Ist die Vereinigung von digitalem Prozessmanagement und Corporate Governance bei KMUs zielführend und ein wesentliches Konzept hinsichtlich des digitalen Wandels und des aktuellen Wissensstands?
In unserer schnelllebigen Geschäftswelt gibt es eine Konstante: Jedes Unternehmen benötigt ein zuverlässiges, unternehmensweites Governance,- Risiko- und Compliance-Management (GRC). Durch scheinbar endlose wirtschaftskriminelle Skandale und Organisationen die nicht kalkulierte und ruinöse Risiken eingehen, sind die eng zusammenhängenden GRC-Themen zu unausweichlichen Themen in der Wirtschaftswelt geworden. GRC wurde früher häufig nur als zusätzlicher Kostenfaktor betrachtet. Heute ist es eine unverzichtbare Investition, denn in Zeiten des digitalen Wandels und von wandelnden Regulationen, dynamischer Märkte und veränderter Kundenanforderungen kann ein professionelles Risk- und Compliance-Management über den Erfolg eines Unternehmens entscheiden. Hinzu kommt der Druck der Digitalisierung und die damit verbundene Revolution „Industrie 4.0“, welche ein Risiko darstellt, sofern man sich den Herausforderungen der digitalen Transformation nicht stellt und so seine Wettbewerbsfähigkeit sicherstellt. Vor allem bei kleinen bis mittelständischen Unternehmen (KMU) in Deutschland ist es zukünftig ausschlaggebend ob mit dem Megatrend „Digitalisierung“ gegangen wird oder ob die Hürden für die KMUs nicht zu bewältigen sind. Da der deutsche Mittelstand als Erfolgsfaktor der deutschen Wirtschaft gilt, da über 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland als Mittelständler fungieren und mehr als die Hälfte der deutschen Wertschöpfung ausmachen - ist es umso wichtiger schnell zu reagieren um digitale Potenziale und Methoden rechtzeitig zu implementieren (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, o. D.). Die Herausforderungen digitaler Disruption und neuer Technologien wird somit eine starke Auswirkung auf Unternehmen inklusiver Corporate Governance haben, da es innerhalb der Organisationen immer wieder zu Änderungen und Anpassungen kommen wird und somit auch neue Spielregeln sowie Risiken gehandhabt werden müssen. Da jedes Digitalisierungsprojekt zugleich auch ein Projekt zur Gestaltung und Implementierung von Geschäftsprozessen ist, sowie GRC-Management auf prozessorientierten Regeln und Prüfungen basiert, liegt es nahe Methoden und Ansätze aus dem modernen und digitalen Geschäftsprozessmanagement mit der Corporate Governance zu vereinen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretisch-konzeptuelle Bezüge und Stand der Forschung
2.1 Abgrenzungen und Terminologische Bestimmungen
2.1.1 Abgrenzung Digitalisierung und digitale Transformation
2.1.2 Industrie 4.0
2.1.3 Corporate Governance (Kodex)
2.1.4 GRC-Managementsysteme
2.1.5 Business Process Management
2.1.6 Kleine und mittelständische Unternehmen
2.2 Bisheriger Forschungsstand
3 Fragestellung
4 Methode
4.1 PRISMA-Flow
4.2 Ein- und Ausschlusskriterien
4.3 Codierschema
5 Ergebnisse
5.1 Ansätze und Methoden von digitalem Business Process Management
5.1.1 Prozessdokumentation
5.1.2 Prozessanalyse
5.1.3 Prozesstransformation
5.1.4 Prozesscontrolling
5.1.5 Prozessautomatisierung
5.1.6 Erkenntnisse aus der Literatur zu BPM
5.2 Ansätze und Methoden von digitaler Governance, Risk und Compliance
5.2.1 Risiko Management
5.2.2 Interne Kontrolle und Revision
5.2.3 Compliance
5.2.4 Erkenntnisse aus Literatur zu GRC
5.3 Kombination von BPM und GRC
5.4 KMUs und Digitalisierung
6 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht mittels eines systematischen Literaturreviews, inwiefern die Zusammenführung von digitalem Business Process Management (BPM) und Corporate Governance, Risk und Compliance (GRC) ein zielführendes Konzept für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) im Kontext des digitalen Wandels darstellt.
- Verbindung von BPM und GRC-Methoden zur Prozessoptimierung
- Analyse der Relevanz von Corporate Governance in KMUs
- Rolle digitaler Transformation und Industrie 4.0
- Methodik des systematischen Literaturreviews mittels PRISMA-Flow
- Synergien durch digitale Managementlösungen
Auszug aus dem Buch
5.1.1 Prozessdokumentation
Ein entscheidender Schritt im Rahmen der Prozessdokumentation ist die formale Modellierung der betrachteten betrieblichen Abläufe. Sie bildet die Basis für die anschließende Prozessanalyse und -verbesserung. Dabei werden bestimmte Modellierungsmethoden zugrunde gelegt und mittels geeigneter IT-Werkzeuge umgesetzt (Hippner et al., 2011, S. 1 ff.). Bereits einfache Unternehmensprozesse umfassen eine Vielzahl von Aufgaben bzw. Aktivitäten, Humanressourcen, Sachmitteln, Informationen und Beziehungen zwischen diesen Objekten. Da diese Komplexität in der Regel das menschliche Erfassungsvermögen übersteigt, bietet es sich an, die Prozesse eines Unternehmens grafisch abzubilden, um die Komplexität durch Verknüpfungen zu reduzieren, die Verständlichkeit zu erleichtern und die Vergleichbarkeit verschiedener Prozesse zu gewährleisten (Seel et al. 2000, S. 2). Modellierungswerkzeuge sind demnach Prozesssprachen bzw. Notationen. Die meist genutzte Notation für Geschäftsprozesse ist die „Business Modelling Notation 2.0“, kurz BPMN 2.0. Dieser Standard wird nicht nur zur Prozessdokumentation genutzt, sondern für die Analyse und Verbesserung von Prozessen sowie für die Prozessautomatisierung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz von GRC für Unternehmen und Begründung des Fokus auf KMUs und digitale Transformation.
2 Theoretisch-konzeptuelle Bezüge und Stand der Forschung: Definition der zentralen Begriffe wie Digitalisierung, Industrie 4.0, GRC und Business Process Management sowie Einordnung in den aktuellen Forschungsstand.
3 Fragestellung: Ableitung der Forschungsfrage nach der Sinnhaftigkeit der Kombination von digitalem BPM und GRC für KMUs.
4 Methode: Darstellung des systematischen Literaturreviews, inklusive der Suche in Datenbanken, der Anwendung des PRISMA-Flows und der Kriterien für die Literaturauswahl.
5 Ergebnisse: Detaillierte Analyse der BPM- und GRC-Methoden sowie deren synergetische Kombination und Anwendung im Kontext von KMUs.
6 Diskussion: Beantwortung der Forschungsfrage und Synthese der Erkenntnisse zur digitalen Transformation mittels kombinierter BPM-GRC-Lösungen.
Schlüsselwörter
Business Process Management, Corporate Governance, GRC-Management, KMUs, Digitalisierung, Digitale Transformation, Industrie 4.0, Prozessanalyse, Prozessautomatisierung, Risikomanagement, Compliance, Prozessmodellierung, Systematischer Literaturreview, BPMN 2.0, Datenanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von digitalen BPM- und GRC-Modellen und prüft deren Nutzen für kleine und mittelständische Unternehmen im Rahmen der Digitalisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Business Process Management, Corporate Governance, Risk & Compliance (GRC) sowie Strategien für die digitale Transformation von KMUs.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch einen systematischen Literaturreview zu klären, ob die Verbindung von digitalem Prozessmanagement und Corporate Governance für KMUs ein zukunftsweisendes Konzept ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin oder der Autor wählte einen systematischen Literaturreview nach dem PRISMA-Standard, um den aktuellen Wissensstand fundiert zu erfassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen erarbeitet, gefolgt von einer Analyse einzelner Methoden wie Prozessdokumentation, Prozessautomatisierung und Risikomanagement.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Digitalisierung, BPM, GRC, KMU, Prozessautomatisierung und Corporate Governance beschreiben.
Warum ist BPM für GRC so wichtig?
BPM bietet die notwendige Transparenz und Dokumentationsbasis, die für die Überwachung von Risiken und die Einhaltung von Compliance-Vorgaben in einem GRC-System essenziell ist.
Welche Rolle spielt die Industrie 4.0 für die untersuchten KMUs?
Die Industrie 4.0 stellt eine Herausforderung dar, die KMUs dazu zwingt, digitale Potentiale durch neue Arbeitsweisen und prozessorientierte IT-Lösungen auszuschöpfen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Arbeit zitieren
- M.SC., MBA Joshua Nganyadi (Autor:in), 2021, Integration von digitalen BPM-GRC Modellen bei KMUs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170424