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Die demographische Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland seit 1945

Title: Die demographische Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland seit 1945

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 17 Pages , Grade: 1

Autor:in: Dr. phil. Kristina Bonn (Author)

Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning
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Vor der Wiedervereinigung Deutschlands konnte die demographische Lage Ost- und Westdeutschlands nur getrennt voneinander betrachtet werden, da sie aufgrund der unterschiedlichen politischen Systeme fast keine Gemeinsamkeiten aufwiesen: Erstens lagen die Geburtenraten in Ostdeutschland seit circa 1976 wesentlich höher als die in Westdeutschland, zweitens lag die Lebenserwartung der Männer als auch die der Frauen in Ostdeutschland unter der Lebenserwartung der westdeutschen Bevölkerung und drittens gab es fast keine internationalen Wanderungsbewegungen in Ostdeutschland, da die Ausreise nach Westen verboten und die Einreise von Westdeutschland oder anderen Ländern nur sehr begrenzt möglich war. Die Wiedervereinigung der 40 Jahre lang getrennten deutschen Staatsgebiete im Oktober 1990 ging in atemberaubendem Tempo vor sich: Fall der Mauer im November 1989, Währungsunion im Juli 1990 und politische Wiedervereinigung im Oktober 1990. Diese radikale Veränderung des politischen Systems brachte sowohl für die ostdeutsche als auch für die westdeutsche Bevölkerung viele Neuerungen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen. Wie sehr sich die politischen Veränderungen auf den Lebensstil und das generative Verhalten der Bevölkerung auswirkten, lässt sich aus der veränderten demographischen Situation ablesen. Abbildung 1 (Dobritz 1998: S.241) zeigt die drastischen Veränderungen der demographischen Indikatoren für Ost- und Westdeutschland in den Jahren nach der Wiedervereinigung. Die Geburten-, Heirats- und Scheidungsziffern fielen im ersten Jahr nach der Wende auf extrem niedrige Werte, die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche und unehelichen Geburten stiegen stark an. Derartige demographische Entwicklungen wurden noch nie zuvor in Friedenszeiten beobachtet.
Ziel dieser Arbeit ist es daher, die Entwicklung der Bevölkerung seit 1945 bis heute darzustellen, Erklärungsansätze für bestimmte Ereignisse zu liefern und Zukunftsprognosen zu erstellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DEFINITION UND ABGRENZUNG GRUNDLEGENDER BEGRIFFE

3 DIE DEMOGRAPHISCHE LAGE DER BUNDESREPUBLIK 1980-1998

4 NATÜRLICHE BEVÖLKERUNGSBEWEGUNG

4.1 GEBURTEN

4.2 URSACHEN FÜR DEN RÜCKGANG DER GEBURTENZAHLEN

4.3 STERBEFÄLLE

4.4 LEBENSERWARTUNG

4.5 URSACHEN DER HÖHERER LEBENSERWARTUNG

4.6 TODESURSACHEN

5 RÄUMLICHE BEVÖLKERUNGSBEWEGUNG

5.1 INTERNATIONALE WANDERUNGEN – AUßENWANDERUNGEN (INTERNATIONAL MIGRATION)

5.1.1 Deutsche Aussiedler

5.1.2 Ausländische Einwanderer

5.2 INNERDEUTSCHE WANDERUNGEN – BINNENWANDERUNGEN (INTERNAL MIGRATION)

6 ZUSAMMENFASSUNG, FAZIT UND KONSEQUENZEN

7 PROGNOSE ZUR BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG BIS 2010

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die demographische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland seit 1945, wobei ein besonderer Fokus auf den Veränderungen nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 liegt, um Erklärungsansätze für demographische Ereignisse zu liefern und zukünftige Trends zu prognostizieren.

  • Analyse der natürlichen Bevölkerungsbewegung (Geburten, Sterbefälle, Lebenserwartung).
  • Untersuchung der räumlichen Bevölkerungsbewegung (internationale und innerdeutsche Wanderungsprozesse).
  • Betrachtung der demographischen Auswirkungen der politischen Wiedervereinigung 1990.
  • Evaluation der demographischen Alterung und ihrer Folgen für den Generationenvertrag.
  • Prognose der Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2010 unter Berücksichtigung regionaler Disparitäten.

Auszug aus dem Buch

4.2 Ursachen für den Rückgang der Geburtenzahlen

Ursachen für den Rückgang der Geburtenzahlen sind grundsätzlich kurzfristige Verränderungen der Altersstruktur als auch der langfristige Rückgang der Geburtenneigung. Die Geburtenneigung hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verringert, da sich die Familiensituation in der Bundesrepublik ändert: erstens nimmt die Heiratshäufigkeit ab, zweitens steigt das durchschnittliche Heiratsalter an, drittens werden immer mehr Ehen geschieden und viertens wird die uneheliche Lebensgemeinschaft zu einer wichtigen Lebensform. Das durchschnittliche Erstheiratsalter lag 1990 in Ostdeutschland bei 23,7 Jahren, in Westdeutschland bei 25,9 Jahren. Im Jahre 1996 in Ostdeutschland bei 26,7 und in Westdeutschland bei 26,9 Jahren. Aus diesem Indikator des rapiden Anstiegs des Erstheiratsalters seit der Wende lässt sich unter anderem der Rückgang der Geburtenneigung erklären: In Ostdeutschland handelt es sich nicht um eine kurzfristige Unterbrechung des kontinuierlichen Geburtenverhaltens, sondern verweist auf eine tiefe Veränderung im generativen Verhalten. Die in Westdeutschland bestehenden postmodernen, pluralisierten und individualisierten Lebensformen sind von der ostdeutschen Bevölkerung adaptiert worden. Ebenfalls wirkt sich auch die Arbeitslosigkeit, höheren Qualifikationen und Berufstätigkeitszeit der Frauen in Verbindung mit mangelnder Kinderbetreuung, sowie die Unsicherheit und mangelnde Überzeugung an eine gesicherte Zukunft negativ auf die Geburtenzahlen aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die demographischen Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland vor der Wiedervereinigung und stellt die Zielsetzung der Arbeit sowie die drastischen demographischen Veränderungen nach 1990 vor.

2 DEFINITION UND ABGRENZUNG GRUNDLEGENDER BEGRIFFE: In diesem Kapitel werden zentrale demographische Termini wie Bevölkerung, Geburtenrate und Mortalitätsrate definiert sowie die wissenschaftlichen Instrumente zur statistischen Fortschreibung erläutert.

3 DIE DEMOGRAPHISCHE LAGE DER BUNDESREPUBLIK 1980-1998: Dieses Kapitel analysiert die Bevölkerungsentwicklung und die Wachstumsraten im Zeitraum von 1980 bis 1998, wobei der Übergang von Wachstumsphasen zur Stagnation im Vordergrund steht.

4 NATÜRLICHE BEVÖLKERUNGSBEWEGUNG: Hier werden die Komponenten der natürlichen Bevölkerungsbewegung, insbesondere Geburtenrückgang, Sterbefälle und die steigende Lebenserwartung, detailliert untersucht und deren Ursachen erörtert.

5 RÄUMLICHE BEVÖLKERUNGSBEWEGUNG: Das Kapitel befasst sich mit Wanderungsströmen, sowohl auf internationaler Ebene (Aussiedler und Einwanderer) als auch bei Binnenwanderungsprozessen wie Suburbanisierung und Desurbanisierung.

6 ZUSAMMENFASSUNG, FAZIT UND KONSEQUENZEN: Die Ergebnisse werden zusammengeführt, um die Auswirkungen auf die Altersstruktur und die Herausforderungen für das soziale Sicherungssystem, insbesondere den Generationenvertrag, zu diskutieren.

7 PROGNOSE ZUR BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG BIS 2010: Abschließend wird ein Ausblick auf die Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2010 gegeben, der spezifische regionale Unterschiede und Alterungstrends aufzeigt.

Schlüsselwörter

Demographie, Bevölkerungsentwicklung, Wiedervereinigung, Geburtenrate, Lebenserwartung, Migration, Wanderungssaldo, Aussiedler, Suburbanisierung, Altersstruktur, Generationenvertrag, Bevölkerungsstatistik, Mortalitätsrate, Fertilität, Deutschland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit behandelt die demographische Entwicklung Deutschlands seit 1945 mit besonderem Schwerpunkt auf den drastischen Veränderungen, die durch die Wiedervereinigung im Jahr 1990 ausgelöst wurden.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf die natürliche Bevölkerungsbewegung, wie Geburten und Sterbefälle, sowie auf räumliche Wanderungsprozesse, sowohl internationaler als auch innerdeutscher Natur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, die demographischen Trends seit 1945 aufzuzeigen, Erklärungen für spezifische Ereignisse zu liefern und fundierte Zukunftsprognosen für die Bevölkerungsentwicklung zu erstellen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung bevölkerungsstatistischer Daten, unter Anwendung der demographischen Grundgleichung und der Analyse offizieller Indikatoren wie Geburten- und Mortalitätsraten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der natürlichen Bevölkerungsbewegung, die Untersuchung von Migrationsbewegungen (Aussiedler, Ausländer, Binnenwanderung) und die Auswertung der demographischen Lage in den alten und neuen Bundesländern.

Welche Begriffe charakterisieren diese Forschungsarbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bevölkerungsdynamik, Fertilität, Wanderungssaldo, demographischer Wandel und Alterung der Gesellschaft charakterisiert.

Wie beeinflusste die Wiedervereinigung das generative Verhalten in Ostdeutschland?

Nach der Wende kam es zu einem radikalen Rückgang der Geburtenraten, da sich die ostdeutsche Bevölkerung an westliche, individualisierte Lebensformen anpasste und mit wirtschaftlicher Unsicherheit konfrontiert wurde.

Welche Rolle spielt die Suburbanisierung für die räumliche Bevölkerungsbewegung?

Die Suburbanisierung war vor allem in den neuen Bundesländern ein prägender Prozess, der durch den Bau von Wohnblocks im Umland und steuerliche Vergünstigungen für Investoren vorangetrieben wurde.

Welche Herausforderungen ergeben sich aus der demographischen Alterung?

Die Alterung stellt den Generationenvertrag vor erhebliche Probleme, da eine sinkende Zahl erwerbstätiger Personen eine wachsende Anzahl älterer Menschen finanziell unterstützen muss, was steigende Ausgaben für Renten-, Gesundheits- und Pflegeversicherung nach sich zieht.

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Details

Title
Die demographische Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland seit 1945
College
University of Bonn  (Geographisches Institut)
Course
Spezialseminar: Zum Zusammenhang von demographischer Entwicklung und Siedlungsstruktur
Grade
1
Author
Dr. phil. Kristina Bonn (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V116975
ISBN (eBook)
9783640193509
ISBN (Book)
9783640193516
Language
German
Tags
Entwicklung Bundesrepublik Deutschland Spezialseminar Zusammenhang Entwicklung Siedlungsstruktur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. phil. Kristina Bonn (Author), 2003, Die demographische Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland seit 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116975
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