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Langzeitarbeitslosigkeit als Form von Behinderung

Titel: Langzeitarbeitslosigkeit als Form von Behinderung

Diplomarbeit , 2007 , 127 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Diplompädagogin Irmgard Jahn (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Entstehung vieler Einrichtungen der Sonderpädagogik in Deutschland
verlief parallel zur industriellen Revolution im 19.Jahrhundert: „1874 gab es in
Deutschland 27 Anstalten mit insgesamt 1959, 1895 46 Anstalten mit ca. 9.000
und 1910 226 Anstalten mit ca. 34.000 ´´Pfleglingen``“ ( Moser 1998 S.76)
Gleichzeitig erfuhren die sog. Hilfsschulen seit dem letzten Drittel des
19.Jahrhunderts eine immense Expansion: Besuchten im Schuljahr 1893/94
2.2.90 Kinder eine Hilfsschule oder Hilfsschulklasse, so waren es 1910 bereits
32.771.( vgl. ebd. S.77) So legt sich der Gedanke nahe, dass die Kinder,
Jugendlichen und Erwachsenen, die den Anforderungen der neuen
Industriegesellschaft nicht gewachsen waren, ausgesondert und in eigenen
Schulen und anderen Einrichtungen untergebracht wurden. Ist es nunmehr so,
dass die zweite industrielle Revolution, die wir seit den 1980er Jahren aufgrund
der Auswirkungen Neuer Technologien und der Globalisierung der Wirtschaft
erleben, eine zweite Welle behinderter Menschen hervorbringt, die
üblicherweise Langzeitarbeitslose genannt werden? Darauf könnte eine Studie
von Irmtraud Schnell hinweisen, die feststellte, dass in fast allen
Bundesländern die Anteile der Schülerinnen und Schüler in allgemeinen
Schulen stagnieren oder sogar sinken, während die Zahlen in Sonderschulen
steigen. ( vgl. Schnell 2006 S.203). Wie ich im Verlauf dieser Arbeit weiterhin
aufzeigen werde, stellen Wissenschaftler, die sich mit Langzeitarbeitslosigkeit
befassen, fest, dass diese strukturell verursacht ist durch
Rationalisierungstechniken und Globalisierung mit der Folge, dass besonders
auch Menschen mit sog. niedrigem Bildungsabschluss verstärkt
langzeitarbeitslos werden. (vgl. Kap.1.2.) So stellt sich nun die Frage: Ist
Langzeitarbeitslosigkeit eine Form von Behinderung?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Phänomen der Langzeitarbeitslosigkeit

1.1. allgemeine Beschreibung

1.2. Ursachen

1.2.1. wirtschaftliche Ursachen

1.2.2. individuelle Ursachen

1.2.3. politische Ursachen

1.3. Folgen

1.3.1. persönliche Folgen

1.3.1.1. wirtschaftliche Folgen

1.3.1.2. psychische und körperliche Folgen

1.3.1.3. soziale Folgen

1.3.2. gesellschaftliche Folgen

1.3.2.1. strukturelle Benachteiligung

1.3.2.2. Verlust der Arbeitsmentalität

1.3.2.3. Abhängigkeit von öffentlicher Unterstützung

1.3.2.4. Gewalt

1.3.2.5. Entwicklung sozialreformerischer Ideen

1.4. Resumée

2. Der Begriff der Behinderung

2.1. Die Entwicklung des Begriffs

2.2. Der inhaltliche Rahmen

2.2.1. Die Definition des Sozialgesetzbuchs

2.2.2. Die Definition der Weltgesundheitsorganisation

2.2.3. Behinderung als pädagogischer Begriff

2.2.4. Behinderung als interdisziplinärer Begriff

2.3. Zusammen

3. Die Untersuchung eines inhaltlichen Zusammenhangs

3.1. Interviews

3.1.1. Die Vorbereitung der Interviews

3.1.2. Die Auswertung

3.2. Wissenschaftliche Literatur

3.3. Die Umfrage: Langzeitarbeitslosigkeit als Form von Behinderung

3.3.1. Der Entwurf

3.3.2. Der Fragebogen

4. Langzeitarbeitslosigkeit als Form von Behinderung?

4.1. Zum Stand der wissenschaftlichen Diskussion

4.2. Zur Interpretation der Interviews

4.3. Die Umfrage „Langzeitarbeitslosigkeit als mögliche Behinderung“

4.3.1. Ergebnisse zum Thema „Langzeitarbeitslosigkeit“

4.3.2. Bilanz zum Thema „Behinderung“

4.3.3. Resultate „Langzeitarbeitslosigkeit und Behinderung“

4.3.4. Gesamt

4.4. Fazit

4.4.1. Zu These 1: Langzeitarbeitslosigkeit ist eine Form von Behinderung.

4.4.2. Zu These 2 : Langzeitarbeitslosigkeit und Behinderung haben gemeinsame Merkmale.

5. Diskussion

5.1. Zum Begriff der Behinderung

5.2. Zur Frage des Menschenbildes

5.3. Folgen

5.3.1. pädagogische Folgen

5.3.2. gesellschaftspolitische Folgen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen dem Phänomen der Langzeitarbeitslosigkeit und dem Begriff der Behinderung besteht. Ziel ist es, Merkmale zu identifizieren, die beiden Phänomenen gemein sind, und daraus Konsequenzen für die pädagogische und gesellschaftspolitische Arbeit mit langzeitarbeitslosen Menschen abzuleiten.

  • Analyse des Phänomens der Langzeitarbeitslosigkeit (Ursachen, Folgen).
  • Theoretische Auseinandersetzung mit dem Behinderungsbegriff.
  • Empirische Untersuchung mittels qualitativer Interviews und einer nichtrepräsentativen Umfrage.
  • Vergleichende Diskussion von Parallelen zwischen Langzeitarbeitslosigkeit und Behinderung.
  • Ableitung heilpädagogischer und gesellschaftspolitischer Handlungsprinzipien.

Auszug aus dem Buch

1. Das Phänomen der Langzeitarbeitslosigkeit

Seit mehr als 25 Jahren ist es in Deutschland nicht gelungen, Vollbeschäftigung herzustellen. Schon in Westdeutschland baute sich die Arbeitslosigkeit von Rezession zu Rezession mehr auf. „In den Rezessionen von 1981-1983 und 1993-1997 ist die Arbeitslosenzahl konjunkturell um über eine Million gestiegen; im Aufschwung allerdings nur etwa um die Hälfte zurückgegangen.“ (Kleinhenz 2002b S.4) . Im Jahresdurchschnitt 2001 waren 3,851 Mio. Menschen ohne Arbeit. (Kleinhenz 2002b S.3) Im Februar 2007 waren es 4,222 Mio. Menschen, gleichermaßen Männer wie Frauen. ( Statistisches Bundesamt 2007). Von ihnen waren 1,487 Mio. Personen langzeitarbeitslos (ebd.), d.h. „über 1 Jahr durchgehend arbeitslos“ (Kleinhenz 2002b S.5). Sie zählen nicht zu den 60 % der Arbeitslosen, für die die Arbeitslosigkeit nach spätestens 6 Monaten beendet ist, bzw. zu den gesamt 80%, für die sie auch nicht über 12 Monate hinausgeht. Für sie ist Arbeitslosigkeit nicht nur ein „kritisches, aber ein vorübergehendes und relativ gut abgesichertes Lebensereignis.“(ebd.)

In der wissenschaftlichen Literatur wird Arbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit unter verschiedenen Blickwinkeln gesehen: Dankwart Danckwerts beschreibt Arbeitslosigkeit als einen „Deklassierungsprozess“ (Jantzen 1980 S.152), der die materielle Lebensbasis über verschiedene Stationen hinweg einschränke (vgl. ebd.) und führt Duisburg als Beispiel dafür an als Stadt „mit der höchsten offenen und verdeckten Obdachlosigkeit und überdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik.“ (ebd. S.154) Dass Arbeitslosigkeit jedoch auch psychische Folgen hat, kommt in dem Aufsatz „Arbeitslosigkeit und psychische Erkrankung von P.Bastiaan u.a. zum Ausdruck (vgl. ebd. S.75- 94). Astrid Ruckstuhl u.a. sehen gesellschaftliche Folgen im Sinne eines Bedeutungswandels der Arbeit. (vgl. Ruckstuhl o.J.; Engler 2006) Mit Gruppen von langzeitarbeitslosen Menschen selbst befasste sich Annelinde Eggert-Schmid-Noerr. Sie konstatiert im wesentlichen drei Strukturmerkmale: Polarisierungen in den Gruppen im Hinblick auf die Einstellung zu Arbeit und Arbeitslosigkeit - einen besonderen Gruppenzusammenhalt unter den Betroffenen - Unterschiede in der Geschlechtsrolle bei Männern und Frauen. (vgl. Iben 1996 S.117-122). Die Betroffenen selbst würden sich in aller Regel nicht öffentlich äußern. Gründe dafür analysiert Carl August Chasse in seinem Aufsatz „Die neue Armut ist stumm“ (vgl. ebd. S.123-127)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Phänomen der Langzeitarbeitslosigkeit: Beschreibung der Entwicklung und Ursachen von Langzeitarbeitslosigkeit sowie deren individuelle und gesellschaftliche Folgen.

2. Der Begriff der Behinderung: Historische Entwicklung und verschiedene disziplinäre Definitionen von Behinderung, eingebettet in den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs.

3. Die Untersuchung eines inhaltlichen Zusammenhangs: Darstellung der methodischen Vorgehensweise, bestehend aus der Auswertung von Interviews und der Konzeption einer Umfrage zu Langzeitarbeitslosigkeit und Behinderung.

4. Langzeitarbeitslosigkeit als Form von Behinderung?: Auswertung der Ergebnisse aus Interviews und Umfragen zur Überprüfung der These, dass Langzeitarbeitslosigkeit als Behinderung gelten kann.

5. Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund von Menschenbildern, pädagogischen Ansätzen und gesellschaftspolitischen Implikationen.

Schlüsselwörter

Langzeitarbeitslosigkeit, Behinderung, Sonderpädagogik, Heilpädagogik, Empowerment, Lebensbewältigung, Stigmatisierung, soziale Ausgrenzung, Arbeitsmarktpolitik, Hartz IV, Sozialgesetzbuch, Armut, psychische Folgen, sozio-ökonomische Benachteiligung, Menschenrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob Langzeitarbeitslosigkeit als eine Form von Behinderung betrachtet werden kann und welche Merkmale beide Phänomene teilen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft die Bereiche Arbeitslosigkeit, Behinderung, Heilpädagogik sowie Empowerment und Lebensbewältigung in einer modernen Arbeitsgesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, inwiefern ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen Langzeitarbeitslosigkeit und Behinderung besteht und welche Konsequenzen dies für die professionelle Arbeit mit Betroffenen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein gemischtes Verfahren eingesetzt, das auf qualitativen Interviews, einer Literaturanalyse und einer nichtrepräsentativen quantitativen Umfrage basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das Phänomen der Langzeitarbeitslosigkeit und der Begriff der Behinderung analysiert, bevor die empirische Untersuchung methodisch erläutert und die Ergebnisse hinsichtlich der aufgestellten Thesen ausgewertet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Langzeitarbeitslosigkeit, Behinderung, Empowerment, Lebensbewältigung, soziale Ausgrenzung und Arbeitsmarktpolitik.

Wie unterscheidet sich die Situation von Langzeitarbeitslosen und behinderten Menschen laut der Untersuchung?

Die Untersuchung zeigt, dass beide Gruppen von gesellschaftlicher Ausgrenzung und Stigmatisierung betroffen sind, wobei die befragten langzeitarbeitslosen Menschen, die zusätzlich eine Behinderung haben, besonders gravierende negative Folgen berichten.

Welche Rolle spielen die Ämter bei der Bewältigung der Lage?

Sowohl Langzeitarbeitslose als auch behinderte Befragte berichten häufig von Willkür, bürokratischen Hürden und einem als verwaltend wahrgenommenen professionellen Umgang durch Ämter.

Ende der Leseprobe aus 127 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Langzeitarbeitslosigkeit als Form von Behinderung
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institu für Heil-und Sonderpädagogik)
Note
1,0
Autor
Diplompädagogin Irmgard Jahn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
127
Katalognummer
V117169
ISBN (eBook)
9783640191833
ISBN (Buch)
9783640191659
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Langzeitarbeitslosigkeit Form Behinderung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Diplompädagogin Irmgard Jahn (Autor:in), 2007, Langzeitarbeitslosigkeit als Form von Behinderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117169
Blick ins Buch
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