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Von den Möglichkeiten der Sexualpädagogik im Kontext Schule

Sexuelle Bildung in weiterführenden Schulen der Bundesrepublik Deutschland

Titel: Von den Möglichkeiten der Sexualpädagogik im Kontext Schule

Bachelorarbeit , 2021 , 54 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Laura Linn (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Bachelor-Thesis beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Sexualpädagogik im Kontext Schule. Die heutige Gesellschaft unterliegt einem immer schnelleren Wandel, der sich in allen Lebensbereichen widerspiegelt. Der demographische Wandel, die Globalisierung und die veränderten Arbeitsmarktanforderungen führen zu neuen gesellschaftlichen und ökologischen Entwicklungen, die alle Bereiche des Lebens betreffen. So lässt sich auch eine Pluralisierung der Lebensentwürfe, Beziehungs- und Familienformen beobachten. Kinder und Jugendliche stehen vor der Aufgabe, ihre vielfältigen Entwicklungsaufgaben innerhalb dieser schnelllebigen, sich stetig verändernden Lebensrealität zu bewältigen, eine eigene Identität zu entwickeln und sich innerhalb der Gesellschaft zu verorten.

Durch die Entwicklung des Schulwesens hin zu mehr Ganztagsschulen verbringen sie immer mehr der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit in der Institution Schule, sodass diese zu einer der wichtigsten Sozialisationsinstanzen in allen Lebensbereichen für Kinder und Jugendliche wird. Gleichzeitig führen die genannten Veränderungen zu neuen Rahmenbedingungen für die schulische Aufgabe der Qualifikation und auch die Sozialisationseffekte der schulischen Erfahrungen von Schüler:innen geraten in das Zentrum des Blickfeldes. Dadurch zeichnet sich für die Institution Schule ein Spannungsfeld hinsichtlich ihrer Aufgaben der Erziehung (Sozialisation) und der Wissensvermittlung (Qualifikation) ab. Dem Thema Sexualität kommt in Hinblick auf die Entwicklung und Identitätsbildung von Kindern und Jugendlichen ein großer Stellenwert zu, dem auch im Zuge ihrer Sozialisation Rechnung getragen werden muss.

Vor dem Hintergrund, dass Kinder und Jugendliche einen großen Teil ihrer Sozialisation in der Schule durchlaufen, muss diese die Aufgabe der sexuellen Bildung wahrnehmen und qualitativ hochwertig umsetzen. Hierfür bedarf es geeigneter Konzepte und Rahmenbedingungen, die den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen gerecht werden und ihnen die Bewältigung der an sie gestellten Entwicklungsaufgaben in einem geschützten und sicheren Raum ermöglichen. Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Bedeutung von Sexualität und dem Umgang mit dieser in der schulischen Bildung auseinander.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sexualität und ihre Dimensionen

2.1 Fortpflanzungsdimension

2.2 Lustdimension

2.3 Beziehungsdimension

2.4 Kommunikationsdimension

2.5 Identitätsdimension

2.5.1 Das biologische Geschlecht – Körpergeschlecht

2.5.2 Das soziale Geschlecht – Geschlechtsrollenidentität

2.5.3 Das psychische Geschlecht – Geschlechtsidentität

2.5.4 Die sexuelle Orientierung

3. Sexualität in der Bildung – Terminologie

3.1 Sexualerziehung

3.2 Sexualaufklärung

3.3 Sexualberatung

3.4 Sexualisation – sexuelle Sozialisation

3.5 Sexualpädagogik

3.6 Sexuelle Bildung

4. Sozialisationsinstanz Schule

4.1 Die Qualifikationsfunktion

4.2 Die Allokationsfunktion

4.3 Die Sozialisationsfunktion – Erziehungsauftrag

4.3.1 Enkulturationsfunktion

4.3.2 Legitimations- und Integrationsfunktion

4.4 Die Funktion der Bereitstellung einer Gruppe gleichaltriger – Peer-Group

5. Sexuelle Bildung in der Schule

5.1 Richtlinien und Lehrpläne – Ein zusammenfassender Überblick

5.1.1 Sexualitätsbegriff

5.1.2 Werthaltungen

5.1.3 Familie

5.1.4 Multi- und Interkulturalität

5.1.5 Homosexualität

5.1.6 Jugendsexualität

5.1.7 Sebstbefriedigung

5.1.8 Verhütung

5.1.9 Schwangerschaftsabbruch

5.1.10 Inklusion

5.1.11 Gleichberechtigung

5.1.12 Sexualisierte Gewalt

5.1.13 Kompetenzbereiche

5.1.14 Inhaltliches und methodisches Angebot

5.1.15 Einbettung in den Fachunterricht

5.1.16 Familie und Schule

6. Spannungsfelder, Herausforderungen und Möglichkeiten der sexuellen Bildung im Kontext Schule

6.1 Scham und Sprachlosigkeit

6.2 Stereotyp, Vorurteil und Diskriminierung

6.3 Unterschiedliche Lebenswelten und -Wirklichkeiten

6.4 Sprache und Kommunikation

6.5 Koedukation und Geschlecht

6.6 Sexuelle Identität und Heteronormativität

6.7 Regenbogenkompetenz

6.8 Tripelmandat der Sozialen Arbeit

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen der Sexualpädagogik im schulischen Kontext. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schule als Sozialisationsinstanz einen sicheren Raum für die Identitätsbildung bieten kann, um Diskriminierung abzubauen und eine qualitativ hochwertige sexuelle Bildung zu fördern.

  • Dimensionen menschlicher Sexualität
  • Terminologie der sexuellen Bildung in der Schule
  • Die Schule als Sozialisationsinstanz
  • Analyse schulischer Richtlinien zur Sexualerziehung
  • Herausforderungen wie Scham, Heteronormativität und Diskriminierung

Auszug aus dem Buch

2. Sexualität und ihre Dimensionen

Den Begriff der Sexualität und dessen Inhalte zu definieren, gestaltet sich recht schwierig, da verschiedene Definitionen voneinander abweichen oder sich gar gegenseitig widersprechen. Häufig werden mit Sexualität Substantive wie Liebe, Lust, Befriedigung, Sinnlichkeit, Begehren oder Fortpflanzung assoziiert. Zwar gilt Sexualität als Grundbedürfnis menschlichen Daseins, jedoch umfasst sie mehr als die rein biologischen und körperlichen Komponenten, denn durch die Kontaktaufnahme zueinander entstehen soziale Beziehungen. Kommunikation ist immer Teil von Sexualität, denn der:die Einzelne tritt mit sich selbst oder dem:der Anderen in Kontakt.

Ausgehend von diesem Diskurs existiert Sexualität nicht naturgegeben, sondern ist immer auch kulturell überformt (vgl. Leue-Käding 2004: 34). Zudem lässt sich Sexualität nicht nur der Adoleszenz und dem Erwachsenenalter zuordnen, sondern spielt bereits in frühkindlichem Alter eine zentrale Rolle. Durch die Herstellung des Zusammenhangs zwischen Sexualität und Identität ist Freud ein zentraler, wenn auch umstrittener, Bereiter auf dem Weg hin zu einem umfassenden Sexualitätsbegriff (vgl. Leue-Käding 2004: 33).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Wandel der Gesellschaft und die resultierende Bedeutung der Schule als Sozialisationsinstanz für die sexuelle Identitätsbildung von Kindern und Jugendlichen.

2. Sexualität und ihre Dimensionen: Es werden fünf zentrale Dimensionen der Sexualität definiert, um das komplexe Verständnis dieses individuellen Grundbedürfnisses abzubilden.

3. Sexualität in der Bildung – Terminologie: Dieses Kapitel differenziert und definiert zentrale Begriffe wie Sexualerziehung, Sexualpädagogik und sexuelle Bildung.

4. Sozialisationsinstanz Schule: Die Schule wird in ihren gesellschaftlichen Funktionen wie Qualifikation, Allokation und Sozialisation analysiert.

5. Sexuelle Bildung in der Schule: Es erfolgt eine kritische Bestandsaufnahme der Richtlinien und Lehrpläne zur Sexualerziehung in den sechzehn Bundesländern.

6. Spannungsfelder, Herausforderungen und Möglichkeiten der sexuellen Bildung im Kontext Schule: Das Kapitel beleuchtet Hürden wie Scham, Heteronormativität und Diskriminierung und diskutiert Kompetenzmodelle für pädagogische Fachkräfte.

7. Fazit: Die Arbeit resümiert die Notwendigkeit einer ganzheitlichen sexuellen Bildung und plädiert für die Einbindung spezialisierter externer Fachkräfte im schulischen Kontext.

Schlüsselwörter

Sexualpädagogik, Sexuelle Bildung, Schule, Sozialisation, Identitätsbildung, Heteronormativität, Regenbogenkompetenz, Soziale Arbeit, Sexualerziehung, Diskriminierung, Prävention, Geschlechtsidentität, Tripelmandat, Lebensweltorientierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelor-Thesis untersucht die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen für eine ganzheitliche sexuelle Bildung im Kontext der Institution Schule.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Dimensionen der Sexualität, die schulische Sozialisationsfunktion, die Analyse staatlicher Richtlinien sowie die Spannungsfelder von Diskriminierung und Heteronormativität.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Schule einen sicheren Begegnungsraum schaffen kann, der Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben und der Identitätsfindung unterstützt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Konzepte und einer Auswertung offizieller Richtlinien und Lehrpläne der Bundesländer.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Sexualität, die Funktionen der Schule, eine Bestandsaufnahme der schulischen Sexualerziehung sowie eine tiefe Analyse von Herausforderungen und professionellen Kompetenzanforderungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sexualpädagogik, Regenbogenkompetenz, Heteronormativität, Identitätsdimension und soziale Gerechtigkeit.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Lehrer?

Die Autorin kritisiert, dass Lehrer oft keine ausreichende sexualpädagogische Ausbildung erhalten und stellt in Frage, ob die Aufgabe besser durch externe Fachkräfte mit spezifischer Kompetenz übernommen werden sollte.

Welche Bedeutung hat das Konzept des "Tripelmandats" in diesem Zusammenhang?

Das Tripelmandat verdeutlicht das Spannungsverhältnis der Sozialen Arbeit zwischen den Anforderungen des Klienten, des Staates und der professionellen ethischen Standards.

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Details

Titel
Von den Möglichkeiten der Sexualpädagogik im Kontext Schule
Untertitel
Sexuelle Bildung in weiterführenden Schulen der Bundesrepublik Deutschland
Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main
Note
1,0
Autor
Laura Linn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
54
Katalognummer
V1170589
ISBN (eBook)
9783346589521
ISBN (Buch)
9783346589538
Sprache
Deutsch
Schlagworte
möglichkeiten sexualpädagogik kontext schule sexuelle bildung schulen bundesrepublik deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Laura Linn (Autor:in), 2021, Von den Möglichkeiten der Sexualpädagogik im Kontext Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170589
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Leseprobe aus  54  Seiten
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