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Die Standardaussprache im dualen System. Eine Analyse der Verwendung von Standardlautung in den Fernsehnachrichten anhand der Nachrichtenformate „SAT.1-Nachrichten“, „RTL2 News“ und der „Tagesschau“

Title: Die Standardaussprache im dualen System. Eine Analyse der Verwendung von Standardlautung in den Fernsehnachrichten anhand der Nachrichtenformate „SAT.1-Nachrichten“, „RTL2 News“ und der „Tagesschau“

Term Paper , 2011 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Fabiane Rieke (Author)

German Studies - Linguistics
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Nimmt die strukturelle Vielfalt der Nachrichtensender Einfluss auf deren Sprachgebrauch, sodass der traditionelle, öffentlich-rechtliche Sender ARD eher einer normierten Standardlautung gerecht wird als die moderneren, privaten Nachrichtenformate der SAT.1 und RTL2? Sind weitere Variablen wie die journalistische Präsentationsform entscheidend für eine deutliche Aussprache?

In der folgenden Hausarbeit werden diese Zusammenhänge expliziter untersucht, indem zunächst eine vergleichenden Analyse des dualen Systems in Anlehnung an dessen Präsentationskontexte und an die qualitätsorientierten Medienforschung erfolgt, um dann in einem weiteren Schritt zu untersuchen, ob diese auch auf die sprachliche Ebene übertragbar sind. Dazu wird zunächst auf relevante, linguistische Merkmale der Standartlautung eingegangen, die darauffolgend anhand von Audiodateien der Nachrichtensprecher im Rahmen des Exmaralda-Partitur Programms wissenschaftlich analysiert und ausgewertet werden, um daraufhin zu einer kohärenten Schlussfolgerung zu gelangen.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vergleich der Nachrichtenformate des dualen Systems

2.1 Darstellung der unterschiedlichen Präsentationskontexte

2.2 Qualitätsanalyse des dualen Systems

3 Beschreibung linguistischer Phänomene der Standardsprache

4 Empirisches Vorgehen bei der Analyse der Audiodateien aus den „SAT.1-Nachrichten“, den „RTL2 News“ und der „Tagesschau“

4.1 Angaben zum Korpusaufbau und zur Datenaufbereitung

4.2 Analysemethode

5 Datenanalyse

5.1 Verwendung ungenormter Lautung

5.2 Einfluss der Personenstruktur auf die Standardlautung

5.3 Interpretation der Analyseergebnisse

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob sich die methodisch belegten Qualitätsdifferenzen zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Nachrichtensendungen auch auf die sprachliche Ebene der Standardaussprache übertragen lassen. Ziel ist es, anhand einer phonetischen Analyse zu prüfen, ob die „Tagesschau“ tatsächlich normnäher spricht als die Formate „SAT.1-Nachrichten“ und „RTL2 News“.

  • Vergleich der Präsentationskontexte im dualen Rundfunksystem
  • Linguistische Analyse der Standardaussprache vs. Umgangs- und Überlautung
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Sprecherrollen und Lautungsqualität
  • Evaluierung der journalistischen Professionalität anhand phonetischer Daten

Auszug aus dem Buch

3 Beschreibung linguistischer Phänomene der Standardsprache

In journalistischer Fachliteratur ist laut Stefan Wachtel vor allem ein Faktor ausschlaggebend für Professionalität: eine möglichst präzise Aussprache (vgl. Wachtel 2009: S. 113). Des Weiteren folgert er: „Wer versucht, korrekt zu sprechen, ohne die deutsche Standardaussprache tatsächlich zu beherrschen, wird scheitern.“ (Ebd. S. 113). Im Duden „Das Aussprachewörterbuch“ wird neben einer regulativen Auflistung von Phänomenen der deutschen Standardsprache auch auf die „ungenormte Lautung“, unter welche die Umgangs- und Überlautung zu fassen sind, eingegangen. Diese Kategorien sind anhand der Phonemfolgen /nәn/, /mәn/ und /ŋәn/ ,die in meiner Analyse Berücksichtigung finden werden, zu veranschaulichen.

Die Standardlautung des Dudens sieht in jeder dieser Phonemfolgen die Aussprache des Schwa-Lautes vor, da /әn/ auf die Nasenlaute [n], [m], [ŋ] folgt. Demnach kann bei Aussprachevarianten wie die des silbischen m, n, oder ähnlichem, die diese Stellung als Bedingung erfüllen und dennoch nicht das „Schwa“ artikulieren, auf die Verwendung der Umgangslautung geschlossen werden, welche „weniger deutlich und schriftnah ist als die Standardlautung“ (Mangold 2005: S. 64). Im Gegensatz dazu, ist eine zu deutliche Hervorhebung des [ә] ebenso als Phänomen ungenormter Lautung zu klassifizieren. Diese Regel wird im Rahmen des zweiten Kapitels „Überlautung“ unter dem Punkt 1b gefasst, der einen Ersatz von [ә] durch die Phone [e] oder [ɛ] beschreibt.

Demzufolge entsprächen die Phonemfolgen /nem/, /nɛm/ etc. diesem Kriterium der Überlautung, welche „deutlicher und schriftnäher ist als die Standardlautung“ (Mangold 2005: S.67). Während die Umgangslautung als häufiges Vermittlungsorgan im Fernsehen fungiert, welcher sich die Akteure im Fernsehen normalerweise bedienen, „wenn [sie] sich an ein breites Publikum wende[n]“ (Mangold 2005: S.64), ist die Verwendung der Überlautung eher auf einen „ungeschulten[n] Sprecher“ (Mangold 2005: S. 67) zurückzuführen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Entwicklung des deutschen Nachrichtenfernsehens und führt in die Fragestellung ein, ob die Differenzierung zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern auch auf der sprachlichen Ebene erkennbar ist.

2 Vergleich der Nachrichtenformate des dualen Systems: Dieses Kapitel stellt die unterschiedlichen Präsentationskontexte und die aus der Medienforschung bekannten Qualitätsunterschiede der Nachrichtenformate dar.

3 Beschreibung linguistischer Phänomene der Standardsprache: Hier werden die linguistischen Grundlagen, insbesondere der Begriff der „ungenormten Lautung“ und deren Einteilung in Umgangs- und Überlautung, definiert.

4 Empirisches Vorgehen bei der Analyse der Audiodateien aus den „SAT.1-Nachrichten“, den „RTL2 News“ und der „Tagesschau“: Das Kapitel erläutert den Aufbau des Korpus sowie die methodische Vorgehensweise bei der Transkription und Auswertung der Daten mittels des Exmaralda-Systems.

5 Datenanalyse: In diesem Teil werden die Ergebnisse der Untersuchung präsentiert, wobei die Verwendung ungenormter Lautung und der Einfluss der Sprecherstruktur analysiert und interpretiert werden.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die aus der Medienforschung bekannte Divergenz nur bedingt auf die Sprachebene übertragbar ist, wobei jedoch Unterschiede in der Neutralität der Anmoderation bestehen.

Schlüsselwörter

Standardaussprache, Phonetik, Phonologie, Fernsehnachrichten, Tagesschau, SAT.1-Nachrichten, RTL2 News, Umgangslautung, Überlautung, duales System, Medienforschung, Sprecherziehung, linguistische Analyse, journalistische Professionalität, Nachrichtenqualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Sprachqualität in verschiedenen deutschen Fernsehnachrichtenformaten, um zu prüfen, ob sich Unterschiede in der Verwendung der Standardaussprache feststellen lassen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das duale Rundfunksystem, die linguistische Normierung durch das Duden-Aussprachewörterbuch und die empirische Untersuchung von Nachrichtenpräsentationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob die traditionelle „Tagesschau“ eine normiertere Standardlautung aufweist als die privatrechtlichen Nachrichtenformate von SAT.1 und RTL2.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine empirische Analyse von Audiodateien durchgeführt, bei der die Transkription mit dem Exmaralda-Partitur-Programm erfolgt und phonetische Merkmale quantitativ sowie qualitativ ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung linguistischer Phänomene, das methodische Vorgehen bei der Datenerhebung sowie die detaillierte Datenanalyse inklusive grafischer Darstellungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben der Standardaussprache sind vor allem Begriffe wie Umgangslautung, Überlautung und journalistische Professionalität für die Arbeit charakteristisch.

Wie unterscheidet sich die „Tagesschau“ laut der Analyse sprachlich von den privaten Sendern?

Während sich in der Gesamtlautung keine gravierenden Unterschiede zeigen, weist die „Tagesschau“-Anmoderation eine höhere Tendenz zur Standardlautung auf, was auf eine stärkere journalistische Neutralität hindeutet.

Welchen Einfluss hat die Personenstruktur auf die Ergebnisse?

Die Analyse zeigt, dass bei der „Tagesschau“ die Nachrichten im Film stärker für Abweichungen verantwortlich sind, während bei den privaten Sendern eher die Anmoderation zu einer tendenziellen Umgangs- oder Überlautung neigt.

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Details

Title
Die Standardaussprache im dualen System. Eine Analyse der Verwendung von Standardlautung in den Fernsehnachrichten anhand der Nachrichtenformate „SAT.1-Nachrichten“, „RTL2 News“ und der „Tagesschau“
College
University of Münster  (Germanistik)
Course
Phonetik und Phonologie in der deutschen Gegenwartssprache
Grade
1,7
Author
Fabiane Rieke (Author)
Publication Year
2011
Pages
15
Catalog Number
V1170500
ISBN (PDF)
9783346587503
ISBN (Book)
9783346587510
Language
German
Tags
Phonologie Fernsehen Nachrichten Sprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabiane Rieke (Author), 2011, Die Standardaussprache im dualen System. Eine Analyse der Verwendung von Standardlautung in den Fernsehnachrichten anhand der Nachrichtenformate „SAT.1-Nachrichten“, „RTL2 News“ und der „Tagesschau“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170500
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