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Das veränderte Fehlerverständnis. Zur Rolle von Fehlern und Fehleranalysen in der Rechtschreibdidaktik

Titel: Das veränderte Fehlerverständnis. Zur Rolle von Fehlern und Fehleranalysen in der Rechtschreibdidaktik

Ausarbeitung , 2012 , 11 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Fabiane Rieke (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Grammatik, Stil, Arbeitstechnik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im 16. Jahrhundert diente die Orthographie der Schrift primär dazu, dem „einfaltigen leyen” Lesbarkeit und Verständnis zu erleichtern. Dabei wurden Abweichungen von den festgesetzten Normen als „Gewohnheitsschreibungen” akzeptiert, da das Kriterium der Lesbarkeit, welches überflüssige Zierde der Schrift ausschloss, als wichtiger angesehen wurde. Dennoch entwickelte sich schon relativ früh ein Prestigedenken. Auch wenn der Begriff „Fehler” noch nicht verwendet wurde, wurde dem „unrechten schreybe[r]” nachgesagt, dass er bei Missachtung der Orthographie den Brief verderbe und seinen geringen Bildungsstand preisgebe.

Diese angedeutete, negative Einstellung gegenüber Fehlern wurde im 18. Jahrhundert erneut forciert. Dadurch, dass die Normierung von Rechtschreibung anstieg, folgte auch ein Wachstum von Missgunst gegenüber Schreibungen, die der Orthographie widersprachen. Der Begriff des „Fehlers” fand sehr häufig seine Verwendung als „Delikt”, welches der „Delinquet” vorsätzlich verursachte. Demnach waren Fehler nicht nur Indikator für eine Schwäche im Charakter, sondern vor allem für rückständige Intelligenz.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Der historische Wandel des Fehlerverständnisses

2 Die Hambuger Schreibprobe- ein standardisierter Test

2.1 Analyse und Auswertung der HSP

2.2 Strategieprofile und Fördermaßnahmen

3 Rüdiger Urbaneks nichtstandadisierte Form zur Einschätzung der Rechtschreibkompetenz

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel vom quantitativen zum qualitativen Fehlerverständnis in der Rechtschreibdidaktik. Dabei wird analysiert, wie Fehler nicht mehr als bloße Defizite, sondern als Indikatoren für den individuellen Lernprozess und die strategische Kompetenz von Kindern betrachtet werden können.

  • Historische Entwicklung des Fehlerbegriffs
  • Kritik an quantitativen Bewertungsverfahren (z. B. Diktate)
  • Methodik der Hamburger Schreibprobe (HSP)
  • Strategieorientierte Fehleranalyse nach Rüdiger Urbanek
  • Ansätze für individualisierte Fördermaßnahmen

Auszug aus dem Buch

2 Die Hambuger Schreibprobe- ein standardisierter Test

Insbesondere die Diagnostischen Rechtschreibtests, auch bekannt unter den Abkürzungen DRT1 bzw. DRT2, gaben in den 80er Jahren Anlass, ein neues Konzept dem „Richtig-Falsch Prinzip” entgegenzustellen: Die Hamburger Schreibprobe. Peter May entwickelte diesen standardisierten Test zur Fehleranalyse im Jahre 1985. Er kritisierte in den traditionellen Diagnostischen Rechtschreibtests, dass bei der Auszählung richtig geschriebener Wörter qualitativ unterschiedliche Schreibungen fälschlicher gleich behandelt wurden und somit die individuellen Lernprozesse des Kindes nicht beachtet wurden. Dieses sollte in der Hamburger Schreibprobe geändert werden.

Die HSP diagnostiziert die Kompetenzen und das Können der Kinder, wobei Fehler aus dem Mittelpunkt der Betrachtung verschwinden sollen. Dieses verdeutlicht Peter May auf der ersten Seite der Schreibproben, auf welcher er die Kinder direkt adressiert:„Liebe Schülerin, Lieber Schüler. Dies ist eine Schreibprobe. Es geht dabei nicht um Fehler, sondern um das, was du schon kannst. Dein Lehrer oder deine Lehrerin kann dir dann sagen, woran du noch arbeiten musst [...]“. Außerdem werden auch in teilweise richtigen Schreibungen als gelungene Operationen anerkannt, indem die Grade der Annäherung an die Normschreibung bestimmt werden. Dadurch wird eine differenzierte Erfassung des erreichten Lernstandes innerhalb der Entwicklung ermöglicht, was sich vor allem im unteren Leistungsbereich als sehr vorteilhaft erweist. Nach der Durchführung des Testes können dann Fördermaßnahmen abgeleitet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Der historische Wandel des Fehlerverständnisses: Das Kapitel zeichnet die Entwicklung von einem rein normorientierten, negativen Fehlerbegriff hin zu einer modernen, entwicklungsorientierten Sichtweise nach, die den Fehler als notwendiges Element des Lernprozesses begreift.

2 Die Hambuger Schreibprobe- ein standardisierter Test: Hier wird das Konzept der Hamburger Schreibprobe als Instrument zur qualitativen Fehlerdiagnose eingeführt, das die individuellen Lernschritte und Rechtschreibstrategien der Kinder in den Fokus rückt.

2.1 Analyse und Auswertung der HSP: Dieser Abschnitt erläutert die methodische Umsetzung der Testauswertung, insbesondere die Graphemauszählung und die Differenzierung verschiedener Rechtschreibstrategien.

2.2 Strategieprofile und Fördermaßnahmen: Das Kapitel beschreibt, wie aus den Testergebnissen Strategieprofile erstellt werden, um gezielte Fördermaßnahmen für Schülerinnen und Schüler abzuleiten.

3 Rüdiger Urbaneks nichtstandadisierte Form zur Einschätzung der Rechtschreibkompetenz: Dieses Kapitel stellt ein ergänzendes, nicht-standardisiertes Konzept vor, das Lehrkräfte durch eine strukturierte Fehleranalyse in sieben Phasen zur individuellen Förderung befähigen soll.

Schlüsselwörter

Rechtschreibdidaktik, Fehlerverständnis, Fehleranalyse, Hamburger Schreibprobe, HSP, Rechtschreibstrategien, Kompetenzanalyse, Lernprozess, Graphemtreffer, Rüdiger Urbanek, qualitative Fehleranalyse, Förderunterricht, Schriftspracherwerb, Schreibentwicklung, Lernstand

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Veränderung des Fehlerverständnisses im Kontext des Rechtschreibunterrichts, weg von einer rein quantitativen Bewertung hin zu einer qualitativen Analyse der kindlichen Lernstrategien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder sind die historische Entwicklung der Fehlerbewertung, die Standardisierung von Diagnosetests sowie die Anwendung strategiegerechter Fehleranalysen im Grundschulunterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie durch eine qualitative Fehleranalyse das individuelle Können und die Lernentwicklung von Kindern besser erfasst und durch gezielte Maßnahmen gefördert werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender didaktischer Konzepte, insbesondere auf standardisierte Verfahren wie die Hamburger Schreibprobe und qualitative Ansätze von Rüdiger Urbanek.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des historischen Wandels, die detaillierte Vorstellung der Hamburger Schreibprobe und die Analyse des Konzepts von Rüdiger Urbanek zur nicht-standardisierten Fehlerdiagnose.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rechtschreibdidaktik, Fehleranalyse, Hamburger Schreibprobe, Rechtschreibstrategien und individuelle Lernförderung.

Wie unterscheidet sich die Hamburger Schreibprobe von herkömmlichen Tests?

Im Gegensatz zu klassischen Diktaten, die meist nur zwischen richtig und falsch unterscheiden, bewertet die HSP auch Annäherungen an die richtige Schreibweise und analysiert, welche Strategien das Kind bereits beherrscht.

Was versteht man unter einer „Lupenstelle“ im Kontext der HSP?

Lupenstellen sind ausgewählte Graphemcluster, die als Indikatoren dienen, um analysieren zu können, welche Rechtschreibstrategien ein Kind in welchem Maße bei der Bearbeitung der Schreibprobe angewendet hat.

Wie fungiert das Konzept von Rüdiger Urbanek im schulischen Kontext?

Urbaneks Ansatz bietet Lehrkräften einen strukturierten Rahmen in sieben Phasen, um eigene Kompetenzen zu reflektieren und Fehler von Kindern systematisch im Unterricht zu analysieren und didaktisch aufzubereiten.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das veränderte Fehlerverständnis. Zur Rolle von Fehlern und Fehleranalysen in der Rechtschreibdidaktik
Hochschule
Universität Münster
Note
1,3
Autor
Fabiane Rieke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
11
Katalognummer
V1170508
ISBN (PDF)
9783346587473
Sprache
Deutsch
Schlagworte
HSP
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabiane Rieke (Autor:in), 2012, Das veränderte Fehlerverständnis. Zur Rolle von Fehlern und Fehleranalysen in der Rechtschreibdidaktik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170508
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Leseprobe aus  11  Seiten
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