Ziel dieser Arbeit ist es, die Grundsätze der respektierenden Führungsforschung unter Berücksichtigung der Methodenkrise herauszustellen, die methodischen und inhaltlichen Anforderungen zu definieren und zu klären wie Respekt am Arbeitsplatz deutlich wird. Gleichzeitig wird untersucht, welche Konsequenzen bzw. Auswirkungen dies auf das Leistungspotenzial sowie die Persönlichkeitsentwicklung der betreffenden Mitarbeiter hat.
Die Anforderungen an das Führungsverhalten von Vorgesetzten und Managern werden immer komplexer, sind stetigen Veränderungen ausgesetzt und werden auch von den Mitarbeitern immer kritischer wahrgenommen. Die wissenschaftliche Führungsforschung versucht mit Hilfe empirischer Studien unterschiedliche Modelle und methodische Herangehensweisen zu erschließen, um diese Anforderungen zu erfassen, zu analysieren und hieraus Analogien sowie auch spezifische Führungsverhaltensweisen für die Praxis herauszustellen. Im Zusammenhang dieser wissenschaftlichen Forschung resultiert eine Methodenkrise, welche anhand einer zunehmenden Kenntnis des Endogenitätsproblems und einer fehlenden Reproduzierbarkeit in der Psychologie erkennbar wird. Darüber hinaus bestehen in der Führungsforschung auch grundlegende Mängel, wodurch die gewonnenen Erkenntnisse lediglich in utopischen Ideologien anwendbar sind.
Der Forschungsbereich der respektierenden Führung versucht mit Hilfe unterschiedlicher Definitionen Verhaltensansätze zu spezifizieren und ebenfalls eine Verbindung zur Sozialpsychologie und zum Organisationsverhalten herzustellen. Außerdem werden hierbei die Auswirkungen respektierender Führung unter dem Maß der Prämisse der Arbeitszufriedenheit, der empfundenen Wertschätzung sowie das Vertrauen in die einzelnen Mitarbeiter und die Entwicklung ihres Wohlbefindens analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Methodenkrise der wertschätzenden Führung als Bestandteil wissenschaftlicher Führungsforschung
2. Analyse der Methodenkrise der Führungsforschung dargestellt an drei zentralen Themen
2.1 Grundlegende Mängel in der Führungsforschung
2.2 Die Replikationskrise der Psychologie
2.3 Zunehmende Kenntnis des Endogenitätsproblems
3. Methodische und inhaltliche Anforderungen an die respektierende Führung
3.1 Ausprägungen und Merkmale der respektierenden Führung
3.2 Auswirkungen der respektierenden Führung auf die
Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter
4. Beurteilung und Abgrenzung des Konzepts der respektierenden Führung unter Berücksichtigung der Methodenkrise
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist es, die Grundsätze der respektierenden Führungsforschung unter Berücksichtigung der bestehenden Methodenkrise kritisch zu beleuchten, methodische sowie inhaltliche Anforderungen zu definieren und die Auswirkungen auf das Leistungspotenzial und die Persönlichkeitsentwicklung von Mitarbeitern zu untersuchen.
- Wissenschaftliche Methodenkrise in der Führungsforschung
- Replikationsproblematik psychologischer Studien
- Endogenitätsproblematik bei Kausalanalysen
- Grundlagen und Ausprägungen respektierender Führung
- Einfluss von Führung auf die Leistungsbereitschaft und Motivation
Auszug aus dem Buch
3.1 Ausprägungen und Merkmale der respektierenden Führung
Respektierende Führung als Verhalten von Vorgesetzten gegenüber den Mitarbeitern stellt nach Decker und Van Quaquebeke (2014) „ein junges Konzept in der [wissenschaftlichen] Führungsforschung“ dar. Dieser neue Ansatz zur psychologischen und philosophischen Erläuterung über die Auswirkung respektierender Führung fokussiert sowohl die Kommunikation als auch die Wirkung des Führungsverhaltens unter Berücksichtigung der Machtdifferenzen zwischen Vorgesetzen und Untergebenen (vgl. Decker, Van Quaquebeke, 2014).
Respicere stammt ursprünglich aus dem Lateinischen und bedeutet „sich umblicken“ oder auch „hinter sich sehen“ und in diesem Zusammenhang auch „Rücksicht nehmen“. Führung wird weniger als die Umsetzung unternehmerischer Ziele angesehen, sondern viel mehr daran orientiert, Menschen durch seine Interaktionen zu überzeugen, einem zu folgen und dadurch die Motivation der Mitarbeiter kontinuierlich zu steigern.
Es ist eben diese Kombination zwischen Respekt und Führung, welche sich die Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz wünschen und welche maßgeblich zum Wohlbefinden der Angestellten beiträgt und darüber hinaus die Identifikation mit der Führungskraft ausbaut (vgl. Van Quaquebeke et al., 2009). Die Anwendung des respektierenden Führungsstils bewirkt zusätzlich einige organisatorische Nutzenvorteile.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Methodenkrise der wertschätzenden Führung als Bestandteil wissenschaftlicher Führungsforschung: Dieses Kapitel führt in die Problematik ein, dass moderne Führungsmodelle zunehmend unter Druck geraten und wissenschaftliche Erkenntnisse durch methodische Mängel in ihrer Validität eingeschränkt werden.
2. Analyse der Methodenkrise der Führungsforschung dargestellt an drei zentralen Themen: Hier werden die spezifischen Krisenherde – grundlegende Mängel, Replikationsprobleme und Endogenität – detailliert analysiert, um die Fragwürdigkeit aktueller Forschungsergebnisse zu verdeutlichen.
3. Methodische und inhaltliche Anforderungen an die respektierende Führung: Dieses Kapitel definiert respektierende Führung als junges Konzept und erörtert, wie horizontale und vertikale Respektformen die Leistungsbereitschaft und das Wohlbefinden der Mitarbeiter beeinflussen.
4. Beurteilung und Abgrenzung des Konzepts der respektierenden Führung unter Berücksichtigung der Methodenkrise: Der Autor bewertet das Potenzial dieses Führungsstils und weist gleichzeitig darauf hin, dass das Konzept aufgrund mangelnder empirischer Absicherung ebenfalls von den in Kapitel 2 beschriebenen methodischen Problemen betroffen ist.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert, dass respektierende Führung ein bedeutendes Potenzial für die Mitarbeiterbindung besitzt, jedoch dringend durch validere wissenschaftliche Methoden gestützt werden muss, um in der Praxis an Relevanz und Glaubwürdigkeit zu gewinnen.
Schlüsselwörter
Respektierende Führung, Methodenkrise, Führungsforschung, Authentic Leadership, Replikationskrise, Endogenität, Kausalität, Mitarbeiterführung, Arbeitszufriedenheit, Leistungsbereitschaft, Psychologie, Organisationsverhalten, Führungskräfte, Personalentwicklung, Empirische Forschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Fundierung moderner, wertschätzender Führungsansätze und hinterfragt diese kritisch vor dem Hintergrund einer bestehenden "Methodenkrise" in der psychologischen Führungsforschung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Kernpunkten gehören die Replikationsproblematik in der Psychologie, das Endogenitätsproblem bei der Erstellung von Kausalmodellen sowie die theoretische Herleitung und Anwendung von respektierender Führung im beruflichen Umfeld.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die respektierende Führung als Führungsstil zu definieren, deren Anforderungen zu präzisieren und zu klären, wie sich dieser Ansatz trotz methodischer Herausforderungen in der Forschung auf die Leistung und Persönlichkeit der Mitarbeiter auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, bei der existierende Studien und Literatur zur Führungsforschung sowie methodische Standards kritisch gegenübergestellt und bewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der methodischen Defizite in der Führungsforschung, eine Darstellung der Merkmale respektierender Führung und eine anschließende kritische Beurteilung dieses Konzepts unter Einbeziehung der zuvor genannten Krisenfaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Respektierende Führung, Methodenkrise, Endogenität, Replikationskrise, Mitarbeiterbindung und wissenschaftliche Validität.
Warum wird das Konzept der respektierenden Führung als "junges Konzept" bezeichnet?
Der Autor führt dies darauf zurück, dass sich die Forschung hier noch am Anfang befindet und es bisher an fundierten, langjährigen empirischen Studien fehlt, die die Wirksamkeit dieses Führungsstils zweifelsfrei belegen.
Inwiefern unterscheidet sich der horizontale vom vertikalen Respekt?
Horizontaler Respekt bezieht sich auf die grundlegende Gleichwertigkeit und Würde aller Personen, während vertikaler Respekt das gegenseitige Anerkennen von individuellen Fähigkeiten und Kompetenzen in einer hierarchischen Beziehung beschreibt.
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- Jonas Hörnschemeyer (Author), 2020, Die Auswirkungen der Methodenkrise auf unser Verständnis von wertschätzender Führung anhand des Schwerpunkts der respektierenden Führung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1169690