Wollen Unternehmen im internationalen Wettbewerb erfolgreich bleiben, müssen sie
sich von vielen bislang erfolgreichen Denkmustern verabschieden und ihre
Schlüsselprozesse neu gestalten. Das gilt besonders für deutsche Großunternehmen,
die im Vergleich zur weltweiten Konkurrenz relativ spät erkannt haben, dass sie ihr
Unternehmen einer grundlegenden Transformation unterziehen müssen. Noch immer
ruhen sich zu viele Manager auf dem Erfolg vergangener Tage aus begreifen nicht, dass
sie verkrustete Strukturen aufbrechen müssen, damit ihr Unternehmen erfolgreich den
Existenzkampf besteht. Genau hier setzt Business Process Reengineering (BPR) an. Es
ist eine Kampfansage an erstarrte vertikale Strukturen. Gefordert wird nicht mehr
das Denken in Strukturen, sondern in fließenden Unternehmensprozessen.
Der Manager wird dabei zum Visionär und Coach, der mit seinen Ideen die Mitarbeiter
begeistert und sie auch vorlebt. Es ist Kommunikator und Förderer zugleich. Auf die
Delegation von Entscheidungsbefugnissen kommt es bei diesem Prozess an, nicht auf
die Einbetonierung und Machtbefugnissen. BPR ist eine Herausforderung und Chance
zugleich. Es ist Teil eines Transformations-Prozesses, der von einem Unternehmen
fordert, dass es seine Strategie, Organisation und Kultur neu überdenkt. In diesem
Prozess des stetigen Wandels ist das Unternehmen von Kopf bis Fuss gefordert -
gedacht wird nicht nur von oben nach unten, sondern auch von unten nach oben.
Künftig zählen einfache, schnittstellenarme Abläufe, integrierte, teambezogene
Aufgabenstellung und die Entwicklung organisch – horizontaler
Organisationsformen.
Erst wenn es gelingt, das unternehmerische Handeln stärker an Prozessen und am
Kundennutzen zu orientieren, bleibt das Unternehmen auch langfristig ein Garant für
sichere Arbeitsplätze, schafft sich Freiräume für zukunftsweisende Innovationen und
kann seine Position im Markt stabilisieren oder weiter ausbauen.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Terminologische Grundlagen des BPR
2.1 Defintion des Begriff BPR
2.2 Abgrenzung zu anderen Managementmethoden
2.3 Defintion des Begriff Prozesse
3 Konzeptionelle Grundlagen des BPR
3.1 Die Elemenete des BPR
3.1.1 Kompetenzorientierung
3.1.2 Prozessorientierung
3.1.3 Kundenorientierung
3.1.4 Top Down Ansatz
3.1.5 Neugestaltung der Prozesse
3.1.6 Die Bedeutung der Informationstechnologie
3.1.7 Empowerment
3.2 Zielsetzung im Rahmen des Reengineering
4 Der Ablauf des Business Process Reengineering
4.1 Vorbereitung
4.1.1 Positionierung des Unternehmens
4.1.2 Impementierung der Projektorganisation
4.2 Die wichtigsten Projektschritte
4.2.1 Prozessanalyse
4.2.2 Prozessredesign
4.2.3 Prozessimplementierung
5 Innovationspotenzial von Business Process Reengineering
6 Anwendungen in der Praxis
7 Kritische Würdigung
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept des Business Process Reengineering (BPR) als strategisches Managementinstrument zur radikalen Neugestaltung von Geschäftsprozessen. Ziel ist es, die konzeptionellen Grundlagen, den praktischen Ablauf sowie die Erfolgsvoraussetzungen von BPR-Projekten darzulegen und kritisch im Hinblick auf deren Anwendbarkeit und Implementierungsrisiken in deutschen Unternehmen zu bewerten.
- Terminologische Einordnung und Abgrenzung von BPR zu anderen Managementkonzepten
- Analyse der Kernelemente von BPR, wie Kompetenz-, Prozess- und Kundenorientierung
- Detaillierte Betrachtung der Prozessphasen: von der strategischen Vorbereitung bis zur Implementierung
- Kritische Würdigung der kulturellen und organisatorischen Herausforderungen bei der Umsetzung
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Kompetenzorientierung
Geprägt vom Gedanken der unzureichenden Fähigkeit eines traditionellen Managements den komplexen Anforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden, wird allmählich die Notwendigkeit zur Konzentration auf die eigenen Stärken klar ersichtlich.
Um strategische Vorteile schöpfen zu können, bedarf es einer ganzheitlichen Gestaltung von Ressourcen und Wertschöpfungsprozessen. Stets unter der Prämisse, schneller und besser als der Wettbewerb zu agieren, müssen verschiedene Fähigkeiten und Technologien in Unternehmen, zu Kernkompetenzen zusammengefasst werden, die für den Kunden einen eindeutig erkennbaren Nutzen darstellen.
Business Process Reengineering zielt darauf ab, solche möglichen Kernkompetenzen im Unternehmen zu identifizieren, indem auf folgende Kriterien abzustellen ist:
eine Kernkompetenz eröffnet potentiell den Zugang zu einer Vielzahl von Märkten
eine Kernkompetenz leistet einen wesentlichen Beitrag zu den wahrgenommenen Vorzügen des Endproduktes
eine Kernkompetenz darf von der Konkurrenz nur relativ schwer zu imitieren sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit für deutsche Großunternehmen, sich von veralteten Strukturen zu lösen und durch Prozessdenken den internationalen Wettbewerb zu bestehen.
2 Terminologische Grundlagen des BPR: Dieses Kapitel definiert BPR als radikale Neugestaltung von Geschäftsprozessen und grenzt das Konzept von anderen Managementmethoden wie TQM oder Lean Management ab.
3 Konzeptionelle Grundlagen des BPR: Hier werden die Kernelemente des BPR, wie die Kompetenz- und Prozessorientierung sowie der Top-Down-Ansatz und Empowerment, erläutert.
4 Der Ablauf des Business Process Reengineering: Dieses Kapitel beschreibt die praktische Durchführung eines BPR-Projekts, beginnend bei der Positionierung bis hin zur Implementierung der neuen Prozesse.
5 Innovationspotenzial von Business Process Reengineering: Es wird diskutiert, wie BPR als Konglomerat verschiedener Managementansätze innovative Impulse für die Organisation liefern kann.
6 Anwendungen in der Praxis: Die Anwendungsmöglichkeiten von BPR in unterschiedlichen Branchen, insbesondere mit Blick auf Dienstleistungsunternehmen, werden analysiert.
7 Kritische Würdigung: Dieses Kapitel hinterfragt die kulturellen Herausforderungen und Implementierungsrisiken von BPR, insbesondere im europäischen Kontext.
8 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass BPR ein machtvolles Werkzeug darstellt, jedoch eine sorgfältige, individuell angepasste Planung erfordert, um nicht an der Komplexität oder Widerständen zu scheitern.
Schlüsselwörter
Business Process Reengineering, BPR, Prozessorientierung, radikaler Wandel, Unternehmensorganisation, Kernkompetenz, Kundenorientierung, Prozessmanagement, Wertschöpfungskette, Change Management, Implementierung, Effizienzsteigerung, Managementkonzept, Prozessredesign, Wettbewerbsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Konzeption und der praktischen Anwendung des Business Process Reengineering (BPR) zur fundamentalen Neugestaltung von Geschäftsprozessen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition und Abgrenzung von BPR, die methodischen Grundlagen, den konkreten Projektablauf sowie eine kritische Bewertung der Erfolgsaussichten und Risiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Nutzen von BPR aufzuzeigen, dabei jedoch auch die notwendigen kulturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und wertet die gängigen Definitionen und Managementansätze führender Experten aus, um ein ganzheitliches Bild von BPR zu zeichnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der konzeptionellen Merkmale (wie Kompetenz- und Kundenorientierung) und erläutert detailliert den Prozessablauf vom Redesign bis zur Implementierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Business Process Reengineering, Prozessorientierung, radikaler Wandel, Kernkompetenzen und Change Management.
Warum ist laut Autor die Unternehmenskultur für BPR so entscheidend?
Da BPR einen tiefgreifenden Wandel erfordert, können mangelnde Anpassung und fehlendes Prozessdenken der Mitarbeiter das gesamte Projekt zum Scheitern führen, sofern das Management die Veränderung nicht aktiv moderiert.
Welche Rolle spielen externe Berater bei BPR-Projekten?
Externe Berater sollen das Unternehmen fachlich unterstützen; der Autor warnt jedoch davor, dass der Einsatz ungeeigneter Berater ein wesentlicher Grund für das Scheitern von Reengineering-Projekten sein kann.
- Citar trabajo
- Bastian Schwarzer (Autor), 2007, Business Process Reengineering - Definition, Konzept und Ablauf des Business Process Reengineering, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116934