Maximilian, regierender Graf von Moor, hat zwei Söhne, Karl und Franz. Karl, der älteste, ist auf der Universität in Leipzig, Franz fühlt sich vom Schicksal betrogen und intrigiert gegen seinen Bruder. Er verschafft sich das Alleinerbe, in dem er durch gefälschte Briefe seinen Vater zur Enterbung von Karl bringt. Der ganze Kummer des Vaters schwächt ihn so sehr - für seinen Jüngsten ist er jetzt nicht mehr von Wert - dass er ihn umbringen lassen will. Der mit dem Mord beauftragte Diener hält den alten Grafen mit einem Minimum an Nahrung für eine spätere Erpressung (er will die Geliebte von Karl, Amalia) am Leben.
Durch die Enterbung erzürnt und vom Leben enttäuscht beschließt Karl, eine Räuberbande zu gründen. Mit dieser raubt und mordet er. Durch Zufall findet die Räuberbande das Verließ (Turm) des Vaters und die Intrige des Bruders wird aufgedeckt. Franz bringt sich bei der nächsten Konfrontation selbst um. Der Vater stirbt vor Gram. Die alte Geliebte Amalia hält an Karl auch noch als einem Räuber fest, doch der Räuber-Schwur steht dagegen. Karl bringt Amalia auf deren Wunsch um. Er löst die Bande auf und stellt sich selbst dem Gericht.
Inhaltsverzeichnis
Erster Akt
Erste Scene
Zweyte Scene
Dritte Scene
Zweyter Akt
Erste Scene
Zweyte Scene
Dritte Scene
Dritter Akt
Erste Scene
Zweyte Scene
Vierter Akt
Erste Scene
Zweyte Scene
Vierte Scene
Fünfte Scene
Fünfter Akt
Erste Scene
Zweyte Scene
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Schauspiel "Die Räuber" von Friedrich von Schiller thematisiert den folgenschweren Konflikt zweier Brüder, Karl und Franz von Moor, und die daraus resultierende moralische Entgleisung sowie den Zusammenbruch einer feudalen Familienstruktur im 18. Jahrhundert.
- Die moralische Verwahrlosung und das Streben nach Macht durch Intrigen
- Die Rebellion gegen bürgerliche und religiöse Normen
- Die Spannung zwischen individueller Freiheit und gesellschaftlichen Gesetzen
- Die psychologische Tiefe des Verrats und die zerstörerische Kraft des Lasters
Auszug aus dem Buch
Erster Akt. - Erste Scene.
Franz. Laßt mich vorerst auf die Seite gehn, und eine Träne des Mitleids vergießen um meinen verlornen Bruder – ich sollte schweigen auf ewig – denn er ist euer Sohn: Ich sollte seine Schande verhüllen auf ewig – denn er ist mein Bruder. – Aber euch gehorchen ist meine erste traurige Pflicht – darum vergebt mir.
D. a. Moor. O Karl! Karl! wüßtest du wie deine Aufführung das Vaterherz foltert! Wie eine einzige frohe Nachricht von dir meinem Leben zehen Jahre zusetzen würde – mich zum Jüngling machen würde – da mich nun jede, ach! einen Schritt näher ans Grab rückt!
Franz. Ist es das, alter Mann so lebt wol – wir alle würden noch heute die Haare ausraufen über eurem Sarge.
D. a. Moor. Bleib! – Es ist noch um den kleinen kurzen Schritt zu thun – laß ihm seinen Willen, indem er sich niedersetzt. Die Sünden seiner Väter werden heimgesucht im Dritten und vierten Glied – laß ihns vollenden.
Zusammenfassung der Kapitel
Erster Akt: Franz von Moor schmiedet eine Intrige, um seinen Bruder Karl beim Vater zu verleumden, woraufhin sich Karl einer Räuberbande anschließt und gegen die Weltordnung revoltiert.
Zweyter Akt: Franz treibt den alten Moor durch Lügen in den vermeintlichen Tod, während Karl sich mit seiner neuen Räuberbande radikalisiert.
Dritter Akt: Amalia hält trotz der Nachrichten von Karls angeblichem Tod an ihrer Liebe fest, während Karl nach Franken zurückkehrt.
Vierter Akt: Die Intrigen von Franz drohen aufzufliegen, während Karl unerkannt im Schloss erscheint und die Wahrheit über das Schicksal seines Vaters erfährt.
Fünfter Akt: Das Schloss brennt, Franz begeht Suizid, und Karl steht vor der Entscheidung über sein weiteres Schicksal und die Konsequenzen seiner Räubertaten.
Schlüsselwörter
Friedrich von Schiller, Die Räuber, Drama, Intrige, Brudermord, Verrat, Moral, Rebellion, Freiheit, Franz von Moor, Karl von Moor, Gerechtigkeit, Sündenfall, 1781.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Werk?
Es ist ein klassisches Drama, das den moralischen Verfall einer Adelsfamilie durch Neid und Verrat und die Flucht des betrogenen Sohnes in die Kriminalität behandelt.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die zerstörerische Macht von Lügen, der Kampf gegen gesellschaftliche Ungerechtigkeit und die Frage nach dem individuellen freien Willen.
Was ist das primäre Ziel des Autors?
Schiller wollte das Laster in seiner ganzen Abscheulichkeit enthüllen und durch den Kontrast zur Tugend eine moralische Reinigung beim Publikum bewirken.
Welche dramatische Methode wird verwendet?
Das Werk folgt einer dramatischen Methode, die die innersten Regungen der Charaktere enthüllt und die Welt in einer drastischen, fast kolossalen Art darstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Intrigen von Franz von Moor und die Entwicklung Karls vom idealistischen Jüngling zum räuberischen Hauptmann.
Was zeichnet die Sprache aus?
Die Sprache ist stark von Sturm-und-Drang-Elementen geprägt, voller Pathos und intensiver Gefühlsausdrücke.
Was geschieht konkret mit dem Vater der beiden Söhne?
Der alte Graf von Moor wird von seinem Sohn Franz durch psychische und physische Folter in ein unterirdisches Verlies verbannt.
Was motiviert Franz zu seinen Taten?
Franz ist getrieben von Hass, Ehrgeiz und dem Wunsch, durch die Vernichtung seines Bruders und seines Vaters die alleinige Herrschaft über das Erbe zu erlangen.
Wie endet die Geschichte?
Die Geschichte endet tragisch mit dem Suizid von Franz und dem Tod von Amalia, womit Karl letztlich an der Konsequenz seiner Handlungen scheitert.
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- Friedrich von Schiller (Autor), 2008, Die Räuber, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117140