Ein Überblick über den Tourismus in Mexiko

Die Werbekampagne „México Übertrifft Deine Vorstellungen“


Hausarbeit, 2008
22 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Allgemeines

3 Touristische Destinationen

4 Tourismuszahlen

5 Arten des Tourismus
5.1 Erholungstourismus
5.2 Kulturtourismus
5.3 Naturtourismus
5.4 Luxustourismus

6 Tourismusmarketing
6.1 Consejo de Promoción Turística de México
6.2 Die Marke „México“
6.3 Nationale Werbung
6.4 Werbung auf dem europäischen Markt

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

Printmedien:

1 Vorwort

Mexiko, die Heimat des Kakaos und der Schokolade, der Vanille, des Chili, des Kaugummis, des Mais, der Kakteen und natürlich des Tequila. Die Liste der erlesenen Güter ist so vielfältig wie das Land. Berühmt ist Mexiko aber auch für die alten Hochkulturen der Olmeken, Mayas, Mixteken, Azteken und anderer Völker. In dem nach Brasilien bevölkerungsreichsten Staat Lateinamerikas und dem größten spanisch sprechenden Land der Welt, findet man eine Vielfalt an Vegations- und Klimazonen. Außerdem bietet Mexiko eine hervorragende Küche, wunderschöne Musik und qualitativ hochwertiges Kunsthandwerk.

Aufgrund des umfassenden Themas und des begrenzten Umfangs legt diese Arbeit jedoch das Augenmerk auf den Tourismus und beschäftigt sich neben einer kurzen Lageanalyse vor Allem mit dem internationalen sowie nationalen Marketing des Landes. Hierbei bezieht man sich überwiegend auf die Strategien des Consejo de Promoción Turística de México (Rat für die touristische Vermarktung Mexikos), welches den höchsten Stellenwert im Bereich der Tourismusförderung innehat.

2 Allgemeines

Die Vereinigten Mexikanischen Staaten, so der offizielle Name Mexikos, werden zum größten Teil dem nordamerikanischen Kontinent zugeordnet. Der südliche Teil zählt bereits zur zentralamerikanischen Landbrücke. Das Land grenzt im Norden an die USA, im Nordwesten an den Golf von Kalifornien, im Süden an Belize und Guatemala, westlich an den Pazifik und im Osten an den Golf von Mexiko und das karibische Meer.

Mit einer Fläche von insgesamt 1.953.162 km² ist Mexiko mehr als fünfmal so groß wie Deutschland. Auf diese Fläche entfallen 108.700.000 Einwohner (Stand 2006), also 55,7 Personen pro km². Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus 60 % Mestizen[1], 30 % indigenen Völkern[2] und etwa 9 % Europäischstämmigen (meist Spanier). Das übrige 1 % bilden Bevölkerungsgruppen anderer Abstammung (größtenteils aus Afrika). In Hinsicht auf die Religion gehört die Mehrheit mit 87 % dem katholischen Glauben an.[3]

Die landschaftliche Vielfalt Mexikos verfügt über Feuchtgebiete, Wüsten, dschungelbedeckte Ebenen und sogar alpine Vegetation. Der Großteil des Landes besteht aus einem 1.000 bis 2.500 m hohen Hochland, welches vom Pazifik und Atlantik durch Bergketten der westlichen und östlichen Sierra Madre begrenzt wird. Der nördliche Bereich des Plateaus deckt 40 % der Gesamtfläche ab und ist unfruchtbar und nur dünn besiedelt. Im Süden verläuft eine vulkanische Bergkette, die sich von der Sierra Volcánica im Westen durch das Tal von Mexiko nach Veracruz an der Ostküste erstreckt. Hier findet man einige noch tätige Vulkane, wie zum Beispiel den Pico de Orizaba (5.700m) und den Popocatepetl (5452m), welcher zuletzt Anfang 2001 ausbrach. Im Osten befindet sich die Halbinsel Yucatán, welche zum Teil bereits zu Belize und Guatemala gehört. In diesem Gebiet fallen insgesamt 75% der jährlichen Niederschläge.[4]

Aufgrund der geografischen Unterschiede bringt Mexiko auch klimatische Besonderheiten mit sich. Je nach Region und Lage kann man extreme Temperatur- und Wetterschwankungen vorfinden. Allgemein hat das Land ein sehr tropisches Klima mit durchschnittlichen Temperaturen von 15-30°C. Dieses wird jedoch nicht in Jahreszeiten, sondern in Trocken- und Regenzeit gegliedert. Die Trockenzeit dauert von Oktober bis April und wechselt dann mit der Regenzeit, die ihren Höhepunkt im August erreicht. In dieser Zeit gibt es am Golf von Mexiko zum Beispiel im Durchschnitt 15 Tage Regen pro Monat. In der restlichen Periode betragen diese nur 5,6 Tage. Die Höchsttemperaturen liegen in dieser Region bei 31°C während der Regenzeit. Der kälteste Monat hierbei ist der Januar mit 18-25°C. Aus den vorangegangenen Erläuterungen ergibt sich die beste Reisezeit für den Osten Mexikos von Oktober bis April.

Insgesamt unterscheidet man zwischen vier Klimazonen:

- „Tierra caliente“ (bis 915m): sehr heiß und feucht
- „Tierra templada“ (916-1.830m): gemäßigt, Ø 17-21°C
- “Tierra fría” (1.831-2745m): 15-17°C
- „Tierra helada“ (über 3.000m): Ø 9°C[5]

In Bezug auf die Wirtschaft hat Mexiko für Lateinamerika eine sehr bedeutende Stellung inne. Auf der Export-Weltrangliste belegt es momentan Rang 8 mit 5.762.013 Tsd. € im Jahr 2006. Hier steht an erster Stelle die Ausfuhr von Kraftwagen und Kraftwagenteilen. Weiterhin von Bedeutung sind Erdöl, hier befindet man sich bereits auf Platz sechs der Öl exportierenden Staaten der Welt, und Agrarprodukte. Der mit Abstand wichtigste Handelspartner sind die USA. Weit abgeschlagen folgen Kanada, Spanien, die Antillen und Deutschland. Mit einem Import von 2.331.313 Tsd. € (2006) ist Mexiko stark Export geprägt. Hierbei bezieht man die meisten Güter des Elektronik-, Maschinen- und Kfz-Bereichs von den USA.[6]

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug 2006 ca. 850 USD und stellt somit die größte Wirtschaftsleistung Lateinamerikas dar. Somit sind die Vereinigten Mexikanischen Staaten weltweit die zwölftgrößte Volkswirtschaft und Handelsnation. Die Produktion von Erdöl stieg in den letzten Jahren stark an, so dass man sich momentan als fünftgrößter Erdölproduzent bezeichnen darf. Insgesamt wird das BIP durch den Dienstleistungssektor dominiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: BIP Verteilung Mexicos, Eigene Darstellung, Quelle: https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/fields/2012.html

In der Landwirtschaft konzentriert man sich auf die Herstellung von Mais, Weizen, Reis, Kaffee, Geflügel etc. Die Industrie hingegen profitiert von der Herstellung bzw. Gewinnung von Nahrung und Getränken (z.B. Tequila, Wein), Tabak, Chemikalien, Textilien, Kraftfahrtzeugen usw. Ein wichtiger Bestandteil ist ebenfalls die Herstellung von Stahl, denn hier liegt Mexiko hinter Brasilien auf Platz zwei der Stahlproduzenten Lateinamerikas.[7]

3 Touristische Destinationen

Wegen des karibischen Klimas und der 378 km langen Küste mit Traumstränden gehört die Halbinsel Yucatán zu den Hauptregionen des Tourismus in Mexiko. Sie gilt als eines der größten Ökosysteme der Welt, denn im dichten Regenwald sind zahlreiche Tier- und Pflanzenarten beheimatet. Des Weiteren befindet sich vor der Küste das zweitgrößte Korallenriff der Erde.

Als „Herz der Mayawelt“ bietet Yucatán unzählige kulturelle Attraktionen. Man kann unzählige alte Städte der aus dem Hochland von Guatemala stammenden Hochkultur besichtigen. Die bekannteste und am besten restaurierte dabei ist Chichén-Itzá. Die Stadt wurde 445 v. Chr. erbaut und bis 1204 n. Chr. besiedelt. Es gibt eine Reihe großartiger Baudenkmäler. Der größte und bedeutendste Komplex jedoch ist das Kukulcán-Heiligtum oder auch der „Tempel der gefiederten Schlangen.“ Dieser verfügt über jeweils 91 Stufen. Zusammen mit den Eingangstufen des Tempels und der zum Hochaltar führenden Stufe ergibt dies genau 365, entsprechen der Anzahl der Tage eines Jahres. Während der Tag- und Nachtgleiche kommt es zu einem Wunder astronomischer Genauigkeit. Denn dann zeichnet eine Kombination von Licht und Schatten genau um 18 Uhr eine auf den Außentreppen hinauf und herab kriechende Schlange ab.

Eines der beliebtesten Ferienzentren Mexikos ist Cancún im Nordosten der Halbinsel. Hier findet man den typischen Massentourismus vor. Besonders beliebt ist die Stadt bei den Jugendlichen aus den USA während des Spring-Breaks. Unweit in Tulum befindet sich die als einzige direkt am Meer liegende Maya-Stadt. Unterirdische Flüsse, Cenoten genannt, ziehen sich durch die gesamte Halbinsel und sind so Anziehungspunkt für Taucher und Schnorchler.[8]

Der Süden des Landes ist bestimmt durch mit Dornsträuchern und Säulenkakteen bewachsenen Gebirgszügen. Hier findet man wunderschöne meist einsame Strände vor. Wichtige Städte des Tourismus in dieser Region sind Mitla und Monte Albán, alte Städte der Mixteken[9]. Ebenfalls indianischen Ursprungs ist Oaxaca, oder aufgrund ihrer grünfarbenen Bauten auch „Jadestadt“ genannt. Als Geheimtipp für Touristen gilt der 60 km vor Palenque mitten im tropischen Regenwald liegende Wasserfall Agua Azul. Sein türkis-blaues Wasser erstreckt sich über mehrere Kilometer.[10]

Inmitten der Meseta von Anahuác (Hochland) erstreckt sich in einer Höhe von 2.240 m und über eine Fläche von fast 8.000 km die Hauptstadt des Landes, Mexiko-Stadt. Diese wurde 1325 als aztekische Stadt Tenochtitlán geboren. Historische Überreste kann man im heutigen Centro Histórico besichtigen. Damals zählte man lediglich 250.000 Einwohner. Heute liegt diese Zahl bei circa 25 Millionen. Dies entspricht einem Viertel der Gesamtbevölkerung Mexikos. Somit gilt die Stadt, gleich nach China, als bevölkerungsreichste Agglomeration[11] der Welt.

Südwestlich von Mexiko-Stadt befindet sich der internationale Badeort Acapulco. Der Beinnahme „Königin der mexikanischen Riviera“ begründet sich auf der exklusiven Lage an einer der schönsten Buchten der Welt. Mehr als 3,5 Millionen Touristen jährlich, darunter vor allem gut betuchte Herrschaften aus Hollywood, können verzeichnet werden. Eine der bekanntesten Touristenattraktionen Acapulcos sind die Klippenspringer. Fünf mal täglich ziehen sie die Besucher zur engen Felsbucht La Quebrada, wo sie aus 40 m Höhe ins Meer springen.

An der gegenüberliegenden Küste befindet sich Veracruz, der bedeutendste Hafen des Landes. Am 17. April 1519 landete hier der Spanier Hernán Cortés und gründete die erste Stadt Neuspaniens „La Villa rica de la Vera cruz“. Im Februar findet der dreiwöchige Karneval statt, der neben Rio de Janeiro und Oruro (Bolivien) zur besten „fiesta carnavale“ der Welt gehört.[12]

[...]


[1] bezeichnet im Deutschen die Nachfahren von Weißen und der indigenen Bevölkerung vor allem Süd- und Mittelamerikas.

[2] bezeichnet Gemeinschaften von Ureinwohnern einer Region oder eines Landes.

[3] Vgl. http://mexiko-lexikon.de/mexiko/index.php?title=M%C3%A9xico; 18.12.2007.

[4] Vgl. http://mexiko-lexikon.de/mexiko/index.php?title=Geographie#Die_Landschaftsr.C3.A4ume; 18.12.2007.

[5] Vgl. http://mexiko-lexikon.de/mexiko/index.php?title=Klima; 20.12.2007.

[6] Vgl. http://www.auwibayern.de/awp/base/inhalte/Laender/Amerika/Mexiko/Export_Import_ Statistik_Mexiko.html; 20.12.2007.

[7] Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Mexiko/Wirtschaft.htm; 20.12.2007.

[8] Vgl. Marco Polo, Mexiko, Mairs Geographischer Verlag, Ostfildern 2002, S. 113 ff.

[9] Altes mexikanisches Indianervolk.

[10] Vgl. Marco Polo, Mexiko, Mairs Geographischer Verlag, Ostfildern 2002, S. 91 ff.

[11] Kernstadt, die ein suburbanes Umland oder zumindest dicht besiedeltes Gebiet besitzt, das außerhalb der Stadtgrenzen liegt, aber direkt an sie angrenzt.

[12] Vgl. Marco Polo, Mexiko, Mairs Geographischer Verlag, Ostfildern 2002, S. 31 ff.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Ein Überblick über den Tourismus in Mexiko
Untertitel
Die Werbekampagne „México Übertrifft Deine Vorstellungen“
Hochschule
Euro-Business-College Jena
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V117218
ISBN (eBook)
9783668045767
Dateigröße
621 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tourismus, Werbekampagne, Mexiko, Tourismusgeografie, nationale Werbung
Arbeit zitieren
Jennifer Kahnt (Autor), 2008, Ein Überblick über den Tourismus in Mexiko, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117218

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