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Friedrich Julius Stahl: Das monarchische Prinzip

Title: Friedrich Julius Stahl: Das monarchische Prinzip

Seminar Paper , 2006 , 32 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christiane Müller (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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„Das monarchische Prinzip erfordert endlich vor allem und besteht vor allem darin, daß der Fürst Recht und Macht habe, selbst zu regieren.“
Wenn man die Schrift „Das monarchische Prinzip“ von FRIEDRICH JULIUS STAHL aus heutiger Perspektive unbefangen liest, so gewinnt man schnell den Eindruck, darin der Argumentation eines zutiefst konservativen Politikers gegenüber zu stehen, der entgegen den Entwicklungen der Zeit auf die Beibehaltung der Monarchie als der „besseren“ Staatsform setzt und diese Meinung mit romantisch verklärten Argumenten zu untermauern sucht:
Immer wieder findet man die ausdrückliche Betonung des Monarchen „als einen Höheren, Mächtigern, frei Handelnden“ ; königliche Erklärungen, „... mündlich oder schriftlich, öffentlich oder privat, können keiner Schranke unterliegen. Wer da regieren darf und soll, der muss auch seine Gesinnung, in der er regiert und die er bei jeder einzelnen Maßregel hat, ausspre-chen dürfen“ und „Er wird imstande sein, den Paroxismen der Zeit den unerschütterlichen Widerstand seiner bessern Einsicht entgegenzusetzen, und einen selbständigen Plan ... durch alle Anfechtungen zuletzt zur Erfüllung zu bringen.“
Dazu kommt, dass F. J. STAHL auf der anderen Seite von einer Mitarbeit der Stände an Regierungsgeschäften nichts Gutes zu erwarten scheint, und sie deshalb besser unter Kontrolle gehalten sehen will: „Haben die Stände den Staatshaushalt mit zu administrieren, ... so ist es nicht abzuhalten, dass sie ihn auch diktieren.“ Deshalb ist von Seiten der Regierung vorzusorgen, damit die Stände gar nicht erst „in die Lage kommen, der Regierung den Staatshaushalt oder vollends andere Wünsche diktatorisch vorzuschreiben“
Doch können wir etwas, was vor über 150 Jahren geschrieben wurde, mit unseren heutigen politischen Maßstäben beurteilen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. EINORDNUNG IN DAS HISTORISCH-POLITISCHE UMFELD

POLITISCHE STRÖMUNGEN DER DAMALIGEN ZEIT:

Der Liberalismus

Der Konservativismus

Die Demokraten

Nationale Bewegungen

DIE POLITISCHE SITUATION IN PREUßEN

2. STAHLS WERDEGANG

3. „DAS MONARCHISCHE PRINZIP“ - TEXTINTERPRETATION

LÄßT SICH DAS MONARCHISCHE PRINZIP MIT DEN FORDERUNGEN DER ZEIT NACH MEHR BETEILIGUNG DES VOLKES IN EINKLANG BRINGEN ?

WEM SIND DIE MINISTER VERANTWORTLICH ?

IST DIE MONARCHIE NOCH ZU RETTEN ?

„DAS MONARCHISCHE PRINZIP“ ALS IDEALE VERFASSUNGSGRUNDLAGE UND DER SONDERFALL PREUßEN

4. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die staatsrechtliche Schrift „Das monarchische Prinzip“ von Friedrich Julius Stahl aus dem Jahr 1845, um deren Argumentation im Kontext der politischen Auseinandersetzungen des 19. Jahrhunderts zu bewerten. Dabei wird untersucht, wie Stahl versucht, die Beibehaltung einer starken monarchischen Gewalt mit den aufkommenden gesellschaftlichen Forderungen nach ständischer Mitwirkung und konstitutionellen Rahmenbedingungen theoretisch in Einklang zu bringen.

  • Historische Einordnung des Vormärz und der politischen Strömungen.
  • Biographische Hintergründe und Motivationen von F.J. Stahl.
  • Interpretation der Theorie des „monarchischen Prinzips“.
  • Verhältnis zwischen monarchischer Souveränität und ständischer Mitsprache.
  • Die besondere Bedeutung und Anwendung des Prinzips im Kontext Preußens.

Auszug aus dem Buch

IST DIE MONARCHIE NOCH ZU RETTEN ?

Zwar geht F.J. STAHL mit seinem „monarchischem Prinzip“ davon aus, dass man also den Ständen einige Zugeständnisse macht muss, diese wiederum aber so gestaltet, dass eine übermäßige Einmischung in die Staatsangelegenheiten erst gar nicht angeregt wird. Dennoch ist aber nicht auszuschließen, dass in den Ständen mit der Zeit weitergehende Forderungen nach Mitwirkung wach werden. Diese Gefahr besteht nach Stahl aber vor allem dort, wo eine schwache Regierung Raum für solche Gedanken läßt. „Die Sicherheit ist darum nicht bloß in der Verfassung, sondern zugleich in der Art der Regierung zu suchen. Ist diese nicht stark, energisch, auf festen wenn auch gemäßigten Prinzipien ruhend, so wird in demselben Maße tatsächlich in Widerspruch mit der Verfassung die Gewalt an die Stände kommen, parlamentarisch werden. Sie folgt nach dem Naturgesetz dem Stärkeren.“ Auf die geschriebene Verfassung kommt es also letztlich nicht an, sondern darauf, dass die Regierung sich als fähig erweist und darauf vorbereitet ist, mit den Anforderungen der Zeit fertig zu werden. „Ohne in sich gerüstet zu sein, ohne ein geschlossenes, des Ziels wie der Mittel sicheres System der Verwaltung kann eine Regierung nicht Reichsständen gegenüber treten, will sie nicht einen Wurf um ihre Existenz tun.“

An dieser Stelle gebraucht Stahl zur Illustration seines Gedankenganges das Bild eines Schiffes in der See. Dabei vergleicht er das englische und französische, parlamentarische System mit einem leichten Kahn, der von den Wellen (der Politik) natürlich mehr zu spüren bekommt als das „vollbemastete Schiff“ der deutschen monarchisch orientierten Verfassungen.

Dazu kommt jedoch noch ein weiterer wichtiger Aspket: ein Schiff kann sich zwar schon durch seine Konstruktion besser halten als der Kahn, aber es bedarf dennoch auch „der richtigen Führung“ durch einen guten Kapitän.

Das heißt für F.J. STAHL, dass die Frage, ob „die Monarchie“ sich auch in der gegenwärtigen Zeit als beständig erweisen kann, nicht so sehr davon abhängt, ob und in welchem Umfang die einzelnen Fürsten in ihren Staaten Verfassungen gewähren, sondern eher davon, inwiefern sie für die Anforderungen der Zeit gerüstet sind, durch einerseits eine gut funktionierende Verwaltung und anderseits, was noch wichtiger erscheint, durch eigene Kraft und Autorität.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINORDNUNG IN DAS HISTORISCH-POLITISCHE UMFELD: Dieses Kapitel erläutert die Restauration nach dem Wiener Kongress und die aufkommenden Spannungen zwischen liberalen Reformforderungen und monarchischer Staatsgewalt in den deutschen Bundesstaaten.

2. STAHLS WERDEGANG: Hier wird die Biographie Friedrich Julius Stahls beleuchtet, wobei sein Weg vom jüdischen Elternhaus über die Konversion zum evangelisch-lutherischen Glauben bis hin zu seiner Rolle als konservativer Staatsrechtslehrer nachgezeichnet wird.

3. „DAS MONARCHISCHE PRINZIP“ - TEXTINTERPRETATION: Dieses Kernkapitel analysiert Stahls Abhandlung, in der er den Gegensatz zwischen monarchischem und parlamentarischem Prinzip definiert und einen Weg zur ständischen Mitwirkung bei gleichzeitiger Wahrung der königlichen Souveränität aufzeigt.

4. FAZIT: Das Kapitel fasst zusammen, dass Stahls Theorie einen konservativen, harmonisierenden Kompromiss darstellt, der zwar auf die Zeichen der Zeit reagiert, aber stets an der Unabdingbarkeit der monarchischen Führung festhält.

Schlüsselwörter

Monarchisches Prinzip, Friedrich Julius Stahl, Vormärz, Konstitutionelle Monarchie, Preußen, Konservativismus, Liberalismus, Ständewesen, Staatsrecht, Volkssouveränität, Parlamentarismus, Restauration, Politische Theorie, Verfassungsgeschichte, Staatsgewalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die staatsrechtliche Schrift „Das monarchische Prinzip“ von F.J. Stahl und dessen Versuch, die konservative Monarchie im 19. Jahrhundert gegen liberale Einflüsse zu verteidigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Verfassungsgeschichte des deutschen Vormärz, der Staatslehre des Konservativismus und der spezifischen preußischen Situation jener Zeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Stahl die Unvereinbarkeit von absolutistischem Erbe und parlamentarischen Forderungen durch seine Theorie der „beschränkten Mitwirkung“ zu überbrücken suchte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine textanalytische Methode, um die Argumentationslogik des Quellentextes im Kontext der historischen Biographie und des politischen Umfelds zu entschlüsseln.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine biographische Skizze des Autors sowie eine detaillierte textimmanente Interpretation von Stahls Abhandlung unter Berücksichtigung preußischer Spezifika.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Monarchisches Prinzip, Konstitutionalismus, Konservativismus, Souveränität und Ständische Mitsprache.

Warum war laut Stahl eine ständische Beteiligung überhaupt notwendig?

Stahl erkannte, dass die Zeit Forderungen nach Teilhabe stellte; er wollte jedoch die Stände in einen kontrollierten „eigenen Bereich“ lenken, um eine Radikalisierung oder Volkssouveränität zu verhindern.

Wie bewertet Stahl den Sonderfall Preußen im Vergleich zu anderen Staaten?

Aufgrund der Größe Preußens und seiner Bedeutung für die deutsche Einheit sah Stahl eine stärkere monarchische Autorität als in kleineren Staaten für notwendig an.

Inwiefern lässt sich Stahl als „konservativer Realpolitiker“ bezeichnen?

Das Fazit der Arbeit deutet an, dass Stahl zwar konservativen Prinzipien treu blieb, aber durchaus fähig war, politische Notwendigkeiten und gesellschaftliche Veränderungen in sein theoretisches Modell zu integrieren.

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Details

Title
Friedrich Julius Stahl: Das monarchische Prinzip
College
University of Koblenz-Landau  (Institut für Geschichte)
Course
Proseminar: Deutsche Verfassungen im 19. Jahrhundert zwischen konstitutioneller Monarchie und parlamentarischem System
Grade
1,7
Author
Christiane Müller (Author)
Publication Year
2006
Pages
32
Catalog Number
V117139
ISBN (eBook)
9783640195299
ISBN (Book)
9783656281023
Language
German
Tags
Friedrich Julius Stahl Prinzip Deutsche Verfassungen Jahrhundert Monarchie System
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christiane Müller (Author), 2006, Friedrich Julius Stahl: Das monarchische Prinzip, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117139
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