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Nominalkomposita im Deutschen. Kritischer Vergleich der Ansätze von Olsen, Rivet und Siebert

Título: Nominalkomposita im Deutschen. Kritischer Vergleich der Ansätze von Olsen, Rivet und Siebert

Tesis (Bachelor) , 2021 , 49 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Lena Santos (Autor)

Filología alemana - Lingüística
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Das Phänomen der Erneuerung lässt sich auf der ganzen Welt sowie in unterschiedlichen Bereichen beobachten und das Prinzip dabei ist immer das gleiche; wird festgestellt, dass ein Gegenstand innovativer gestaltet werden kann, wird dieser produziert. Nach genau dem gleichen Prinzip funktioniert die Sprache. Die deutsche Sprache hat kein festes Inventar an
Wörtern, welches Sprecher*innen des Deutschen erlernen müssen, um zu kommunizieren.

Die Sprache ist ständig in Bewegung und entwickelt sich weiter, denn es kommen fortlaufend neue Wörter hinzu oder bestehende Wörter werden zu einem neuen, komplexen Wort kombiniert. Dieses komplexe Wort entspricht dann entweder der Bedeutung der beiden Bestandteile oder erhält eine Bedeutung, welche dem Wort, unabhängig von den Bedeutungen der beiden Bestandteile, von außen zugeschrieben wird. Neben völlig neuen Wörtern, die
entstehen, um neu aufkommenden Dingen eine Beschreibung zu geben (z.B.Coronaschutzverordnung), ist das Deutsche eine äußerst kompositionsfreudige Sprache. Somit lässt sich feststellen, dass neue Wörter durch die neue Benennung von Dingen und durch die Benennung neuer Dinge entstehen. Die Komposition ist neben der Derivation die wichtigste und produktivste Form der Wortbildung.

Zu Beginn wird der lexikalische Ansatz nach Olsen (1986) dargelegt und in Bezug auf die Rektions- und Nicht-Rektionskomposita sowie die Argumentvererbung und das θ-Kriterium untersucht. Im Anschluss daran wird sich den syntaktischen und morpho-syntaktischen Ansätzen nach Rivet (1999) und Siebert (1999) gewidmet, deren Ansätze auf der Annahme einer Kopfbewegung beruhen. In einer kritischen Auseinandersetzung mit den drei Ansätzen, sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie die Plausibilität der genannten Ansätze zur Erklärung von Rektionskomposita analysiert werden. Die Arbeit schließt mit einem Fazit ab, welches den aktuellen Forschungsstand sowie das daraus folgende Potenzialdarstellt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der lexikalische Ansatz nach Olsen (1986)

2.1 Interpretation von Komposita

2.1.1 Rektionskomposita

2.1.2 Nicht-Rektionskomposita

2.2 Argumentvererbung und θ-Kriterium

3. Der syntaktische Ansatz

3.1 Der Begriff des Kopfes

3.2 Der syntaktische Ansatz nach Rivet (1999)

3.2.1 Das Empty Category Principle

3.2.2 Die Inkorporationsanalyse

3.2.3 Inkorporationsbeschränkungen

3.3 Der morpho-syntaktische Ansatz nach Siebert (1999)

3.3.1 Nomeninkorporation

3.3.2 Lizenzierungsbedingungen

3.3.3 Argumentvererbung

4. Kritischer Vergleich der Ansätze und eigene Beurteilung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Nominalkomposita im Deutschen unter besonderer Berücksichtigung ihrer funktionalen Erscheinungsformen als Rektionskomposita. Ziel ist es, verschiedene linguistische Ansätze zur Erklärung dieser Wortbildungsprozesse kritisch gegenüberzustellen und ihre Plausibilität anhand der Argumentvererbung sowie syntaktischer Restriktionen zu bewerten.

  • Lexikalischer Ansatz nach Olsen (1986) und das θ-Kriterium
  • Syntaktische Analyse von Inkorporationsphänomenen nach Rivet (1999)
  • Morpho-syntaktische Perspektive von Siebert (1999) inklusive Nomeninkorporation
  • Restriktionen bei der Argumentvererbung in Dativ-, Genitiv- und Präpositionalobjekten
  • Kritischer Vergleich der theoretischen Modelle zur Erklärung komplexer Wörter

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Das Phänomen der Erneuerung lässt sich auf der ganzen Welt sowie in unterschiedlichen Bereichen beobachten und das Prinzip dabei ist immer das gleiche; wird festgestellt, dass ein Gegenstand innovativer gestaltet werden kann, wird dieser produziert. Nach genau dem gleichen Prinzip funktioniert die Sprache. Die deutsche Sprache hat kein festes Inventar an Wörtern, welches Sprecher*innen des Deutschen erlernen müssen, um zu kommunizieren. Die Sprache ist ständig in Bewegung und entwickelt sich weiter, denn es kommen fortlaufend neue Wörter hinzu oder bestehende Wörter werden zu einem neuen, komplexen Wort kombiniert. Dieses komplexe Wort entspricht dann entweder der Bedeutung der beiden Bestandteile oder erhält eine Bedeutung, welche dem Wort, unabhängig von den Bedeutungen der beiden Bestandteile, von außen zugeschrieben wird.

Neben völlig neuen Wörtern, die entstehen, um neu aufkommenden Dingen eine Beschreibung zu geben (z.B. Coronaschutzverordnung), ist das Deutsche eine äußerst kompositionsfreudige Sprache. Somit lässt sich feststellen, dass neue Wörter durch die neue Benennung von Dingen und durch die Benennung neuer Dinge entstehen. Die Komposition ist neben der Derivation die wichtigste und produktivste Form der Wortbildung. Das bei einer Komposition entstehende Wort wird als Kompositum bezeichnet und besteht aus der Verbindung zweier oder mehrerer sonst frei vorkommender Morpheme oder Morphemfolgen zu einem zusammengesetzten Wort (vgl. Bußmann 2008: 353).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Dynamik der deutschen Wortbildung und definiert das Kompositum als zentrale Form der komplexen Wortbildung.

2. Der lexikalische Ansatz nach Olsen (1986): Das Kapitel thematisiert die Einteilung in Rektions- und Nicht-Rektionskomposita und verbindet die morphologische Analyse mit dem θ-Kriterium.

3. Der syntaktische Ansatz: Hier werden die Theorien von Rivet und Siebert dargestellt, die Inkorporation und Kopfbewegung als syntaktische Mechanismen innerhalb der Nominalkomposition beschreiben.

4. Kritischer Vergleich der Ansätze und eigene Beurteilung: Eine Evaluierung der verschiedenen theoretischen Modelle, die Gemeinsamkeiten und Schwächen hinsichtlich ihrer Vorhersagekraft für grammatische Wortbildungen aufzeigt.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung der behandelten linguistischen Ansätze und formuliert den Bedarf an zukünftiger Forschung hinsichtlich ungelöster Ausnahmefälle.

Schlüsselwörter

Nominalkomposita, Rektionskomposita, Argumentvererbung, Inkorporation, Kopfbewegung, Theta-Kriterium, Wortbildung, Syntax, Morphologie, Lexikalismus, Generative Grammatik, X-bar-Theorie, Nominalisierung, Klammerparadoxa, Sprachwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Strukturen und Bildungsregeln von Nominalkomposita im Deutschen und untersucht, wie diese theoretisch linguistisch erklärbar sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die lexikalische sowie die syntaktische Wortbildungstheorie, insbesondere die Mechanismen der Argumentvererbung.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist der kritische Vergleich dreier linguistischer Ansätze, um zu klären, wie Rektionskomposita syntaktisch und morphologisch gebildet werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer theoretischen Analyse generativer Grammatikmodelle, angewandt auf Daten des deutschen Wortschatzes.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des lexikalischen Ansatzes (Olsen) sowie der syntaktischen und morpho-syntaktischen Ansätze (Rivet, Siebert) inklusive detaillierter Inkorporationsregeln.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Argumentvererbung, Inkorporation und Rektionskomposita geprägt.

Warum sind Dativobjekte laut Rivet nicht inkorporierbar?

Rivet argumentiert, dass Dativobjekte als syntaktische Adjunkte zu betrachten sind, wodurch eine Inkorporation das 'Head Movement Constraint' verletzen würde.

Was bedeutet das Konzept der 'anaphorischen Inseln' bei Siebert?

Siebert nutzt dieses Konzept, um zu erklären, warum bestimmte interne Bestandteile von Komposita nicht mit Pronomen referenziell koindiziert werden können.

Wie unterscheidet Siebert zwischen abstrakten und konkreten Nomina?

Siebert stellt fest, dass nur abstrakte Nomina transparent für die Argumentvererbung sind, während konkrete Nomina hierfür opak wirken.

Ist die Kopfbewegung in der Komposition immer zyklisch?

Rivet geht von einer strikt zyklischen Bewegung aus, während Siebert unter bestimmten Bedingungen, etwa bei abstraktem Zweitglied, auch azyklische Bewegungen zulässt.

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Detalles

Título
Nominalkomposita im Deutschen. Kritischer Vergleich der Ansätze von Olsen, Rivet und Siebert
Calificación
1,0
Autor
Lena Santos (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
49
No. de catálogo
V1172277
ISBN (PDF)
9783346594457
ISBN (Libro)
9783346594464
Idioma
Alemán
Etiqueta
nominalkomposita deutschen kritischer vergleich ansätze olsen rivet siebert
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lena Santos (Autor), 2021, Nominalkomposita im Deutschen. Kritischer Vergleich der Ansätze von Olsen, Rivet und Siebert, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1172277
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