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Das Delikt der Abtreibung in der frühen Neuzeit

Titre: Das Delikt der Abtreibung in der frühen Neuzeit

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2007 , 12 Pages , Note: sehr gut

Autor:in: Jan Haluk Frank (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Résumé Extrait Résumé des informations

Es gibt kaum ein Thema, welches die Gemüter mehr bewegt, als die Abtreibung.
Vielen fallen da die Bilder der Frauenbewegung und ihre Forderung nach der
Abschaffung des §218 ein. Doch ist dieses Thema nicht neu. Die vorliegende Arbeit
möchte sich mit der Frage beschäftigen, wie der künstliche Schwangeschaftsabbruch
zu Beginn der Neuzeit gesehen wurde. Zu untersuchen wird sein welche rechtlichen
Grundlagen es gab und welche Normen und Moralvorstellungen das Leben der
Menschen bestimmten. Wie sah es mit dem Stand und der Verbreitung von Wissen
über Abortiva aus? Abschließend soll untersucht werden ob und wie fern sich die
rechtliche Praxis von der Theorie abweicht.
Grundlage der Arbeit bilden vor allem Leibrock-Plehns Aufsatz in der von Jütte
herausgegebenen Geschichte der Abtreibung, die rechtshistorische Untersuchung
der Carolina von Kluge, die Monographie über die Abtreibung von Müller und
Schwerhoffs Werk über die Kölner Turmbücher.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. §133 Constitutio Criminalis Carolina – Die Theorie

III. Moral und Sitte – Die gesellschaftlichen Umstände

IV. Kräuter und Tränke – Abtreibungsmittel in der frühen Neuzeit

V. Abtreibung vor Gericht – Theorie und Praxis

VI. Gesetz versus Wirklichkeit – Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Umgang mit dem künstlichen Schwangerschaftsabbruch in der frühen Neuzeit, wobei insbesondere die Diskrepanz zwischen der neu etablierten weltlichen Rechtsprechung und der tatsächlichen gerichtlichen Praxis beleuchtet wird.

  • Rechtliche Grundlagen und die Rolle der Constitutio Criminalis Carolina
  • Soziale Zwänge und Moralvorstellungen in der frühen Neuzeit
  • Verbreitung und Anwendung von abortiven Mitteln
  • Analyse historischer Kriminalfälle als Fallbeispiele
  • Vergleich von theoretischem Strafrecht und empirischer Rechtswirklichkeit

Auszug aus dem Buch

II. §133 Constitutio Criminalis Carolina – Die Theorie

Die Gesellschaft der frühen Neuzeit war geprägt durch Übergangsprozesse. Das auslaufende Mittelalter, mit seinen von der omnipräsenten Kirche bestimmten Moralvorstellungen, war noch in vielen Bereichen des Zusammenlebens bestimmend, doch brachten Erfindungen wie der Buchdruck unwiderrufliche Wandlungsprozesse in Bewegung. Das Individuum rückte immer mehr in den Fokus der Gesellschaftsauffassung, doch sah sich der Bürger in zunehmendem Maße der Reglementierung der erstarkenden weltlichen Gerichtsbarkeit ausgesetzt. War zum Beispiel der Augsburger Rat zuvor „ auf einem kommunalen allgemeinen Willen“5 gegründet, so ging man nun zu einer dominanteren, einem Familienvater ähnlichen Rolle über, welche auch „ein neues [regulativeres] Herrschaftsverhältnis gegenüber dem Körper“6 zu Folge hatte.

So wurde nun auch das Delikt der Abtreibung, im Mittelalter hauptsächlich Objekt der klerikalen Rechtsprechung, zum Bestand der weltlichen Strafordnung.7

Zum ersten Mal als Strafbestand wird die Abtreibung in der Bambergischen Halsgerichtsordnung von 1507 aufgelistet. Dieses von Johann Freiherr von Schwarzenberg8 verfasste Werk diente als Vorlage für den Reichstag zu Worms, der 1521 den sogenannten „ersten Entwurf“ zur Carolina, dem großen Gesetzeswerk Karls V., vorlegte. Mit der Veröffentlichung der Constitutio Criminalis Carolina 1532 erscheint zum ersten Mal ein für das gesamte deutsche Reich allgemeingültiger Gesetzestext strafrechtlicher Art.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Abtreibung in der frühen Neuzeit ein und definiert das Ziel, die rechtlichen Grundlagen sowie die moralischen Hintergründe zu untersuchen.

II. §133 Constitutio Criminalis Carolina – Die Theorie: Dieses Kapitel analysiert die Etablierung des Abtreibungstatbestands in der Carolina von 1532 und die damit verbundene rechtliche Differenzierung zwischen lebendiger und ungeborener Frucht.

III. Moral und Sitte – Die gesellschaftlichen Umstände: Der Abschnitt erläutert die sozialen Druckmittel wie den strengen Ehrbegriff und die Reformation, die ungewollt schwangere ledige Frauen in existenzielle Notlagen brachten.

IV. Kräuter und Tränke – Abtreibungsmittel in der frühen Neuzeit: Hier wird das Wissen um abortive Pflanzen wie Raute und Sadebaum sowie deren gefährliche Anwendung in der damaligen Zeit thematisiert.

V. Abtreibung vor Gericht – Theorie und Praxis: Anhand konkreter Kölner und Frankfurter Aktenfunde wird aufgezeigt, dass tatsächliche Verurteilungen wegen Abtreibung im Gegensatz zur Theorie extrem selten waren.

VI. Gesetz versus Wirklichkeit – Schlussbetrachtung: Das Schlusskapitel fasst zusammen, dass die Abtreibung in der frühen Neuzeit primär ein „Verbrechen auf dem Papier“ blieb, da die Obrigkeit selten konsequent ermittelte.

Schlüsselwörter

Abtreibung, frühe Neuzeit, Carolina, Rechtsgeschichte, Moralvorstellungen, Schwangerschaftsabbruch, Ehre, Hebammen, Kriminalgeschichte, Strafrecht, Quellenanalyse, §133, Sittlichkeit, soziale Kontrolle, Rechtswirklichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Delikt der Abtreibung in der frühen Neuzeit und dem gesellschaftlichen sowie rechtlichen Umgang mit diesem Thema.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Gesetzgebung durch die Carolina, der Einfluss von Moral und Ehre, die Verbreitung von abortiven Kräutern sowie die tatsächliche gerichtliche Strafpraxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszufinden, inwieweit die rechtliche Theorie der frühen Neuzeit mit der tatsächlichen juristischen Praxis übereinstimmte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine rechtshistorische und sozialgeschichtliche Analyse durchgeführt, die auf der Auswertung von Gesetzestexten und historischen Gerichtsakten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Gesetzeswortlauts, die Analyse gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und die Vorstellung historischer Kriminalfälle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Abtreibung, frühe Neuzeit, Carolina, Ehre, Strafrecht und Rechtswirklichkeit charakterisiert.

Warum war der Ehrbegriff für Frauen so entscheidend?

Der Ehrbegriff war eng mit körperlicher und sexueller Reinheit verknüpft, was für ledige Frauen die Voraussetzung für soziale Anerkennung und eine spätere Heirat darstellte.

Welche Rolle spielten die Kräuter- und Hebammenbücher?

Sie dienten als Wissensquelle für abortive Mittel, wobei die Autoren sich in den Werken oft distanzierten, um ihre medizinischen Ratschläge nicht als Anleitung zum Strafbruch erscheinen zu lassen.

Wie erklärt der Autor die geringe Zahl an Verurteilungen?

Der Autor führt dies auf die Schwierigkeit der Beweisführung und ein scheinbar geringes Interesse der Obrigkeit an Ermittlungen zurück.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung zu den Kölner Turmbüchern?

Die Untersuchung zeigt, dass trotz der drohenden Todesstrafe in der Carolina nur sehr wenige Fälle von Abtreibung aktenkundig wurden und oft mit informellen Lösungen oder Verbannung endeten.

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Résumé des informations

Titre
Das Delikt der Abtreibung in der frühen Neuzeit
Université
University of Bonn  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Cours
Frühneuzeitliche Gerichtsakten als Geschichtsquellen
Note
sehr gut
Auteur
Jan Haluk Frank (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
12
N° de catalogue
V116973
ISBN (ebook)
9783640193394
Langue
allemand
mots-clé
Delikt Abtreibung Neuzeit Frühneuzeitliche Gerichtsakten Geschichtsquellen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jan Haluk Frank (Auteur), 2007, Das Delikt der Abtreibung in der frühen Neuzeit , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116973
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Extrait de  12  pages
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