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Offenbarung als Bedingung der Möglichkeit von Schrift und Tradition

Title: Offenbarung als Bedingung der Möglichkeit von Schrift und Tradition

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marc Sprungmann (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Summary Excerpt Details

Im Lauf der Geschichte hat sich Gott viele Male den Menschen liebevoll zugetan, mit ihnen
verkehrt und zu ihnen gesprochen. Er selbst war es, der sich Moses zuwandte und ihm mit seinen Namen für alle Zeiten offenbarte. Es entsprang seinem ewigem
Ratschluss sich dem Menschengeschlecht zuzuwenden und unter Fleischgestalt in die Welt zu
kommen. Nur aus dieser Offenbarungstat heraus gründend kann sich letztlich jede Frage der
Verhältnisbestimmung von Schrift und Tradition verstehen.
In der Vergangenheit ist diese Frage vielfach gestellt und zu beantworten versucht
worden. Von lehramtlicher Seite reagierte das Konzil von Trient mit der Definition, dass der
Offenbarung „Wahrheit und Ordnung in geschriebenen Büchern und ungeschriebenen
Überlieferungen enthalten ist“. Die beiden nachfolgenden Vatikanischen Konzile reihen sich
durch ihr Bekenntnis der Kontinuität zu Trient in diese Bestimmung ein.
Wer die Mühen der Lektüre der Konzilskonstitutionen „Dei Filius“ und „Dei Verbum“ auf sich
nimmt, wird einen einschneidenden Wandel des Offenbarungsverständnisses feststellen können.
Im theologischen Sprachgebrauch haben sich als termini technici die Bezeichnungen
„instruktionstheoretisches“ bzw. „kommunikationstheoretisches“ Offenbarungsmodell
eingebürgert. Die Umbenennung lässt erkennen, „dass im Makrobereich des übergreifenden
Offenbarungsdenkens mehrfach ein einschneidender Paradigmenwechsel stattgefunden hat.“
Gegenstand dieser Arbeit wird die Gegenüberstellung beider Offenbarungsmodelle sein, um so
den im Vergleich markierten Wandel darstellen zu können. Sie will sich also weniger um die
Verhältnisbestimmung von Schrift und Überlieferung, als um Offenbarung als Grundbedingung
der Möglichkeit beider bemühen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vatikanum I oder: das instruktionstheoretische Offenbarungsmodell

3 Vatikanum II oder: das kommunikationstheoretische Offenbarungsmodell

4 Paradigmenwechsel ? oder: Versuch einer Zusammenführung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den fundamentaltheologischen Wandel im Verständnis der göttlichen Offenbarung, der sich im Übergang vom Ersten zum Zweiten Vatikanischen Konzil vollzogen hat, und analysiert diesen als Wechsel von einem instruktionstheoretischen zu einem kommunikationstheoretischen Offenbarungsmodell.

  • Gegenüberstellung der Offenbarungsmodelle von Vatikanum I und Vatikanum II.
  • Analyse der dogmatischen Konstitutionen "Dei Filius" und "Dei Verbum".
  • Untersuchung der Offenbarung als personale Selbstmitteilung Gottes vs. sachhafte Belehrung.
  • Herausarbeitung der Bedeutung von Geschichte und Heilsgeschichte für das Offenbarungsverständnis.
  • Diskussion des Paradigmenwechsels als Korrektur des intellektualistischen Offenbarungsbegriffs.

Auszug aus dem Buch

3. Vatikanum II oder: das kommunikationstheoretische Offenbarungsmodell

Am 18. November 1965 verabschiedete das Zweite Vatikanische Konzil in seiner vierten Sitzungsperiode die dogmatische Konstitution „Dei Verbum“ über die göttliche Offenbarung. Erstmals legt die katholische Kirche mit dieser Konzilsdokument eine lehramtliche Aussage zu ihrem Offenbarungsverständnis zu. Bereits der inhaltliche Aufbau der Konstitution verrät den Stellenwert, der der Offenbarung beigemessen wird39: Gleich im ersten Kapitel behandelt sie „die Offenbarung in sich“ und ordnet sie so den folgenden Kapiteln über die Weitergabe der Offenbarung und der Schriftinspiration und deren Auslegung vor: „In dieser sogenannten Offenbarungs-Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils kommen der Offenbarungsglaube und das Offenbarungsverständnis der katholischen Kirche im Zeugnis ihres obersten Lehramtes für unsere Zeit authentisch und verbindlich zum Ausdruck.“40 Wie wir sehen werden, begreift das Konzil Offenbarung als ein personal-dialogisches Geschehen, als eine geschichtliche Selbstoffenbarung vermeidet es aber, eine Festlegung von Offenbarung vorzulegen41. Für die Entfaltung des Offenbarungsverständnisses des Zweiten Vatikanischen Konzils sind die die Aussagen von DV 2-6 zu bemühen.

„Gott hat in seiner Güte und Weisheit beschlossen, sich selbst zu offenbaren und das Geheimnis seines Willens kundzutun (vgl. Eph 1,9): daß die Menschen durch Christus, das fleischgewordene Wort, im Heiligen Geist Zugang zum Vater haben und teilhaftig werden der göttlichen Natur (vgl. Eph 2,18; 2 Petr 1,4). In dieser Offenbarung redet der unsichtbare Gott (vgl. Kol 1,15; 1 Tim 1,17) aus überströmender Liebe die Menschen an wie Freunde (vgl. Ex 33,11; Joh 15,14-15) und verkehrt mit ihnen (vgl. Bar 3,38), um sie in seine Gemeinschaft einzuladen und aufzunehmen. Das Offenbarungsgeschehen ereignet sich in Tat und Wort, die innerlich miteinander verknüpft sind: die Werke nämlich, die Gott im Verlauf der Heilsgeschichte wirkt, offenbaren und bekräftigen die Lehre und die durch die Worte bezeichneten Wirklichkeiten; die Worte verkündigen die Werke und lassen das Geheimnis, das sie enthalten, ans Licht treten. Die Tiefe der durch diese Offenbarung über Gott und über das Heil des Menschen erschlossenen Wahrheit leuchtet uns auf in Christus, der zugleich der Mittler und die Fülle der ganzen Offenbarung ist.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Offenbarung als Grundbedingung von Schrift und Tradition ein und skizziert den beabsichtigten Vergleich zweier theologischer Offenbarungsmodelle.

2 Vatikanum I oder: das instruktionstheoretische Offenbarungsmodell: Dieses Kapitel analysiert das auf der Konstitution "Dei Filius" basierende Offenbarungsverständnis, das den Schwerpunkt auf die Belehrung und die intellektualistische Vermittlung göttlicher Wahrheiten legt.

3 Vatikanum II oder: das kommunikationstheoretische Offenbarungsmodell: Dieses Kapitel behandelt das Offenbarungsmodell von "Dei Verbum", das Gott als eine in Liebe handelnde, sich personal mitteilende Person begreift und Offenbarung als dialogisches Geschehen interpretiert.

4 Paradigmenwechsel ? oder: Versuch einer Zusammenführung: Das abschließende Kapitel reflektiert den Wandel zum kommunikationstheoretisch-partizipativen Modell als notwendige Korrektur des bisherigen Verständnisses und ordnet diesen in den geschichtlichen Kontext der Theologie ein.

Schlüsselwörter

Offenbarung, Heilige Schrift, Tradition, Vatikanum I, Vatikanum II, Dei Filius, Dei Verbum, Instruktionstheorie, Kommunikationstheorie, Selbstmitteilung, Heilsgeschichte, Gotteserkenntnis, Paradigmenwechsel, Vernunft, Offenbarungsmodell

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich das Verständnis der göttlichen Offenbarung in der katholischen Theologie über die beiden Vatikanischen Konzilien hinweg verändert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind das theologische Offenbarungsverständnis, die Rolle der menschlichen Vernunft, das Verhältnis von Schrift und Tradition sowie die Bedeutung der Heilsgeschichte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den im Vergleich der Konzilsdokumente "Dei Filius" und "Dei Verbum" sichtbar werdenden Paradigmenwechsel von einem instruktionstheoretischen zu einem kommunikationstheoretischen Modell darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine fundamentaltheologische Analyse, die lehramtliche Texte (Konstitutionen) im historischen Kontext reflektiert und theologische Fachbegriffe (termini technici) kritisch gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Offenbarungsmodells des ersten Vatikanums als "instruktionstheoretisch" und des zweiten Vatikanums als "kommunikationstheoretisch".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird besonders durch Begriffe wie "Selbstmitteilung Gottes", "Personale Offenbarung", "Realoffenbarung" und den "Wandel des Offenbarungsverständnisses" geprägt.

Warum wird das Modell des Vatikanum I als "instruktionstheoretisch" bezeichnet?

Weil es Offenbarung primär als Belehrung versteht, bei der göttliche Wahrheiten der menschlichen Vernunft vermittelt werden, um heilsnotwendige Erkenntnisse zu sichern.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von "Wahrheit" zwischen den beiden Modellen?

Während Wahrheit in Vatikanum I eher als lehrhafte Information begriffen wird, betont Vatikanum II die Wahrheit als personale Selbstmitteilung Gottes, die in Christus gipfelt.

Inwiefern beeinflusst die "Geschichte" das Verständnis der Offenbarung?

Vatikanum II rückt die Geschichte stärker in den Fokus, da Offenbarung hier als geschichtliches Handeln Gottes verstanden wird, das den Menschen zur Gemeinschaft einlädt.

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Details

Title
Offenbarung als Bedingung der Möglichkeit von Schrift und Tradition
College
University of Bonn  (Katholisch-Theologische Fakultät)
Course
Quellen der Quelle - Das spannende Verhältnis von Heiliger Schrift und Tradition
Grade
2,0
Author
Marc Sprungmann (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V117124
ISBN (eBook)
9783640195145
ISBN (Book)
9783640195190
Language
German
Tags
Offenbarung Bedingung Möglichkeit Schrift Tradition Quellen Quelle Verhältnis Heiliger Schrift Tradition
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Sprungmann (Author), 2008, Offenbarung als Bedingung der Möglichkeit von Schrift und Tradition, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117124
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