Zunächst beinhaltet das Thema meiner Seminararbeit die Neuordnung der Weltpolitik
bezüglich außen- und sicherheitspolitischer Aspekte von Beginn des kalten Krieges 1945 bis
heute. Des Weiteren gehe ich auf die Veränderung der sicherheitspolitischen Akteure in der
Staatenwelt ein. Mit dem Zerfall der UdSSR und dem Umbruch 1990, entstanden global
betrachtet, kleinere Konflikte, die meist auf ethnischen oder religiösen Gründen beruhen.
Entscheidend ist dabei, dass es eine Vielzahl kleinerer Auseinandersetzungen gibt, wobei sich
die Kriegsführung von damals unterscheidet. Die sicherheitspolitischen Akteure neuster Zeit
haben demnach neue, vielfältige Aufgaben zu realisieren.
Die zentralen Hypothesen, jene ich in der Seminararbeit behandele sind folgende: Die
Weltordnung hat sich seit dem Zerfall der „zweiten Welt“ grundlegend geändert. Es gibt
heute viele kleinere Kriege bzw. Auseinandersetzungen, die die sicherheitspolitischen
Akteure, wie die UNO, NATO und die OSZE herausfordern. In Zukunft entstehen
kriegerische Konflikte aus dem Trieb ethnischer Gruppenzugehörigkeit, dabei entstehen mehr
Konflikte in fragilen Staaten. Auseinandersetzungen entstehen zwischen unterschiedlichen
Kulturen mit unterschiedlichen Werten oder Religionen. Dabei unterscheidet sich wesentlich
die Kriegsführung. Der Weltrohstoff Öl wird knapper, dies führt zu einer Interdependenz
zwischen den westlich und den islamisch geprägten Staaten.
Die zentralen Fragestellungen, die ich in meiner Seminararbeit daher behandeln werde, ist,
wie sich die Staatenwelt seit dem Ende des kalten Krieges bezüglich sicherheitspolitischer
Aspekte änderte. Eine zweite Fragestellung, die ich näher erläutere ist, wie sich die
Machtgleichgewichte in Zukunft verschieben werden und welche Gründe es dafür gibt. Die
letzte wesentliche Fragestellung, die ich beantwortet, ist wie sich im Laufe der Zeit die
Aufgaben der Akteure im internationalen System änderten und welche Herausforderungen in
Zukunft zu bewältigen sind. Dazu muss ich sagen, dass dies ein offenes Thema – damit meine
ich, dass mit der Beantwortung der Hypothesen und Fragestellungen noch viele weitere Dinge
berücksichtigt werden könnten, die aber den Rahmen dieser Seminararbeit übersprengen
würde. Daher gehe ich nur auf die genannten Themen ein.
Schließlich folgt zuletzt ein ausführliches Fazit sowie Aussichten, wie die Politik bezüglich
des Sicherheitsaspekts auf der Welt in Zukunft aussieht.
Methodisch wählte ich Bücher, wie das von Samuel P. Huntington, Herfried Münkler und
Ernst-Otto Czempiel, sowie Zeitschriften und aktuelle Literatur, die meinem Thema
entsprachen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Kalte Krieg und die bipolare Weltordnung
2.1 Ausgangspunkte des Ost-West- Konfliktes
2.2 Bipolarität als zentrales Merkmal
3 Neues Ausmaß kriegerischer Auseinandersetzungen und neue Merkmale weltpolitischer Aspekte
4 Untersuchung der Argumente für die Veränderung, sowie Charakterisierung sicherheitspolitischer- und weltmachtpolitischer Aspekte nach 1990
5 Sicherheit und der Wandel der weltpolitischen Institutionen
6 Chancen und Probleme neuer Welt- und Sicherheitspolitik
7 Fazit
8 Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der globalen Weltpolitik nach 1990, wobei der Fokus auf der Verschiebung von einer bipolaren Ordnung hin zu einer multipolaren Struktur liegt. Dabei wird analysiert, wie sich die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen und die Aufgaben internationaler Akteure angesichts zunehmender kultureller und ethnischer Konflikte verändert haben.
- Transformation der globalen Sicherheitsarchitektur nach dem Kalten Krieg
- Analyse der "neuen Kriege" und der veränderten Rolle staatlicher Akteure
- Einfluss kultureller und religiöser Identitäten auf internationale Konfliktlinien
- Bedeutung multilateraler Institutionen wie NATO, UNO und OSZE
- Perspektiven einer kooperativen Sicherheitspolitik mittels "weicher Macht"
Auszug aus dem Buch
3 Neues Ausmaß kriegerischer Auseinandersetzungen und neue Merkmale weltpolitischer Aspekte
Mit der Veränderung und dem Umbruch 1990 wurden Kriege sowie zwischenstaatliche, ethnische Konflikte keinesfalls aus der Welt geschafft. Der große Konflikt zwischen UdSSR und der USA sind vorerst auf Eis gelegt. „Das alte Muster der Bipolarität existierte nicht mehr. Die Welt musste politisch, wirtschaftlich und militärisch … neu gestaltet werden.“ Schließlich war dieser „ (…) Stabilitätsmechanismus hinfällig geworden“ Bis 1989 herrschte ein kalter Krieg, jedoch wurden nun heiße Kriege wieder möglich. „Die wechselseitige atomare Bedrohung hatte zwar viele Konflikte zugedeckt, nicht jedoch dauerhaft ausgeräumt (…) alte religiöse und ethnische Gegensätze sowie Grenzstreitigkeiten, die längst in Vergessenheit geraten schienen, brachen wieder auf.“ Ein Beleg dafür sind die Konflikte auf der Balkanhalbinsel, wo vorwiegend religiöse Gründe für kriegerische Eskalationen eine Rolle spielten. Ein Beleg dafür sind die kleinen Kriege zwischen Serben und Kroaten und den Moslems in Bosnien Herzegowina sowie die Streitigkeiten zwischen den Albanern und Serben im Kosovo. Charakteristisch für die neuen Auseinandersetzungen sind nach 1990 vor allem kleinere Konflikte zwischen unterschiedlichen religiösen oder ethnischen Parteien.
Verschiedene afrikanische Stämme kämpften nun gewaltsam um Macht und Territorium. Weiterhin kennzeichnend für die neuen Bedrohungen ist, dass neue Unruheherde auch oftmals privat finanziert werden, wie beispielsweise der internationale Terrorismus. Es geht bei den neuen Kriegen, aber wie bei den „alten Kriegen“ um das gleiche Bestreben - nämlich die Expansion der Macht, sowie die Einflussnahme von Staaten auf andere Staaten, sowie wirtschaftliche Stärke und Wohlstand. Allerdings haben sich nach 1990 im Wesentlichen die Akteure geändert, da es sich nicht mehr um Konflikte zwischen Staaten handelt, sondern es wird von einer „ … Entstaatlichung beziehungsweise Privatisierung kriegerischer Gewalt …“ gesprochen. Auseinandersetzungen werden durch private Akteure finanziert. Der Staat als wesentlicher Akteur bei der Kriegsführung verliert an Bedeutung. Viele Privatarmeen, oftmals bezahlt von reichen Ölmilliardären kämpfen gegen andere.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den zeitlichen Rahmen der Untersuchung und formuliert die zentralen Hypothesen zum Wandel der Weltordnung sowie die methodische Herangehensweise.
2 Der Kalte Krieg und die bipolare Weltordnung: Dieses Kapitel erläutert die Strukturen der bipolaren Ära, geprägt durch den Ost-West-Konflikt und die Doktrin der nuklearen Abschreckung.
3 Neues Ausmaß kriegerischer Auseinandersetzungen und neue Merkmale weltpolitischer Aspekte: Hier wird der Übergang von zwischenstaatlichen Kriegen zu asymmetrischen, ethnisch oder religiös motivierten Konflikten nach 1990 analysiert.
4 Untersuchung der Argumente für die Veränderung, sowie Charakterisierung sicherheitspolitischer- und weltmachtpolitischer Aspekte nach 1990: Das Kapitel befasst sich mit den veränderten Machtverhältnissen, unter anderem unter Einbeziehung der Theorie des "Kampfes der Kulturen" von Samuel P. Huntington.
5 Sicherheit und der Wandel der weltpolitischen Institutionen: Es wird die Rolle und Legitimation internationaler Organisationen wie NATO, UNO und OSZE in einer sich wandelnden Sicherheitslandschaft untersucht.
6 Chancen und Probleme neuer Welt- und Sicherheitspolitik: Hier werden die Herausforderungen der Konfliktprävention und die Möglichkeiten kooperativer Ansätze durch "weiche Macht" diskutiert.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Notwendigkeit internationaler Kooperation zur Sicherung des Friedens in einer multipolaren Welt.
8 Quellen- und Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten Fachliteratur, Zeitschriften und Quellen.
Schlüsselwörter
Bipolarität, Multipolarität, Sicherheitspolitik, Kalter Krieg, Ethnische Konflikte, Internationale Institutionen, NATO, UNO, OSZE, Kampf der Kulturen, Weiche Macht, Globalisierung, Interdependenz, Weltpolitik, Privatisierung kriegerischer Gewalt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit analysiert den Wandel der Weltpolitik seit 1945, wobei der Schwerpunkt auf dem Übergang von der bipolaren Weltordnung des Kalten Krieges zur heutigen multipolaren Weltordnung nach 1990 liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Veränderungen sicherheitspolitischer Akteure, das Entstehen privatisierter Gewalt, der Einfluss kultureller Identitäten auf Konflikte und die Rolle überstaatlicher Institutionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, wie sich die sicherheitspolitische Lage weltweit geändert hat, wie Machtgleichgewichte in Zukunft verschoben werden könnten und welche neuen Aufgaben sich für internationale Akteure ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor wählt einen literaturwissenschaftlichen Ansatz und analysiert einschlägige Fachpublikationen renommierter Autoren wie Samuel P. Huntington, Herfried Münkler und Ernst-Otto Czempiel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse des Kalten Krieges, die Untersuchung neuer Konfliktmuster nach 1990, die Charakterisierung aktueller weltpolitischer Akteure sowie die Diskussion moderner Sicherheitsansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Bipolarität, Multipolarität, Sicherheitspolitik, internationale Institutionen, kulturelle Konflikte und weiche Macht beschreiben.
Wie bewertet der Autor den Wandel zur "weichen Macht"?
Der Autor sieht in der Kooperation und dem Einsatz von weicher Macht eine zentrale Chance, um kriegerische Auseinandersetzungen nachhaltig durch Prävention und Deeskalation zu vermeiden, anstatt lediglich auf militärische Abschreckung zu setzen.
Wie ordnet die Arbeit den Russland-Georgien-Konflikt ein?
Der Konflikt dient als aktuelles Fallbeispiel für die Instabilität in ehemals imperialen Grenzregionen und verdeutlicht die Probleme der Sicherheitsakteure bei der Krisenintervention.
Welche Rolle spielen Nichtregierungsorganisationen (NROs) laut Arbeit?
NROs, wie etwa Amnesty International, gewinnen in der heutigen Sicherheitsarchitektur zunehmend an Bedeutung, da der Nationalstaat allein die komplexen und undurchsichtigen Konflikte nicht mehr lösen kann.
- Citation du texte
- Christoph Staufenbiel (Auteur), 2008, Der Wandel der Weltpolitik bezüglich außen- und sicherheitspolitischer Aspekte und die Bedeutung internationaler Institutionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117090