Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit der folgenden Fragestellung: „Welche Chancen und Grenzen bietet der Einsatz von Pool-Modellen in der Schulassistenz im Gegensatz zur 1:1-Begleitung?“ Zu diesem Zweck wird in einem ersten Schritt das derzeitige System der Schulassistenz definiert und die rechtlichen Rahmenbedingungen aufgezeigt. Daraufhin werden Kritikpunkte der Schulassistenz in der 1:1-Begleitung verdeutlicht und in einem zweiten Schritt das Pool-Modell als Alternative vorgestellt (Definition, Kategorie, Rechtlicher Rahmen). Abschließend wird das Konzept der Pool-Modelle an einem Praxisbeispiel verdeutlicht, wodurch die Chancen und Grenzen von Pool-Modellen aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Schulassistenz in der 1:1-Begleitung
2.1 Definition
2.2 Rechtliche Grundlagen der Beantragung
2.3 Kritikpunkte
3 Pool-Modelle als Alternative
3.1 Definition und Kategorisierung
3.2 Rechtliche Grundlagen nach dem Bundesteilhabegesetz
3.3 Praxisbeispiel: Implementierung eines Pool Modells an einer Schule für geistige Entwicklung
3.4 Chancen und Grenzen
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Chancen und Grenzen von Pool-Modellen in der Schulassistenz im Vergleich zur klassischen 1:1-Begleitung. Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit alternative Organisationsformen zur Bewältigung struktureller Probleme beitragen und eine inklusivere Gestaltung des Schulalltags ermöglichen können.
- Kritische Analyse der 1:1-Schulassistenz
- Definition und Kategorisierung von Pool-Modellen
- Rechtliche Einordnung durch das Bundesteilhabegesetz
- Evaluationsergebnisse aus der Praxis
- Potenziale für die Schulentwicklung
Auszug aus dem Buch
3.4 Chancen und Grenzen
Die Etablierung eines Pool-Modells an der zuvor beschriebenen Modellschule verschaff erste Einblicke in die Umsetzungsmöglichkeiten von Pool-Modellen als Alternative zur 1:1-Begleitung. Dabei ist darauf zu verweisen, dass es unterschiedliche Umsetzungen der Pool-Modelle gibt und diese unterschiedlich zu bewerten sind (siehe Kapitel 3.1). Pool-Lösungen als Zusammenlegen von Einzelfallhilfen können für eine Übergangszeit eine Möglichkeit sein, Problematiken der derzeit vorherrschenden 1:1-Begleitung abzumildern. Dauerhaft sinnvoll erscheinen diese Pool-Modelle nicht, da strukturelle Probleme zwischen Schule und Jugendamt bzw. Träger der Eingliederungshilfe nur gemildert, jedoch nicht aufgehoben werden können (vgl. Lindemeier/Dworschak 2019: 155). Zielführender erscheinen Pool-Modelle als Infrastrukturangebot. Lübeck befürwortet schulische Infrastrukturangebote, in denen die Schulverwaltung die Verwaltung der Assistenzkräfte vornimmt. Wenn zusätzlich die Finanzierung und Einstellung der Kräfte im Bereich der Schule liegt, könnte die „finanzielle Belastung möglicherweise als Motor für weitere Schulentwicklungsprozesse dienen“ (Lübeck 2019: 247).
Unabhängig von dem gewählten Konzept des Pool-Modells können nach Lübeck (2019: 248) Pool-Modelle folgende Chancen bieten: die Eltern von der Bürokratie der Antragstellung entlasten, einzelnen Kindern das Durchlaufen eines stigmatisierenden, defizitorientierten Verfahrens ersparen, den Schulen mehr Gestaltungsspielraum und Flexibilität im Einsatz einzelner Kräfte gestatten, eine eventuelle Überbetreuung und Stigmatisierung einzelner Kinder vermeiden, den Schulbegleiterinnen und -begleitern größere Jobsicherheit und eine stärkere Einbindung in das schulische Kollegium bieten, den Blick auch auf über den Einsatz von Assistenzpersonal hinausgehende Schulentwicklungsbedarfe lenken, hohe Transaktionskosten zwischen den involvierten Akteuren senken.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Schulassistenz im Kontext der UN-Behindertenrechtskonvention ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Vor- und Nachteile von Pool-Modellen.
2 Schulassistenz in der 1:1-Begleitung: Das Kapitel erläutert den aktuellen Status quo der Einzelfallhilfe, beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen und arbeitet zentrale Kritikpunkte wie Stigmatisierung und mangelnde Flexibilität heraus.
3 Pool-Modelle als Alternative: Hier werden verschiedene Ansätze zur Ressourcenbündelung vorgestellt, rechtlich eingeordnet und anhand eines Praxisbeispiels sowie einer Chancen-Risiken-Analyse evaluiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für eine stärkere Verankerung der Schulassistenz als schulisches Infrastrukturangebot zur Förderung inklusiver Bildung.
Schlüsselwörter
Schulassistenz, Pool-Modell, 1:1-Begleitung, Inklusion, Bundesteilhabegesetz, Schulentwicklung, Eingliederungshilfe, Einzelfallhilfe, Stigmatisierung, Teilhabe, Bildungsrecht, Ressourcenbündelung, Schulbegleitung, Flexibilität, Behindertenrechtskonvention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die aktuelle Praxis der Schulassistenz und untersucht, ob Pool-Modelle eine sinnvollere und inklusivere Alternative zur klassischen 1:1-Begleitung darstellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die rechtlichen Rahmenbedingungen, die organisatorischen Aspekte der Schulassistenz, die Auswirkungen auf die betroffenen Schüler sowie die Möglichkeiten der Schulentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Chancen und Grenzen von Pool-Modellen aufzuzeigen, um Entscheidungshilfen für eine flexiblere und bedarfsgerechtere Gestaltung von Unterstützungsleistungen an Schulen zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit vorliegenden Studien und Praxisbeispielen, unter anderem zur Evaluation von Pool-Modellen an einer Förderschule.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil definiert das bisherige System der 1:1-Begleitung, analysiert dessen Kritikpunkte und stellt im Anschluss das Konzept der Pool-Modelle inklusive rechtlicher Grundlagen und Praxiserfahrungen gegenüber.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Schulassistenz, Pool-Modell, Inklusion, Schulentwicklung sowie das Bundesteilhabegesetz.
Inwiefern beeinflusst das Bundesteilhabegesetz die Umsetzung von Pool-Modellen?
Das Gesetz ermöglicht und sieht den Einsatz von Pool-Modellen ausdrücklich vor, sofern die Leistungsberechtigten dies wünschen und die Umsetzung für alle Beteiligten zumutbar ist.
Welche Rolle spielt die stigmatisierende Wirkung der bisherigen Einzelhilfe?
Die Arbeit zeigt auf, dass der bisherige defizitorientierte Antragsprozess der Einzelfallhilfe oft als stigmatisierend wahrgenommen wird, während Pool-Modelle diesen Prozess entlasten können.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Pool-Modelle. Chancen und Grenzen von Pool-Modellen in der Schulassistenz im Gegensatz zur 1:1-Begleitung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1171380