Bei dieser Bachelorarbeit wird insbesondere auf die Frage eingegangen, inwiefern der SPAC-Börsengang eine vergleichbare Alternative zu der klassischen Variante darstellt.
Special Purpose Acquisition Companies (SPACs) wurden zuletzt immer populärer. Die Anzahl der SPAC-IPOs an den US-Börsen ist von 59 im Jahr 2019 auf 248 und 296 im Jahr 2021 gestiegen. Damit haben sich zuletzt mehr Unternehmen für einen Börsengang via SPAC entschieden als den traditionellen Weg zu wählen. In Deutschland ist der Boom anhand der Zahlen bisher noch nicht zu erkennen. Es wurden insgesamt nur vier SPAC-Börsengänge durch- führt, von denen drei bereits über zehn Jahre zurückliegen: AEG Power Solution, Exceet Group und Electrawind Gruppe.
Im letzten Jahr wagte HomeToGo als viertes Unternehmen den in Deutschland teilweise noch umstrittenen Weg und könnte aufgrund interessanter finanzwissenschaftlicher Aspekte den Beginn eines „SPAC-Booms“ in Deutschland einleiten. Umso wichtiger ist es, diesen Weg an die Börse zu beleuchten. Es existiert bereits eine große Anzahl an wirtschaftlichen Arbeiten, die sich mit dem klassischen Börsengang (IPO) auseinandersetzen, während sich nur wenige mit den alternativen Möglichkeiten beschäftigen. Aus diesen Gründen wird in dieser Arbeit der Börsengang via SPAC dargestellt, finanzwissenschaftlich beurteilt und mit dem traditionellen Weg an die Börse verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Relevanz der Thematik
2 Initial Public Offering
2.1 Phasen des IPOs
2.2 Emissionspreisermittlung
2.3 Kosten
2.4 Underpricing
3 Special Purpose Acquisition Companies
3.1 Ablauf des SPAC-Börsengangs
3.2 Finanzwissenschaftliche Aspekte
3.2.1 Zeitaufwand
3.2.2 Kosten
3.2.3 Verhandlungsmacht und Abhängigkeit
3.2.4 Risiko
3.2.5 Langfristige Performance
3.2.6 Eigentümer
4 Bewertung von SPACs als Alternative
4.1 Empfehlenswerte Umstände für SPACs
4.1.1 Marktspezifische Umstände
4.1.2 Unternehmensspezifische Umstände
4.2 Ergebnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Börsengang via Special Purpose Acquisition Company (SPAC) im Vergleich zum traditionellen Initial Public Offering (IPO). Ziel ist es, das Modell der SPAC finanzwissenschaftlich zu beurteilen und aufzuzeigen, inwiefern sie eine ernsthafte Alternative zur klassischen Börsenvariante darstellt.
- Analyse des klassischen IPO-Prozesses und dessen Kostenstrukturen
- Detaillierte Untersuchung der Funktionsweise und Phasen eines SPAC-Börsengangs
- Finanzwissenschaftliche Bewertung von SPACs anhand von Kriterien wie Zeitaufwand, Risiko und Performance
- Identifikation von markt- und unternehmensspezifischen Faktoren, die den Einsatz von SPACs begünstigen
Auszug aus dem Buch
3 Special Purpose Acquisition Companies
Eine Special Purpose Acquisition Company (SPAC) wird mit dem einzigen Zweck gegründet, zu einem späteren Zeitpunkt ein privates Unternehmen zu erwerben.41 Die Besonderheit dabei ist, dass die SPAC einen klassischen Börsengang durchführt und erst daraufhin mit einem Zielunternehmen fusioniert oder es übernimmt. So wird aus dem privaten Zielunternehmen eine börsengelistete Aktiengesellschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Relevanz der Thematik: Einführung in die Popularität von SPACs und Begründung der Notwendigkeit, diesen Börsengangsweg wissenschaftlich mit dem klassischen IPO zu vergleichen.
2 Initial Public Offering: Darstellung der theoretischen Grundlagen des klassischen IPOs, unterteilt in Phasen, Preisermittlungsmethoden, Kostenstrukturen und das Phänomen des Underpricings.
3 Special Purpose Acquisition Companies: Umfassende Analyse der SPAC-Struktur, des Ablaufs von der Gründung bis zur Fusion sowie finanzwissenschaftliche Bewertung hinsichtlich Zeit, Kosten, Risiko und langfristiger Erfolgsfaktoren.
4 Bewertung von SPACs als Alternative: Synthese der Ergebnisse zur Einordnung der SPAC-Variante, unter Berücksichtigung spezifischer Marktsituationen und Unternehmenseigenschaften sowie ein Fazit zur Zukunftsfähigkeit des Modells.
Schlüsselwörter
Special Purpose Acquisition Company, SPAC, Initial Public Offering, IPO, Börsengang, Kapitalbeschaffung, Emissionspreis, Underpricing, Verwässerung, Mantelgesellschaft, Fusion, Finanzwissenschaft, Marktsituation, Investoren, Unternehmensbewertung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der finanzwissenschaftlichen Bewertung von SPACs als alternative Methode zum klassischen Börsengang (IPO) für Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Prozesse und Kostenstrukturen von IPOs, die Funktionsweise von SPACs, die Risikobetrachtung sowie die Identifikation von Zielgruppen und Marktsituationen für dieses Modell.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern der Börsengang via SPAC eine vergleichbare und sinnvolle Alternative zum traditionellen IPO darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender finanzwissenschaftlicher Studien und Wirtschaftsdaten zur Bewertung von Börsengang-Modellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst das IPO und SPACs definiert, anschließend werden finanzwissenschaftliche Aspekte wie Zeitaufwand, Kosten, Performance und Eigentümerstrukturen gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören SPAC, IPO, Mantelgesellschaft, Verwässerung, Emissionspreis, Kapitalbeschaffung und Underpricing.
Wie unterscheidet sich die SPAC-Variante konkret vom klassischen IPO?
Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass eine SPAC als börsennotierte Hülle gegründet wird, die erst nach dem eigenen Börsengang nach einem Zielunternehmen zur Fusion sucht, während beim klassischen IPO das operative Unternehmen direkt an die Börse geht.
Welches Fazit zieht der Autor zur langfristigen Performance?
Die Analyse deutet darauf hin, dass die langfristige Performance von SPAC-Akquisitionen im Vergleich zu klassischen IPOs oft schlechter ausfällt, was unter anderem mit Verwässerungseffekten begründet wird.
Für welche Art von Unternehmen ist eine SPAC laut Arbeit besonders attraktiv?
Eine SPAC ist primär für kleinere, risikoreichere oder hoch verschuldete Unternehmen eine attraktive Option, für die ein klassischer IPO aufgrund mangelnder Marktakzeptanz oder unkalkulierbarer Risiken schwieriger umzusetzen ist.
- Citar trabajo
- Marius Rutenkröger (Autor), 2022, Finanzwissenschaftliche Bewertung von SPACs. Vergleich Special Purpose Acquisition Companies mit IPO, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1172079