurrenten zu betonen, etwa durch die Abwertung von Reliquien, die von anderen Akteuren wie Hilduin beschafft wurden.

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Details

Title
Darstellung und Legitimation von Reliquienraub- und Handel im Frühmittelalter anhand von Einhards "Die Übertragung und Wunder der Heiligen Marzellinus und Petrus"
College
Technical University of Braunschweig  (Institut für Geschichtswissenschaft)
Grade
2,0
Author
M.Ed. Timmy Paul (Author)
Publication Year
2019
Pages
16
Catalog Number
V1169268
ISBN (PDF)
9783346579904
ISBN (Book)
9783346579911
Language
German
Tags
Reliquienraub Reliquien Reliquienhandel Frühmittelalter Mittelalter Einhard Reliquientranslation Heilige Marzellinus Petrus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.Ed. Timmy Paul (Author), 2019, Darstellung und Legitimation von Reliquienraub- und Handel im Frühmittelalter anhand von Einhards "Die Übertragung und Wunder der Heiligen Marzellinus und Petrus", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1169268
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