Abschaffung der Präsenzpflicht für Studierende

Wie lässt sich nicht-präsenzorientiertes Lernen an der Hochschule effektiv für die Studierenden umsetzen?


Hausarbeit, 2021

12 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Aufgabe
2.1 Formulierung einer präzisen Fragestellung
2.2 Methodologische Positionierung
2.3 Bestimmung des Forschungsfeldes
2.4 Reflektierte Wahl der Erhebungs- und Auswertungsverfahren
2.5 Entscheidung über das Sampling
2.6 Grundlagentheoretische Einbettung der Forschung
2.7 Erstellung des Erhebungsinstruments

3 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

An einer Hochschule mit 15.000 Studierenden wurde die Anwesenheitspflicht vor fünf Jahren abgeschafft. Die Studierenden können sich seitdem aussuchen, ob sie eine Lehrveranstaltung besuchen oder nicht. Die Prüfungen müssen so gestaltet sein, dass man sie bestehen kann, ohne die Seminare besucht zu haben. Die statistischen Analysen der letzten fünf Jahre zeigen, dass sich das Leistungsniveau (Notendurchschnitt) im Vergleich durch die Abschaffung der Anwesenheitspflicht nicht verändert hat. Dennoch wird die Maßnahme heiß diskutiert. Einige Lehrende kritisieren, dass es für eine vernünftige Auseinandersetzung mit den Lerninhalten wichtig sei, dass die Studierenden die Seminare besuchte. Einige Studierende sagen, dass in vielen Seminaren viel zu wenige Studierende anwesend seien, um eine konstruktive Lernatmosphäre zu schaffen. Manche Lehrende und Studierende sind sich darüber einig, dass die Abschaffung der Präsenzpflicht dazu geführt hat, dass wirklich nur noch Personen im Raum sind, die sich tatsächlich für die Inhalte interessierten. Dadurch sei es zu einer deutlichen Verbesserung der Lernatmosphäre gekommen.

In den quantitativen Lehrevaluationen wird deutlich, dass die Lernmaterialien, die zur Vorbereitung auf die Prüfung zur Verfügung gestellt werden, bei einigen Lehrenden sehr gut und bei anderen jedoch extrem schlecht gestaltet seien.

Ein geringer Teil der Lehrenden hat aufgrund der Abschaffung der Präsenzpflicht die Hochschule gewechselt.

2 Aufgabe

2.1 Formulierung einer präzisen Fragestellung

Wie lässt sich nicht präsenzorientiertes Lernen an der Hochschule effektiv für die Studierenden umsetzen?

2.2 Methodologische Positionierung

Einhergehend mit der Digitalisierung entstehen neue Formen des Lernens und der Wissensaneignung. Eine Präsenzpflicht ist nicht mehr unbedingt erforderlich. Das selbstständige Lernen wird gefördert, welches die Studierenden nach ihrem Studium für wissenschaftliches Arbeiten benötigen. Gleichzeitig geht der Bezug zu den Lehrenden und Mitlernenden verloren. Dieser sollte allerdings im Sinne des wissenschaftlichen Austauschs durch Videokonferenzen, Webinare sowie einen alternierenden, zeitweisen Besuch von Seminaren in Präsenz und hybriden Lernformen aufrechterhalten werden.

Die Lernenden können mit dem E-Learning-Instrument auf der Selbstlernplattform interagieren. Die Inhalte können je nach individuellem Wissensstand und dem Lernziel didaktisch angepasst werden. Digitale Inhalte werden über Links um Hintergrundinformationen, Bilder, Animationen, Video- und Audioseiten erweitert, wodurch eine Anpassung der Lerninhalte an die Bedürfnisse der Lernenden ermöglicht wird. Die Lernenden sollten möglichst genau wissen, was das Lernziel ist, da es sonst leicht zu einer Überflutung von Informationen führen kann, in der sich die Studierenden verlieren können. Zunächst ist die Aneignung von ausreichender Medienkompetenz von Nöten. Dies ermöglicht das Lernen im Internet und somit auch eine zielgerichtete Erstellung digitaler Selbstlernmaterialien. Besonders in der Erwachsenenbildung ist digitales Lernen effektiver als mit traditionellen Methoden (Althaus, 2015, online).

Auditive und visuelle Sinne werden gleichzeitig angesprochen, wenn beispielsweise neben dem Anschauen einer Tabelle ein erläuternder Text gesprochen wird, der zuvor als Audiodatei eingeschaltet wurde. Dieses Lernen über verschiedene Sinne entspricht auch dem Lesen eines Buches mit gleichzeitigem Anhören einer dazugehörigen CD. Ein anderes Beispiel ist die Videoaufnahme eines Unterrichtenden mit dazugehörendem erläuterndem Textblatt. Somit gibt es verschiedene Formen des virtuellen Lernens. In der virtuellen Lehre finden kaum oder gar keine Präsenzzeiten statt, in denen sich Dozenten und Lernende direkt live begegnen. Hier werden Webinare mit Videokonferenzen angeboten, bei denen sie sich online vernetzt in virtuellen Klassenräumen treffen. Vorteil dieses virtuellen Lernens ist die Ortsunabhängigkeit. Auch werden lange Anfahrtswege eingespart. Webinare sind häufig mit der Möglichkeit verbunden, interaktiv Fragen stellen zu können oder weitere Unterrichtsmaterialien anschauen zu können, indem Links in den Webinaren geöffnet werden. In Videokonferenzen kann die lehrende Person zum Moderator werden. Wenn die Webinare aufgezeichnet werden können verhinderte Lehrende das Webinar später noch aufrufen und nachverfolgen, wobei dann die Möglichkeit der unmittelbaren Interaktivität fehlt. Ähnlich wie Webinare funktionieren videobasierte Kurse, Chatrooms und Diskussionsforen. Werden Präsenzzeiten mit E-Learning verbunden handelt es sich hierbei um Blended Learning als integriertes Lernen. Da Erwachsenenbildung häufig berufsbegleitend verläuft ist es vorteilhaft, da durch das E-Learning eine größere zeitliche und räumliche Flexibilität entsteht, bei der die Lernenden selbstständig entscheiden können, zu welcher Zeit und an welchem Ort gelernt wird.

Eine weitere Form des digitalen Lernens ist das Content Sharing, bei dem sich die Lernenden über das Internet austauschen, über Präsenzveranstaltungen informieren oder deren Lerninhalte weitergegeben werden. Es kann sein, dass dadurch die Lehrveranstaltungen nicht mehr so gut besucht werden. Gleichzeitig wird es keine überfüllten Seminarräume mehr geben. Fraglich ist, ob die Vermittlung funktioniert, da der Anbieter nicht der Dozent selbst sein muss, sondern nur eine Zwischenstufe zum Selbstmanagement beim Lernen darstellt. In Learning Communities treffen sich online Lernende mit gleichen Interessen oder Zielen, um gemeinsam in einem Informations- und Kommunikationssystem eine Wissensbasis aufzubauen, zu der jeder sein Wissen beisteuert (Kerres, Hölterhof, Nattland, 2011, online).

Die technischen Möglichkeiten des E-Learning sind vielfältig. Im Mittelpunkt stehen Lernformen, die computerbasiert sind. Dazu gibt es eine jeweils geeignete Lernsoftware, die online oder über eine CD verfügbar ist. Sie kann zeitlich und örtlich flexibel benutzt werden. Diese Lernform ermöglicht den Einsatz unterschiedlicher Medien. Neben dem Text können Audio- oder Videodateien, Animationen und weiterführende Links angeboten werden, die ergänzend aufgerufen werden können. Im Mittelpunkt stehen die Lernenden, die sich selbst für die passendste Lernmethode entscheiden. Das Lernen kann interaktiv mit dem Dozenten und anderen Lernenden über Chat, Mail, Videokonferenzen oder mit Diskussionsforen ergänzt werden. Bei Simulationen werden digital reale Situationen oder Umgebungen nachgeahmt, an denen die Lernenden experimentell ausprobieren können, was in der Wirklichkeit geschehen würde (Kerres, Hölterhof, Nattland, 2011, online).

Auf online Lernplattformen werden Kurse geplant und bereitgestellt, die die Anforderungen individueller Lehrpläne aufgreifen oder auf Einstufungstests und bereits vorhandenem Wissen durch vorherige Kurse aufbauen. Auf der Lernplattform lassen sich Lernfortschritte auswerten. Es werden entsprechende Module zum Weiterlernen oder zum vertieften Lernen angeboten. Auf Lernplattformen können die Lernenden den jeweiligen Wissensstand prüfen und dem individuell gesetzten Ziel näherkommen. Einige Lernplattformen bieten eine umfangreiche Zeit- und Ressourcenverwaltung für die Lernenden, beispielsweise informieren sie über die Verfügbarkeit von Chatrooms für eine direkte online Kommunikation mit anderen Lernenden oder Dozenten. Des Weiteren zeigen sie an wer sich aus der Lerngruppe gerade auf der Lernplattform befindet. Die Lernenden können vollkommen eigenständig lernen, wenn der Austausch oder eine Beratung durch die lehrende Person nicht benötigt und somit der Lernfortschritt selbstständig verfolgt wird, um das Lernziel zu erreichen (Kerres, Hölterhof, Nattland, 2011, online).

Die Methode des Lernens ist die Art der Vermittlung des zu lernenden Inhaltes. Die Methode muss von den Entwicklern der Lernmaterialien didaktisch durchdacht sein und der jeweiligen Lernsituation möglichst nahekommen. Da die Selbstlernsituation gerade im Bereich der digitalen Medien sehr unterschiedlich und individuell ist, müssen verschiedene Varianten angelegt werden, zwischen denen sich die Lernenden entscheiden können. Der lineare Unterricht wird weitgehend durch netzwerkartiges und multimediales Lernen abgelöst (Laura, 2015, online).

Entscheidend ist die Lernmethodenkompetenz, die die selbstbestimmten Lernenden beherrschen müssen, um sich zielgerichtet und effektiv Lerninhalte aneignen zu können. Dazu muss der Lerninhalt selbstständig strukturiert und das Lernziel definiert werden, aber auch eine ausreichende Medienkompetenz, um unproblematisch mit neuen Medien arbeiten zu können. Beispielsweise sollte ein geeigneter Computer zur Verfügung stehen und gleichzeitig auch das notwendige Wissen darüber, wie Lernprogramme installiert werden (Laura, 2015, online).

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Details

Titel
Abschaffung der Präsenzpflicht für Studierende
Untertitel
Wie lässt sich nicht-präsenzorientiertes Lernen an der Hochschule effektiv für die Studierenden umsetzen?
Note
1,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
12
Katalognummer
V1169821
ISBN (Buch)
9783346584182
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Abschaffung, Präsenzpflicht, Studierende
Arbeit zitieren
Christina Glaser (Autor:in), 2021, Abschaffung der Präsenzpflicht für Studierende, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1169821

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