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Der "Neue Mensch" und die sozialistische Revolution. Zur Kritischen Theorie von Herbert Marcuse

Title: Der "Neue Mensch" und die sozialistische Revolution. Zur Kritischen Theorie von Herbert Marcuse

Term Paper , 2021 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Hendrik Maier (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Summary Excerpt Details

Im Zentrum dieser Arbeit die Frage, auf welchem Menschenbild Marcuses Kritische Theorie beruht und inwiefern dieses aus einer skeptischen Perspektive zu bewerten ist. Im ersten Kapitel werden wir die Hintergründe der sozialistischen Revolutionstheorie erörtern. Hierfür wirft der Verfasser dieser Arbeit einen Blick auf den "spätkapitalistischen" Kulturmenschen, der für Marcuse zivilisationskrank, von der Arbeit entfremdet und einer absatzorientierten Kulturindustrie schutzlos ausgeliefert ist.

Anschließend beschreiben wir das "eindimensionale" Denken, das nicht jenseits des Bestehend denke und in einem affirmativen Positivismus gefangen sei. Schließlich soll die marxistische Geschichtsphilosophie und die Stellung
des spätkapitalistischen Menschen in ihr beleuchtet werden. Seinen Abschluss findet das Kapitel im Exkurs über "Das revolutionäre Subjekt". Dort steht im Vordergrund, welcher gesellschaftlichen Strömung, Klasse oder organisierten Gruppierung Marcuse die Umwälzung der menschlich-sozialen Verhältnisse zutraut.

Das Herzstück der Arbeit bilden die Kapitel 3 und 4, in denen zuerst Marcuses Anthropologie aus seinem psychoanalytischen Werk herausgestellt wird und darauf aufbauend eine kritische Würdigung des "Neuen Menschen"
geleistet werden soll. Der "Neue Mensch" wird einerseits im Rahmen der materialistischen Geschichtsauffassung Marxens beleuchtet, andererseits soll Marcuses anthropologisches Fundament, das man allgemein als Freudo-Marxismus bezeichnet, aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive kritisiert werden. Den Abschluss bildet ein Fazit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Ausgang des Menschen aus dem Spätkapitalismus

2.1 Zur spätkapitalistischen Kulturindustrie: Der eindimensionale Mensch (1964)

2.2 Das eindimensionale Denken

2.3 Der spätkapitalistische Mensch in der marxistischen Geschichtsphilosophie

2.4 Exkurs: Das revolutionäre Subjekt

3. Marcuses Anthropologie aus seinem Hauptwerk Triebstruktur und Gesellschaft (1957)

4. Kritische Würdigung des „Neuen Menschen“ Marcuses

4.1 Der „Neue Mensch“ vor dem Hintergrund der marxistischen Geschichtsphilosophie

4.2 Herbert Marcuses als Hauptvertreter des Freudo-Marxismus in der Kritischen Theorie

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Menschenbild, auf dem Herbert Marcuses Kritische Theorie basiert, und bewertet es aus einer skeptisch-liberalen Perspektive. Im Zentrum steht die Frage, inwiefern Marcuses Konzept des „Neuen Menschen“ als utopischer Entwurf vor dem Hintergrund seiner sozialistischen Revolutionstheorie und psychoanalytischen Ansätze kritisch zu würdigen ist.

  • Analyse des spätkapitalistischen Menschen im Kontext der Kulturindustrie.
  • Untersuchung des marxistischen Geschichtsverständnisses und der Rolle des revolutionären Subjekts.
  • Dekonstruktion von Marcuses Anthropologie basierend auf seinem Werk "Triebstruktur und Gesellschaft".
  • Kritische Einordnung des Freudo-Marxismus innerhalb der Kritischen Theorie.

Auszug aus dem Buch

2.1 Zur spätkapitalistischen Kulturindustrie: Der eindimensionale Mensch (1964)

Bereits in der Dialektik der Aufklärung von Adorno und Horkheimer findet sich ein philosophisches Fragment, das den Titel Kulturindustrie – Aufklärung als Massenbetrug trägt: Wo im bürgerlich-liberalen Zeitalter die Kunst und Kultur noch die Funktion hatten, gesellschaftliche Debatten entweder zu reflektieren oder evozieren, seien diese im Spätkapitalismus zur konsumierbaren Massenkultur entartet, die die Wirkung hätten, die institutionelle Herrschaftsstrukturen zu zementieren und das herrschaftskritische Denken zu betäuben.

Auch in Marcuses Werken finden sich zahlreiche Anknüpfpunkte zur Kulturkritik Adornos und Horkheimers. Allerdings radikalisiert er deren Gesellschaftskritik und befruchtet sie politisch. Die aggressivste Anprangerung der sozialökonomischen Verhältnisse im Spätkapitalismus findet sich in seinem Opus Magnum Der eindimensionale Mensch. Brennpunkt der dortigen Ausführungen ist die Feststellung, dass das Proletariat, die ausgebeutete Klasse in Marxens Klassentheorie, und die Bourgeoisie, die ausbeutende Klasse, auch im späten Kapitalismus die basalen Klassen bildeten, deren Gegensätzlichkeit jedoch durch technische Errungenschaften und erhöhten Lebensstandard nicht erkenntlich sei, sondern vernebelt werde.

Wie Marx nimmt Marcuse an, dass der „Ausschluß von der Kontrolle über die Produktionsmittel die gemeinsame objektive Lage aller Lohn- und Gehaltsempfänger“ bestimmt. Im Spätkapitalismus, in dem sich die gegenwärtige Gesellschaft befinde, seien die kapitalistischen Produktivkräfte bereits umfänglich entwickelt. Dem Geist der Frankfurter Schule entsprechend befasst sich Marcuse daher mit der Frage, wieso das Bewusstsein der Arbeiterklasse hinter dem ökonomischen Sein (d. h. der gesellschaftlichen Akkumulation der Produktivkräfte und Produktionsmittel, die den Sozialismus bereits erlaube) zurückbleibt. Diese Problematik nutzt Marcuse, um seine Ideologiekritik zu entfalten. So liegt Marcuses primäres Angriffsziel auch nicht im Produktionsprozess, sondern in der Ideologie, die „im Produktionsprozeß selbst steckt“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Denken von Herbert Marcuse ein, skizziert seinen Werdegang und begründet die Relevanz der Untersuchung seiner Revolutionstheorie sowie seines Menschenbildes.

2. Der Ausgang des Menschen aus dem Spätkapitalismus: Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen der spätkapitalistischen Kulturindustrie und das Phänomen des „eindimensionalen“ Denkens sowie deren Rolle innerhalb der marxistischen Geschichtsphilosophie und bei der Suche nach einem revolutionären Subjekt.

3. Marcuses Anthropologie aus seinem Hauptwerk Triebstruktur und Gesellschaft (1957): Das Kapitel widmet sich der psychoanalytischen Fundierung von Marcuses Menschenbild, wobei Begriffe wie Leistungsprinzip, Eros und Ananke im Zentrum stehen.

4. Kritische Würdigung des „Neuen Menschen“ Marcuses: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Utopie des „Neuen Menschen“ und eine Einordnung von Marcuses Rolle als Hauptvertreter des Freudo-Marxismus.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Marcuses Ansatz aus einer skeptisch-liberalen Perspektive aufgrund seines spekulativen und reduktionistischen Charakters problematisch ist.

Schlüsselwörter

Herbert Marcuse, Kritische Theorie, Spätkapitalismus, Eindimensionaler Mensch, Freudo-Marxismus, Triebstruktur, Leistungsprinzip, Revolution, Kulturindustrie, Marxismus, Anthropologie, Neue Sensibilität, Befreiung, Gesellschaftskritik, Ideologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Menschenbild Herbert Marcuses und hinterfragt, ob seine utopischen Entwürfe für eine befreite Gesellschaft einer skeptisch-liberalen Kritik standhalten können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit verknüpft gesellschaftskritische Analysen des Spätkapitalismus mit Marcuses psychoanalytischer Anthropologie und der marxistischen Geschichtsphilosophie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, auf welchem Menschenbild Marcuses Kritische Theorie beruht und inwiefern dieses Menschenbild aus einer skeptischen Perspektive bewertet werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine politikwissenschaftliche und theoretische Untersuchung durchgeführt, die sich auf Literaturanalysen und eine kritische Auseinandersetzung mit Marcuses Hauptwerken stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der kulturindustriellen Prägung des Menschen, die psychologische Fundierung durch Freuds Psychoanalyse und die kritische Würdigung dieser Theorien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Marcuse, Spätkapitalismus, Freudo-Marxismus, Triebstruktur, Leistungsprinzip und Revolution.

Wie bewertet der Autor die Bedeutung von Marcuses Kulturkritik für die heutige Zeit?

Der Autor stellt fest, dass Marcuses zeitdiagnostische Einlassungen zur Kulturindustrie und zum Aufkommen technologischer Einflüsse auch angesichts moderner digitaler Trends erstaunlich aktuell wirken.

Warum hält der Autor den „Neuen Menschen“ Marcuses für unhaltbar?

Der Autor argumentiert, dass Marcuse den Menschen ent-individualisiert und ihn der Idee einer sozialistischen Zukunft opfert, wobei unhaltbare gesellschaftliche Zustände lediglich als psychologische Abweichungen deklariert werden.

Welchen Stellenwert nimmt Marcuse innerhalb der Frankfurter Schule ein?

Während Marcuse ein bedeutender Vordenker war, sieht der Autor ihn aufgrund des spekulativen Charakters seiner Anthropologie heute eher in einer Randrolle im Vergleich zu Denkern wie Habermas.

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Details

Title
Der "Neue Mensch" und die sozialistische Revolution. Zur Kritischen Theorie von Herbert Marcuse
College
University of Heidelberg  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1,3
Author
Hendrik Maier (Author)
Publication Year
2021
Pages
30
Catalog Number
V1170814
ISBN (PDF)
9783346588272
ISBN (Book)
9783346588289
Language
German
Tags
Kritische Theorie Herbert Marcuse Revolutionstheorie Sigmund Freud Marxistische Geschichtsphilosophie Der eindimensionale Mensch Triebstruktur 68er
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hendrik Maier (Author), 2021, Der "Neue Mensch" und die sozialistische Revolution. Zur Kritischen Theorie von Herbert Marcuse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170814
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