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Rechtliche Aspekte der Spielervermittlung

Wie lassen sich die Tätigkeiten eines Spielervermittlers- und beraters mit den deutschen Gesetzen der Rechtsberatung und Arbeitsvermittlung vereinen?

Titel: Rechtliche Aspekte der Spielervermittlung

Zwischenprüfungsarbeit , 2007 , 38 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Christoph Lam (Autor:in)

Sport - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Knapp 65 Millionen Euro an Nettotransferzahlungen und Honoraren für Spielervermittler haben die deutschen Fußballklubs in der Saison 2003/04 ausgegeben (vgl. DPA 2005, 24). Die Tendenz ist durch die weitere Kommerzialisierung des Profifußball und die wachsenden Gehaltsentwicklungen der Berufssportler steigend. Profifußballer wechseln häufig den Verein und schließen in der Regel alle zwei bis drei Jahre einen neuen Arbeitsvertrag ab. Für viele Sportler stellt ein Spielervermittler/-berater die Verbindung zu potentiellen Vertragspartnern her, wobei in erster Linie die Vereine zu nennen sind, die als zukünftiger Arbeitgeber in Betracht kommen (vgl. JOHNIGK 2000, 121). Aber auch Sponsoren, PR-Maßnamen, Marketingexperten und Finanzberater spielen aufgrund der Kommerzialisierung eine größere Rolle. Spielervermittler/-berater stellen dabei für den Profifußballer nicht nur den Kontakt her, sondern führen darüber hinaus häufig die Vertragsverhandlungen selbst aus oder erfüllen eine beratende Tätigkeit. In der Vergangenheit gab es in dem Bereich lange Zeit Unklarheiten und die Frage, welche Institution dafür zuständig sein sollte. In Deutschland gibt es kein generelles Sportgesetz wie in den Ländern Spanien, Italien, Frankreich etc.. Sportrecht ist jedoch heutzutage weitestgehend Wirtschaftsrecht und folglich privatrechtlicher Natur, so dass der Spielervermittler private Arbeitsvermittlung und mit der beratenden Funktion Rechtsberatung nach den deutschen Gesetzen betreibt (HELMHOLZ 2005, 1). Des Weiteren wurden die Tätigkeiten seit 1995 von Bestimmungen des Spielervermittler-Reglements vom Weltfußballverband FIFA (Fédération Inernationale de Football Association) geregelt, wonach sich abzeichnete, dass einige Regelungen sowohl im Verhältnis zum nationalen Recht als auch europarechtlich und aus wettbewerbsrechtlichen Gründen zu beanstanden waren. Dies löste eine sportpolitische Diskussion sowie Kritik aus, so dass von der FIFA am 1.03.2001 ein neu gefasstes Reglement in Kraft getreten ist (vgl. KATHMANN 2003, 110).

[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. FIFA-Lizenz und Erlaubnis der Spielervermittlertätigkeit nach DFB-Statuen

2.1. Lizenzerteilung nach DFB-Statuen

2.2. Rechte und Pflichten der Partein

3. Spielervermittlung und Spielerberatung

3.1. Begriffsdefinitionen

3.1.1. Der Spielervermittler

3.1.2. Der Spielerberater

3.2. Vergleich von Spielervermittler und Spielerberater

4. Rechtsprobleme der privaten Arbeitsvermittlung unter besonderer Berücksichtigung der Spielervermittler-Lizenz

4.1. Arbeitsvermittlung und Berufsberatung gem. SGB III

4.2. Begriff der Arbeitsvermittlung i.S.d. SGB III

4.3. Änderung im SGB III vom März 2002

4.3.1. Erlaubnispflicht und Gewerbeordnung

4.3.2. Der Vermittlungsvertrag

4.3.3. Zwischenergebnis

4.4. Problemfelder

4.4.1. Widerspruch der Lizenzpflicht

4.4.2. (Un-)Parteilichkeit

4.4.3. Verstoß gegen das Verbot von Konkurrenzausschlussklauseln

4.5. Zwischenergebnis

5. Vereinbarkeit der Spielervermittler/-beratertätigkeit mit dem Rechtsberatungsgesetz

5.1. Schutzzweck des Rechtsberatungsgesetzes

5.2. Reformbedürftigkeit des Rechtsberatungsgesetzes

5.3. Das neue Rechtsdienstleistungsgesetz

5.3.1. Die Eckpunkte des neuen RDG

5.3.2. Zusammenfassung

5.4. Tatbestand des noch geltenden RBerG

5.5.Erlaubnisfreie Rechtsbesorgung gemäß Art.1 § 5 RBerG

5.5.1. Unterschiedliche Ansichten

5.5.2. Stellungnahme und eigene Ansicht

5.5.3. Abwägung der Interessen

5.6. Fazit

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die rechtliche Vereinbarkeit der Tätigkeiten von Spielervermittlern und Spielerberatern im deutschen Profifußball mit den bestehenden gesetzlichen Regelungen, insbesondere dem Sozialgesetzbuch (SGB III) hinsichtlich der Arbeitsvermittlung sowie dem Rechtsberatungsgesetz (RBerG).

  • Rechtliche Einordnung der Spielervermittler-Lizenz der FIFA und DFB-Statuen.
  • Abgrenzung der Tätigkeitsfelder zwischen Spielervermittlung und umfassender Spielerberatung.
  • Analyse der arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen für die private Arbeitsvermittlung nach den Änderungen im SGB III.
  • Untersuchung der Konformität der vermittelnden und beratenden Tätigkeiten mit den Vorschriften des Rechtsberatungsgesetzes.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Der Spielervermittler

In den aktuellen DFB-Bestimmungen ist zumindest die Definition der Spielervermittler an Art. 1 I S.3 FIFA-Spielervermittler-Reglement (n.F.) geknüpft, in dem nun der Begriff „Spielervermittler“ verwendet wird. Demzufolge ist ein „Spielervermittler“

„...die natürliche Person, die in Übereinstimmung mit den nachfolgenden Bestimmungen regelmäßig und gegen Entgelt einen Spieler mit einem Verein zur Begründung eines Arbeitsverhältnisses bzw. zwei Vereine zur Begründung eines Transfervertrages zusammenführt.“

Vereine suchen im Transfergeschäft nach Spielern mit ganz bestimmten Eigenschaften, oder die Spieler selbst sind wiederum auf der Suche nach dem Verein, der zu ihnen passt. Spielervermittler stellen wie bei einem Immobilienmakler die Kontakte her und fördern durch ihre Nachweis- und Vermittlungstätigkeit den Abschluss des Vertrages. Ihr Kapital sind die Kontakte, ihr Insiderwissen und besondere Kenntnisse in der Branche. Die Vertragspflicht besteht in der Verschaffung der Möglichkeit eines Vertragsabschlusses, bei dem dieser vergleichbar mit einem Makler die Provision nach Vertragsschluss erhält, die auf seiner erfolgreicher Vermittlung beruht. Der Mäklervertrag wird in § 652 ff. BGB geregelt, in dem zwischen Nachweis- und Vermittlungsmaklerei unterschieden wird (JUNGHEIM 2002, 146 ff.). Laut Bovelett kann die Spielervermittlungstätigkeit ebenfalls unter der Nachweismaklerei subsumiert werden, da ein Vergütungsanspruch nach Aufzeigen des erfolgreichen Vertragsabschlusses besteht (BOVELETT 2000, 95).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die zunehmende Kommerzialisierung im Profifußball und die daraus resultierende Notwendigkeit der professionellen Spielerberatung und -vermittlung sowie die daraus erwachsenden rechtlichen Fragestellungen.

2. FIFA-Lizenz und Erlaubnis der Spielervermittlertätigkeit nach DFB-Statuen: Dieses Kapitel erläutert die Einführung der FIFA-Spielervermittlerlizenz als Reaktion auf unseriöse Marktteilnehmer und beschreibt die Lizenzerteilung sowie die damit verbundenen Rechte und Pflichten.

3. Spielervermittlung und Spielerberatung: Hier werden die Rollen des Spielervermittlers und des Spielerberaters definiert und in ihren Tätigkeitsbereichen voneinander abgegrenzt.

4. Rechtsprobleme der privaten Arbeitsvermittlung unter besonderer Berücksichtigung der Spielervermittler-Lizenz: Das Kapitel untersucht die arbeitsrechtliche Einordnung der Spielervermittlung nach SGB III und diskutiert potenzielle Problemfelder wie Lizenzen, Parteilichkeit und Wettbewerbsklauseln.

5. Vereinbarkeit der Spielervermittler/-beratertätigkeit mit dem Rechtsberatungsgesetz: Hier wird geprüft, ob die beratenden Tätigkeiten gegen das Rechtsberatungsgesetz verstoßen, wobei der Schutzzweck des Gesetzes, seine Reformbedürftigkeit und das neue Rechtsdienstleistungsgesetz analysiert werden.

6. Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel resümiert, dass die Tätigkeiten mit dem aktuellen Recht in Einklang stehen und betont die Bedeutung einer zeitgemäßen, verfassungskonformen Neuregelung.

Schlüsselwörter

Spielervermittler, Spielerberater, Arbeitsvermittlung, Rechtsberatungsgesetz, SGB III, FIFA-Reglement, DFB-Statuen, Rechtsdienstleistungsgesetz, Maklervertrag, Spielervermittlung, Transfergeschäft, Berufsberatung, Rechtsprobleme, Rechtsberatung, Vertragsverhandlungen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die rechtliche Situation von Spielervermittlern und -beratern im deutschen Profifußball unter Berücksichtigung von Arbeits- und Rechtsberatungsrecht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Spielervermittler-Lizenz, die Abgrenzung von Vermittlungs- und Beratungstätigkeiten, das SGB III sowie das Rechtsberatungsgesetz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob die beratende und vermittelnde Tätigkeit von Spielervermittlern mit den deutschen Gesetzen vereinbar ist oder ob hier unzulässige Verstöße vorliegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Literaturanalyse unter Einbeziehung von Gesetzen, Urteilen und dem FIFA-Reglement.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die FIFA-Lizenzen und Berufsdefinitionen erläutert, gefolgt von einer detaillierten Prüfung der arbeitsrechtlichen und rechtsberatungsrechtlichen Konformität der Tätigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Spielervermittlung, Spielerberater, SGB III, Rechtsberatungsgesetz (RBerG) und Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG).

Wie bewertet der Autor den Einfluss des Rechtsberatungsgesetzes?

Der Autor kritisiert den nationalsozialistischen Ursprung und die veraltete restriktive Auslegung des RBerG und befürwortet die Liberalisierung durch das neue RDG.

Stellen die Tätigkeiten von Spielervermittlern eine unzulässige Rechtsberatung dar?

Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Tätigkeiten meist als erlaubte Hilfsgeschäfte oder Nebenleistungen im Rahmen der Vermittlung anzusehen sind.

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Details

Titel
Rechtliche Aspekte der Spielervermittlung
Untertitel
Wie lassen sich die Tätigkeiten eines Spielervermittlers- und beraters mit den deutschen Gesetzen der Rechtsberatung und Arbeitsvermittlung vereinen?
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1.0
Autor
Christoph Lam (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
38
Katalognummer
V117201
ISBN (eBook)
9783640195671
ISBN (Buch)
9783640195794
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechtliche Aspekte Spielervermittlung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Lam (Autor:in), 2007, Rechtliche Aspekte der Spielervermittlung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117201
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Leseprobe aus  38  Seiten
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