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Provincial Reconstruction Teams - Ihre Auswirkungen auf die Umsetzung der Ziele der internationalen Staatengemeinschaft in Afghanistan

Title: Provincial Reconstruction Teams - Ihre Auswirkungen auf die Umsetzung der Ziele der internationalen Staatengemeinschaft in Afghanistan

Seminar Paper , 2008 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: B.A. (Politikwissenschaft) Sebastian Feyock (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Summary Excerpt Details

Der Begriff des Nation-Building hat eine lange Tradition in der Politikwissenschaft.
Nachdem der Begriff in den 1950er Jahren stark mit der Modernisierungstheorie
verbunden und normativ aufgeladen war, erfreut sich die Diskussion um Nation-
Building seit dem Ende des Ost-West- Gegensatzes zunehmender Beliebtheit1.
Trotz der relativ langen Tradition des Begriffs bleibt auch heute seine Bedeutung
vage und unklar. Dabei kann Nation-Building sowohl als Prozess als auch als Programm
verstanden werden. Dem nach Hippler deskriptiven bzw. analytischen Prozess-
Verständnis steht ein normativ-strategisches gegenüber, welches Nation-
Building vor allem zur Durchsetzung bestimmter Ziele versteht. Dabei kann die
Bildung einer Nation selbst das Ziel sein oder aber als Instrument verstanden werden,
um vorrangige Interessen wie z.B. Machterhalt oder Schwächung gegnerischer
Akteure zu erreichen (Hippler 2004: 19).
Bei dieser Betrachtungsweise muss berücksichtigt werden, dass die unterschiedlichen
Verständnisse des Begriffes auch unterschiedlich stark ausgeprägte Möglichkeiten
der Steuerung bzw. Kontrolle durch beteiligte Akteure zulassen. Vor allem
das programmatische Verständnis des Nation-Building lässt relativ große
Gestaltungsmöglichkeiten zu, während der Prozess der Bildung einer Nation nur
bedingt beeinflussbar und sehr stark auf die Akzeptanz durch die Betroffenen angewiesen
ist: „Diese Prozesse verknüpfen „naturwüchsige“ Entwicklungen wirtschaftlicher,
politischer oder kultureller Art, die durch einzelne Akteure kaum zu
steuern sind, mit strategischen Entscheidungen und aktiver Politik von Schlüsselakteuren.“
(ebd.: 19). Hippler weist darauf hin, dass Nation-Building zwar gewollt
initiiert werden kann, jedoch keinen Automatismus nach sich zieht, der Erfolg verspricht
bzw. zu den gewünschten Ergebnissen führen muss (ebd.: 18).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Konzept des „local ownership“

3 Fallanalyse Afghanistan

3.1 Ziele der internationalen Staatengemeinschaft in Afghanistan

3.2 Die Provincial Reconstruction Teams (PRT)

4. Auswirkungen der PRT- Arbeit auf den Sate-Building- Prozess in Afghanistan

5. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Provincial Reconstruction Teams (PRT) auf die Umsetzung internationaler Ziele in Afghanistan. Im Zentrum steht die kritische Analyse, wie diese Teams den Nation- und State-Building-Prozess unter Berücksichtigung des „local ownership“-Konzepts beeinflussen und welche Auswirkungen ihre Arbeit auf die Stabilität und Entwicklung vor Ort hat.

  • Analyse des „local ownership“-Konzepts als theoretische Grundlage
  • Vergleichende Untersuchung der PRT-Modelle von USA und Deutschland
  • Evaluierung der Auswirkungen der PRT-Arbeit auf Capacity- und Institution-Building
  • Identifikation von Spannungsfeldern zwischen militärischem Mandat und zivilem Wiederaufbau

Auszug aus dem Buch

i. personelle Ebene

Im Rahmen des Nation-Building- Prozesses besteht eine der wichtigsten Aufgaben darin, die richtigen lokalen Ansprechpartner für externe Akteure zu finden. Nicht selten stehen dabei vor allem die Interessen der Intervenierenden im Vordergrund und bestimmen den Auswahlprozess. In post-konfliktären Situationen wird dabei in erster Linie auf Personal zurückgegriffen, das sich in der Vergangenheit in deutlicher Opposition zum überwundenen Regime befand oder aber am ehesten die Interessen der intervenierenden Staaten zu verwirklichen verspricht.

Als deutliche Beispiele solcher Auswahlprozesse können die Interventionen in Afghanistan und dem Irak gelten, wo jeweils pro-westliche Politiker in Übergangsregierungen installiert wurden. Dabei wurde meist deren Vergangenheit im vorangegangenen Konflikt unhinterfragt akzeptiert. Durch diese Vorgehensweise kann der Konflikt jedoch im Nachhinein erneut intensiviert werden, wenn sich gesellschaftliche Gruppen als benachteiligt empfinden. Potentielle Gegner des Prozesses werden dabei in ihrer ablehnenden Haltung gegenüber Reformprozessen zusätzlich bestärkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die politikwissenschaftliche Debatte um Nation-Building und das Konzept des „local ownership“ ein und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit.

2. Das Konzept des „local ownership“: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des „local ownership“ als Mit- bzw. Selbstbestimmungsrecht der lokalen Bevölkerung und diskutiert theoretische Probleme bei der Umsetzung in Post-Konflikt-Gesellschaften.

3 Fallanalyse Afghanistan: Hier werden die internationalen Missionen (UNAMA, OEF, ISAF) und ihre Mandate in Afghanistan detailliert dargestellt.

3.1 Ziele der internationalen Staatengemeinschaft in Afghanistan: Dieser Abschnitt beleuchtet die spezifischen Mandate und Ziele der beteiligten Akteure sowie deren Fokus auf Institution- und Capacity-Building.

3.2 Die Provincial Reconstruction Teams (PRT): Dieser Teil vergleicht die unterschiedlichen PRT-Modelle der USA und Deutschlands, insbesondere deren zivile und militärische Komponenten.

4. Auswirkungen der PRT- Arbeit auf den Sate-Building- Prozess in Afghanistan: Das Kapitel analysiert kritisch die Auswirkungen der PRT-Arbeit auf den Wiederaufbau, die Kooperation mit Hilfsorganisationen und das Verhältnis zur lokalen Bevölkerung.

5. Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und identifiziert Handlungsoptionen für eine verbesserte Koordination und Effektivität zukünftiger Missionen.

Schlüsselwörter

Nation-Building, State-Building, local ownership, Provincial Reconstruction Teams, PRT, Afghanistan, ISAF, OEF, Wiederaufbau, Capacity-Building, Konfliktforschung, Internationale Missionen, zivile-militärische Zusammenarbeit, Sicherheitssektorreform, Übergangsverwaltung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Rolle und Auswirkungen der Provincial Reconstruction Teams (PRT) im Kontext der internationalen Bemühungen beim Aufbau Afghanistans.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören das Konzept des „local ownership“, die Struktur und Mandate internationaler Missionen sowie die Vergleiche zwischen verschiedenen PRT-Modellen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie die Arbeit der PRTs die Umsetzung der von der internationalen Staatengemeinschaft für Afghanistan gesetzten Ziele beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine Fallanalyse (Afghanistan), die auf der theoretischen Grundlage des „local ownership“-Konzepts basiert und empirische Daten sowie Literatur auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Beschreibung der Missionen, den Vergleich der US-amerikanischen und deutschen PRT-Modelle sowie die Analyse der Auswirkungen dieser Arbeit auf den State-Building-Prozess.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „local ownership“, „Nation-Building“, „PRT“, „Afghanistan“ und „zivil-militärische Koordination“ geprägt.

Warum wird das deutsche PRT-Modell als „Doppelspitze“ bezeichnet?

Es wird als Doppelspitze geführt, da es sowohl einen zivilen Leiter vom Auswärtigen Amt als auch einen militärischen Vertreter umfasst, um eine bessere Trennung zwischen zivilem Wiederaufbau und militärischem Auftrag zu ermöglichen.

Warum ist die „Exit-Strategie“ im Kontext von PRTs so entscheidend?

Eine klare Exit-Strategie ist wichtig, um die Erwartungen an den Post-Konflikt-Zustand zu steuern und lokalen Akteuren ein verlässliches Bild für die spätere Übernahme der Souveränität zu vermitteln.

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Details

Title
Provincial Reconstruction Teams - Ihre Auswirkungen auf die Umsetzung der Ziele der internationalen Staatengemeinschaft in Afghanistan
College
University of Marburg  (Zentrum für Konfliktforschung)
Course
Externes Nation- und Statebuilding: Wohin führt der Weg internationaler Missionen?
Grade
2,0
Author
B.A. (Politikwissenschaft) Sebastian Feyock (Author)
Publication Year
2008
Pages
27
Catalog Number
V117005
ISBN (eBook)
9783640194001
ISBN (Book)
9783640194100
Language
German
Tags
Provincial Reconstruction Umsetzung Staatengemeinschaft Afghanistan Statebuilding Missionen Team Auswirkung Ziel Extern Nationbuilding externe Akteure NATO ISAF PRT Bundeswehr USA Operation Enduring Freedom OEF
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. (Politikwissenschaft) Sebastian Feyock (Author), 2008, Provincial Reconstruction Teams - Ihre Auswirkungen auf die Umsetzung der Ziele der internationalen Staatengemeinschaft in Afghanistan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117005
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